Förderprogramme zum Thema MOBILITÄT

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Förderprogramme zum Thema MOBILITÄT Dazu gehören folgende Einzelvorhaben: - PD Mobilität der Zukunft samt AV 2018 - PD Take Off samt AV 2018 - Begleitmaßnahmen (zweijährlicher Staatspreis "Mobilität", Vernetzungsveranstaltungen, Disseminationsmaßnahmen, Teilnahme und Mitgestaltung bei Veranstaltungen Dritter) BMVIT UG 34 2014 2014 -109.639 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Mobilität ist einer der zentralen Forschungsschwerpunkte des BMVIT und wurde von der Bundesregierung unter den "Grand Challenges" als wichtiges gesellschaftlich relevantes Forschungsthema definiert (FTI-Strategie 2011 bzw. Arbeitsprogramm 2018 der BReg).

Gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Entwicklungen stellen immer komplexere Anforderungen an das Verkehrssystem und seine Leistungsfähigkeit. Neue Technologien und Innovationen können einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Mobilität leisten und sind wichtige Voraussetzungen für die Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und demografischer Wandel. Deshalb wird in dem 2011 erschienenen Weißbuch der EK dem Lösungspotenzial von FTI zu den gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit eines bedeutenden Wirtschaftssektors in Europa (Oberflächenverkehr 630 Mrd. und technologiebasierte Luftfahrt 365 Mrd. Euro Wertschöpfung) ein hoher Stellenwert beigemessen. Mobilität ist deshalb auch weiterhin ein bedeutender Forschungsschwerpunkt im europäischen FTI-Rahmenprogramm Horizon 2020.

Auch in Österreich zählt der Verkehrssektor zu einer Schlüsselbranche in der Wirtschaft: Gemessen an der nicht-landwirtschaftlichen Privatwirtschaft umfasst der landbezogene Verkehrssektor 9,2 % aller Unternehmen, 12,7 % der Beschäftigten und 12,8 % der Wertschöpfung und hat damit einen Anteil von 7,7 % am BIP. Mit einem Anteil von 12 % an den gesamtwirtschaftlichen F&E-Ausgaben und an den in F&E Beschäftigten ist dieser Sektor auch einer der zentralen Forschungsbereiche in Österreich.
Auch in der Luftfahrtbranche sind Wachstum und Weiterentwicklung seit 2009 sehr positiv verlaufen. So zeigt eine Analyse aus 2014 ein Luftfahrtumsatzplus von 40 %. Die Branche generiert mittlerweile ~ 1% des österreichischen BIP. Das Luftfahrtpersonal wurde um 13 % aufgestockt, in der Forschung und Entwicklung sogar um 15 %. Die Exportumsätze konnten im Jahr 2013 verglichen zu 2009 um ein Drittel gesteigert werden. Umsätze österreichischer Unternehmen, die durch themenspezifische Förderungsschienen unterstützt wurden, stiegen sogar um 45%.

Der Bereich Mobilität verfügt über zwei thematische Programme, die das Mobilitätssystem dort unterstützen, wo Lösungsbeiträge zu den großen Herausforderungen der Zukunft notwendig sind.

1) MOBILITÄT DER ZUKUNFT
Als missionsorientiertes Programm unterstützt Mobilität der Zukunft das Mobilitätssystem dort, wo Lösungsansätze für die mobilitätsrelevanten gesellschaftlichen Herausforderungen notwendig sind und FTI-Maßnahmen mittel- bis längerfristig wesentliche Lösungsbeiträge versprechen. (s. a. FTI-Strategie der Bundesregierung, Umsetzungsplan Elektromobilität). Aufgrund der komplexer werdenden und multidimensionalen gesellschaftlichen Herausforderungen im Mobilitätsbereich werden neue Herangehensweisen und umfassende Lösungsansätze in Forschung, Technologieentwicklung und Innovation erforderlich. Die zukünftig geförderten Lösungen müssen die Systeme Verkehr, Energie, Raum, Gesellschaft und Umwelt integriert behandeln und zum Teil neu organisieren, um angesichts der enormen Herausforderungen notwendige und grundlegende Veränderungen im Mobilitätsbereich initiieren zu können. Die teils zur Verfügung stehenden und in Entwicklung befindlichen Schlüsseltechnologien, wie alternative Antriebskonzepte, neue Informations- und Kommunikationstechnologien, neue Materialien und Werkstoffe ermöglichen dabei völlig neue Lösungsansätze.

2) TAKE OFF
Take Off (in der Neuauflage von 2015) orientiert sich an Resultaten aus der Neuentwicklung (2014) der FTI-Strategie für Luftfahrt 2020+ und ist dort als wichtigste Maßnahme zur Umsetzung der strategischen Ziele eingebettet. Die Sicherung der globalen Wettbewerbsfähigkeit, das Forcieren wichtiger Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und die Entwicklung von Lösungsbeiträgen für ein nutzerfreundliches, nachhaltiges und leistungsfähiges Luftverkehrssystem stehen dabei im Vordergrund. In den Stärkefeldern des österreichischen Luftfahrtsektors sollen Innovationen technologischer, organisatorischer und sozialer Natur hervorgebracht werden. Diese Vorhaben wappnen den heimischen Luftfahrtsektor für die großen Herausforderungen, indem die Besetzung strategischer Nischen und der Auf- bzw. Ausbau von Technologieführerschaften unterstützt wird. Innovationen und Technologien leisten essentielle Beiträge zur Reduktion von schädlichen Emissionen und Energieverbrauch. Hierzu zählen Entwicklungen in der Aerodynamik, im Leichtbau oder bei innovativen Werkstoffen und Fertigungstechniken sowie die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien und Treibstoffe. Das Aufgreifen gesellschaftspolitischer Herausforderungen und die damit verbundene Adressierung gesellschaftlicher Anliegen (Missionsorientierung) wird ebenfalls adressiert (z.B. Kabinenausstattung, Flughafen, intermodale Anbindung an die Oberflächenverkehre). Die Einbettung in regionale, nationale und internationale Wertschöpfungsketten steht dabei im Vordergrund.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Handlungsleitend sind aus Sicht des BMVIT jedenfalls die FTI-Strategie der Bundesregierung: "Potenziale ausschöpfen, Dynamik steigern, Zukunft schaffen. Der Weg zum Innovation Leader." [Strategie der Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation (2011)] und die jeweiligen Regierungsprogramme, insbesondere das aktuell vorliegende Regierungsprogramm „Zusammen. Für unser Österreich. 2017-2022“.
In Kapitel 4 der FTI-Strategie der Bundesregierung sollen Potenziale der Innovationen aktiviert werden. Hier positioniert sich das Programm MdZ-Mobilität der Zukunft, indem in Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft Wissen, Forschungsergebnisse und letztendlich Innovationen erzeugt werden und durch die Einbindung der Wirtschaft der Transfer dieser Erkenntnisse in die Umsetzung und die In-Wert-Setzung aktiviert wird. Die Leistungsfähigkeit des Innovationssystems im Bereich der Mobilität wird durch das Programm MdZ gestärkt und durch die internationalen Kooperationen auch über die Grenzen von Österreich sichtbar.
Im aktuellen Regierungsprogramm ist im Kapitel Innovation und Digitalisierung in der Gesamtforschungsstrategie Forschung, Technologie und Innovation ein Handlungsauftrag für die konsequente Weiterführung der Schwerpunktsetzung in FTI zur Lösung gesellschaftspolitischer Herausforderungen gegeben. Digitalisierung, Blockchain, künstliche Intelligenz, Klima- und Energieforschung, Produktion, Elektromobilität, demographischer Wandel, Sicherheit, Werkstofftechnologie sowie Automobilzulieferindustrie, Batterieproduktion, 5G-Technologie etc. sind Schwerpunkte, die im Bereich der Mobilität Innovationsbedarf auslösen. Mobilität von Personen und Gütern wird im Regierungsprogramm als wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität und Wohlstand gesehen. Ein innovatives und funktionierendes Mobilitäts- und Transportsystem ist nicht nur für das persönliche Wohlbefinden, sondern auch für die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität als Standort entscheidend (Kapitel Verkehr und Infrastruktur). Die Bundesregierung hat ein Bekenntnis zu einer modernen, emissionsarmen Mobilität gegeben. Forschung und Entwicklung leistet dazu einen wichtigen Beitrag.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2014 2015 2016 2017 2018 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 757 757 0 1.337 1.337 0 1.983 1.983 0 2.651 2.651 0 2.888 2.888 0 9.616 9.616 0
Transferaufwand 15.655 7.000 -8.655 15.830 13.767 -2.063 19.845 24.065 4.220 22.880 29.748 6.868 23.300 25.443 2.143 97.510 100.023 2.513
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 16.412 7.757 -8.655 17.167 15.104 -2.063 21.828 26.048 4.220 25.531 32.399 6.868 26.188 28.331 2.143 107.126 109.639 2.513
Nettoergebnis -16.412 -7.757 -17.167 -15.104 -21.828 -26.048 -25.531 -32.399 -26.188 -28.331 -107.126 -109.639

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Werkleistungen: Die administrativen Kosten, welche der FFG für die Abwicklung des gegenständlichen Förderprogramms entstehen, werden als Werkleistungen dargestellt. Transferaufwand: Die dargestellten finanziellen Auswirkungen stellen geplante sowie tatsächlich eingetretene Zahlungen des BMVIT an die FFG dar. Betrachtet werden die in den Jahren 2013, 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018 abgeschlossenen Ausführungsverträge für das gegenständliche Förderprogramm zum Thema Mobilität. Jährliche Abweichungen zu den PLAN- und IST-Werten ergeben sich entsprechend den Projektverläufen und den tatsächlichen Mittelbedarfen. Da im Zuge der Evaluierung nur ein Zeitraum über maximal 5 Jahre dargestellt werden kann, sind die finanziellen Auswirkungen in den Jahren vor 2014 und nach 2018 nicht abgebildet und daher nicht vollständig dargestellt. Es sind keine unerwarteten Probleme aufgetreten.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Eine durchgeführte externe Evaluierung [MobIVAL - Zwischenevaluierung des FTI-Programms Mobilität der Zukunft durch KMU Forschung Austria, 2018] hebt hervor, dass das Programm „Mobilität der Zukunft“ nach wesentlichen Prinzipien neuer missionsorientierter Politik (z.B. Verbindung sozialer und technologischer Innovation, Nutzerfokus, Einbindung von sozialen und gesellschaftlichen Zielen) aufgebaut und organisiert ist. Es kann mit der impliziten Verankerung von Open Innovation(OI)-Aspekten durchaus als wegweisend qualifiziert werden (wiewohl eine nationale OI-Strategie im Programmkonzeptionszeitraum noch gar nicht bestanden hatte); als Beispiele dafür werden Urbane Mobilitätslabore (UML), Testumgebungen für automatisiertes Fahren sowie die Plattform Infonetz als Maßnahmen zur Bildung von heterogenen OI-Netzwerken und Partnerschaften quer über Branchen, Disziplinen und Organisationen hinweg angeführt.

Das System der drei strategischen Ziele (soziale, umweltbezogene sowie wirtschaftliche Ziele) wird insgesamt als konsistent und als einem missionsorientierten Programm angemessen beurteilt. Die Definition von thematischen Schwerpunkten wird aus mehreren Gründen als legitim und sinnvoll erachtet, wobei eine getroffene Zielfokussierung oder -spezifizierung in Roadmaps möglichst durchgängig in die entsprechenden Ausschreibungen übernommen werden und natürlich auch von den Projektanträgen adressiert werden müsse. Hinsichtlich des gesamten Zielsystems bestünden jedoch einige Möglichkeiten zur Verschlankung und Bereinigung sowie zur Herstellung einer besseren Übersichtlichkeit und leichteren Orientierung.

Auf instrumenteller Ebene deckt „Mobilität der Zukunft“ eine relativ große Bandbreite im Innovationszyklus von F&E ab, wobei die relativ breite Nutzung von FFG-Instrumenten angesichts der Vielfalt an Themenstellungen im Programm und der unterschiedlichen Marktlogiken als angemessen erscheint; Innovationslabore werden als wichtiger Schritt für eine bessere Umsetzung von Projektergebnissen beurteilt.

Die erwarteten Wirkungen das Gesamtvorhaben betreffend werden als zur Gänze eingetreten bewertet. Nicht erreicht werden konnten einzelne Kennzahlen zu Ziel 3 wie Kennzahl 2 "Anteil der Projekte mit mehr als 3 Partnern" - der Durchschnitt liegt derzeit bei 2,93 Partner, d.h. aber es gibt auch Projekte mit deutlich mehr als 3 Partnern; und wie Kennzahl 4 "Anteil aller F&E Projekte mit transnationalen Forschungskooperationen", welcher Anteil mit 4% unter Ziel (5%) liegt, denn transnationale Kooperationen im Bereich Luftfahrt finden in einem großen budgetären Rahmen statt (rd. 300 Mio. €), sodass für Österreich mit begrenzten Mitteln der Zugang in diese Kooperationen erschwert ist. Unter Plan liegt die Kennzahl 2 zu Ziel 1 hinsichtlich Patentanmeldungen innerhalb 5 Jahre nach Projektstart, dies deshalb da eine große Zahl an Projekten noch innerhalb dieser Frist liegen. Es ist davon auszugehen, dass das angestrebte Ziel noch erreicht werden kann.

Die befragten FörderungsnehmerInnen sind überwiegend zufrieden bis sehr zufrieden mit der Abwicklung ihres „Mobilität der Zukunft“-Projekts. Auch insgesamt gesehen ist die Zufriedenheit mit dem Programm „Mobilität der Zukunft“ unter den befragten FörderungsnehmerInnen sehr hoch. Rd. 89 % wollen künftig erneut bei Mobilität der Zukunft einreichen (rd. 9 % sind unentschlossen).
Besonders wird die überdurchschnittlich hohe Additionalität hervorgehoben: Rd. 63 % der befragten FörderungsnehmerInnen hätten ihr Projekt ohne Förderung nicht durchgeführt, 33 % ohne Förderung in deutlich geringerem Ausmaß.

Die durchgeführte Zielerreichungsanalyse auf Programmebene zeigt, dass die im Programmdokument angelegten Programmziele bereits zum Zeitpunkt der Zwischenevaluierung zu einem großen Teil bereits vollständig erreicht sind. Auch für die restlichen sei fast durchwegs damit zu rechnen, dass diese wahrscheinlich im angepeilten Zeithorizont noch erreicht werden.

Verbesserungspotentiale

Zusammenfassend sprechen die EvaluatorInnen u. a. die Empfehlungen aus, die Zielformulierungen einer Überprüfung zu unterziehen und ggf. nachzuschärfen bzw. stärker zu spezifizieren oder allenfalls auch zu reduzieren. Begleitmaßnahmen sollten systematischer und damit auch stärker auf einer themenfeld-übergreifenden Ebene aufgesetzt werden, wobei die systematische Definition der nötigen Aufgaben auf Programmebene zur Begleitung der Projekte und -ergebnisse, ebenso wie die Erarbeitung von entsprechenden Verantwortlichkeiten als notwendige Bedingung gesehen wird, die Begleitmaßnahmen im Programm voranzutreiben. Aktivitäten zur Ergebnisdissemination wären in Zukunft verstärkt und möglichst auf einer themenfeld-übergreifenden Ebene zu konzipieren und durchzuführen; dabei sollten sowohl überblicksartige Formate (weiterhin) gepflegt als auch partizipative Ansätze (Veranstaltungen, Workshops) verfolgt werden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen