Förderprogramm COIN – Cooperation & Innovation 2013+2014

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
überplanmäßig eingetreten: Förderprogramm COIN – Cooperation & Innovation 2013+2014 (Diese WFA umfasst die 5. Ausschreibung COIN-Aufbau, die 7. Ausschreibung COIN-Netzwerke inklusive Dienstleistungen und den 15. call COIN-EraSME ) BMDW UG 33 2013 2013 -7.287 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Österreich weist im EU Vergleich (Innovation Union Scoreboard) zwar einen hohen Anteil von innovierenden kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) auf, zeigt aber, dass bei der Entwicklung von Marktneuheiten und bei für Unternehmen neuen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen Unternehmen mit Sitz in Österreich, vor allem KMU, einen Aufholbedarf haben.

Eine Barriere dafür besteht darin, dass den KMU vielfach die Ressourcen fehlen um systematisch neue Entwicklungen voranzutreiben und ihr Innovationspotenzial zu nutzen.

Weiter ist festzustellen, dass Unternehmen, die neue Produkte und Verfahren (weiter)entwickeln bzw. Marktneuheiten einführen dies öfter und besser im Rahmen von Innovationskooperationen erreichen. Kooperation von Unternehmen mit externen Partnerinnen und Partnern (anderen Unternehmen Zulieferern, Mitbewerber, Unternehmen der gleichen Branche; aber auch Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft und Bildung) korrelieren eng mit dem Erfolg von Innovationsvorhaben.

Diese positiven Effekte von Forschungs-, Entwicklungs- und Innovations- (FEI-) Kooperationen im Sinne von Umsetzung von Wissen in Innovation hängen einerseits von der Absorptionskapazität der beteiligten Unternehmen und andererseits von den Kapazitäten und der Kompetenz der Kooperationspartner/innen wie Universitäten, Transfereinrichtungen, Forschungseinrichtungen, Fachhochschulen etc. ab.

Zu den Zielen der Bundesregierung zählt die Stärkung der FEI-Leistung der KMU mit Sitz in Österreich. Dabei sollen auch die Kooperationen mit anderen Akteuren wie Unternehmen, Universitäten, Forschungseinrichtungen und Fachhochschulen (FH) forciert werden.

Die Initiative COIN – Cooperation & Innovation soll im Sinne dieser Zielsetzungen dazu beitragen, die Innovationsleistung von KMU, insbesondere das Auslösen von Innovationen, die neu für den Markt, bzw. für die Unternehmen sind (COIN-Net), und andererseits eine Verbesserung und Stärkung der Forschungs-, Technologie- und Innovations- (FTI-) Strukturen von Forschungseinrichtungen und FHs auch unter Berücksichtigung der Kernfunktion gegenüber Unternehmen zu erzielen (COIN-Aufbau).

COIN ist bis Ende 2014 eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW).

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Zu den Zielen der Bundesregierung zählt die Stärkung der FEI-Leistung der KMU mit Sitz in Österreich. Dabei sollen auch die Kooperationen mit anderen Akteuren wie Unternehmen, Universitäten, Forschungseinrichtungen und Fachhochschulen (FH) forciert werden.
Die FTI-Strategie der Bundesregierung (März 2011) sieht in den Bereichen der außeruniversitären Forschung und der Forschungsinfrastruktur als Ziele vor, dass die internen Strukturen der Forschungseinrichtungen durch Reformen gestärkt und an neue Anforderungen angepasst werden und dass die Profilbildung der Unis und der außeruniversitären Einrichtungen als Träger der Forschungsinfrastrukturen eine optimale Abdeckung von Stärken und Synergieeffekten in der Nutzung garantieren sollen.
Das Förderprogramm COIN – Cooperation & Innovation soll im Sinne dieser Zielsetzungen dazu beitragen, die Innovationsleistung von KMU, insbesondere das Auslösen von Innovationen, die neu für den Markt bzw. für die Unternehmen sind (COIN-Netzwerke/COIN-Net), und andererseits eine Verbesserung und Stärkung der Forschungs-, Technologie- und Innovations- (FTI-) Strukturen von Forschungseinrichtungen und FHs auch unter Berücksichtigung der Kernfunktion gegenüber Unternehmen zu erzielen (COIN-Aufbau).


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2013 2014 2015 2016 2017 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 75 69 -6 225 77 -148 225 78 -147 150 66 -84 0 58 58 675 348 -327
Transferaufwand 0 0 0 2.500 402 -2.098 3.000 4.936 1.936 3.000 1.145 -1.855 500 456 -44 9.000 6.939 -2.061
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 75 69 -6 2.725 479 -2.246 3.225 5.014 1.789 3.150 1.211 -1.939 500 514 14 9.675 7.287 -2.388
Nettoergebnis -75 -69 -2.725 -479 -3.225 -5.014 -3.150 -1.211 -500 -514 -9.675 -7.287

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

COIN-Aufbau wurde gemeinsam vom BMVIT und dem BMDW finanziert, wobei der Anteil des BMDW 3 Mio. EUR und der Anteil des BMVIT 4,5 Mio. EUR beträgt. Das anteilige Budget des BMVIT ist Teil der WFA „Förderprogramme zum Thema Kooperation Wissenschaft-Wirtschaft“ und wird daher in einer gesonderten WFA-Evaluierung dargestellt, weshalb die oben angeführte Ergebnisrechnung nur das Budget des BMDW abbildet. An einer Verbesserung dieser Vorgangsweise bei gemeinsam finanzierten Programmen wird derzeit gemeinsam mit dem BMVIT gearbeitet. Das BMVIT ist ab 2015 aus budgetären Gründen nicht mehr an einer Mitfinanzierung von COIN beteiligt. Das Programm COIN ist grundsätzlich planmäßig gelaufen. Die Programmziele wurden trotz geringerem Kostenaufwand erreicht. Im Zeitpunkt der Planung und Erstellung der gegenständlichen WFA wurde mit einem Auszahlungsbudget für den Transferaufwand zu COIN 2013+2014 (5.Ausschreibung (AS) COIN-Aufbau, 7.AS COIN-Netzwerke inklusive Dienstleistungen (DL), 15.AS COIN-EraSME) in der Höhe von insgesamt EUR 9 Mio. gerechnet. Tatsächlich wurde ein Transferaufwand in der Höhe von insgesamt EUR 7.321.900,-- für COIN 2013+2014 eingesetzt. Im Detail sind das: Für COIN-Aufbau EUR 3 Mio. (der Anteil des BMVIT von EUR 4,5 Mio. wird in einer gesonderten WFA-Eval dargestellt). Für COIN-Net EUR 3,93 Mio. gegenüber EUR 4,5 Mio. Planbudget. Für COIN-EraSME EUR 0,4 Mio. gegenüber EUR 1,5 Mio. Planbudget. Davon sind Zahlungen in der Höhe von EUR 383.521,-- (Coin-Aufbau und EraSME) in dieser Ergebnisrechnung nicht darstellbar, welche 2018 und 2019 durchgeführt werden. Das restliche Delta in Höhe von rund EUR 1,6 Mio. gegenüber der ursprünglichen Budgetplanung hat sich aus folgenden Gründen ergeben: Bei EraSME (transnationale Netzwerkprojekte) konnte, als Ergebnis eines transnationalen Bewertungsprozesses, nur 1 transnationales EraSME-Projekt gefördert werden. Da kurzfristig ein deutscher Netzwerkpartner ausgefallen ist, konnte das ursprünglich förderbare 2.Projekt nicht durchgeführt werden. Damit wurden rund EUR 1,1 Mio. nicht ausgeschöpft. Bei COIN-Net konnten 10 Projekte mit über 80 PartnerInnen aus allen Bundesländern, davon 71% Unternehmen (vor allem KMU), in der Höhe von EUR 3,93 Mio. gefördert werden. Aufgrund der tatsächlich vertraglich gebundenen Mittel mit den FördernehmerInnen wurde das Planbudget damit um EUR 0,56 Mio. unterschritten. Die tatsächlich abgerechneten Abwicklungskosten von COIN 2013+2014 (Werkleistungen) in der Höhe von insgesamt EUR 380.521,-- (5,2%) liegen deutlich unter der vertraglich vereinbarten Obergrenze von 7,5% der Fördermittel. Für 2018 ist noch eine anteilige Zahlung für Werkleistungen von EUR 31.897,-- zu berücksichtigen.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: überplanmäßig eingetreten.

Zu den Zielen der Bundesregierung zählt die Verstärkung der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft.
Die Strategie der Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation (März 2011) sieht die Aktivierung der KMU in ihrer Forschungs- und Innovationsleistung sowie die Erhöhung der Kooperationsintensität von Unternehmen und die Stärkung der strategisch orientierten Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft vor.
COIN hat im Sinne dieser Zielsetzungen dazu beigetragen einerseits die Innovationsfähigkeit von Unternehmen - insbesondere KMU - durch Technologie- und Wissenstransfer in Netzwerken (COIN-Netzwerke/COIN-Net inklusive EraSME-international) zu verbessern und andererseits die Kompetenzen und Funktionen bei AnbieterInnen von orientierter Forschungs- Entwicklungs- und Innovations- (FEI-) Kompetenz (Forschungseinrichtungen und Fachhochschulen-FH) im Innovationssystem (COIN-Aufbau) zu stärken.
Für die 5. Ausschreibung von COIN-Aufbau wurde ein Budget von insgesamt 7,5 Mio. Euro, davon drei Mio. Euro vom BMDW und 4,5 Mio. Euro vom BMVIT, eingesetzt. Damit konnten elf COIN-Aufbau-Projekte mit insgesamt 17 PartnerInnen und einem ausgelösten Gesamtprojektvolumen von ca. elf Mio. Euro gefördert werden.
Für die 7. Ausschreibung COIN-Net (nationale Netzwerke) und den 15. call EraSME (internationale Netzwerke) wurde ein Budget von rund 4,4 Mio. Euro vom BMDW eingesetzt. Damit konnten 11 Netzwerkprojekte, davon ein internationales, mit insgesamt 80 PartnerInnen und einem ausgelösten Gesamtprojektvolumen von über acht Mio. Euro gefördert werden.
Mit der Förderung des Kompetenzauf- bzw. -ausbaues von AnbieterInnen der angewandten Forschung (wie Fachhochschulen, außeruniversitären bzw. kooperativen Forschungseinrichtungen) im Rahmen von COIN-Aufbau konnte eine Verbesserung des Angebots anwendungsbezogener FEI-Leistung für Unternehmen erzielt werden.
So wurden von den 17 PartnerInnen der geförderten Forschungseinrichtungen 85 Folgeprojekte (durch das Vorhaben initiiert) in Kooperation mit Forschungseinrichtungen, sowie mit bzw. im Auftrag von Unternehmen durchgeführt, womit der Zielwert von 22 Projekten weit überschritten wurde. Außerdem wurden zahlreiche Qualifikationsmaßnahmen für F&E-MitarbeiterInnen in den geförderten Forschungseinrichtungen durchgeführt. Der Anteil an FEI-Kapazitäten bei den geförderten Forschungseinrichtungen (gemessen in Vollzeitäquivalenten) wurde mit plus 53 deutlich erhöht (Zielzustand plus 33).
Insgesamt wurde durch die Förderung im Rahmen von COIN-Aufbau eine deutliche Verbesserung der Qualität der FEI-Infrastruktur der Forschungseinrichtungen und Fachhochschulen erzielt.
Mittels strukturierter Zusammenarbeit zwischen Unternehmen sowie zwischen Unternehmen und Einrichtungen für Forschung und Wissensverbreitung in Innovationsnetzwerken (national/COIN-Net und international/EraSME), konnte die Innovationsleistung und auch die Kooperationsfähigkeit von KMU erhöht werden.
Als Kennzahl für COIN wurde die Innovationserhebung der Statistik Austria – Community Innovation Survey 2016 (CIS 2016) herangezogen. Diese weist über die Innovationsaktivtäten der europäischen Unternehmen (2014-2016) eine Steigerung des Anteiles an kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit Produkt- oder Prozessinnovationen von 45% gegenüber dem Zielwert von 40,7% (2014) auf. Auch der Anteil innovativer KMU mit Kooperationen konnte laut CIS 2016 von 20,5% (2014) auf 22,1% für 2016 gesteigert werden.
Eine externe Evaluierung zur "Forschungsförderung für Fachhochschulen in Österreich" (Technopolis, Mai 2015) bestätigt, dass neben dem Programm FHplus vor allem die Programmlinie COIN-Aufbau wesentlich zum nachhaltigen Kompetenzaufbau und zur Profilbildung in der angewandten Forschung und Entwicklung beigetragen haben.
Insgesamt handelt es sich bei COIN um ein erfolgreiches Programm, dessen Ziele, wie oben beschrieben, überplanmäßig erreicht wurden und sowohl von den innovationsaffinen KMU als auch den Forschungseinrichtungen nachgefragt wird.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Für das gegenständliche Programm COIN 2013+2014 ist keine neuerliche WFA-Evaluierung vorgesehen.
Da im Rahmen des Programms COIN aber für jede Ausschreibungsrunde eine WFA erstellt werden muss und das Programm pro Jahr 1 Ausschreibung für COIN-NET inklusive IraSME (international) sowie alle 2 Jahre eine Ausschreibung für COIN-Aufbau vorsieht, ist für 2019 für die gesamte Programmlinie COIN eine WFA-Evaluierung für jeweils einen call für COIN-NET und COIN-Aufbau und 2 calls für IraSME vorgesehen.

Weiterführende Informationen