Einführung eines wöchentlichen Schließtages, sowie einer neuen Preisgestaltung in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Einführung eines wöchentlichen Schließtages, sowie einer neuen Preisgestaltung in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen BMI UG 11 2014 2014 676 sonstige rechtsetzende Maßnahme grundsätzlicher Art gemäß § 16 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Die Einhebung von Eintrittsgebühren an der Gedenkstätte steht seit Jahrzehnten im Kreuzfeuer der Kritik von Interessensverbänden und Besucherinnen und Besuchern. Kritik wird vor allem deshalb geäußert, da es sich bei einem ehemaligen Konzentrationslager wie Mauthausen per definitionem um einen Friedhof handelt, der allen Menschen zum Zwecke des Gedenkens ohne die Verrechnung eines Eintritts zugänglich sein sollte, was im Übrigen auch international üblich ist. Neben der fehlenden Akzeptanz für diese Maßnahme stellt die Entrichtung eines Eintritts für manche Menschen auch eine Barriere für den Besuch der Gedenkstätte dar, weshalb mit Wirkung 1. September 2014 der Eintritt abgeschafft werden soll. Zur Information: Die Gesamterträge aus den Eintrittsgebühren beliefen sich in den vergangenen Geschäftsjahren auf EUR 136.190,-- (2012) und EUR 132.500,-- (2013).
In den letzten Jahren wurde das Angebot an Dienstleistungen für die Besucherinnen und Besucher massiv ausgebaut. Überwiegend werden diese Dienstleistungen ohne die Einhebung eines Kostenersatzes durch den Rechtsträger der Gedenkstätte angeboten. Dementsprechend stark werden diese Leistungen auch nachgefragt. Durch das enorme Nachfrageverhalten der Besucherinnen und Besucher hat sich dieser Bereich in den letzten Jahren zu einem Kostentreiber (rd. 500.000,- Euro p.a.) für den Rechtsträger der Gedenkstätte entwickelt. Um den Zugang zu diesen Angeboten nicht drastisch einschränken zu müssen, bedarf es zur Sicherung und Weiterentwicklung des Dienstleistungsangebotes einer Kostenbeteiligung der Besucherinnen und Besucher gemäß dem Verursacherprinzip. Als Einführungszeitpunkt für diese Maßnahme ist der 1. September 2014 vorgesehen.
Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist aktuell an 360 Tagen pro Jahr geöffnet. Qualitätssichernde Maßnahmen gewinnen auch in der öffentlichen Verwaltung zunehmend an Bedeutung. Die kontinuierliche Aus- und Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt hierzu. Angesichts der Tatsache, dass der überwiegende Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schicht- und Wechseldienst eingesetzt ist, kann eine kontinuierliche Fortbildung nicht organisiert werden. Dies geht zu Lasten der Qualitätsstandards im Human Resources-Bereich. Als geeignete Maßnahme zur Behebung dieses Problems soll ab 1. September 2014 daher ein besucherfreier Tag pro Woche eingeführt werden.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Kein substantieller Zusammenhang mit der mittel- und langfristigen Strategie des Ressorts.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2014 2015 2016 2017 2018 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 141 160 19 182 238 56 182 278 96 182 0 -182 182 0 -182 869 676 -193
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Nettoergebnis 141 160 182 238 182 278 182 0 182 0 869 676

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

2014: Einnahmen aus Eintrittsgebühren sowie Bildungsangeboten € 159.938,70 2015: Einnahmen aus Bildungsangeboten € 238.000,50 2016: Einnahmen aus Bildungsangeboten € 278.160,00 Die Einnahmen werden ab dem Jahr 2017ff durch die Bundesanstalt KZ-Gedenkstätte Mauthausen/Mauthausen Memorial vereinnahmt. Die in der seinerzeitigen WFA dargestellten Einnahmen wurden überschritten, wodurch in diesem Sinne Mehreinzahlungen erzielt werden konnten.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Narrative Gesamtbeurteilung des Vorhabens/KZ Gedenkstätte Mauthausen
Da sich die Beschwerden der Besucherinnen der Gedenkstätte sowie der Überlebenden und deren Familienangehörigen betreffend die Zahlung von Eintrittsgebühren für den Besuch eines Gedenkortes und Friedhofs gehäuft haben, hat sich die Gedenkstätte entschieden, die Eintrittsgebühren zu streichen und als Ersatz für den Einnahmenverlust Gebühren für professionalisierte Dienstleistungen (Betreuung von Gruppen, Audioguides etc.) einzuheben. Als Folge wurden im Jahr 2016 keine Beschwerden diesbezüglich verzeichnet.

Darüber hinaus wurde aufgrund des seit 2013 bestehenden Museumsbetriebs die Einführung eines Schließtags außerhalb der Hauptsaison notwendig, um einerseits die notwendigen "back Office" Arbeiten in einem Museum ohne Störung des Museumsbetriebs verrichten zu können, und andererseits wurden aufgrund der gesteigerten Anforderungen den MitarbeiterInnen an diesen Schließtagen fünf interne Fortbildungsveranstaltungen ermöglicht.
Der Wegfall der Eintrittsgebühren für den Besuch (ohne weitere Betreuung) der Gedenkstätte hat einen Anstieg der Besucherzahlen von 2014 auf 2015 (die Maßnahme trat im September 2014 in Kraft) von rund 4 % (von 180.464 auf 187.102) erbracht. Vom Jahr 2015 auf 2016 wurde aber ein Rückgang von 187.102 auf 173.747 verzeichnet. Das Ziel der Steigerung um 2 % konnte daher nicht erreicht werden. Die Schwankungen bei den Besucherzahlen erklären sich zu einem Großteil mit jeweiligen Jahrestagen (Bsp.: 2015: 70 Jahr Befreiung aus dem KZ Mauthausen) und sind daher diesbezüglich nicht steuerbar. Hinzukommt, dass durch den Wegfall der Eintrittsgebühren und die Größe der Anlage BesucherInnen, die keine Dienstleistung buchten, nicht notwendigerweise ein Zählticket im Bookshop der Gedenkstätte abholten. Diesbezüglich wurde seitens der Leitung der Gedenkstätte reagiert und mit 01.01.2017 ein automatisches Zählsystem installiert, um für die Zukunft genauere Zahlen zu bekommen. Im Allgemeinen wird eine verstärkte Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Reiseveranstaltern angestrebt.
Nicht beeinflussbar insbesondere im Hinblick auf die SchülerInnenzahlen ist der generelle Rückgang an schulpflichtigen Kindern sowie das in den letzten Jahren bereit gestellte vermehrte Angebot in diesem Bereich (etwa Besuche an ehemaligen Außenlagern, die statistisch von ho. nicht erfasst werden können).

Darüber hinaus konnten durch die Einführung der Gebühren 2016 rund € 280.000,- für Vermittlungsprogramme eingenommen werden und ein Deckungsbeitrag von rd 47% erzielt werden. Das Ziel lag dabei in einer sozial verträglichen Einführung der Gebühren, um allen Besucherschichten den Besuch und die Nutzung pädagogischer Programme an der Gedenkstätte weiterhin zu ermöglichen. Im Bedarfsfall (bei sozialen Härtefällen) wurde auch auf die Einhebung der Gebühr verzichtet, um sicherzustellen, dass insbesondere sozial benachteiligte Gruppen (insbesondere Jugendliche) als für die Gedenkstätte besonders wichtige Zielgruppe ein pädagogisches Angebot erhalten konnten.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen