Förderprogramme zum Thema IKT

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Förderprogramme zum Thema IKT Dazu gehören folgende Einzelvorhaben: - PD IKT der Zukunft - AV IKT 2018 BMVIT UG 34 2014 2018 -68.356 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) durchdringen seit einigen Dekaden fast alle Lebens-, Gesellschafts- und Wirtschaftsbereiche auf dem Globus. Als multiple, universelle und ubiquitäre Basistechnologie wird die Bedeutung ihrer globalen Verbreitung und ihrer Strukturwirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft mittlerweile mit der Elektrifizierung der Industriestaaten Ende des 19. Jahrhunderts verglichen.
In zahlreichen Studien (von der OECD über die EU bis hin zu verschiedenen nationalen Erhebungen) wurde die enorme Bedeutung der IKT für Wirtschaft und Gesellschaft auf verschiedenen Ebenen vielfach dargelegt: Der IKT-Sektor erwirtschaftet mit einem jährlichen Marktvolumen von 660 Milliarden EUR unmittelbar 5 % des europäischen Bruttoinlandsprodukts, leistet aber einen weitaus größeren Beitrag zur gesamten Produktivitätssteigerung (20% direkt aus dem IKT-Sektor und 30% durch IKT-Investitionen).
IKT weisen dabei in ihren vielfältigen Ausprägungen eine extrem hohe Innovationsdynamik auf – sie werden in jenen Industriesektoren entwickelt (oder extensiv angewendet), die im Branchenvergleich die höchste F&E-Intensität aufweisen – in der Chipfertigung etwa beträgt die F&E-Quote zwischen 10%-15%.
Die hohe Forschungsaffinität dieser Technologien sowie der wachsende Druck auf die Unternehmen, mit Hilfe dieser Technologien beständig zu innovieren, ist auch besonders bedeutend für die Erhöhung der nationalen Forschungsinvestitionen und der gesamtwirtschaftlichen Innovationsleistungen. Überall dort, wo IKT zum Einsatz kommen, erhöhen sich sowohl die Innovationsleistungen, als auch die F&E-Investitionen in den Unternehmen. IKT zählen daher sowohl in allen vergleichbaren europäischen Mitgliedsstaaten als auch auf Ebene der gemeinschaftlich geführten FTI Programme (v.a. die EU-Rahmenprogramme) zu den dominierenden F&E-Investitionssektoren.
Auch in Österreich ist die IKT-Forschung einer der wichtigsten Forschungsbereiche:
Etwa 6.000 ForscherInnen arbeiten in diesem Sektor, wobei die forschungsintensivsten heimischen Unternehmen direkt oder indirekt dem IKT-Bereich zuzuordnen sind. Im Verbund mit der universitären und außeruniversitären Forschung ist Österreich gegenwärtig die Fähigkeit zu attestieren, in zahlreichen IKT-Teilgebieten international erstklassige Forschung zu betreiben. Österreich verfügt dabei über einige größere Bereiche mit belegbaren Stärken in der IKT-Forschung und kann auf eine Reihe international gut, und einige hervorragend rezipierte IKT-ForscherInnen verweisen.
Aus diesem Grund stellen IKT in der allgemeinen Ausrichtung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) neben Produktion, Mobilität und Energie einen der zentralen Schwerpunkte des Ressorts dar.
Das Aufgreifen gesellschaftlicher Herausforderungen gewinnt in der Forschungs- und Technologiepolitik zunehmend an Bedeutung. Diese Entwicklung wird mit dem Begriff der "Neuen Missionsorientierung" zusammengefasst und bedeutet, dass zentrale Leitbilder für die zukünftige Entwicklung gesellschaftlicher Problemfelder als Orientierung für die Definition forschungs- und technologiepolitischer Schwerpunktthemen herangezogen werden.
Das Altern der Bevölkerung ist ein Beispiel einer solchen Herausforderung – sowohl für die Gesellschaft wie auch für das einzelne Individuum. Der demografische Wandel hin zu einer alternden Gesellschaft ist ein Thema, das nicht nur in Österreich und Europa, sondern weltweit von Relevanz ist. So ist der demografische Wandel als Schlüsselherausforderung in Österreich in der FTI-Strategie des Bundes verankert und auch auf europäischer Ebene in Horizon 2020 als key priority vorgesehen. Das Potenzial von IKT zur Erbringung eines positiven Beitrags zur Bewältigung einiger Herausforderungen des demografischen Wandels wird allgemein als groß eingeschätzt: Im Mittelpunkt steht die marktnahe Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, die auf die Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen abzielen und ihnen ein möglichst langes und autonomes Leben in den eigenen vier Wänden, auch im erweiterten Sinn, gewährleisten sollen.

Eine weitere wichtige gesellschaftliche Herausforderung ist z.B. der Klimawandel bzw. die Energiewende. Um diese technologisch zu unterstützen werden in Zukunft verteilte, hoch-komplexe Energienetzwerke und Energiesysteme zum Einsatz kommen. Neue Informations- und Kommunikationstechnologie wird benötigt um diese Netzwerke zu analysieren (Informationsbeschaffung), zu modellieren, zu entwerfen und mit integrierten Komponenten und Sensorik/Aktuatorik auszurüsten. Mit dem Jahr 2012 wurde das 2002 gestartete Impulsprogramm FIT-IT einem strukturellen und inhaltlichen Redesign unterzogen und reicht nun von der Forschung bis zur Innovation. Dieser umfassende Ansatz ist auch im Portfolio abgebildet. Dabei wurde die FTI-Strategie des Bundes als Grundlage herangezogen. Als Ergebnis wurde ein neues Programm "IKT der Zukunft" als Themeninitiative konzipiert und in einem Programmdokument dargestellt. Dieses Programm weist folgende Merkmale auf:
. Struktur: Keine starren Programmlinien sondern IKT-Themen- und Anwendungsfelder
. Nutzung vielfältiger Förderinstrumente, bei gleichzeitiger Abgrenzung von bestehenden Förderinstrumenten im nationalen und europäischen Rahmen
. Orientierung an gesellschaftlichen Anliegen
. Orientierung an österreichischen Stärken in Unternehmen und Forschungseinrichtungen

Mit dieser Überarbeitung erfolgt im Gleichschritt mit der Reorganisation der transnationalen europäischen Förderprogramme am Übergang vom 7. Rahmenprogramm zu Horizon 2020 die Integration bisher getrennter nationaler IKT-Förderprogramme unter einem nun breiter gefassten Programmbündel IKT der Zukunft. Dieses Programmbündel tritt an die Stelle der früheren Einzelprogrammdokumente "IKT der Zukunft", "Programm benefit" und "FIT-IT: ARTEMIS und FIT-IT: ENIAC".
Von der Integration betroffen sind damit alle nationalen und transnationalen IKT-F&E-Schwerpunkte des BMVIT und alle Instrumente laut Instrumentenkoffer.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Handlungsleitend sind aus Sicht des BMVIT jedenfalls die FTI-Strategie der Bundesregierung: "Potenziale ausschöpfen, Dynamik steigern, Zukunft schaffen. Der Weg zum Innovation Leader." [Strategie der Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation (2011)] - Schwerpunktsetzung IKT sowie Lebensqualität und demografischer Wandel S. 35, 37 - und die jeweiligen Regierungsprogramme, insbesondere das aktuell vorliegende Regierungsprogramm „Zusammen. Für unser Österreich. 2017-2022“ - Relevante Schwerpunkte Mikroelektronikindustrie und Ambient Assisted Living (Assistenzsysteme zur Erhöhung der Lebensqualität von Pflegebedürftigen) S. 78/79.
Darüber hinaus sind nachfolgende spezifische Strategien in Abstimmung mit dem EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 und den Initiativen AAL (Artikel 185) und ECSEL (Artikel 187) zu nennen:
-) Digital Roadmap Austria, BKA 2016 - Forschung und Innovation ‚IKT der Zukunft‘, AAL und ECSEL S.24/25
-) Open Innovation Strategie für Österreich, BMWFW & BMVIT 2016 - Maßnahme 4: u.a. AAL Austria S. 72, Maßnahme 8: u.a. Testregionen Smart Homes – Smart Services S. 79
-) OECD Digital Economy Outlook 2015
-) A Digital Single Market Strategy for Europe – COM(2015) 192 final


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2014 2015 2016 2017 2018 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 470 470 0 603 603 0 741 741 0 913 913 0 880 880 0 3.607 3.607 0
Transferaufwand 14.400 3.500 -10.900 13.600 6.192 -7.408 10.000 12.826 2.826 9.275 19.453 10.178 12.675 22.778 10.103 59.950 64.749 4.799
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 14.870 3.970 -10.900 14.203 6.795 -7.408 10.741 13.567 2.826 10.188 20.366 10.178 13.555 23.658 10.103 63.557 68.356 4.799
Nettoergebnis -14.870 -3.970 -14.203 -6.795 -10.741 -13.567 -10.188 -20.366 -13.555 -23.658 -63.557 -68.356

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Werkleistungen: Die Administrativen Kosten, welche der FFG für die Abwicklung des gegenständlichen Förderprogramms entstehen, werden als Werkleistungen dargestellt. Transferaufwand: Die dargestellten finanziellen Auswirkungen stellen geplante sowie tatsächlich eingetretene Zahlungen des BMVIT an die FFG dar. Betrachtet werden die in den Jahren 2013, 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018 abgeschlossenen Ausführungsverträge für das gegenständliche Förderprogramm zum Thema IKT. Jährliche Abweichungen zu den PLAN- und IST-Werten ergeben sich entsprechend den Projektverläufen und den tatsächlichen Mittelbedarfen. Da im Zuge der Evaluierung nur ein Zeitraum über maximal 5 Jahre dargestellt werden kann, sind die finanziellen Auswirkungen in den Jahren vor 2014 und nach 2018 nicht abgebildet und daher nicht vollständig dargestellt. Es sind keine unerwarteten Probleme aufgetreten.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Durch die direkte Förderung im FTI-Bereich kann Österreich seine Position als Hochtechnologieland halten und seine Technologieführerschaft in einzelnen Bereichen weiter ausbauen. FTI-Förderungen sind ein zentraler Bestandteil bei Standortentscheidungen von globalen, forschungstreibenden und wissensintensiven Unternehmen geworden. Außerdem soll auch österreichischen KMUs und Start Ups der Zugang zum Markt erleichtert werden, um Innovationen zu ermöglichen bzw. schnell hebeln zu können. Durch neue Kooperationen sollen nicht nur die technologieorientierte Basis gestärkt und verbreitert, sondern auch neue Anwendungsfelder erschlossen werden, um so durch das erweiterte Potential der Lösungen die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Unternehmenslandschaft zu stärken.

Innovation basiert auf Forschung. Die (Weiter-)Entwicklung der Informations-und Kommunikationstechnologien (IKT) bildet als Schlüsseltechnologie die Grundlage der Digitalisierung.
Das Programm ‚IKT der Zukunft‘ des BMVIT ist das thematische FTI-Programm im Bereich der Digitalen Technologien für angewandte Forschung und Entwicklung. Es fördert Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Die vier technologischen Themenfelder
• Komplexe IKT-Lösungen beherrschen: Systems of Systems
• Vertrauen rechtfertigen: Sichere Systeme
• Daten durchdringen: Intelligente Systeme
• Interoperabilität gewährleisten: Schnittstellen von Systemen
werden dabei mit unterschiedlichen Anwendungsfeldern wie Produktionssysteme, Energienetze, Weltraummissionen, Cyberphysikalische Systeme, Daten-Service-Ökosysteme, Automatisiertes Fahren und 5G verknüpft. Ein weiterer Schwerpunkt bilden die gesellschaftlichen Herausforderungen. Hierzu zählen die Lebensqualität und der demografische Wandel.
Die strategischen Ziele des Programms lauten:
1. Technologieführerschaft und Exzellenz
• Steigerung der Quantität und Qualität der IKT-Forschung und -Entwicklung, die dazu geeignet ist, Technologieführerschaft zu erringen und beizubehalten
• Positionierung österreichischer F&E-Akteure in IKT-Forschungsfeldern mit hohem Potenzial
2. Wettbewerb, Wachstum in bestehenden und neuen Anwendungsfeldern
• Stärkung der Innovationsleistung österreichischer IKT-affiner Unternehmen im globalen Wettbewerb der Innovationen
• Unterstützung österreichischer IKT-affiner Unternehmen bei Gründung und Wachstum
3. Gesellschaftliche Herausforderungen
• Erhöhung der Lebensqualität durch neue IKT-Anwendungen, unter aktiver Einbeziehung der Stakeholder (z.B. Technologieanbieter, Dienstleister, Bedarfsträger, Daseinsvorsorger, EndanwenderInnen)
• Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen durch neue IKT-Anwendungen, IKT-Forschung und Entwicklung
Dazu wurden in den Jahren 2012-2017 über die FFG anhand des Instrumentenkoffers folgende nationale Maßnahmen gesetzt: Förderung von kooperativen F&E-Projekten, Sondierungen, F&E-Dienstleistungen, zwei Leitprojekten und einer Stiftungsprofessur.
Die WFA-Ziele sind mit den drei übergeordneten Programmzielen ident. Als Kennzahlen wurden im Hinblick auf das Innovation Scoreboard unter Berücksichtigung der Fristigkeiten der Förderprojekte und des -programms folgende gewählt: Anzahl Publikationen, Anzahl der Organisationen unter besondere Berücksichtigung der KMUs und Spin Offs/Start Ups. Langfristig tragen die gesetzten Maßnahmen auch die Steigerung der F&E Ausgaben sowie den Humanressourcen bei.
Bei den aufgeführten Indikatoren kommt es zu jährlichen Schwankungen innerhalb der Absolutwerte. Als positive Mitnahmeeffekte kann die erfolgreiche Beteiligung an den europäischen Programmen AAL und ECSEL gelten.

Verbesserungspotentiale

Eine spezifischere Darstellung der Indikatoren zur präziseren Darstellung der Vorhaben und zu erreichenden Ziele wird zukünftig angestrebt. Eine Messung der Wirkungen von FTI-Programmen erfolgt darüberhinaus im Politikfeld FTI über gesonderte (externe) Evaluierungen.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen