FFG Unterstützung österreichischer FTI-Akteure im Europäischen Forschungs- und Innovationsraum 2014 - 2020

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
überplanmäßig eingetreten: FFG Unterstützung österreichischer FTI-Akteure im Europäischen Forschungs- und Innovationsraum 2014 - 2020 BMWFW UG 31 2013 2014 -14.181 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Die gemeinsame Beauftragung von Informations-, Beratungs-, Betreuungs- und Vernetzungsleistungen durch die zuständigen Fachministerien und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) im Bereich der internationalen Aktivitäten in Forschung, Technologie und Innovation (FTI) ist eine Unterstützung für eine optimale Beteiligung österreichischer Akteure in Forschung und Innovation im Europäischen Forschungsraum (EFR) sowie in der internationalen FTI-Kooperation. Sie soll zum gewünschten Erfolg beitragen. Die Beauftragung stützt sich auf das in Europa anerkannte Konzept einer gemeinsamen Servicestelle für Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Intermediäre in Forschung, Technologie und Innovation , die mit hoher Kompetenz und Erfahrungen aus bisherigen Beauftragungen sowie ihre eigene starke fachliche Vernetzung die Beteiligung Österreichs begleitet hat. Der Bereich 4 "Europäische und internatioale Programme" der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist der gegenüber der Europäischen Union offiziell nominierte National Contact Point für Rahmenprogramme der Europäischen Union (EU). Der Aktionsradius der Förderagentur ermöglicht es, bei der Beteiligung an Programmen der EU gemäß den Bedürfnissen der österr. Forscher/innen vorausschauend und unmittelbar zu agieren. Dies erhöht die Erfolgschancen Österreichs sowohl auf strategischer (Verhandlungen mit der EU) als auch operativer Ebene. Die Beauftragung garantiert für einen laufenden Interessensausgleich zwischen den verantwortlichen Ministerien und der WKÖ.
Die österreichische Beteiligung am 7. EU-Rahmenprogramm (RP7) ist derzeit gut. Es gibt 2.775 österreichische Beteiligungen in erfolgreichen Konsortien d. s. 2,5 % aller bisherigen erfolgreichen Beteiligungen des RP7. Damit nimmt Österreich innerhalb der EU27 anteilsmäßig den 10. Platz bei der erfolgreichen Beteiligung des RP7 ein. Die österreichischen Koordinator/innen sind überdurchschnittlich hoch am RP7 beteiligt. 3,3 % aller erfolgreichen RP7 Projekte laufen unter österreichischer Koordination. Die Rücklussquote gemessen am fiktiven österreichischen Beitrag zum EU-Haushalt beträgt 125 % (Stand 5/2013).


Die mit der Beauftragung 2014 - 2020 verfolgten Ziele sind Teil der nationalen FTI-Strategie Österreichs:
- Halten des bisherigen Niveaus der Beteiligungschance der österreichische Forschungsorganisationen und ihren Forschenden am HORIZON 2020 (Nachfolgeprogramm vom 7. EU-Forschungsrahmenprogramm 2007 - 2013) und am Europäischen Forschungs- und Innovationsraum; die ausgezahlten österreichischen Rückflüsse sollen weiterhin über dem Wert der österreichischen Eigenmittelzahlungen zum EU-Haushalt liegen.
- Stärkung der österreichischen Forschung und Innovation durch Internationalisierung;
- Abstimmung nationaler FFG-Programme, europäischer und multilateraler Förderprogramme;
- Stärkung des österreichweiten Interessensaustausches im Bereich Forschung und Innovation im EU-Kontext.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Forschung und technologische Entwicklung werden in der Europäischen Union durch die FTI-Förderung in Forschungsrahmenprogramme der EU (derzeit Horizon 2020) und durch eine Reformagenda für die nationalen FTI-Systeme unterstützt, mit dem langfristigen Ziel der Schaffung eines "Binnenmarkt der Forschung" in Europa. Die Beauftragung 2014 - 2020 unterstützt unmittelbar die Umsetzung von darauf reflektierenden Zielen in der nationalen FTI-Strategie Österreichs (siehe Problemdefinition) sowie Prioritäten der "Österreichischen ERA-Roadmap", die im Kontext des Europäischen Forschungsraums (EFR) von der österreichischen Bundesregierung am 26. April 2016 beschlossen wurden. Das Vorhaben ist eine wesentliche Maßnahme zur Optimierung der Beteiligung österreichischer Wissenschafts- und Wirtschaftsorganisationen in Horizon 2020, multilateralen FTI-Initiativen (MULLATS) sowie im Europäischen Forschungsraum und trägt zu guten Grundlagen für eine strategische Herangehensweise für nationale Reformen in ERA bei. Österreich ist sowohl in Horizon 2020 als auch im Europäischen Forschungsraum (EFR) ein aktives EU-Mitgliedsland, mit einer erfolgreichen Beteiligungsquote um die Know-how Gewinnung zu sichern, und mit bisher mit guten Rückflüssen an Finanzmitteln.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (keine finanzielle Auswirkung vorhanden.)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2013 2014 2015 2016 2017 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 125 125 0 128 128 0 130 130 0 133 133 0 516 516 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 3.575 3.160 -415 3.720 3.393 -327 3.738 3.380 -358 3.733 3.732 -1 14.766 13.665 -1.101
Transferaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 0 0 0 3.700 3.285 -415 3.848 3.521 -327 3.868 3.510 -358 3.866 3.865 -1 15.282 14.181 -1.101
Nettoergebnis 0 0 -3.700 -3.285 -3.848 -3.521 -3.868 -3.510 -3.866 -3.865 -15.282 -14.181

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Das geplante anteilige Budget des Bundes wurde im Evaluierungszeitraum 2014 - 2017 um rund 1.101 Mio EUR unterschritten. Grundlage für die Berechnung ist der H2020 Zahlungsplan Stand August 2017 des gegenständlichen Vertrags. Für die Jahre 2014 - 2016 wurden die jeweiligen abgerechneten Jahresgesamtbeträge herangezogen, für das noch nicht definitiv abgerechnete Jahr 2017 wurde das Budget 2017 d. h. ohne Ausgleich des Vorjahres 2016, herangezogen. Der Personalaufwand für das begleitende Controlling/Monitoring des gegenständlichen Vorhabens blieb seitens des Bundes unverändert. Der Vertrag sieht eine jährlich flexible Auszahlung vor, die auf einer jährlichen Berechnung der erfolgten Leistungen basiert. Dies gilt auch für Mehr- oder Minderauszahlungen in der noch offenen Vertragsperiode.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: überplanmäßig eingetreten.

Die Beauftragung stützt sich auf das in Europa anerkannte Konzept einer gemeinsamen Servicestelle für Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Intermediäre in Forschung, Technologie und Innovation, die mit hoher Kompetenz und Erfahrungen aus bisherigen Beauftragungen sowie ihre eigene starke fachliche Vernetzung die Beteiligung Österreichs begleitet hat. Der Bereich Europäische und Internationale Programme der FFG (EIP) bietet ein breites Spektrum an Instrumenten zur Bewusstseinsbildung, Informationsvermittlung, Programm- und Projektberatung, strategische Beratung und ERA-Orientierungswissen.
Die stärkere Innovationsorientierung von H2020 und die wachsende Anzahl der multilateralen Initiativen ging mit einer entsprechenden Veränderung des Leistungsportfolios der laufenden EIP-Beauftragung einher (siehe auch Zwischenbericht Kapitel 2.1): Wissenschafts- und Wirtschaftsorganisationen sollen in ihren Strategie- und Positionierungsprozessen so unterstützt werden, dass sie in der Lage sind europäische Programme und ERA-Entwicklungen mit maximaler Hebelwirkung für eigene Zielsetzungen einsetzen zu können. Das Kooperationsprofil mit den Unterstützungsstrukturen (insbesondere) an Universitäten soll so ausgerichtet werden, dass mittelfristig Erstanfragen und Projektabwicklungsfragen verstärkt organisationsintern abgewickelt werden können. Unternehmen und KMU sollen aufgrund der stärkeren Innovationsorientierung von H2020 stärker betreut werden. ERA-Initiativen und Programmen sollen ins Leistungsportfolio der FFG-EIP aufgenommen und die Governance Strukturen von MULLATs unterstützt werden. FFG-EIP soll auch den Ausbau der strategischen Intelligenz im Sinne von Zusammenschau und Überblick anbieten.
Die Ziele und erwünschten Wirkungen wurden überplanmäßig erreicht. Dies spiegelt sich schließlich in der über den EU-Schnitt liegenden Erfolgsquote bei Beteiligungen und Rückflussquote wider: Die Anzahl der Beratungen für KMUs stieg im Vergleich zu FP7 deutlich, durchschnittlich um 35%. Die Beteiligung der Wirtschaft ist im Vergleich zum 7. Rahmenprogramm auch deutlich gestiegen, Unternehmen stellten in FP7 26% der österreichischen Beteiligung dar, in H2020 sind es bis 2017 38% (siehe Zwischenbericht Annex I). Durch das neue Betreuungsinstrument für Wissenschaftsorganisationen „ERA-Dialog“ ist u.a. eine direkte Verbindung mit den Vize-Rektoraten hergestellt worden, jedoch kann noch nicht endgültig beantwortet werden, ob die Arbeit der FFG dazu beigetragen hat, Strategiebildungsprozesse in Hinblick auf H2020 und ERA zu stärken. Die oft fehlende Verbindung zwischen der strategischen und operativen Ebene der Universitäten selbst (Forschung findet „bottom-up“ statt) und die damit einhergehende Governance Problematik der Universitäten liegt jedoch jenseits der Einflussmöglichkeiten der FFG. Das Instrument selbst und das interaktive Format wurde überwiegend positiv bewertet, der Nutzen lag aus Sicht der teilnehmenden Universitäten insbesondere in der Außensicht auf die Organisation sowie der Zeit für gemeinsame Reflexion (siehe Zwischenbericht „Erkenntnisse zu den ERA-Dialogen“). Ähnlich ist die Erkenntnis bei Unternehmen: Kunden des C3 weisen auf positive Effekte der Betreuung für die Strategiefindung hin, jedoch kann noch nicht endgültig bewertet werden, inwiefern sich diese positiv auf das „Empowerment“ ausgewirkt hat (siehe Zwischenbericht „Erkenntnisse zum Core Customer Concept - C3 der FFG“). Das Ziel des „Empowerment“ der Universitäten wurde nur teilweise erreicht, ist aber auf einem guten Weg: Der Anteil der First Level Beratungen der Forschenden ist rückläufig und lag im Jahr 2014 bei 25% und sank bis 2017 auf 19%*. Die Neuausrichtung der Dienstleistungen war für die Universitäten spürbar, jedoch muss der interne Support weiter aufgestockt werden. In Gesprächen mit Universitäten wurde die persönliche Beratungsleistung der FFG in dieser Übergangsphase als unersetzbar eingeschätzt (siehe Zwischenbericht Kapitel 2.2.3 und Annex I). Auch das Leistungsportfolio insgesamt wird von FTI-Akteuren in Hinblick auf Qualität und Relevanz sehr geschätzt – 76% der Befragten bewerteten das Angebot mit Schulnote „Sehr gut“ oder „gut“ (siehe Zwischenbericht Annex I). Es wurden wesentliche neue Beratungs- und Betreuungsinstrumente (Aufnahme der MULLATs ins Leistungsportfolio, ERA-Dialog, C3, etc.) bei gleichem Personalstand entwickelt. Auch die Budgetallokation des EIP insgesamt scheint in Anbetracht der österreichischen Beteiligungsstruktur in H2020 angemessen zu sein (siehe Zwischenbericht Kapitel 2.4).

*Erklärung Ziel 1, Kennzahl 3: Die Unterscheidung zwischen First und Second Level Beratung wurde 2014 eingeführt. Daher ist kein Vergleich mit dem Ausgangszustand möglich.
Quelle: AIT "Zwischenbericht zur Evaluierung der Umsetzung der H2020, EUREKA, COSME, EEN und ERA in Österreich", Wien, Jänner 2017

Verbesserungspotentiale

Die vorläufigen Ergebnisse der Evaluierung weisen auf Potenziale zur verbesserten Darstellung und Strukturierung des Informations- und Beratungsangebotes von FFG-EIP hin, vor allem wurde im Rahmen der Befragung die Unübersichtlichkeit des gesamten Leistungsportfolios und der Homepage kritisiert. Angedacht werden könnte eine Neustrukturierung des Dienstleistungsspektrums entlang spezifischer Bedarfslagen und Vorkenntnissen von Akteursgruppen. In Gesprächen wurde darüber hinaus auf potentielle Verbesserungsmöglichkeiten bezüglich der Geschwindigkeit der Weitergabe von Informationen und der Verbesserung der strategischen Positionierung der FFG hingewiesen (siehe Zwischenbericht Kapitel 2.2.3). Es gibt auch Anzeichen dafür, dass der Einfluss des Angebotes auf strategische Verhaltensänderungen und „Empowerment“ noch in einer Entwicklungsphase zu sein scheint. Die Evaluierung zeigt möglichen Änderungsbedarf in Hinblick auf Ausrichtung und Umsetzung einzelner Beratungsinstrumente (ERA-Dialoge und C3), um das strategische „Empowerment“ der Universitäten und Unternehmen zu beschleunigen. Die FFG verfügt aber hierfür über eine gute Basis an Beratungsleistungen, die Intensität und die Ausrichtung der Leistungen, speziell die für die Forschungsservicestellen, könnten aber geschärft werden (siehe Zwischenbericht Kapitel 2.2.3 und Kapitel 2.3.4).

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen

Es wurden keine weiterführenden Informationen angegeben.