Kreativwirtschaftsscheck (KWS)

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Kreativwirtschaftsscheck (KWS) BMDW UG 33 2015 2013 -4.942 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Die Kreativwirtschaft hat wie kaum ein anderer Bereich in den letzten Jahren als Wirtschafts- und Wettbewerbsfaktor innerhalb der Europäischen Union an Bedeutung gewonnen und findet als dynamischer Wirtschaftszweig Anerkennung. In Österreich stellt die Kreativwirtschaft als Wachstums- und Beschäftigungsmotor ebenfalls einen bedeutenden Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort dar.

Dank ihrer hohen Problemlösungskompetenz und starken Innovationsorientierung ist die Kreativwirtschaft Innovationstreiber für andere Branchen (insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU)) und leistet einen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Gesamtwirtschaft. Die Kreativwirtschaft schafft neue Nutzererfahrungen, womit sie Innovationen stimuliert und anwend- sowie vermarktbar macht. Kennzeichen der Kreativwirtschaft ist ihre hohe Heterogenität: Zu ihr gehören Bereiche wie Architekten, Design, Musik & Buch, Radio & TV, Software & Games, Verlage, Video & Film und Werbung.

Neben der hohen innovationspolitischen Relevanz, die sich sowohl in der durch die Kreativwirtschaft selbst generierten Wertschöpfung als auch in ihrem Beitrag für andere Branchen manifestiert, ist die Kreativwirtschaft aufgrund ihrer Vorreiterrolle hinsichtlich neuer Organisationsformen, neuer Arbeitsmodelle, der frühen Antizipation neuer Konsumbedürfnisse und gesellschaftlicher Veränderungen ein wichtiger Innovationstreiber und Türöffner für einen breiten Innovationsansatz, der auch nicht-technologische Innovation umfasst (gemäß Begriffsdefinition der OECD im "Oslo Manual").

Das Innovationspotential ist dabei im Kreativsektor selbst sehr hoch, u.a. auch da dieser Bereich wesentlich höhere Innovationserträge als die traditionelle Wirtschaft aufweist: So erzielen innovierende Kreativunternehmen rund 31 % ihrer Umsätze mit neuen Produkten, das sind 10 Prozentpunkte mehr als in der traditionellen Sachgüterproduktion. Die Dynamik der Kreativwirtschaft ist dabei eng mit der technologischen Entwicklung – gerade im IKT-Bereich – verbunden, die Massenproduktion, Massenkonsum und damit auch Kommerzialisierung kreativer Inhalte auf breiter Basis ermöglicht hat.

Zahlreiche Unternehmen der Kreativwirtschaft sind in Forschung und Entwicklung aktiv. Sie verwenden zudem forschungs- und technologieintensive Dienstleistungen anderer Wirtschaftszweige als Basis, um ihre eigenen Kreativleistungen produzieren und vermarkten zu können. Damit haben sie eine wichtige Brückenschlagfunktion zwischen Technik/Naturwissenschaften und dem Markt, beschleunigen so die Diffusion von Innovationen sowohl von der Angebots- als auch von der Nachfrageseite.

Österreich kann mit der Kreativwirtschaft auch den Strukturwandel in Richtung hoher Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit vorantreiben. Hier kann die Kreativwirtschaft als transformative Kraft wirken und einen wesentlichen Beitrag für andere Wirtschaftsketten, zur Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze (vor allem in KMU), zur Erhöhung der Attraktivität von Städten und Regionen als Wirtschaftsstandort und zur Stärkung regionaler Innovationssysteme leisten.

Die Förderungsmaßnahmen des BMWFW fokussieren daher einerseits auf die angebotsseitige Stärkung der Kreativwirtschaft selbst und zunehmend auf die Stärkung der Nachfrage nach kreativwirtschaftlichen Leistungen anderer Branchen, vor allem bei KMU. Mit dem Kreativwirtschaftsscheck erfolgt damit eine sowohl angebots- als auch nachfrageseitige Stärkung dieses wirtschafts- und innovationspolitisch wichtigen Sektors und in der Folge ein Innovationsimpuls für KMU aller Branchen.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Das Regierungsprogramm 2013-2018 hält in Kapitel 01 "Wachstum und Beschäftigung für Österreich" fest (Seite 8), die Wirtschaft mit Innovationen weiterentwickeln zu wollen, konkret durch die Stärkung der Kreativwirtschaft.

Die FTI-Strategie der Bundesregierung (2011; siehe https://www.bmdw.gv.at/WirtschaftsstandortInnovationInternationalisierung/Forschung_und_Innovation/Initiativen/Documents/FTI-Strategie.pdf) hält im Zusammenhang KMU und Kreativwirtschaft fest (Seite 26), dass die Innovationspolitik in Österreich noch zu sehr auf ein eng gefasstes, technologisches Innovationskonzept setzt, das zu wenig auf die nicht-technologischen Aspekte wie organisatorische Innovationen, Dienstleistungskonzepte oder neue Business-Modelle eingeht. Der Fokus solle daher u.a. auf der Verbreiterung der Innovationsaktivitäten aller Unternehmen, insbesondere aber der Klein- und Mittelbetriebe (KMU), der stärkeren Nutzung des Potenzials der Kreativwirtschaft sowie der substanziellen Anhebung des Innovationsniveaus liegen.

"Kreativwirtschaftsstrategie für Österreich" des nunmehrigen Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (veröffentlicht 2016; siehe https://www.bmdw.gv.at/WirtschaftsstandortInnovationInternationalisierung/Forschung_und_Innovation/InnovationsUndTechnologiepolitik/Documents/Kreativwirtschaftsstrategie%20Langfassung.pdf) - Maßnahme 15 "Anreize für die cross-sektorale Zusammenarbeit mit der Kreativwirtschaft verstärken":
Um Branchengrenzen zu überwinden und neuartige Leistungen nachzufragen, bedarf es in vielen Fällen eines konkreten Anlasses und günstiger Rahmenbedingungen. Insbesondere für KMU, welche über wenig Erfahrung mit externen, wissensintensiven Dienstleistern verfügen, ist die Hemmschwelle groß, die es bei der Zusammenarbeit mit Kreativunternehmen zu überwinden gilt.
Der Kreativwirtschaftsscheck leistet zur Maßnahme 15 der Kreativwirtschaftsstrategie einen großen Beitrag.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2015 2016 2017 2018 2019 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 150 150 0 100 150 50 100 150 50 100 0 -100 0 0 0 450 450 0
Transferaufwand 1.500 1.493 -7 1.000 1.480 480 1.000 1.519 519 1.000 0 -1.000 0 0 0 4.500 4.492 -8
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 1.650 1.643 -7 1.100 1.630 530 1.100 1.669 569 1.100 0 -1.100 0 0 0 4.950 4.942 -8
Nettoergebnis -1.650 -1.643 -1.100 -1.630 -1.100 -1.669 -1.100 0 0 0 -4.950 -4.942

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Die berechneten und geplanten finanziellen Auswirkungen zum Vorhaben in den Jahren 2015-2017 sind in einer Gesamtbetrachtung zur Gänze eingetreten. Im Jahr 2015 hat es einen Call des Kreativwirtschaftsschecks gegeben, bei dem 304 Schecks zugesagt wurden (mit einem Fördervolumen von rd. EUR 1,493 Mio.); 2016: 305 zugesagte Schecks (Fördervolumen rd. EUR 1,480 Mio.); 2017: 307 zugesagte Schecks (Fördervolument rd. EUR 1,519 Mio.). Das Programm wurde dermaßen gut angenommen, sodass das Budget 2016 und 2017 erhöht wurde und stattdessen 2018 kein Call des Kreativwirtschaftsschecks durchgeführt wurde (daher stehen Werkleistungen und Transferaufwand im Jahr 2018 auf Null).


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Die FTI-Strategie der Bundesregierung (2011) hält im Zusammenhang KMU und Kreativwirtschaft fest (Seite 26), dass die Innovationspolitik in Österreich noch zu sehr auf ein eng gefasstes, technologisches Innovationskonzept setzt, das zu wenig auf die nicht-technologischen Aspekte wie organisatorische Innovationen, Dienstleistungskonzepte oder neue Business-Modelle eingeht. Der Fokus solle daher u.a. auf der Verbreiterung der Innovationsaktivitäten aller Unternehmen, insbesondere aber der Klein- und Mittelbetriebe (KMU), der stärkeren Nutzung des Potenzials der Kreativwirtschaft sowie der substanziellen Anhebung des Innovationsniveaus liegen.
Gleiches schlägt die im Jahr 2016 erarbeitete „Kreativwirtschaftsstrategie für Österreich“ des nunmehrigen BMDW vor, nämlich dass Anreize für die cross-sektorale Zusammenarbeit mit der Kreativwirtschaft verstärkt werden sollen (Maßnahme 15). Um Branchengrenzen zu überwinden und neuartige Leistungen nachzufragen, bedarf es in vielen Fällen eines konkreten Anlasses und günstiger Rahmenbedingungen. Insbesondere für KMU, welche über wenig Erfahrung mit externen, wissensintensiven Dienstleistern verfügen, ist die Hemmschwelle groß, die es bei der Zusammenarbeit mit Kreativunternehmen zu überwinden gilt.
Der Kreativwirtschaftsscheck hat einen Beitrag zu den genannten Zielsetzungen geleistet. In den Jahren 2015-2017 wurden 916 Kreativwirtschaftsschecks mit einem Fördervolumen von rund EUR 4,492 Mio. vergeben, mit denen eine branchenübergreifende Zusammenarbeit zwischen KMU und der Kreativwirtschaft forciert werden konnte. Durch den Kreativwirtschaftsscheck konnte die Anzahl von KMU mit Produkt- oder Prozessinnovationen deutlich erhöht werden und damit auch eine Verbesserung des innovativen Outputs von KMU erzielt werden. Analog zu den Ergebnissen der extern durchgeführten Evaluierung aus dem Jahr 2015 wies der Kreativwirtschaftsscheck auch in den Jahren 2016 und 2017 eine stimulierende und unterstützende Wirkung auf die Kreativwirtschaft in Verbindung mit Dienstleistern und auch mit produzierenden Unternehmen auf. Sowohl seitens der Kreativwirtschaftsdienstleister als auch seitens der KMU waren vorrangig junge Kleinstunternehmen involviert. Dies entspricht der beabsichtigten Verbreiterung der Innovationsaktivitäten bei Kleinunternehmen.
Aufgrund des niedrigen AT-Werts von 35,69 beim Indikator 3.1.1 "SMEs with product or process innovations" des European Innovation Scoreboard 2015 (ehem. "Innovation Union Scoreboard") war ein Handlungsbedarf gegeben. Der Kreativwirtschaftsscheck (und allfällige weitere Maßnahmen in dem Bereich) hat einen Beitrag geleistet, sodass der Wert im Jahr 2017 auf 40,71 angestiegen ist und sich der innovative Output von KMU verbessert hat.
Zusammenfassend handelt es sich beim Kreativwirtschaftsscheck um ein erfolgreiches Programm, dessen Ziele planmäßig erreicht wurden und von KMU bzw. Kreativwirtschaftsdienstleistern stark nachgefragt wird.

Verbesserungspotentiale

Analog zu den Ergebnissen der extern durchgeführten Evaluierung liegt eine Herausforderung im Handling der großen Anzahl an Anträgen, da bei begrenzten Budgetmitteln nicht alle eingereichten Projekte einen Förderzuschlag erhalten können. Darüber hinaus erscheinen leichte Adaptionen in der Antragstellung sowie in der Kommunikation sinnvoll, um den Innovationsgehalt der Projekte besser darstellen zu können.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen