Förderung der 7 Aids-Hilfen Landesvereine

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Förderung der 7 Aids-Hilfen Landesvereine BMG UG 24 2014 2014 -2.768 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Europäische Rechtsgrundlage

Empfehlung: Action Plan on HIV/AIDS in the EU and neighbouring countries: 2014 - 2016

Nationale Rechtsgrundlage

AIDS-Gesetz aus 1993, i.d.g.F.

Problemdefinition

Die österr. Gesundheitspolitik hat 1986 auf die (damals) neue Herausforderung AIDS/HIV mit der Erlassung des AIDS-Gesetzes, das 1993 novelliert und wiederverlautbart wurde, reagiert. In diesem Gesetz ist die Prävention als gesetzlich anerkanntes Prinzip verankert. Das gilt sowohl für die Informations- und Aufklärungsmaßnahmen, als auch für die Förderung von Einrichtungen zur Beratung und Betreuung von Personen im Hinblick auf HIV/AIDS. Eine HIV-Infektion ist nach wie vor nicht heilbar und führt - wenn die Infektion nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird - zu den AIDS definierenden Erkrankungen und zum Tod. Die Zahl der neu entdeckten HIV-Infektionen steigt weltweit, auch in Österreich. Es gibt nach wie vor keine Impfung. Deshalb sind primäre, sekundäre und tertiäre Prävention die Methoden der Wahl.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Der Action-Plan on HIV/AIDS der Europäischen Kommission definiert die Mitgliedsstaaten ausdrücklich als Partner in der Realisierung der definierten Ziele (z.B. Risikominimierung, Prävention etc.).


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2014 2015 2016 2017 2018 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 89 89 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 89 89 0
Betrieblicher Sachaufwand 31 31 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 31 31 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 2.648 2.648 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2.648 2.648 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 2.768 2.768 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2.768 2.768 0
Nettoergebnis -2.768 -2.768 0 0 0 0 0 0 0 0 -2.768 -2.768

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Die finanziellen Auswirkungen entsprechen den gesetzten Erwartungen und dem dafür vorhandenen Budget.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Das niederschwellige Angebot der kostenlosen und anonymen HIV-Testung ist seit jeher ein zentrales Anliegen der Vereine. Es wird von den Aids-Hilfen auch aktiv beworben. Wie sich aus der jährlichen Steigerung der Zahlen erkennen lässt, schaffen es die Aids-Hilfen, durch geeignete Maßnahmen das Interesse der Bevölkerung an der Testung aufrecht zu erhalten (und das, obwohl HIV/AIDS medial nicht mehr so interessiert).

Die Aktivitäten im Betreuungsbereich waren im Jahr 2014 bei allen Aids-Hilfen darauf ausgerichtet, Maßnahmen zur Stabilisierung der sozialen, psychischen und gesundheitlichen Situation der Klientinnen zu setzen. Ein zentraler Effekt guter Betreuungsarbeit liegt in der höheren Akzeptanz der medizinischen Behandlung. Das ist wiederum ein wesentlicher Beitrag für eine gelungene Infektionsprophylaxe, denn je besser die Adherence der Patientinnen ist, umso geringer ist, aufgrund der extrem abgesenkten Viruslast (praktisch gegen Null), das Übertragungsrisiko bezügl. HIV/AIDS. Die Nachfrage nach diesem Angebot ist in den Jahren 2011 -2014 konstant gestiegen.

Allen Aids-Hilfen gemeinsam ist, dass im Mittelpunkt der Präventionsarbeit die Zielgruppen Jugendliche, Frauen, vulnerable Gruppen, Migrantinnen, Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), sowie Personen, die beruflich mit HIV/AIDS in Kontakt kommen, stehen. 2014 betrug der Ist-Präventionsaufwand aller Aids-Hilfen zusammen 31.514 Stunden. Präventionsleistungen sind u.a. Vorträge und Workshops an Schulen, Ausbildung von Peers, MultiplikatorInnenschulungen (z.B. ÖRK, Justizanstalten, Flüchtlingseinrichtungen etc.), Info-Aktionen, Erstellung von Publikationen, Vor-Ort-Arbeit (zB verdeckter und offener MSM-Bereich) usw. Daneben werden möglichst öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen organisiert (z.B. Red Ribbon Night, Pressekonferenzen, Galaveranstaltungen, Lesungen, Teilnahme an Viertelfesten etc.). Die Aids-Hilfen versuchen auch über elektronische Medien (das social web) ansonsten eher schwer zugängliche User zeitgemäß zu erreichen. Die Aids-Hilfen arbeiten inhaltlich auf hohem Niveau, aber auch die Nachfrage nach den Angeboten der Vereine findet seit Jahren auf hohem Niveau statt.
Bei den Kennzahlen wurden unter Ist-Zustand 2015 jeweils die Daten des Jahres 2014 herangezogen. Das ist aufgrund der Stabilität der Datenlage vertretbar. Erfahrungsgemäß bewegen sich die Leistungszahlen (HIV-Tests, Beratungs- und Präventionskontakte etc...) auf einem jährlich vergleichbaren hohem Niveau.
Die Behandlung des Themas "HIV/AIDS" ist ein Beitrag zur GB-Maßnahme "Fachliche Koordination und Begleitung des österr. Rahmen-Gesundheitsziele-Prozesses". Maßnahmen, die zur Eindämmung von HIV/AIDS beitragen, sind ein Bestandteil der Rahmen-Gesundheitsziele. Aufgrund der bewussten Niederschwelligkeit der Angebote wird bezüglich des Themas Gesundheitsförderung z.B. die Chancengerechtigkeit gefördert. Als Beitrag zur Bildung, die als ein zentraler Einflussfaktor auf die Gesundheit angesehen wird, seien hier die Workshop-Angebote für Schulen erwähnt, die sich einer großen Nachfrage erfreuen. Die Arbeit der Aids-Hilfen trägt auch zur Stärkung benachteiligter Bevölkerungsgruppen bei, da das Klientel (HIV-Positive und an AIDS Erkrankte) auch aus diesem Bereich kommt. Insgesamt stellt die Arbeit der Aids-Hilfen einen Beitrag zur Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung dar, wobei vor allem die Gesundheitskompetenz benachteiligter (und teilweise schwer erreichbarer Gruppen) besondere Berücksichtigung findet (vgl. Rahmen-Gesundheitsziele 2 und 3).

Verbesserungspotentiale

Im Jahr 2014 wurden in Österreich 403 HIV-Infektionen neu diagnostiziert, das sind etwas weniger als in den Vorjahren. Dieser Trend der sinkenden Zahlen ist positiv zu beurteilen. Im Jahr 2014 war in Österreich von 8,47 Millionen Einwohnern auszugehen. Die Neuinfektionsrate lag somit bei 4,8 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Im Durchschnitt lag die Neu-Diagnoserate in der EU im Jahr 2013 bei 5,7. Österreich weist hier also günstigerer Zahlen auf. Jedes Jahr zeigt sich, dass von den Neuinfektionen bei weitem mehr Männer als Frauen betroffen sind. Es bleibt somit wesentlich, dass die Aids-Hilfen in der Präventionsarbeit weiterhin einen Schwerpunkt im MSM-Bereich (also für Männer, die Sex mit Männern haben) setzen. Da die Zahl der Neuinfektionen, so wie auch in Nordamerika und im gesamten West- und Mitteleuropa seit dem Jahr 2000 zwar auf einem niedrigen, aber dennoch fast gleichem Niveau bleibt, erhebt sich die Frage, welche Maßnahmen man ergreifen müsste, um das Ausmaß der Epidemie weiter zu reduzieren. Eine kürzlich in den Niederlanden publizierte Studie (Ratmann O. et al., Science Translational Medicine, 2016) hat versucht, diese Frage zu beantworten. Wesentliches Ergebnis war, dass 71% der Infektionen von Personen verursacht wurden, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, dass sie mit HIV infiziert sind und die sich ihres Risikos nicht bewusst waren. Eben dieser Personenkreis müsste in der westlichen Welt besser erreicht werden. Letztlich sollte jeder Erwachsene über seinen HIV-Status Bescheid wissen. Laut UNAIDS wissen derzeit geschätzte 17,1 Millionen Menschen nichts von ihrer HIV Infektion. Diese tragen deutlich zur Weiterverbreitung der Epidemie bei. Die Aids-Hilfen müssen also in ihrer Präventionsarbeit verstärkt das Problem der sogenannten "late presenters" berücksichtigen.

Weitere Evaluierungen

Die Tätigkeit der Aids-Hilfen wird auch in den Folgejahren regelmäßig evaluiert werden.

Weiterführende Informationen

Es wurden keine weiterführenden Informationen angegeben.