Neue Rahmenlehrpläne für Berufsschulen

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Anpassung der Rahmenlehrpläne für Berufsschulen an die Ansprüche einer modernen dualen Ausbildung BMBF UG 30 2013 2013 -47 Verordnung

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Nationale Rechtsgrundlage

SchOG

Problemdefinition

Aufgrund des technologischen Fortschrittes und der Weiterentwicklung der Arbeitsmethoden wurden seitens des BMWFJ Anpassungen von Ausbildungsordnungen an die akutellen Erfordernisse nötig. Diese Anpassungen bedingen, dass auch die Berufsschulrahmenlehrpläne, um den Ansprüchen der Dualen Ausbildung nachkommen zu können, anzupassen sind.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Keine finanziellen Auswirkungen)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2013 2014 2015 2016 2017 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 0 1 1 0 9 9 0 12 12 0 12 12 0 13 13 0 47 47
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 0 1 1 0 9 9 0 12 12 0 12 12 0 13 13 0 47 47
Nettoergebnis 0 -1 0 -9 0 -12 0 -12 0 -13 0 -47

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Die Höhe der Ausgaben für Lehrpersonen an Berufsschulen ist von vielen Faktoren abhängig, insbesondere auch von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die finanziellen Auswirkungen der neu eingeführten Lehrpläne können daher nicht direkt gemessen, sondern nur indirekt bestimmt werden. Zu diesem Zweck wurde ein Modell entwickelt, das auf Basis der Schülerinnen- und Schülerzahlen, der Stundentafeln der alten und neuen Lehrpläne, Teilungsvorschriften und Lehrverpflichtung einen Mehr- oder Minderbedarf an Landeslehrpersonen-Planstellen errechnet. Mit diesem Rechenmodell wurde zum Zeitpunkt der Planung kein Mehrbedarf an Planstellen ermittelt, deren Aufwand im Wege von Transferzahlungen zur Hälfte vom Bund zu tragen wäre. Zum Evaluierungszeitpunkt wurde die Vergleichsrechnung nochmals mit den aktuellen Zahlen der Bildungsdokumentation (derzeit nur bis zum Schuljahr 2014/15 vorhanden) durchgeführt. Demnach ergab sich im Schuljahr 2013/14 durch die neuen Lehrpläne ein Mehrbedarf von 0,04 Planstellen (Bundesanteil 0,02) und im Schuljahr 2014/15 von 0,07 Planstellen (Bundesanteil 0,04). Aufgeteilt auf die Budgetjahre sind das 0,01 für 2013, 0,03 für 2014 und 0,04 ab 2015. Multipliziert mit dem Kostensatz ergeben sich die tatsächlichen Mehraufwendungen im Transferaufwand. Der bei der Planung erstellte Kostenpfad kann somit als eingehalten angesehen werden. Die Abweichung vom Planwert um 0,6% des gesamten Planstellenbedarfs der betroffenen Klassen ist einerseits durch die Prognoseungenauigkeit und andererseits durch andere, nicht berücksichtigte äußere Einflüsse zu erklären.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Um auf neue technologische Entwicklungen sowie veränderte Arbeitsmethoden zu reagieren, wurden im Jahr 2013 seitens des Bundesministers für Wirtschaft, Familie und Jugend neue Ausbildungsordnungen für die Lehrberufe Seilbahntechnik, Textiltechnologie sowie Uhrmacher/in - Zeitmesstechniker/in in Kraft gesetzt. Dadurch wurde es erforderlich auch die entsprechenden Berufsschulrahmenlehrpläne anzupassen, um weiterhin den Ansprüchen der Dualen Ausbildung sowie der Aufgabe der Berufsschule gem. §46 SchOG nachkommen zu können und eine optimale Abstimmung zwischen berufsschulischer und betrieblicher Ausbildung zu gewährleisten. Um auch in Zukunft Synergien bei verwandten Lehrberufen mit einer geringen Anzahl an Lehrlingen nutzen zu können, wurden neben dem Rahmenlehrplan für den Lehrberuf Textiltechnologie auch die Lehrpläne für die Lehrberufe Gold-, Silber- und Perlensticker/in sowie Maschinsticker/in novelliert.

Die neuen Berufsschulrahmenlehrpläne wurden von Expert/innen aus dem Berufsschulbereich unter Einbeziehung von Vertreter/innen der Sozialpartner sowie unter Berücksichtigung der Berufsbilddispositionen der novellierten Ausbildungsordnungen entwickelt und mit dem Schuljahr 2013/14 aufsteigend in Kraft gesetzt. Die beabsichtigte Maßnahme konnte damit zur Gänze umgesetzt werden. Durch die Berücksichtigung neuer Technologien und Arbeitsmethoden im Lehrplan konnte der berufsschulische Unterricht die veränderten beruflichen Anforderungen am Arbeitsmarkt besser abbilden, die betriebliche Ausbildung besser als bisher ergänzen und zur Schaffung einer modernen dualen Ausbildung beitragen, wodurch das gesetzte Ziel des Vorhabens zur Gänze erfüllt wurde. Zentral für die Erreichung und die Weiterverfolgung des gesetzten Ziels ist sowohl die enge Kooperation mit Vertreter/innen der Sozialpartner als auch die engen Kontakte zwischen den Berufsschullehrer/innen und der Wirtschaft aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung, wodurch die Basis für die Umsetzung eines praxisorientierten Unterrichts geschaffen wird.

Trotz Erreichung des qualitativen Zieles des Vorhabens konnte durch die Novellierung der Berufsschulrahmenlehrpläne für die genannten Lehrberufe das definierte Ziel für die Kennzahl "Lehrlinge im ersten Lehrjahr eines betrieblichen Ausbildungsverhältnisses in Relation zum Altersjahrgang der 15-jährigen" nur teilweise erreicht werden. Dies liegt vor allem darin begründet, dass das Lehrstellenangebot primär von der wirtschaftlichen Lage und der damit einhergehenden Bereitschaft der Betriebe Lehrlinge auszubilden bestimmt wird. Weiters sind die vom Vorhaben betroffenen Lehrberufe tendenziell Nischenberufe mit sehr geringen Lehrlingszahlen, z.B. erlernten im Schuljahr 2012/13 (also vor Umsetzung des Vorhabens) nur 0,21% aller Berufsschüler/innen einen dieser Lehrberufe. Dieser Wert erhöhte sich auf 0,23% im Schuljahr 2014/15. Dennoch konnte durch die Zunahme der Lehrlinge in einem so kleinen Segment die allgemeine Entwicklung am Lehrstellenmarkt nicht kompensiert werden. Für die Zukunft ist daher geplant, Kennzahlen für die Zielerreichung zu finden, die weniger volatil auf Entwicklungen außerhalb des berufsschulischen Teils der dualen Ausbildung reagieren und maßgeblich vom Vorhaben beeinflusst werden können.

Verbesserungspotentiale

Aufgrund geänderter Ausbildungsordnungen wird in der Regel jährlich ein Teil der Berufsschulrahmenlehrpläne adaptiert, weshalb deren Struktur mittlerweile sehr stark divergiert. Um diesen Umstand zu korrigieren, ist vorgesehen im Jahr 2016 einen Großteil der Berufsschulrahmenlehrpläne, einschließlich der von diesem Vorhaben betroffenen, zu novellieren. Dabei werden alle Lehrpläne lernergebnis- und kompetenzorientiert formuliert und damit die nationale Schulentwicklung sowie europäische Tendenzen im Berufsbildungsbereich stärker als bisher berücksichtigt.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen