Abschluss der Leistungsvereinbarung 2015 - 2017 mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Abschluss der Leistungsvereinbarung 2015 - 2017 mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften BMBWF UG 31 2015 2015 -341.006 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Nationale Rechtsgrundlage

ÖAW-Gesetz

Problemdefinition

Gem. § 2 ÖAW-Gesetz ist es die Aufgabe der ÖAW, die Wissenschaft in jeder Hinsicht, gemäß ihrer Satzung insbesondere durch eigenständige Forschungen ihrer Mitglieder und ihrer Einrichtungen, zu fördern.

Die ÖAW wurde daher als eine juristische Person öffentlichen Rechts errichtet und kommt ihren gesetzlichen Zielen gem. der aufgrund des ÖAW-Gesetzes beschlossenen Satzung, insbesondere durch die Betreibung von Forschungseinrichtungen, der Beratung von Bundes- und Landesbehörden und der Vergabe von Stipendien und Preisen nach. Die ÖAW erfüllt eine wesentliche Funktion in der Forschungslandschaft Österreichs als Forschungsträgerinstitution, als Gelehrtengesellschaft, sowie als Nachwuchsförderungseinrichtung.

Als Gelehrtengesellschaft bildet die ÖAW ein nahezu alle wissenschaftlichen Disziplinen umspannendes Diskursforum von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland. Die Mitglieder der ÖAW (insgesamt derzeit mehr als 750) stehen in regem interdisziplinären Austausch, stellen sich drängenden Zukunftsfragen und beraten Politik und Gesellschaft. In diesem Rahmen werden Vorträge, Diskussionen und Symposien veranstaltet und Publikationen erarbeitet, die sich an ein wissenschaftliches, aber auch an ein breit interessiertes Publikum wenden.
Als Forschungsträgerinstitution betreibt die ÖAW international kompetitive, anwendungsoffene Spitzenforschung in Mathematik, Natur- und Biowissenschaften sowie in Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. In ihren Instituten greift sie zukunftsweisende Forschungsthemen von hoher gesellschaftlicher Relevanz auf und übernimmt Verantwortung für die Wahrung und Interpretation des kulturellen Erbes. Die ÖAW-Institute agieren wissenschaftlich erfolgreich auf den Gebieten der Life-Sciences, Physik, Weltraumforschung, Materialwissenschaften, Mathematik, Archäologie, Sozialanthropologie, Altertumswissenschaften, Asienwissenschaften, Geschichtswissenschaften, Kulturwissenschaften, Sozialwissenschaften und der Technikfolgenabschätzung.

Die ÖAW entwickelt Stipendienprogramme, verwaltet und vergibt Stipendien aus zweckgebundenen öffentlichen Mitteln, aus Drittmitteln sowie mit Unterstützung durch private Geldgeber. Damit trägt die ÖAW nachhaltig zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Österreich bei. Besonderer Wert wird hierbei auf die Internationalisierung des wissenschaftlichen Nachwuchses gelegt.

Um die Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben der ÖAW zu gewährleisten, wird zwischen dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft als Aufsichtsbehörde und der ÖAW neuerlich eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen. Diese Leistungsvereinbarung soll an die bisher gültige Leistungsvereinbarung 2012 - 2014 anknüpfen und einerseits für eine Finanzierungssicherheit seitens der ÖAW sorgen und andererseits die Interessen des Bundes in den Vorhaben der ÖAW der nächsten Jahre sicherstellen.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Das gegenständliche Vorhaben unterstützt mehrere Maßnahmen des Regierungsprogramms und trägt zur Umsetzung der Ziele und Maßnahmen der derzeit gültigen FTI-Strategie bei.

Die ÖAW garantiert exzellente Forschung, Nachwuchsförderung und unterstützt Wirtschaft und Gesellschaft mit wissenschaftlichen Know-How (Citizen Science, wissenschaftsbasierte Beratung, Digitalisierung, etc.).
Die ÖAW leistet bei folgenden Zielerreichungen einen substantiellen Beitrag:
Karriereperspektiven für die besten Köpfe schaffen: Um Karriereperspektiven für Forscher/innen in Österreich zu verbessern, im Kampf um die besten Köpfe noch wettbewerbsfähiger zu werden und der Abwanderung junger, exzellenter Forscher/innen aus Österreich entgegenzuwirken, bietet die ÖAW als Forschungsträger internationale Karriereperspektiven und zahlreiche Stipendienprogramme im Nachwuchsförderungsbereich.

Innovation und Digitalisierung: Die ÖAW ist zentraler Netzwerkknoten bei der Digitalisierung in den Wissenschaften (z.B.: Austrian Center for Digital Humanities - ACDH). Digitalisierung in der Bildung muss die ÖAW und die Universitäten mit umfassen. Das BMBWF kann daher eine breite Digitalisierungsoffensive für Wissenschaft und Bildung entwickeln, die sowohl Wissenschaft und Lehrer/innenbildung, als auch lebenslanges Lernen von Bürger/inne/n mit umfasst.

Gesamtforschungsstrategie mit einem Pakt für Forschung, Technologie und Innovation sowie Optimierung der Governance-Struktur: Die ÖAW verpflichtet sich zu den Zielsetzungen der Bundesregierung und unterstützt die Transformation von Wissen, Bildung und Forschung. Damit erweist sich die Akademie als attraktiver Partner in diesem Bereich.

Die ÖAW versteht sich als aktiver Akteur bei der Verbreiterung der Spitzenforschung und durch die langfristige Stärkung der anwendungsoffenen Grundlagenforschung konnte vor allem der Erfolg Österreichs beim ERC verbessert werden.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2015 2016 2017 2018 2019 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 113 113 0 115 115 0 117 117 0 0 0 0 0 0 0 345 345 0
Betrieblicher Sachaufwand 4.142 3.782 -360 4.179 5.449 1.270 4.293 5.005 712 0 0 0 0 0 0 12.614 14.236 1.622
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 105.000 105.018 18 105.000 109.069 4.069 105.000 112.338 7.338 0 0 0 0 0 0 315.000 326.425 11.425
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 109.255 108.913 -342 109.294 114.633 5.339 109.410 117.460 8.050 0 0 0 0 0 0 327.959 341.006 13.047
Nettoergebnis -109.255 -108.913 -109.294 -114.633 -109.410 -117.460 0 0 0 0 -327.959 -341.006

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Die Differenz von ca. € 13,0 Mio. ergibt sich durch die Integration des Österreichischen Archäologischen Instituts in die ÖAW ab 2016 sowie die Gestaltungsvereinbarungen zur Gründung und Aufbau eines Centre for Stem Cell Research an der IMBA GmbH der ÖAW und Gründung und Aufbau des Erwin-Schrödinger Center for Quantum Science & Technology (ESQ) ab 2016.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Die Leistungsvereinbarung (LV) zwischen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF bzw. szt. BMWFW) für den Zeitraum 2015-2017 war bereits die zweite derartige Vereinbarung. Die erste LV wurde für die Jahre 2012-2014 analog zu den entsprechenden Vereinbarungen mit den Universitäten erstmals für einen 3-jährigen Leistungszeitraum abgeschlossen. Mit diesem Paradigmenwechsel wurden die Governancestrukturen im Sinne eines kohärenten Gesamtsystems adaptiert und mit dieser LV ein erprobtes und zeitgemäßes Steuerungsinstrument fortgesetzt.
Die ÖAW verpflichtete sich für die Dreijahresperiode 2015-2017 zur Erreichung definierter Zielsetzungen und zur Umsetzung konkreter Maßnahmen und erhielt im Gegenzug eine mehrjährige Planungs- und Finanzierungssicherheit durch den Bund. Die vertraglichen Rahmenbedingungen für die Leistungsvereinbarungen mit der ÖAW wurden in Form einer Rahmenvereinbarung abgeschlossen und im Zuge der ersten LV verankert. In zwei Begleitgesprächen pro Jahr berichtete die Akademie dem BMBWF über den Umsetzungsstand der Maßnahmen. Darüber hinaus haben auch sogenannte Fachgespräche zu einzelnen Themenfeldern auf Beamt/inn/enebene stattgefunden, wo insbesondere klar erkennbar war, dass die Optimierung und das Streamlining der ÖAW-Verwaltung große Fortschritte gemacht hat und auch die Finanzverwaltung der ÖAW mittlerweile auf gutem Weg ist und ein Verbesserungspotential wahrgenommen wird.
In der Rückschau zeigt sich, dass die Umstellung auf das 3-jährige LV-System mit der ÖAW erfolgreich verlaufen ist. Die Akademie hat die Zielsetzungen der Vereinbarung gut umgesetzt und teilweise sogar übererfüllt und auch das Ressort ist seinen Verpflichtungen wie geplant nachgekommen.
Diese überdurchschnittlich gute Umsetzung sieht beispielsweise im Detail wie folgt aus:
Im Jahr 2018 konnte im Rahmen von Horizon 2020, inkl. ERC-Grants, eine Antragssteigerung von ÖAW-Mitarbeiter/inne/n auf durchschnittlich 95 Anträge pro Jahr erzielt werden und dadurch die Wahrscheinlichkeit auf die erfolgreiche Einwerbung von ERC-Grants gesteigert werden. Das Ziel, durchschnittlich 42 Anträge (Kennzahl 1, Ziel 1) wurde überplanmäßig erreicht. Das tatsächliche Ausmaß an eingereichten Anträgen im Rahmen von H2020 inkl. ERC-Grants war nicht absehbar und ist dem engagierten Versuch der ÖAW, an diesen hochkompetitiven Programmen zu reüssieren, geschuldet.
Im Jahr 2015 wurde ein Post-DocTrack-Pilotprogramm samt Vergaberichtlinien zur weiteren Förderung von Nachwuchswissenschaftler/inne/n an der ÖAW geschaffen. Im Zuge dieses Programms wurden durchschnittlich 7 neue Post-DocTrack-Positionen geschaffen. Der Zielwert, durchschnittlich 5 Positionen pro Jahr (Meilenstein 1, Ziel 2) zu schaffen, wurde daher überplanmäßig erreicht.
Abschließend wird festgehalten, dass rückblickend auf die Jahre 2015-2017 ein sehr gutes Ergebnis der Akademie erreicht wurde, von fünf vereinbarten Zielen wurden drei zur Gänze erreicht und zwei Ziele sogar überplanmäßig erfüllt. Gleiches gilt bei der Umsetzung der Maßnahmen, die jeweils den Zielen zugeordnet sind. Von den sechs Maßnahmen wurden drei zur Gänze erreicht und drei überplanmäßig erfüllt.

Verbesserungspotentiale

Die Leistungsvereinbarung 2015-2017 stellt die erfolgreiche Fortführung der modernen Governance, die mit der ersten LV eingeführt wurde, dar. Eine wesentliche Verbesserung des LV-Systems gegenüber der einjährigen Budgetzusage stellt die kontinuierliche und beiderseitige Lernerfahrung dar. Dies wurde im Zuge der Verhandlung der dritten LV 2018-2020 z.B. insofern umgesetzt, als dass unter Einbindung des BMF eine Neuregelung des Auszahlungsregimes der Bundesmittel verhandelt und eingeführt wurde, die der Akademie die notwendige größtmögliche Flexibilität bietet und gleichzeitig die Einhaltung der haushaltsrechtlichen Erfordernisse des Bundes unterstützt.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen