Förderung alpine Infrastruktur 2014 - 2017

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Rahmenförderungsvertrag über die Förderung der alpinen Infrastruktur 2014-2017; Jährlicher Förderungsvertrag über die Förderung der alpinen Infrastruktur 2014 BMWFW UG 40 2014 2014 -14.762 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Nationale Rechtsgrundlage

Verordnung des Bundesministers für Finanzen über Allgemeine Rahmenrichtlinien für die Gewährung von Förderungen aus Bundesmitteln (ARR 2014)

Problemdefinition

Dem Alpin- und Wandertourismus kommt in Österreich große Bedeutung zu, so ist die beliebteste sportliche Aktivität der Sommerurlauber das Wandern. Warum sich die Sommerurlauber für ein Urlaubsziel entscheiden, liegt primär an den natürlichen Gegebenheiten. Für 63% sind Landschaft und Natur ausschlaggebend. Die Berge werden von 51% als Grund genannt. 4 von 10 Sommergästen bezeichnen ihren Aufenthalt als Wander- bzw. Bergsteig-Urlaub (Studie Österreich Werbung, T-MONA Urlauber Sommer 2011). Wanderwege, Bergwege und Steige bilden das Rückgrat des österreichischen Sommertourismus und müssen fortlaufend instandgehalten werden. Ein gut markiertes Wegenetz gibt Sicherheit, die Schutzhütten fungieren als Stützpunkte und Anlaufstellen. Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft unterstützt daher laufende Erhaltungsmaßnahmen bei alpinen Schutzhütten sowie Wander- und Bergwegen, die von den im Verband der alpinen Vereine Österreichs (VAVÖ) zusammengeschlossenen Vereinen betreut werden. Von den Mitgliedsvereinen des VAVÖ werden 475 Schutzhütten betrieben, davon fallen rund 300 Schutzhütten unter die Förderung des BMWFW. Die Ziele der Förderung bestehen im Erhalt des Bestands und der Qualität der alpinen Infrastruktur.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (keine finanzielle Auswirkung vorhanden.)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2014 2015 2016 2017 2018 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 24 24 0 59 59 0 60 60 0 62 62 0 63 63 0 268 268 0
Betrieblicher Sachaufwand 8 8 0 21 21 0 21 21 0 22 22 0 22 22 0 94 94 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 3.600 3.600 0 3.600 3.600 0 3.600 3.600 0 3.600 3.600 0 0 0 0 14.400 14.400 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 3.632 3.632 0 3.680 3.680 0 3.681 3.681 0 3.684 3.684 0 85 85 0 14.762 14.762 0
Nettoergebnis -3.632 -3.632 -3.680 -3.680 -3.681 -3.681 -3.684 -3.684 -85 -85 -14.762 -14.762

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Der Rahmenförderungsvertrag galt für die Jahre 2014 bis 2017. Für diese Jahre wurde jährlich eine Förderung in Höhe von EUR 3,6 Mio gewährt. Die konkrete Förderungszusage erfolgte jedoch nicht über den Rahmenförderungsvertrag, sondern über jährliche Förderungsverträge zwischen dem BMWFW und dem Verband der alpinen Vereine Österreichs (VAVÖ). Die Bedeckung erfolgte jedenfalls im Rahmen BFG/BFRG.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Ohne die Förderung durch Tourismusmittel ist der Erhalt eines Teiles der von Mitgliedsvereinen des Verbands alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ) betriebenen 475 Schutzhütten gefährdet. Bei der von der Förderung erfassten Schutzhütten ist es aufgrund ihrer Lage zwar möglich, den laufenden Betrieb aus den erzielbaren Einnahmen, nicht aber Erhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen zu finanzieren.
Aus einer 2016/2017 im Auftrag des BMWFW vom Österreichischen Rauminstitut GmbH erstellten Evaluierung "Evaluierung Rahmenförderungsvertrag über die Förderung der alpinen Infrastruktur 2014-2017" geht hervor, dass die Fördermittel durch den Rahmenförderungsvertrag über die Förderung der alpinen Infrastruktur im Berichtszeitraum entsprechend der Zielformulierungen eingesetzt wurden. Die Untersuchung der Förderdaten wie auch die durchgeführten Interviews haben gezeigt, dass die Fördermittel im Rahmen der Zielsetzungen verwendet wurden. Der überwiegende Teil der Fördermittel ging an Schutzhütten, ein besonderer Schwerpunkt wurde dabei auf die Erhaltung der Bausubstanz gelegt. Für Biwaks, Wege und Materialseilbahnen wurden vergleichsweise wenig Fördermittel in Anspruch genommen, die anstehenden Projekte wurden von den alpinen Vereinen dennoch umgesetzt. Die Analyse hat darüber hinaus gezeigt, dass etwa ein Drittel aller förderbaren Hütten jährlich mit Förderungen des BMWFW bedacht werden. Dabei findet beim Österreichischen Touristenklub (ÖTK) eine deutlich stärkere Konzentration auf einzelne Hütten statt. Der überwiegende Teil der Fördermittel (69,2%) wird für Schutzhütten aufgewendet. Materialseilbahnen, Wege und Biwaks machen einen deutlich kleineren Anteil aus. Der Großteil der Investitionen (42%) geht in die Erhaltung der Bausubstanz, wobei der ÖTK mit 75% den größten und die Naturfreunde mit 31% den geringsten Anteil ihrer Investitionen in Schutzhütten mit Förderung seitens des BMWFW dafür verwenden. Die Investitionen des Alpenvereins weisen den geringsten Anteil an BMWFW-Förderungen (47% des Investitionsvolumens) und gleichzeitig den höchsten Anteil an sonstigen Förderungen (11%) und auch an Eigenmittel (42%) auf. Bei den Naturfreunden, dem ÖTK (jeweils 73%) und den Kleinvereinen (66%) liegt der BMWFW-Anteil wesentlich höher. Die Tourismusintensität der Standortgemeinde hat keine merkliche Auswirkung auf die Höhe der Förderung oder die Auslastung der Schutzhütten. Umgekehrt trägt somit die Auslastung der Schutzhütten auch nicht messbar zur Tourismusintensität der Gemeinden bei. Der Förderschwerpunkt nach Größenklassen liegt bei Hütten mit mehr als 50 Schlafplätzen und 51 bis 100 Sitzplätzen. Größere Hütten (mehr als 50 Schlafplätze bzw. mehr als 100 Sitzplätze) haben eine deutlich bessere Nächtigungs-Auslastung als kleinere.

Erläuterung zur Zielerreichung:
Ziel 1) Sämtliche im Jahr 2013 geförderten Schutzhütten sind auch 2018, fünf Jahre nach der Förderung noch in Betrieb. Damit konnte auch das mit den geförderten Schutzhütten verbundene Wegenetz erhalten werden.
Ziel 2) Im Jahr 2013 wurde davon ausgegangen, dass 2017 eine aktuelle Datenbasis bezüglich Nächtigungs- und Tagesbesucherzahlen für sämtliche förderungswürdige Hütten vorliegt; dies konnte jedoch nicht gesamthaft, sondern nur für die tatsächlich geförderten Hütten vorgelegt werden. Die in der gegenständlichen Evaluierung angegebenen Nächtigungs- und Tagesbesucherzahlen auf den geförderten Hütten konnten eruiert werden. Nachdem keine Datenbasis zu den Besucher- und Nächtigungszahlen über die Anzahl der förderungswürdigen Hütten vorliegt, sondern nur über die Anzahl der tatsächlich geförderten Hütten, erscheint das Ziel als „nicht erreicht“ auf, wobei das hier nicht dem Erfolg der Förderung, sondern den herangezogenen Indikatoren geschuldet ist. Die ho. erwähnte beauftragte Studie zum Erfolg der Förderung der Alpinen Infrastruktur zeichnet ein umfassendes Bild über die Auswirkungen der gegenständlichen Förderung und kommt zu dem Ergebnis, dass die Fördermittel durch den Rahmenförderungsvertrag über die Förderung der alpinen Infrastruktur im Berichtszeitraum entsprechend der Zielformulierungen eingesetzt wurden.

Verbesserungspotentiale

Bezeichnung der Hütten einzuführen (Strukturierung der Daten). Die Struktur der Datenerfassung und die Adaptierung der Datenblätter könnte der Studie zufolge ebenso modifiziert werden. Ein weiterer Verbesserungsvorschlag bezieht sich auf die Förderfähigkeit von mehrjährigen Projekten.
Des Weiteren sind die im Zuge der erstellten WFA angeführten Indikatoren für die angeführten Ziele in ihrer Aussagekraft zu verbessern, um den tatsächlichen Erfolg der Förderung widerzuspiegeln. Bei einer etwaigen neuen Förderung wird darauf zu achten sein, aussagekräftigere, wirkungsorientierte Kennzahlen und Indikatoren heranzuziehen, die direkt mit der Förderung korrelieren und aus der sich der Verlauf der Förderung realitätsnah darstellen lässt.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen