Beschaffung der Impfstoffe für das öffentliche Kinderimpfkonzept

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Beschaffung der Impfstoffe für das öffentliche Kinderimpfkonzept BMG UG 24 2014 2014 -12.712 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Nationale Rechtsgrundlage

Vereinbarung aus dem Jahr 1997 zwischen der damaligen Frau Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales Eleonora Hostasch, dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und den Landeshauptleuten über die Neuorganisation der Impfungen für Kinder.

Problemdefinition

Bei den im Kinderimpfprogramm angebotenen Impfungen muss eine Durchimpfungsrate von 95% aufrechterhalten werden, um ein Wiederauftreten dieser Krankheiten zu verhindern. Außerdem besteht eine internationale Verpflichtung der WHO Region Europa diese Raten bei Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung und Masern aufrecht zu erhalten. Moderne Impfstoffe sind am freien Markt sehr teuer und für die meisten Eltern nicht finanzierbar. Bei öffentlichen Ausschreibungen können diese Produkte um einen Bruchteil dieser Kosten besorgt werden.
Derzeit müssen 300.000 Kleinkinder gegen Diphtherie, Keuchhusten, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, Hepatitis B, Haemophilus influenzae b, Rotavirus, Pneumokokken, Masern, Mumps, Röteln und Rotavirus grundimmunisiert werden. Hierzu müssen jährlich rund 800.000 Einzeldosen verabreicht werden. Bei den Schulkindern werden Auffrischungen zu Hepatitis B, Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten und Kinderlähmung sowie eine Impfung gegen Meningokokken ACWY angeboten. Hiervon sind 240.000 Schulkinder mit 240.000 Einzeldosen betroffen. Die meisten dieser Krankheiten treten in Österreich dank langjähriger Impfprogramme nicht mehr oder nur mehr sporadisch auf. Um diesen Zustand zu sichern, müssen die hohen Durchimpfungsraten beibehalten werden. Das ist nur durch eine bundesweit einheitliche Vorgangsweise erreichbar. Daher kann auch das Impfprogramm nicht an Bundesländer und einzelne Sozialversicherungsträger delegiert werden.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Entsprechend der UN-Konvention vom 20.11.1989 haben Kinder das Recht auf beste Gesundheitsversorgung, dazu gehört auch der Schutz vor durch Impfungen vermeidbaren Erkrankungen.
Grundsatzdokument Alma Ata 1978 über die allgemeine Gesundheitsversorgung (primäre Gesundheitsversorgung beinhaltet unter anderem Impfung gegen die schwersten Infektionskrankheiten).
Verfolgen von Gesundheit 2020 – Rahmenkonzept und Strategie der Europäischen Region für das 21. Jahrhundert des Regionalbüros für Europa der WHO (Verbesserung der Gesundheit für alle und Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheiten).
Verfolgen des "European Vaccine Action Plan 2015-2020" der WHO.
Verfolgen der WHO-Ziele zur Eradikation von Poliomyelitis und zur Elimination von Masern/Röteln.
Verfolgen des Nationalen Aktionsplans zur Masern/Röteln-Elimination.
Verfolgen des Rahmengesundheitsziels 6: Wirkungsziel 2.3.6: Sicherstellung von hohen Durchimpfungsraten bei Kinderimpfungen mit volksgesundheitlicher Bedeutung.
Verfolgen des Rahmengesundheitsziels 2: Wirkungsziel 3.3.10: Impfprogramme: „Schutz vor HPV-Infektionen“


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2014 2015 2016 2017 2018 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 14.500 12.712 -1.788 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 14.500 12.712 -1.788
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 14.500 12.712 -1.788 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 14.500 12.712 -1.788
Nettoergebnis -14.500 -12.712 0 0 0 0 0 0 0 0 -14.500 -12.712

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Im Jahr 2014 sind für das Impfkonzept Zahlungen in Höhe von € 12.712.341,51 entstanden. Abweichungen kommen dadurch zustande, dass die tatsächliche Impfbeteiligung der Säuglinge, Kleinkinder und Schulkinder im Voraus niemals vorhersehbar ist. Die Umsetzung des Impfkonzepts selbst fällt außerdem in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesländer und wird in jedem Bundesland unterschiedlich handgehabt. Insofern sind Abweichungen der tatsächlich finanziellen Auswirkungen von den ursprünglich getroffenen Schätzungen zu erwarten. Es traten keine unerwarteten Probleme auf, auch an den Rahmenbedingungen gab es keine Änderungen. Das Ziel wurde mit minimalem Kostenaufwand erreicht, weil die verwendeten Impfstoffe durch eine europaweite Ausschreibung seitens der BBG beschaffen wurden und so Minimalpreise garantiert sind.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Das kostenfreie Impfprogramm wurde vor fast 20 Jahren von der damaligen Bundesministerin Lore Hostasch mit dem Ziel ins Leben gerufen, allen in Österreich lebenden Kindern bis zum 15. Lebensjahr Zugang zu den für die öffentliche Gesundheit wichtigen Impfungen zu ermöglichen, ohne dass dafür den Erziehungsberechtigten Kosten erwachsen. Auf diese Weise sind die meisten durch Impfungen vermeidbaren Krankheiten im Kindes- und Jugendalter abgedeckt. Nur durch den niederschwelligen Zugang und kostenfreie Impfungen kann gewährleistet werden, dass alle Kinder, welche in Österreich wohnen, unabhängig von Herkunft oder sozialem Status, diese für die Gesundheit so wichtigen Schutzimpfungen erhalten. Hohe Durchimpfungsraten wiederum sind die Voraussetzung für Herdenimmunität, welche zur nachhaltigen Elimination von Erkrankungen wie z.B. Polio oder Masern essentiell ist. Priorität bei der Auswahl der kostenfreien Impfungen haben nach dem letzten Stand des Wissens einerseits sehr häufig vorkommende Erkrankungen, andererseits seltene aber sehr schwer verlaufende Krankheiten. Eine weitere Vorgabe ist, die Kinder mit möglichst wenigen Stichen gegen möglichst viele Krankheiten zu schützen.
Die benötigten Impfstoffe im Rahmen des Kinderimpfkonzepts für das Jahr 2014 konnten beschafft werden. Somit wurde ein wichtiger Beitrag zur Gesunderhaltung der allgemeinen Bevölkerung geleistet.
Die Durchimpfungsrate für den Sechsfachimpfstoff liegt bei 95% für 2 bzw. 3 Teilimpfungen, was sehr wichtig und erfreulich ist, in dieser Altersgruppe ist besonders der Schutz gegen Pertussis, Tetanus und Haemophilus von großer Bedeutung. Konsequenz dieser erfolgreichen Impfungen ist unter anderem, dass keine Neuerkrankungen an Kinderlähmung oder Diphtherie bei Kindern aufgetreten sind.
Die Zahl abgerufener Dosen an Impfstoff gegen Masern-Mumps-Röteln, MMR, konnte im Jahr 2014 um 19% im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Ein bedeutender Anteil dieser Impfungen floss in Nachholimpfungen von Schulkindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, wo nach wie vor Impflücken bestehen. Die Masern-Fälle der vergangenen Jahre 2014 und 2015 zeigen, dass in allen Altersgruppen Impflücken bestehen, weil in allen Altersgruppen Fälle auftraten. Nach einer MMR-Impfung (MMR1) besteht bei nur 95% der geimpften Personen ein Schutz gegen Masern, weshalb eine zweite MMR-Impfung (MMR2) empfohlen ist. Nur mit entsprechend hohen Durchimpfungsraten der Bevölkerung von 95% kann die Ausbreitung des Masernvirus in der Bevölkerung gestoppt werden. Wünschenswert und empfohlen ist, dass diese beiden MMR-Impfungen im 2. Lebensjahr erfolgen, um einen Schutz gegen Masern möglichst frühzeitig zu gewähren. Die benötigten Durchimpfungsraten hinsichtlich MMR1 konnte über planmäßig mit 96% erreicht werden, was wichtig für das Ziel der Masernelimination ist. Derzeit vorliegende Daten zeigen jedoch, dass die benötigten Durchimpfungsraten von 95% derzeit zwar bei Schuleintritt erreicht werden, nicht jedoch mit Ende des 2. Lebensjahrs, dort dürften es in etwa 87% sein (die entsprechenden Daten werden derzeit re-evaluiert und können sich ändern). Etwa 8% der Kinder erhalten die zweite MMR-Impfung also später als empfohlen, somit können bei diesen Kindern Impflücken bestehen. Die meisten dieser fehlenden Impfungen werden jedoch bis Schuleintritt nachgeholt. Entsprechende Informations- und Aufklärungsaktivitäten des BMG sind genau an diese Zielgruppe der Kleinkinder gerichtet, um hier besseres Wissen der Bevölkerung hinsichtlich der Wichtigkeit der frühzeitigen Impfungen zu schaffen. Wie die Masern-Fallzahlen des Jahres 2015 zeigen, dürfen wir dennoch nicht müde werden, hier weiter große Anstrengungen zu betreiben, um die Durchimpfungsraten hinsichtlich MMR in der Bevölkerung zu heben. Immerhin handelt es sich um eine potentiell tödliche Erkrankung, die mit entsprechend hohen Durchimpfungsraten ausgerottet werden kann, wie dies das Ziel der WHO ist.
2014 wurde die Impfung gegen Humane Papillomaviren, HPV, neu im kostenfreien Kinderimpfkonzept implementiert. Etwa 80% aller Männer und Frauen infizieren sich im Laufe des Lebens mit HPV. Die Impfung gegen HPV ist somit eine besonders wichtige Investition in die Gesundheit der Bevölkerung, da mit dieser Impfung Krebs sowohl bei Frauen (Krebs von Gebärmutterhals, Vagina, Anus, Mund-Rachen-Raum) als auch Männern (Krebs von Penis, Anus, Mund-Rachen-Raum) - und somit Todesfälle - verhindert werden können. Zusätzlich verhindert die Impfung mehr als 90% der Gentialwarzen, an denen 1% der sexuell aktiven Bevölkerung leiden. Nachdem das HPV-Impfkonzept erst angelaufen ist, ist es derzeit nicht möglich, sinnvolle und Realitätsgetreue Angaben zu den Durchimpfungsraten zu machen, diese sollten in den nächsten Jahren jedoch vorliegen.

Verbesserungspotentiale

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen

Es wurden keine weiterführenden Informationen angegeben.