Förderungsvertrag für die land- und forstwirtschaftliche Beratung 2014-2016

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
überplanmäßig eingetreten: Förderungsvertrag für die land- und forstwirtschaftliche Beratung 2014-2016 BMLFUW UG 42 2014 2014 -25.029 Vorhaben gemäß § 59 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Europäische Rechtsgrundlage

Verordnung: Verordnung (EU) Nr. 1306/2013, Artikel 12 "System der landwirtschaftlichen Betriebsberatung"

Nationale Rechtsgrundlage

Landwirtschaftsgesetz 1992, BGBl. Nr. 375/1992 idgF, und Forstgesetz1975, BGBl. Nr. 440/1975 idgF

Problemdefinition

Die land- und forstwirtschaftliche Beratung leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung von agrarpolitischen Zielen und von Anliegen des öffentlichen Interesses. Eine leistungsfähige agrarische Beratung ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für die österreichische Land- und Forstwirtschaft für die Bewältigung von Veränderungsprozessen. Es sind österreichweit rund 170.000 Familienbetriebe betroffen. Diese erbringen die von der Gesellschaft erwarteten multifunktionalen Leistungen. Neben der Produktion von qualitativ hochwertigen und sicheren Nahrungsmitteln sind dies der Tier- und Artenschutz, der Schutz der Ressourcen Boden, Wasser, Luft und die Erhaltung und Entwicklung einer attraktiven Kulturlandschaft. Die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe sichern direkt und indirekt für vor- und nachgelagerte Bereiche Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Österreichs Landwirtschaft ist im internationalen Vergleich klein- bis mittelbäuerlich strukturiert. Angesichts dieser strukturellen Voraussetzungen bedarf es für eine künftige Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Landwirtinnen und Landwirte einer hohen unternehmerischen Kompetenz, klarer Unternehmensziele, marktfähiger Produkte und Dienstleistungen sowie einer kontinuierlichen Betriebsentwicklung. Diese Ausgangssituation erfordert ein Einkommenswachstum in Vielfalt mit Chancen in der Urproduktion, in der Diversifikation sowie durch inner- und außeragrarische Erwerbskombinationen.

Um diese Herausforderungen zur Einkommensbildung auf den Bauernhöfen sowie die im öffentlichen Interesse stehenden Anforderungen zu bewältigen, ist es ein wichtiges agrarpolitisches Ziel, möglichst allen
Betriebsleiter/innen den Zugang zur agrarischen Ausbildung, Weiterbildung und Beratung zu ermöglichen. Grundversorgung und Spezialangebote in Bildung und Beratung notwendig:
In der Erwachsenenbildung und Beratung bedarf es dazu eines zielgruppenorientierten Bildungs- und Beratungsangebots, das sowohl eine breite Grundversorgung als auch die Abdeckung der speziellen Bedürfnisse der
sich weiterentwickelnden Spezialbetriebe in verschiedenen Produktionssparten abverlangt. Kundenorientierung und Nutzen stiften für verschiedene Zielgruppen, die richtigen Methoden und ein passender Produktmix sind dabei laufende Herausforderungen.

Der Förderungsgeber erwartet zudem auch, Aufgaben im öffentlichen Interesse wahrzunehmen. Das sind vor allem begleitende Informationen zu sich verändernden agrarpolitischen Rahmenbedingungen (z. B. Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik [GAP], gute landwirtschaftliche Praxis, Qualitätsanforderungen der Gesellschaft und daraus abgeleitete Produktionsauflagen (z. B. Gentechnikfreiheit, Tierhaltungsstandards, Biolandbau, Biodiversität, Umwelt- und Klimaschutzauflagen). Laut EU-Recht (derzeit Art. 12 der Verordnung (EG) Nr. 73/2009) sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, das Angebot einer landwirtschaftlichen Betriebsberatung (FAS) sicherzustellen. Mit Inkrafttreten der neuen GAP-Förderperiode ist laut Anhang I des Vorschlags der Europäischen Kommission für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über die Finanzierung, die Verwaltung und das Kontrollsystem der Gemeinsamen, KOM(2011) 628 endg 2, geändert durch KOM(2012) 551 endg, mit einer erheblichen Ausweitung der Inhalte zu rechnen.

Der Wissenstransfer durch Beratung und Bildung ist für die Erbringung der oben beschriebenen Leistungen der bäuerlichen Familien unabdingbar und befähigt die Betriebsleiter/innen und deren mitwirkenden
Familienangehörigen, die richtigen Strategien zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Betriebe im Hinblick auf neue Marktsituationen und veränderte Rahmenbedingungen zu wählen.
Das BMLFUW hat 2012 eine Studie über die Wirkungsforschung in der agrarischen Bildung und Beratung in Auftrag gegeben, die auch eine repräsentative Befragung von 1.000 Inhabern von land- und forstwirtschaftlichen
Betrieben aus ganz Österreich umfasste. Die Studie bestätigt, dass die durch den Beratervertrag 2008-2013 unterstützten Landwirtschaftskammern als erfolgreiche Partner in der Weiterbildung und Beratung aktiv sind und das agrarische Bildungs- und Beratungssystem gut auf Herausforderungen unterschiedlicher Arbeits- und Lebensbereiche vorbereitet. Ingesamt wurde in der Studie ein sehr positives Zeugnis für das Bildungs- und
Beratungsangebot der Landwirtschaftskammern ausgestellt. Hinsichtlich Inanspruchnahme von Angeboten nach Beratungsanbietern wurden die Landwirtschaftskammern mit 78 Prozent mit erheblichem Abstand zu anderen Einrichtungen genannt.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Die "Umsetzung und Evaluierung des Bildungs-, Beratungskonzepts im ländlichen Raum Unternehmen Landwirtschaft 2020" wird als wesentliches Wirkungsziel des BMNT positioniert - siehe Erläuterungen BFG 2015. Der Erfolg wurde definiert an den Meilensteinen wie z.B.: Steuerung und Qualitätssicherung mit den jährlich in der Planungskonferenz festgesetzten Beratungsplänen und Evaluierung der Beratungsleistungen. Im jährlichen bundesweiten Beratungsbericht - der erstmalig im Jahr 2014 erstellt wurde und auch für die Jahre 2015 und 2016 vorliegt (ca. 150 Seiten Umfang, Text und Tabellen) - wurde der quantitative und qualitative Leistungsnachweis der erbrachten Beratungsleistungen dokumentiert. Alle Leistungserbringer (Vertragspartner Beratungsvertrag 2014-2016) verfügen über ein zertifiziertes und gültiges Qualitätsmanagement-System für das Geschäftsfeld Beratung.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (keine finanzielle Auswirkung vorhanden.)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2014 2015 2016 2017 2018 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 97 97 0 97 97 0 97 97 0 0 0 0 0 0 0 291 291 0
Betrieblicher Sachaufwand 34 34 0 34 34 0 34 34 0 0 0 0 0 0 0 102 102 0
Werkleistungen 15 0 -15 15 0 -15 15 0 -15 0 0 0 0 0 0 45 0 -45
Transferaufwand 8.212 8.212 0 8.212 8.212 0 8.212 8.212 0 0 0 0 0 0 0 24.636 24.636 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 8.358 8.343 -15 8.358 8.343 -15 8.358 8.343 -15 0 0 0 0 0 0 25.074 25.029 -45
Nettoergebnis -8.358 -8.343 -8.358 -8.343 -8.358 -8.343 0 0 0 0 -25.074 -25.029

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Im Zeitpunkt der Planung wurden Werkleistungen (15 Tsd. €) für die Auswertung der Leistungsdaten vorgesehen. Die Auswertung der Leistungsdaten wurden jedoch im Zuge der Vorhabens Umsetzung nicht als Werkleistungen vergeben, sondern in Rahmen der Arbeitstätigkeit eines Mitarbeiters der Abteilung II 9 wahrgenommen (war u.a. Arbeitsthema der Grundausbildungsarbeit zur Dienstprüfung des Mitarbeiters im BMNT). Es wurden deutlich (+ 19,6 %) mehr vertragskonforme Leistungen über den Leistungszeitraum 2014-2016 von den (zehn) Vertragspartner des Förderungsvertrags Beratung erbracht als in den Förderungsverträgen festgelegt. In Summe wurden im Zeitraum der Jahr 2014 - 2016 gemäß den Anforderungen Leistungsdatenerfassung 1.554.114 Stunden erbracht, wobei 1.299.000 Stunden die Vollausschöpfung das maximale vereinbarten Leistungsvolumen in den finalen Förderungsverträgen darstellt. Daher blieben deutliche, maßgebliche überplanmäßig erbrachten Beratungsleistungen (19,6 %) ohne Finanzauswirkung. Diese zusätzlichen Beratungsleistungen stellten jedoch aus Sicht des BMNT eine wichtige Kenngröße für überplanmäßige Gesamtbeurteilung der Gesamtwirkung der Beratungsförderung aus Sicht des BMNT dar.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: überplanmäßig eingetreten.

Gesamterfolg Beratungsleistungen: 115,6 % an Leistungsstunden
Ausgangssituation und Evaluierung
Die Evaluierung der geförderten Beratung für den neuen Zeitraum 2014 - 2016 - die von zehn Vertragspartnern (neun LKn und der LKÖ) erbracht wird – konnte auf bestehende Qualitäts-Prozesse und Abläufe aufbauen.
Leistungsumfang laut Förderverträge: 433.000 Beratungsstunden jährlich.
Mit dem BMLFUW akkordierte Planzahlen zu Beratungsthemen bzw. Beratungsfeldern in Beratungsstunden je Vertragspartner der land- und forstwirtschaftlichen Beratung 2014-2016.
Durch die sorgfältige Strukturierung von 14 zulässigen Beratungsthemenbereichen in Verbindung mit den zulässigen Methoden und einem hoch qualitativen fachlichen und methodischen Ausbildungserfordernis der Beratungskräfte wird seit vielen Jahren bewusst vom zuständigen Bundesministerium für die Land-, Forstwirtschaft auf eine qualitativ beste Beratung und gleichzeitig kostengünstige, unabhängige und räumlich gut erreichbare Beratung für die in der Land- und Forstwirtschaft tätigen Personen gesetzt. In den Jahre 2014-2016 wurden die Beratungsförderung über den Förderungsvertrag Beratung mit zehn Leistungserbringern (9 LKn, LKÖ) zielorientiert und erfolgreich umgesetzt. Die oberste Ebene stellt die 14 Beratungsthemen dar (wird nachfolgend aufgelistet) und diese bildet gemeinsam mit den zulässigen Beratungsmethoden (20 zulässige Methoden z.B. 06 Einzelberatung, 12 Gruppenberatung) das Handlungsgerüst der Planung und Evaluierung im Jahresablauf der Beratung.
Themenbereich 01 - Bauen von Wirtschaftsgebäuden und wirtschaftlichen Anlagen, Landtechnik
Bereich 02 - Beratungsmanagement und Bildungsmanagement
Bereich 03 - Stärkung der unternehmerischen Kompetenz
Bereich 04 - Biolandbau
Bereich 05 - Nachwachsende Rohstoffe (Biomasseproduktion und Bioenergiegewinnung)
Bereich 06 - Ernährungssicherheit, Lebensmittelqualität/-sicherheit, gesunde Ernährung
Bereich 07 - Einkommenskombination und Diversifikation
Bereich 08 - Forstwirtschaft
Bereich 09 - Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit (Pflanzen-, Tierproduktion)
Bereich 10 - Rechts-, Steuer- und Sozialversicherungsfragen
Bereich 11 - Umwelt-, Klima-, Ressourcenschutz und Energieeffizienz
Bereich 12 - Landwirtschaftliche Betriebsberatung (FAS)
Bereich 13 - Beratung, Informationen zu EU-kofinanzierten und nationalen Förderungen
Bereich 14 - Fachliche und methodische Weiterbildung von Beraterinnen
Einzelbezug zum Themenbereich 12 - FAS
Das „Farm Advisory System (FAS)” ist verpflichtend in Österreich umzusetzen. Die Leistungen der Landwirtschaftskammern im Hinblick auf Bildungs- und Beratungsangebote für Landwirte zur Einhaltung der Rechtsvorschriften betreffend die landwirtschaftliche Betriebsberatung (FAS) wird gemäß Art.12 der Verordnung (EG) 73/2009 im Fördervertrag unter § 6 geregelt. In der Wirkungskenngröße des Beratungsbereich 12 ist besonders zu beachten, dass das Thema CC-spezifische Beratung inkl. GLÖZ (CC –Anteil 100 %) mindestens 1,5 % der im Förderungsvertrag enthaltenen Gesamtstunden ausmachen muss. Über den Zeitraum 2014 -2016 konnten 1,625 % der Gesamtleistungen (über Plan) von den Vertragspartnern erbracht werden - siehe Grafik. Zielwert 3.
Die Erkenntnisse bei der Umsetzung der Beratungsförderung 2014 -2016 flossen erfolgreich in die aktuell gültige Umsetzung der Beratungsförderung für den Zeitraum 2017 - 2021 ein. In Rahmen eines Dienstleistungskonzessionsvertrags wurden 10 LE und 11 nationale Beratungsbereiche ausgeschrieben und der Zuschlag für die Umsetzung erfolgreich erteilt.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen