Erneuerung des BM.I-internen Sprachnetzwerkes "Polphone" und "Notruf neu"

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Erneuerung des BM.I-internen Sprachnetzwerkes "Polphone" und "Notruf neu" BMI UG 11 2013 2013 -4.594 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Erneuerung des Telefonsystems
Das interne Fernsprechsystem des BM.I ("Polphone"), das sämtliche Sicherheitsdienststellen des Ressorts umspannt und verbindet, ist seit 12 Jahren im Einsatz und muss in den nächsten Jahren modernisiert werden, da die im Einsatz befindliche Technologie (ISDN) über das bisherige Transportnetzwerk (ATM) des BM.I erhebliche Kosten im Betrieb verursacht und die auf dem Großteil der Telefonanlagen in Verwendung stehende Software Version (Release 3.2) seitens der Herstellerfirma nicht mehr unterstützt wird.
Die Softwarestände der Anlagen umspannen bereits einen Technologiesprung, der einerseits die Funktionen im Netzwerkverbund drastisch einschränkt (Übermittlung von Telefax, Sprachqualität, Verbindungsaufbau) und für den Betrieb und Wartung erhebliche Mehraufwände bedeutet.
Durch die Aufrechterhaltung der für die Telefonie-Vernetzung noch notwendigen ATM Knoten (für Daten-Netzwerk erfolgte bereits die Migration auf neue Technologie - MPLS) entstehen ebenfalls erhebliche, durch die geplante Systemumstellung stark reduzierbare Betriebskosten.
Die Hard- und Software dieser Technologie ist ebenfalls bereits am Ende des Lebenszyklus angelangt und steht für den gesicherten Betrieb kein Support durch den Hersteller mehr zur Verfügung.
Derzeit werden in diesem System über 1.000 Telefonanlagen mit ca. 35.000 Teilnehmern betrieben. Die als Telefonnebenstelle ausgeführte Torsprechstelle, die bei Polizeiinspektionen zur Kommunikation für die Bevölkerung eingesetzt wird, ist integraler Bestandteil des Systems und ebenfalls "End of Service".
Als spezielle Anforderung an das Telekommunikationsnetz der Sicherheitsbehörden werden auch ca. 100 Notrufannahmestellen für die Notrufnummern 112 und 133 auf Bezirks-, Stadt- und Landesleitzentralen betrieben.

Die geplante Migration des heutigen Polphone-Telefon-Systems zu einem VoIP-Netzwerk (Voice over Internet Protocol) ist nur etappenweise in einem mehrjährigen Prozess möglich, wobei auf die Interoperabilität der neuen und alten Systemtechnik höchste Priorität zu legen ist, da die VoIP-Komponenten in das bestehende Netz nahtlos integriert werden müssen, ohne funktionelle Verluste an diversen Schnittstellen zu erleiden. Durch die Systemumstellung werden bereits kurzfristig nach Realisierung Reduktionen bei den Betriebskosten erzielt.

Erneuerung des Notrufsystems (112-133)
Jährlich werden über das Notrufsystem ca. 2,8 Mio. Notrufe (Euronotruf 112 und Polizeinotruf 133) entgegen genommen und abgearbeitet.
Die bestehenden Notrufeinrichtungen (Server) wurden zum Großteil bis 2002 installiert und sind seither im Dauerbetrieb. 94 Notrufserver wurden bis zum Jahr 2002 installiert und sind somit zumindest 10 Jahre alt. Das Auslaufen des "Extended Supports" von Microsoft bewirkt, dass keine Sicherheitsupdates und kein Support durch den Hersteller mehr zur Verfügung stehen. Die Verfügbarkeit von HW Ersatzteilen kann nicht mehr länger aufrechterhalten werden. Für die bestehenden Notruf-Server (HP Netserver) wird durch die Hersteller-/Lieferfirma ebenfalls keine Unterstützung mehr geboten.
Die Hardware befindet sich daher aufgrund ihres Alters bereits in einem kritischen Verfügbarkeitsbereich, wobei unmittelbar mit gehäuften Defekten gerechnet werden muss.

Es ist daher dringender Handlungsbedarf gegeben, um die Funktionsfähigkeit und Betriebssicherheit des Notrufsystems und damit die Aufrechterhaltung dieses wichtigen Werkzeugs für die öffentliche Sicherheit weiter sicherstellen zu können.
Aufgrund der angeführten Gründe ist die geplante Migration des heutigen Notrufsystems zu einer zentralen Call-Center-Architektur je Bundesland vorgesehen und auch dringend geboten, wobei ein hochverfügbares VoIP-Verbindungs-Netzwerk und die Verfügbarkeit eines Einsatzleitsystems zwingende Voraussetzungen bilden.

Durch die österreichweite Umsetzung des ggst. Vorhabens für die geplante Sprachtelefonie ergeben sich Sparpotentiale - durch den Wegfall von nicht mehr benötigten Netzwerks- und Leitungsverbindungen, Kostenersparnis bei Neuausstattungen von Dienststellen und Einsparungen bei Wartung und Betrieb des Netzwerks durch Hardware- und Softwarekonsolidierung - von jährlich rd. 3 Mio Euro ab flächendeckender Umsetzung.

Insbesondere wird dem Bundesbehindertengleichstellungsgesetz Rechnung getragen, in dem die betroffenen Torsprechstellen auf barrierefreie Ausführungen ausgetauscht werden.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Der Abschluss des ggstl. Vertrages ist für den Betrieb des BM.I EDV-Systems und dessen Weiterentwicklung unbedingt erforderlich. Die Funktionsfähigkeit und Betriebssicherheit des Notrufssystems konnte sichergestellt werden.
Die Umsetzung des ggstl. Vorhabens steht im Einklang mit der mittel- und langfristigen Strategie des Ressorts (INNEN SICHER - www.innensicher.at) insbesondere mit den Arbeitsschwerpunkten der strategischen Stoßrichtung „Sicherheit und Schutz“.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2013 2014 2015 2016 2017 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 1.735 1.357 -378 2.608 2.574 -34 693 663 -30 0 0 0 0 0 0 5.036 4.594 -442
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 1.735 1.357 -378 2.608 2.574 -34 693 663 -30 0 0 0 0 0 0 5.036 4.594 -442
Nettoergebnis -1.735 -1.357 -2.608 -2.574 -693 -663 0 0 0 0 -5.036 -4.594

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Das noch nicht verbrauchte Projektbudget wird 2016 zur Verrechnung kommen, womit der geplante Aufwand dem tatsächlichen Aufwand entspricht. Durch den Rollout des neuen BM.I-internen Sprachnetzwerkes und den Ersatz der alten Verträge konnten im Jahr 2015 2,4 Mio EUR eingespart werden.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Der Erfolg des Vorhabens wurde mit dem Abschluss des gegenständlichen Vertrages begründet, wodurch die Anforderungen der internen Organisationen im Rahmen des Vertrages effizient und wirtschaftlich umgesetzt werden konnten.
Auf die Erreichung der gewünschten Wirkungen haben sich durch externe Einflussfaktoren keine Auswirkungen ergeben. Die Erreichbarkeit der Exekutive durch die Bevölkerung wurde gewährleistet, die Verfügbarkeit des Notrufsystems konnte sichergestellt werden.

Der heutige Istzustand ist betrieblich und ablauforganisatorisch eine erhebliche Verbesserung zum seinerzeitigen Istzustand. Die durch diesen Vertrag angeschafften Technologien konnten effizient und nachhaltig eingesetzt werden. Die dem Projektmanagement inhärente Evaluierung sämtlicher Teilprojektschritte ermöglichte technische Adaptionen noch während der Projektlaufzeit. Sämtliche Maßnahmen haben rückblickend betrachtetet die gewünschte Wirkung erzielt. Durch die zeitgerechte Umsetzung des Vorhabens und den Ersatz der bisherigen Verträge konnten bereits deutliche Einsparungen im Bereich der Telefonie-Datenleitungen und Netzentgelte erreicht werden.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen

Es wurden keine weiterführenden Informationen angegeben.