Wissenstransferzentren und Verwertung geistiger Schutzrechte (Programm gemäß Sonderrichtlinie 2013-2018)

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
überplanmäßig eingetreten: Förderprogramm "Wissenstransferzentren und IPR Verwertung" bestehend aus drei sich ergänzenden Modulen (Einrichtung regionaler und thematischer Wissenstransferzentren, Patent- und Prototypenförderung), um den Verwertungsprozess von der universitären Erfindung über die Patentierung bis hin zur Entwicklung von Prototypen zu unterstützen. BMDW UG 33 2013 2013 -14.010 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Nationale Rechtsgrundlage

Sonderrichtlinie für das Programm Wissenstransferzentren und IPR Verwertung

Problemdefinition

Gesellschaftliche Herausforderungen und zunehmender globaler Wettbewerb erfordern verstärkte Wissensproduktion auf höchstem Niveau und innovative Produkte und Dienstleistungen, um adäquate Lösungen zu entwickeln und auf den Märkten bestehen zu können. Exzellente Universitäten als Wissensquellen auf der einen Seite und innovative Unternehmen auf der Verwertungsseite sind wichtige Voraussetzungen dafür. Insbesondere eine aktive Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und eine rasche Umsetzung von universitären Erfindungen auf den Märkten sichert kompetitive Vorteile, steigende Wertschöpfung, Arbeitsplätze und damit Wohlstand. Eine derzeit bestehende Barriere für eine entsprechende aktive und effiziente Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stellt die Nichtexistenz einer abgestimmten und organisationsübergreifende Anlauf- bzw. Kontaktstellen an den Universitäten dar, die dazu beiträgt, dass Kontakte zwischen Universitäten und Wirtschaft leichter und schneller hergestellt werden und die als Teil eines strategischen Netzwerks zusätzliche Kontakte zwischen Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Wirtschaft auf- und ausbaut.

BMWF und BMWFJ haben deshalb gemeinsam ein modular aufgebautes Wissenstransfermodell "Wissenstransferzentren und IPR Verwertung" entwickelt, das im Rahmen virtueller Wissenstransferzentren eine optimierte Überführung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die wirtschaftliche Praxis und damit die Generierung von Wertschöpfung in Österreich zum Gegenstand hat. Das Programm erfasst die Verwertung jener F&E-Ergebnisse, die nicht bereits von Unternehmenskooperationen im Rahmen von Christian Doppler Labors, den Kooperationsprogrammen COMET oder Research Studios Austria (Programm der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG) bzw. von anderen bestehenden Kooperationen zwischen Wirtschaft und Universitäten erfasst sind. Gefördert werden sollen somit reine "Universitätserfindungen mit Kooperationsschwerpunkt", womit bewusst am Beginn der Wertschöpfungskette angesetzt werden soll: Denn das Ende der Grundlagenforschung stellt jenen entscheidenden Zeitpunkt dar, an dem die Entwicklung der universitären Erfindungen zu einer späteren Innovation beginnen soll (Motto "Von der Grundlagenforschung zum Markt"), um die bestehenden reellen Verwertungschancen schnellstmöglich und bestmöglich zu verbessern.

Erst in der weiteren Umsetzungskette werden diese wirtschaftlich erfolgversprechenden Projekte durch Gründungsinitiativen z.B. der aws "PreSeed" und "Seedfinancing" - sofern der Gründungsgedanke überwiegend besteht - unterstützt. Allerdings muss ein Forschungsergebnis nicht zwingend in eine Unternehmensgründung führen. Lizenzierungen bzw. der Verkauf von Patenten werden in vielen Fällen bevorzugt, auch da gibt es ein entsprechendes Angebot der Beratung durch die aws. Damit setzt die Wertschöpfungskette ebenfalls weiter fort.

Durch strategische Steuerung im Rahmen des Programms sollen nach außen hin sichtbare und wahrnehmbare Wissenstransferzentren geschaffen werden, welche auf bestehende universitäre Strukturen aufbauen, diese durch eine erhöhte abgestimmte Kooperation ausschließlich im Wissens- und Technologiebereich weiter stärken und dadurch die Attraktivität gegenüber Unternehmen sowie die Kooperationsintensität mit der Wirtschaft erhöhen sollen. Zusätzlich sollen Anreize für die Universitäten gesetzt werden, speziell Patente bzw. Erfindungen mit hohem Verwertungspotenzial, strategisch und in Einklang mit den in den Leistungsvereinbarungen verankerten Schutzrechts- und Verwertungsstrategien der Universität weiter zu entwickeln.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Die Bedeutung des Wissenstransfers in die Unternehmen sowie eine stärkere Nutzung der wissenschaftlichen Forschungsbasis wird in der EU-Strategie "Europa 2020" und im Nationalen Reformprogramm Österreichs zur Umsetzung der Europastrategie ebenso betont, wie in der FTI-Strategie der Bundesregierung ("Der Weg zum Innovation Leader", 2011). Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die bisherigen Maßnahmen zur Intensivierung des Wissens- und Technologietransfers von der Wissenschaft in die Wirtschaft mit erhöhter Wirkungsdynamik fortzusetzen und die strategisch orientierte Zusammenarbeit u.a. durch die Einrichtung von Wissenstransferzentren weiter zu stärken. BMBWF und BMDW haben deshalb gemeinsam ein modular aufgebautes Wissenstransfermodell "Wissenstransferzentren und IPR Verwertung" entwickelt, das eine optimierte Überführung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die wirtschaftliche Praxis und damit die Generierung von Wertschöpfung in Österreich zum Gegenstand hat. Es erfasst die Verwertung jener F&E-Ergebnisse, die nicht bereits von Unternehmenskooperationen im Rahmen von Christian Doppler Labors, dem österreichischen Kompetenzzentrenprogramm COMET oder dem Programm Research Studios Austria (FFG) oder von anderen bestehenden Kooperationen zwischen Wirtschaft und Universitäten erfasst sind und unterstützt damit die wirtschaftliche Verwertung von "reinen" universitären Erfindungen, die für den österreichischen Wirtschafts- und Forschungsstandort von Nutzen sind.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2013 2014 2015 2016 2017 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 200 112 -88 200 286 86 350 373 23 300 291 -9 250 225 -25 1.300 1.287 -13
Transferaufwand 600 0 -600 4.150 1.660 -2.490 4.500 2.722 -1.778 3.800 4.126 326 3.250 4.215 965 16.300 12.723 -3.577
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 800 112 -688 4.350 1.946 -2.404 4.850 3.095 -1.755 4.100 4.417 317 3.500 4.440 940 17.600 14.010 -3.590
Nettoergebnis -800 -112 -4.350 -1.946 -4.850 -3.095 -4.100 -4.417 -3.500 -4.440 -17.600 -14.010

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Die vorliegenden IST Zahlen entsprechen den jährlichen Zusagebudgets für die Programm-Module bis 2017, die an die aws - als Abwicklungsstelle - von den Ressorts überwiesen wurden. Die Sonderrichtlinie und damit auch die Laufzeit des Programms wurde bis Ende 2018 geplant und kalkuliert. Die Differenz von € 3.590.000,-- stand für 2018 noch zur Verfügung. Aufgrund noch laufender Projekte werden die finalen Ergebnisse und Kosten frühestens 2020 vorliegen und dann abgerechnet. Mit Programmstart mussten erst die Programmstrukturen aufgebaut werden, weshalb es in den einzelnen Programmjahren 2013-2017 zu Budgetverschiebungen, denen die Programmjury und die Ressorts zugestimmt haben, gekommen ist. Insgesamt kam es während der Programmlaufzeit aber zu abnehmenden Abwicklungskosten. Die Transferleistungen entwickelten sich gegenläufig, nahmen also zu, sobald die Formierung der einzelnen WTZs abgeschlossen war. Es gab keine Abweichungen über die Gesamtdauer des Programms, das Budget wurde nach Plan eingehalten.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: überplanmäßig eingetreten.

Die Bedeutung des Wissenstransfers aus der akademischen Forschung in die Unternehmen sowie eine stärkere Nutzung der wissenschaftlichen Forschungsbasis wird in der EU-Strategie "Europa 2020" und im Nationalen Reformprogramm Österreichs zur Umsetzung der Europastrategie ebenso betont, wie in der FTI-Strategie der Bundesregierung ("Der Weg zum Innovation Leader"), der „Open Innovation Strategie“, der „IPR Strategie“ und im aktuellen Regierungsprogramm. Allen Strategien gemeinsam ist das Ziel, die bisherigen Maßnahmen zur Intensivierung des Wissens- und Technologietransfers von der Wissenschaft in die Wirtschaft mit erhöhter Wirkungsdynamik fortzusetzen und die strategisch orientierte Zusammenarbeit u.a. durch den konsequenten Ausbau der Aufgaben der Wissenstransferzentren weiter zu stärken. Das 2013 von BMBWF und BMDW partnerschaftlich entwickelte Pilotprogramm „Wissenstransferzentren und IPR Verwertung“ hat dafür den Grundstein gelegt und seine Ziele überplanmäßig erreicht, was auch in einer externen Evaluierung bestätigt wird.
Der USP des Programms lag v.a. darin, dass das Förderinstrumentarium auf österreichische Universitäten und Forschungseinrichtungen insgesamt und deren Synergiepotenziale abstellte, um Kompetenzen im Wissens- und Technologietransfer aus- und aufzubauen, sowie Netzwerkbeziehungen zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu intensivieren und Verwertungspotenziale zu erweitern. Dabei wurden sowohl die Technischen und Medizinischen Studienrichtungen als auch die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK), Erschließung und Entwicklung der Künste (EEK) und Kunst Schwerpunkte österreichweit miteingeschlossen. Mittlerweile fokussiert der Begriff „Transfer“ nicht mehr allein auf dem technologischen Transfer, sondern vielmehr auf einer „dialogischen Vermittlung und Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik“.
Mit Komponenten des Wissens- und Technologietransfers, die vom bestehenden Fördersystem bisher nicht erfasst wurden, richtete sich das Programm nicht darauf aus, bestimmte Transferprojekte oder kleine Gruppen von Transferpartner/-innen aus Wissenschaft und Wirtschaft zu unterstützen, sondern adressierte entsprechend der identifizierten Erfolgsfaktoren den Wissenstransfer an den Universitäten im Allgemeinen und schloss dabei eine Verbesserung der bestehenden Transferinfrastruktur und der immateriellen Umfeldbedingungen (z.B. Anreizsysteme, Verfügbarkeit von Vorbildern etc.) genauso ein, wie die Transferkultur innerhalb der Universitäten und zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
Darüber hinaus wurden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen auf Basis der in den Wissenstransferzentren gemachten Erfahrungen für Studierende, Forschende sowie Mitarbeitende der WTZs bzw. der Technologie-Transferstellen der Universitäten entwickelt.
Den Schwerpunkten des Regierungsprogramms 2017-2022 im Bereich Wissenstransfer entsprechend ist die Zielsetzung beider Ressorts eine Fortführung dieser Aufbauarbeiten. Dadurch sollen die entstandenen Netzwerke der universitären Wissenstransferzentren über die Universitäten hinaus weiter gestärkt und dadurch die Profilbildung von Hochschulen vorangetrieben werden. Die bisher erfolgreich durchgeführten Aufbauarbeiten des Programms werden mit einem zusätzlichen MINT-Schwerpunkt bereichert und durch Mittel der Nationalstiftung in den nächsten 3 Jahren konsequent weiterentwickelt.
Wie in der Zwischenevaluierung von Convelop 2017 deutlich gezeigt, ist Community Building kein Prozess, der in wenigen Jahren abgeschlossen ist. Die bisher aufgebauten Netzwerke müssen daher gefestigt und weiter ausgebaut werden, um die hervorragenden bisherigen Ergebnisse nicht in ihrem Bestand zu gefährden und darüber hinaus zu hebeln.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Weiterführung des Programms soll das bisher entwickelte Angebot konsolidiert und auf jene Bereiche konzentriert werden, die sich im Zuge der Arbeiten als besonders produktiv erwiesen haben: Ausbau der Infrastrukturprojekte, Forcierung der Schwerpunkte GSK, EEK und Kunst Schwerpunkte und Erweiterung um einen MINT Schwerpunkt. Weiters sollen die Vorgaben zur jährlichen Einreichung der Kooperationsvorhaben sowie zum Berichtswesen neu überdacht werden, um die damit verbundenen administrativen Aufwendungen zu reduzieren.

Weitere Evaluierungen

Die vorliegenden Angaben stützen sich auf die im Herbst 2017 durchgeführte Zwischenevaluierung. Die finalen Ergebnisse und Abrechnungen werden frühestens 2020 vorliegen und werden danach durch eine externe Evaluierung analysiert werden.

Weiterführende Informationen