GERS in Rahmenlehrplänen für Berufsschulen

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Berücksichtigung des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GERS) in Rahmenlehrplänen für Berufsschulen BMBF UG 30 2013 2013 -1.313 Bundesgesetz

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Nationale Rechtsgrundlage

SchOG

Problemdefinition

Aufgrund des technologischen Fortschrittes und der Weiterentwicklung der Arbeitsmethoden wurden seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend Anpassungen von Ausbildungsordnungen an die aktuellen Erfordernisse nötig. Diese Anpassungen bedingen, dass auch die Berufsschulrahmenlehrpläne, um den Ansprüchen der Dualen Ausbildung nachkommen zu können, zu adaptieren sind.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2013 2014 2015 2016 2017 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 103 91 -12 315 287 -28 321 306 -15 327 312 -15 334 318 -16 1.400 1.313 -87
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 103 91 -12 315 287 -28 321 306 -15 327 312 -15 334 318 -16 1.400 1.313 -87
Nettoergebnis -103 -91 -315 -287 -321 -306 -327 -312 -334 -318 -1.400 -1.313

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Die Höhe der Ausgaben für Lehrpersonen an Berufsschulen ist von vielen Faktoren abhängig, insbesondere auch von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die finanziellen Auswirkungen der neu eingeführten Lehrpläne können daher nicht direkt gemessen, sondern nur indirekt bestimmt werden. Zu diesem Zweck wurde ein Modell entwickelt, das auf Basis der Schülerinnen- und Schülerzahlen, der Stundentafeln der alten und neuen Lehrpläne, Teilungsvorschriften und Lehrverpflichtung einen Mehr- oder Minderbedarf an Landeslehrpersonen-Planstellen errechnet. Mit diesem Rechenmodell wurde zum Zeitpunkt der Planung ein Bedarf von bundesweit 7,90 Planstellen ermittelt, deren Aufwand zur Hälfte vom Bund zu tragen ist. Zum Evaluierungszeitpunkt wurde die Vergleichsrechnung nochmals mit den aktuellen Zahlen der Bildungsdokumentation (derzeit nur bis zum Schuljahr 2014/15 vorhanden) durchgeführt. Demnach ergab sich im Schuljahr 2013/14 durch die neuen Lehrpläne ein Bedarf von 7,05 Planstellen (Bundesanteil 3,52) und im Schuljahr 2014/15 von 7,52 Planstellen (Bundesanteil 3,76). Aufgeteilt auf die Budgetjahre sind das 1,17 für 2013, 3,60 für 2014 und 3,76 ab 2015. Multipliziert mit dem Kostensatz ergibt sich der tatsächliche Transferaufwand. Der bei der Planung erstellte Kostenpfad kann somit als eingehalten angesehen werden. Die Abweichung vom Planwert im Bereich von 5% bzw. 0,03% des gesamten Planstellenbedarfs der betroffenen Klassen ist einerseits durch die Prognoseungenauigkeit und andererseits durch andere, nicht berücksichtigte äußere Einflüsse zu erklären.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Um auf neue technologische Entwicklungen sowie veränderte Arbeitsmethoden zu reagieren, wurden in den Jahren 2010 bis 2013 seitens des Bundesministers für Wirtschaft, Familie und Jugend neue Ausbildungsordnungen für die Lehrberufe Bekleidungsgestaltung, Berufsfotograf/in, Elektronik, Elektrotechnik, Glasbautechnik, Lackiertechnik, Maler/in und Beschichtungstechniker/in, Metallbearbeitung, Metalltechnik, Papiertechnik, Straßenerhaltungsfachmann/-frau, Tapezierer/in und Dekorateur/in, Textilchemie sowie Veranstaltungstechnik in Kraft gesetzt. Um besonderen beruflichen Anforderungen im Bereich der Finanzverwaltung Rechnung zu tragen, wurde der Lehrberuf Steuerassistenz neu geschaffen. Dadurch wurde es erforderlich auch die entsprechenden Berufsschulrahmenlehrpläne anzupassen bzw. einen Lehrplan für den Lehrberuf Steuerassistenz zu kreieren, um weiterhin den Ansprüchen der Dualen Ausbildung sowie der Aufgabe der Berufsschule gem. §46 SchOG nachkommen zu können und eine optimale Abstimmung zwischen berufsschulischer und betrieblicher Ausbildung zu gewährleisten. Um auch in Zukunft Synergien bei verwandten Lehrberufen mit einer geringen Anzahl an Lehrlingen nutzen zu können, wurden neben dem Rahmenlehrplan für den Lehrberuf Tapezierer/in und Dekorateur/in auch der Lehrplan für den Lehrberuf Polsterer/in und neben dem Lehrplan für den Lehrberuf Maler/in und Beschichtungstechniker/in auch die Lehrpläne für die Lehrberufe Schilderherstellung sowie Vergolder/in und Staffierer/in novelliert.

Die neuen Berufsschulrahmenlehrpläne wurden von Expert/innen aus dem Berufsschulbereich unter Einbeziehung von Vertreter/innen der Sozialpartner sowie unter Berücksichtigung der Berufsbilddispositionen der novellierten Ausbildungsordnungen entwickelt und in Form von Schulversuchslehrplänen erprobt. Mit dem Schuljahr 2013/14 wurden die Schulversuchslehrpläne im Rahmen des vorliegenden Vorhabens in das Regelschulweisen übernommen und aufsteigend in Kraft gesetzt. Darüber hinaus wurden auch die Schulversuchslehrpläne für die Lehrberufe Augenoptik, Feinoptik, Kraftfahrzeugtechnik, Sportadministration sowie Tiefbauer/in nach erfolgreicher Erprobung in das Regelschulwesen übergeführt. Die beabsichtigte Maßnahme konnte damit zur Gänze umgesetzt werden. Durch die Berücksichtigung neuer Technologien und Arbeitsmethoden in den Schulversuchslehrplänen konnte der berufsschulische Unterricht die veränderten beruflichen Anforderungen am Arbeitsmarkt besser abbilden, die betriebliche Ausbildung besser als bisher ergänzen und zur Schaffung einer modernen dualen Ausbildung und zur Sicherung der Qualität des berufsschulischen Unterrichts beitragen. Zentral für die Erreichung und die Weiterverfolgung des gesetzten Ziels ist sowohl die enge Kooperation mit Vertreter/innen der Sozialpartner als auch die engen Kontakte zwischen den Berufsschullehrer/innen und der Wirtschaft aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung, wodurch die Basis für die Umsetzung eines praxisorientierten Unterrichts geschaffen wird. Durch die Umsetzung der Maßnahme konnte ein Beitrag zur Reduzierung der Schulversuche im Berufsschulwesen geleistet und § 7 SchOG Rechnung getragen werden, wonach eine Erprobung von Schulversuchen nur für einen zeitlich begrenzten Rahmen möglich ist.

Einen weiteren Beitrag zur Erreichung des Ziels der Sicherung des berufsschulischen Teils der dualen Ausbildung wurde durch die Berücksichtigung des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GERS) im Lehrplan für den Pflichtgegenstand Berufsbezogene Fremdsprache geleistet, wodurch eine kohärentere und transparentere Planung und Evaluierung des Sprachenunterrichts sicher gestellt wurde. Weiters wurden die Grundfertigkeiten einer erfolgreichen Kommunikation (Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben) in den Fokus des Unterrichtsgeschehens gestellt und den Schüler/innen ein international gebräuchliches Instrument zur Selbsteinschätzung der eigenen (Fremd)sprachenkompetenz näher gebracht. Vor dem Hintergrund des sehr heterogenen Schüler/innenpotenzials an Berufsschulen (Personen ohne erfolgreichen Pflichtschulabschluss und Personen mit Vorbildung oder Abschluss auf Niveau der Sekundarstufe II unter Umständen im selben Klassenverband) konnte durch Abbildung der unterschiedlichen Kompetenzniveaus des GERS im Lehrplan eine transparente Grundlage einer individualisierten Unterrichtsgestaltung geschaffen werden.

Verbesserungspotentiale

Aufgrund geänderter Ausbildungsordnungen wird in der Regel jährlich ein Teil der Berufsschulrahmenlehrpläne adaptiert, weshalb deren Struktur mittlerweile sehr stark divergiert. Um diesen Umstand zu korrigieren, ist vorgesehen im Jahr 2016 einen Großteil der Berufsschulrahmenlehrpläne, einschließlich der von diesem Vorhaben betroffenen, zu novellieren. Dabei werden alle Lehrpläne lernergebnis- und kompetenzorientiert formuliert und damit die nationale Schulentwicklung sowie europäische Tendenzen im Berufsbildungsbereich stärker als bisher berücksichtigt.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen