Ersatz der verlegbaren Mittelbereichsradaranlage als verlegbarer Anteil des Luftraumbeobachtungssystems

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Ersatz der verlegbaren Mittelbereichsradaranlage als verlegbarer Anteil des Luftraumbeobachtungssystems (vlgb LRBS) BMLV UG 14 2013 2013 -96 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Nationale Rechtsgrundlage

BVergGVS 2012

Problemdefinition

Fünf Stück Mittelbereichsradaranlagen RAT-31S, drei in ortsfester und zwei in verlegbarer Ausführung, wurden Ende der 70er-Jahre im österreichischen Bundesheer zur Luftraumüberwachung in Betrieb genommen. Im Jahr 2002 wurde mit der Ablöse der ortsfesten (of) Radaranlagen durch Anlagen des Typs RAT-31DL begonnen. Die Fertigstellung der 3 ortsfesten Anlagen wurde Mitte 2011 abgeschlossen. Somit ist seit Ende 2009 nur mehr eine verlegbare Radaranlage vom Typ TAT-31S in Betrieb. Somit ist seit Ende 2009 nur mehr eine verlegbaren Radaranlage vom Typ RAT-31S im Betrieb. Diese Anlage dient für die Substituierung bei planmäßigen Wartungen, bei Modifikationen und Upgrades sowie bei Ausfall von den ortsfesten Radaranlagen sowie zur Verdichtung und Schwergewichtsbildung zur Bewältigung folgender Szenarien:
- Einsätze in Westösterreich (die notwendige Radarbedeckung kann hier nur durch ein verlegbares Radar sichergestellt werden),
- Aufbau von Redundanz für eine gesicherte Verfügbarkeit in einem gegebenen Einsatzraum (die Überlappung der Erfassungsbereiche der ortsfesten Radaranlagen ist wegen der Topografie Österreichs nur in größeren Höhen gegeben) und
- Qualitätssteigerung im Multiradartracking (höhere Datenerneuerungsrate, Verbesserung von Auflösung und Genauigkeit, bessere Unterdrückung von Festzeichen und erhöhte Festigkeit des Gesamtsystems bei elektronischen Gegenmaßnahmen).
Aufgrund des hohen Alters der Anlage (>30 Jahre), fehlender Ersatz- und Umlaufteile sowie der problematischen "Ausweichteil"-Beschaffung ist mit unerwartet auftretenden kritischen Problemen jederzeit zu rechnen.
Eine längerfristige hohe Verfügbarkeit des einzig verbliebenen verlegbaren Mittelbereichsradars ist somit nicht mehr sicherzustellen und eine dringende Systemablöse erforderlich.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Aus den Strategiepapieren Bund bzw. BMLV geht die Notwendigkeit der Sicherstellung einer zeitgemäßen notwendigen Radarabdeckung zweifelsfrei hervor und lässt sich stringent ableiten. Aufgrund des hohen Alters der Anlage, fehlender Ersatz- und Umlaufteile, etc. war die Anlage durch ein zeitgemäßes System zu ersetzen. Die gesetzte Realisierungsmaßnahme ist somit als Akt der Verbesserung der Sicherheit der Republik Österreich zu bewerten.
Siehe hierzu die Ausführungen:
- in der Österreichischen Sicherheitsstrategie 2013 Pkt. 4.4 Verteidigungspolitik/Militärische Landesverteidigung Zi. 8 (S.22),
- in der Teilstrategie Verteidigungspolitik 2014 Pkt. 3 Verteidigungspolitische Zielsetzungen Zi. 1 Gewährleistung der staatlichen Souveränität und Integrität (S.9), Pkt. 4 Verteidigungspolitisches Konzept Österreichs (S.11), Pkt. 5.2 Verteidigungspolitisches Leistungsprofil/Landesverteidigung und Assistenz (S.20),
- im Militärstrategisches Konzept 2017 Pkt. 4.1.3 Luftraumsicherungsoperationen (S.18), Pkt. 4.1.4 Evakuierungsoperationen (S.19), Pkt. 4.2 Militärische Luftraumüberwachung (S. 20).


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Keine finanziellen Auswirkungen)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2013 2014 2015 2016 2017 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 96 96 0 0 0 0 0 0 0 96 96 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 0 0 0 0 0 0 96 96 0 0 0 0 0 0 0 96 96 0
Nettoergebnis 0 0 0 0 -96 -96 0 0 0 0 -96 -96

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Zum Zeitpunkt der Erstellung der WFA wurde mit Gesamtauszahlungen in der Höhe von 34,44 Mio. € kalkuliert. Tatsächlich sind aufgrund des Vertrages Gesamtaufwendungen in der Höhe von 32,27 Mio. € eingetreten, wodurch es zu Minderaufwendungen in der Höhe von 2,17 Mio. € kam. Die oa. Angaben in der Ergebnisrechnung ergeben sich aus der AfA gem. automatischer Berechnung WFA-Rechner.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Seit Ende 2009 war im ÖBH nur mehr eine verlegbare Radaranlage vom Typ RAT-31S im Betrieb. Diese Anlage diente für
• die Substituierung bei planmäßigen Wartungen, bei Modifikationen und Upgrades sowie bei Ausfall von ortsfesten Long Range Radars.
• zur Verdichtung und Schwergewichtsbildung zur Bewältigung folgender Szenarien:
o Einsätze in Westösterreich (die notwendige Radarbedeckung kann hier nur durch vlgb Radars sichergestellt werden),
o Aufbau von Redundanz für eine gesicherte Verfügbarkeit in einem gegebenen Einsatzraum (die Überlappung der Erfassungsbereiche der ortsfesten LRR ist wegen der Topografie Österreichs nur in größeren Höhen gegeben) und
o Qualitätssteigerung im Multiradartracking (höhere Datenerneuerungsrate, Verbesserung von Auflösung und Genauigkeit, bessere Unterdrückung von Festzeichen und erhöhte Festigkeit des Gesamtsystems bei elektronischen Gegenmaßnahmen).
Aufgrund des hohen Alters der Anlage (>30 Jahre), fehlender Ersatz- und Umlaufteile, der problematischen Ausweichteil-Beschaffung, des fehlenden Know-How bei den Firmen und des mittlerweile schon stark eingeschränkten Techniker-Pools RAT-31S bei der Luftraumüberwachung, war mit unerwartet auftretenden kritischen Problemen jederzeit zu rechnen.
Eine längerfristige hohe Verfügbarkeit des einzig verbliebenen vlgb Mittelbereichsradars war somit nicht mehr sicherzustellen und eine dringende Systemablöse erforderlich.
Nach Zuschlagserteilung sowie zeitgerechter Erbringung aller vertraglichen Leistungen seitens der Fa. LEONARDO S.p.A. wurde für das neue Long Range Radar System Ende Juni 2018 die Nutzungsfreigabe erteilt, wodurch die notwendige Radarabdeckung mit einer einsatzbereiten verlegbaren Radaranlage für die Luftraumüberwachung zur Gänze gewährleistet ist. Für diese Beschaffung wurden von den kalkulierten 34,44 Mio. schließlich € 32,27 Mio. € bezahlt, wodurch es zu Minderaufwendungen von ca. 2,17 Mio. € kam.
Insgesamt haben sich die gewählte Beschaffungsmethode, die Auswahl des Auftragnehmers, der Personaleinsatz sowie die Zielformulierung positiv für die Zielerreichung ausgewirkt und können zukünftig für ähnliche Aufgabenstellungen als Muster herangezogen werden.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen