Lehrberufspaket 2013

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
überwiegend eingetreten: Lehrberufspaket 2013 BMDW UG 40 2013 2013 -16 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Nationale Rechtsgrundlage

Berufsausbildungsgesetz (BAG)

Problemdefinition

Aufgrund des technologischen Fortschritts und der Weiterentwicklung der Arbeitsmethoden ist eine Anpassung der Ausbildungsordnungen für die vom "Lehrberufspaket 2013" umfassten Ausbildungsbereiche an die aktuellen Erfordernisse erforderlich: Lackiertechnik, Spedition (Lehrberufe Speditionskaufmann/-frau; Speditionslogistik), Textilchemie und Textiltechnologie, Uhrmacher/-in, Elektromobilität (Spezialmodul "Hochvolt-Antriebe" im Lehrberuf Kraftfahrzeugtechnik).

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Durch die laufenden Modernisierungsprozesse wird sichergestellt, dass sowohl aus sozialer als auch arbeitsmarkt- und standortpolitischer Sicht die hohe Qualität und insbesondere Aktualität der Lehrlingsausbildung gewährleistet bleibt und auf diese Weise ein wichtiger Beitrag gegen den Fachkräftemangel geleistet wird. Damit ist diese laufende Aktualisierung der Lehrberufslandschaft Grundlage für das Ziel sowohl des Regierungsprogramms 2013-2017 (vgl. Kapitel "Beschäftigung") als auch des Aktuellen Arbeitsprogramms der Bundesregierung (vgl. Abschnitt "Land der Meister").


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Keine finanziellen Auswirkungen)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2013 2014 2015 2016 2017 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 1 1 0 3 3 8 4 -4 8 4 -4 8 4 -4 24 16 -8
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 0 1 1 0 3 3 8 4 -4 8 4 -4 8 4 -4 24 16 -8
Nettoergebnis 0 -1 0 -3 -8 -4 -8 -4 -8 -4 -24 -16

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Berechnung der Personalkosten für den Bund: Grundsätzlich werden die gesamten Personalkosten in den Berufsschulen nur zur Hälfte vom Bund getragen (Rest Länder). Die Höhe der Ausgaben für Lehrpersonen an Berufsschulen ist von vielen Faktoren abhängig, insbesondere auch von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die finanziellen Auswirkungen der neu eingeführten Lehrpläne können daher nicht direkt gemessen, sondern nur indirekt bestimmt werden. Zu diesem Zweck wurde vom BMBWF ein Modell entwickelt, das auf Basis der Schülerinnen- und Schülerzahlen, der Stundentafeln der alten und neuen Lehrpläne, Teilungsvorschriften und Lehrverpflichtung einen Mehr- oder Minderbedarf an Landeslehrpersonen-Planstellen errechnet. Für die Abschätzung der Auswirkungen auf die Personalkosten durch das Lehrberufspaket 2013 (LP-2013) wurden demnach die tatsächlichen Kosten in den betroffenen Lehrberufen auf Basis der neuen Lehrpläne mit dem hypothetischen Szenario, dass bei den gleichen Klassenzahlen noch die alten Lehrpläne weitergeführt worden wären, verglichen. Daraus ergeben sich die geschätzten zusätzlichen Personalkosten aufgrund des LP-2013, die den jeweiligen Finanzjahren zugewiesen wurden. Demzufolge wurden auch nur jene Lehrberufe (Lackiertechnik, Textilchemie, Textiltechnologie, Uhrmacher/in - Zeitmesstechniker/in) berücksichtigt, bei welchen es zu Lehrplanveränderungen gekommen ist. Für das Spezialmodul Hochvolttechnik in der Kraftfahrzeugtechnik kam es entgegen den Planwerten zu keinem höheren Personalaufwand, da die Schüler/innen integrativ in einer anderen Klasse beschult wurden, weswegen das Delta entstanden ist.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: überwiegend eingetreten.

Ein Schlüsselelement der dualen Ausbildung ist die unmittelbare Einmündung der Ausbildung in den Arbeitsmarkt. Um dies weiterhin gewährleisten zu können, müssen einzelne Ausbildungsordnungen (inkl. Berufsbild, etc.) laufend erneuert bzw. neue Lehrberufe geschaffen werden. Durch die laufenden Modernisierungsprozesse wird sichergestellt, dass sowohl aus sozialer als auch arbeitsmarkt- und standortpolitischer Sicht die hohe Qualität und insbesondere Aktualität der Lehrlingsausbildung gewährleistet bleibt und auf diese Weise ein wichtiger Beitrag gegen den Fachkräftemangel geleistet wird.
Die Rückgänge der Lehrlinge (auch in den vom Lehrberufspaket 2013 umfassten Lehrberufen) ist vor allem auf die demographische Entwicklung zurückzuführen. Zwischen 2007 bis 2017 ist die Zahl der 15-Jährigen (potenzielle Lehrstellennachfrage) in Österreich von 100.396 auf 85.325 gesunken. In den Lehrberufen, welche vom Lehrberufspaket 2013 betroffen waren, sank die Zahl der Ausbildungsbetriebe zwischen 2013 und 2018 nur geringfügig (-2%). Einen zusätzlichen Effekt auf das Lehrstellenangebot hatte die Wirtschaftskrise 2009.

Aufgrund des technologischen Fortschritts und der Weiterentwicklung der Arbeitsmethoden war eine Anpassung der Ausbildungsordnungen für die vom "Lehrberufspaket 2013" umfassten Ausbildungsbereiche an die aktuellen Erfordernisse erforderlich: Lackiertechnik, Spedition (Lehrberufe Speditionskaufmann/-frau; Speditionslogistik), Textilchemie und Textiltechnologie, Uhrmacher/-in, Elektromobilität (Spezialmodul "Hochvolt-Antriebe" im Lehrberuf Kraftfahrzeugtechnik).

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklungen kann der Umsetzungserfolg des Gesamtvorhaben als teilweise erreicht betrachtet werden. Die Berufe im Speditionskaufmann/-frau, Lackiertechnik und Uhrmacher/-in konnten das allgemeine Ziel gleichbleibender Lehrlingszahlen nicht erreichen. Besonders positiv hingegen haben sich die Zielindikatoren beim Spezialmodul „Hochvolt-Antriebe“ entwickelt, was den stark wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Bereich der Elektromobilität wiederspiegelt. Eine überplanmäßige Zielerreichung konnte auch in den beiden Textillehrberufen (Textilchemie und Textiltechnik) erzielt werden. Dies ist auf die gesteigerte Attraktivität der breiteren und vorallem moderneren Ausbildung zurückzuführen. Generell ist weiters durch die seit 2015 kontinuierlich steigende Zahlen der Lehranfänger und Lehranfängerinnen wieder mit einer Zunahme an Lehrlingen auch in den betroffenen Lehrberufen zu rechnen.

Die finanziellen Personalaufwendungen wurden durch das Nutzen von frei gewordenen Personalressourcen aufgrund des Rückgangs der Lehrlinge (aufgrund der demographischen Entwicklung) teilweise kompensiert. Insbesondere wurden die zusätzlichen Schüler im Spezialmodul „Hochvolt-Technik“ in der KfZ-Lehre integrativ in anderen Berufsschulklassen (zB. „Elektrotechnik“) beschult.

Die Zahl der 15-jährigen (potentielle Lehrstellennachfrage) ist zwischen 2013 bis 2018 um rund 3% zurückgegangen. Durch die Modernisierung der verschiedenen Ausbildungsordnungen im Rahmen des Lehrberufspakets 2013, die sich am zukünftigen Bedarf an Kompetenzen und Fähigkeiten der Wirtschaft orientierte, wurden diese für Jugendliche und junge Erwachsene und ebenso für die betroffenen Unternehmen attraktiver. Darüber hinaus spielen Konjunkturerwartungen für das Lehrstellenangebot eine zentrale Rolle, da die Lehrlingsausbildung von den Unternehmen als eine Investition in zukünftige Fachkräfte gesehen wird. Diese Entwicklungen wurden tendenziell auch in der Schwellenwerteberechnung berücksichtigt.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Derzeit wird die österreichische Lehrberufslandschaft (203 Lehrberufe) gesamtheitlich analysiert und daraus die Entwicklung neuer Module für zeitgemäße Inhalte u.a. mit Schwerpunkt digitale Kompetenz abgeleitet. Insbesondere sollen auch jene Lehrberufe mit einem Berufsbild das vor 2006 erlassen worden ist (rd. 20 Lehrberufe) bei Bedarf modernisiert werden. Ergebnisse werden im 1. HJ 2019 vorliegen.

Weiterführende Informationen