Umsetzung einer zeitgemäßen Bezeichnung von diversen Schularten; Umsetzung gemeinsamer Datenverbund;

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Vorhabenbündel: Änderung der Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschule sowie der Zeugnisformularverordnung; Änderung des Schulorganisationsgesetzes, des Schulunterrichtsgesetzes, des Schulzeitgesetzes, des Schulpflichtgesetzes, des Schülerbeihilfengesetzes und des Bildungsdokumentationsgesetzes BMB UG 30 2015 2015 -119 Bundesgesetz

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Nationale Rechtsgrundlage

HG 2005

Problemdefinition

1) Seit Jahren unterstützt bzw. initiiert das BMBF Sensibilisierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Menschen mit Behinderungen, insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Sprache und Begrifflichkeiten stellen dabei wichtige "Bausteine" für die Bewusstseinsbildung dar. Der Paradigmenwechsel in der Sonderpädagogik, der mit der Verankerung der Integration stattgefunden hat sowie die damit verbundenen pädagogischen Entwicklungen, das verstärkte öffentliche Bewusstsein, die Verabschiedung des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes, des Nationalen Aktionsplans Behinderung 2012 – 2020 und die Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zeigen, dass es immer wieder erforderlich ist, einzelne schulrechtliche Bestimmungen diesbezüglich auf ihre Aktualität zu prüfen. Durch die Bezeichnung "Schule für schwerstbehinderte Kinder" fühlen sich vor allem Eltern der integrativ aber nach diesem Lehrplan unterrichteten Kinder massivst diskriminiert; ein Zeugnis mit diesem Vermerk gleicht einem Stigma. Insofern sollte diese Schulart eine zeitgemäße und den von ihr vermittelten Inhalten besser entsprechende Bezeichnung erhalten, die in der Folge auch in den Lehrplänen und Zeugnissen verwendet wird.
Auch andere Schularten sollten eine ihren Bildungsinhalten entsprechende zeitgemäße Bezeichnung haben.

2) Mit der Änderung der Lehramtsausbildung durch das Bundesrahmengesetz zur Einführung einer neuen Ausbildung für Pädagoginnen und Pädagogen (PädagogInnenbildung NEU) werden in Zukunft Pädagogische Hochschulen und Universitäten in enger Zusammenarbeit gemeinsame Lehramtsstudien anbieten. Die Vorbereitungen für eine solche Zusammenarbeit von Pädagogischen Hochschulen und Universitäten hat bereits begonnen, da geplant ist, die ersten gemeinsam eingerichteten Lehramtsstudien ab dem Wintersemester 2015/2016 anzubieten. Um eine einheitliche Vergabe von Matrikelnummern gewährleisten zu können, ist es notwendig, dass es für die Pädagogischen Hochschulen und die Universitäten ersichtlich ist, ob die angehenden Studierenden bereits über eine gültige Matrikelnummer verfügen. Übermittlung der Zulassungsinformationen und der Fortsetzungsmeldungen bzw. Inskriptionen von Studierenden gemeinsam eingerichteter Studien und der für die Durchführung des Studiums erforderlichen Daten: Da Studierende Teile des Studiums je nach Angebot und Curriculum an verschiedenen beteiligten Pädagogischen Hochschulen und Universitäten durchführen können, müssen diese Informationen - unter anderem hinsichtlich Abschluss eines Faches oder Studienteiles - den jeweils anderen am gemeinsam eingerichteten Studium beteiligten Pädagogischen Hochschulen und Universitäten zugänglich sein.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Ad 1) Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung durch eine zeitgemäße Bezeichnung der Schularten. Sukzessive Beseitigung der diskriminierenden Bezeichnungen bzw. Ausdrucksweisen im Bezug auf Menschen mit Behinderung. Das Vorhaben ist ein Bestandteil der Strategie des Bildungsressorts zur Verbesserung der Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit im Bildungswesen und unterstützt dadurch die im aktuellen Regierungsprogramm dazu vorgesehenen Maßnahmen und Ziele. Im Bezug zur EU-Behindertenstrategie 2010 – 2020 wird auf die Wichtigkeit der Inklusion im Bildungssystem hingewiesen, die Förderung inklusiver Bildung und lebenslangen Lernens für Menschen mit Behinderungen sowie Abbau der Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen sind einige der zentralen Aktionsbereiche der Strategie. Darüber hinaus unterstützt diese Maßnahme die Umsetzung des NAP Behinderung 2012-2020.

Ad 2) Steigerung der Qualität in der LehrerInnenausbildung. Ressortübergreifende Nutzung der Ressourcen an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen im Rahmen der LehrerInnenausbildung. Das Vorhaben ist ein Bestandteil der Strategie des Bildungsressorts zur Etablierung einer neuen Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen und unterstützt dadurch die im aktuellen Regierungsprogramm dazu vorgesehenen Maßnahmen und Ziele. Ein Bezug zu einem EU 2020 Ziel besteht nicht.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (vereinfachte Darstellung)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2015 2016 2017 2018 2019 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 86 119 33 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 86 119 33
Transferaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 86 119 33 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 86 119 33
Nettoergebnis -86 -119 0 0 0 0 0 0 0 0 -86 -119

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Die finanziellen Auswirkungen hinsichtlich der Implementierung des Datenverbundes sind dem Grunde nach eingetreten wie geplant. In der Umsetzungsphase hat sich allerdings gezeigt, dass für die Angleichung der beiden unterschiedlichen und schon in sich komplexen Datensysteme weitreichendere Adaptierungen erforderlich waren als zum Zeitpunkt der Planung angenommen wurde. Die Integration der Pädagogischen Hochschulen in den Datenverbund der Universitäten inklusive Clearing der Matrikelnummern hat daher Aufwendungen an Werkleistungen für Programmierung (Bundesrechenzentrum GmbH) in Höhe von 118.669,60 Euro verursacht. Unter den gegebenen Umständen wurde das Ziel eines einheitlichen Systems zur Verwaltung der Studierenden im Rahmen der PädagogInnenbildung NEU trotz Überschreitung des Planwertes um rund 33.000 Euro mit minimalem Kostenaufwand erreicht. Die Kostentragung erfolgte wie geplant jeweils zur Hälfte durch das BMB und BMWFW.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Ad 1) Seit Jahren unterstützt bzw. initiiert das BMB Sensibilisierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Menschen mit Behinderungen, insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Wichtige Teilaspekte der diesbezüglichen Bewusstseinsbildung sind Sprache und Begrifflichkeiten. Mit der Umbenennung der „Sonderschule für schwerstbehinderte Kinder“ in "Sonderschule für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf" und des dazugehörigen Lehrplans wurde ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der gesellschaftlichen Akzeptanz der Menschen mit Behinderung geleistet und dem Nichtdiskriminierungsgebot Rechnung getragen. Weitere Umstellungen auf diskriminierungsfreie Schulartbezeichnungen sind in den nächsten fünf Jahren zu erwarten.

Ad 2) Mit der Änderung der Lehramtsausbildung durch das Bundesrahmengesetz zur Einführung einer neuen Ausbildung für Pädagoginnen und Pädagogen (PädagogInnenbildung NEU) bieten Pädagogische Hochschulen und Universitäten in enger Zusammenarbeit gemeinsam eingerichtete Lehramtsstudien an. Für die organisatorische Umsetzung der neuen Ausbildungsformen ist der Datenaustausch zwischen den kooperierenden Bildungseinrichtungen eine unabdingbare Voraussetzung. Die Integration der Pädagogischen Hochschulen in den seit 2002 bestehenden Datenverbund der Universitäten und die Einrichtung eines gemeinsamen Datenverbunds der Universitäten und Pädagogischen Hochschulen liefert die technische Basis für einen effizienten Datenaustausch und eine effiziente Datenverwaltung aller beteiligten Institutionen. Durch die erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens sind die einheitliche Vergabe von Matrikelnummern, die Übermittlung der Zulassungsinformationen und der Fortsetzungsmeldungen bzw. Inskriptionen von Studierenden gemeinsam eingerichteter Studien sowie die einheitliche Erfassung und Weiterleitung der Studien- und Studierendenbeiträge gewährleistet.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen