Vienna Biocenter Vision 2020

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Vienna Biocenter Vision 2020 BMBWF UG 31 2015 2015 -14.636 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Problemdefinition

Die derzeit rasanten technologischen und wissenschaftlichen Entwicklungen in den Life Sciences erfordern immer kürzer werdende aber gleichzeitig kostenintensive Erneuerungszyklen hochtechnologischer Forschungsinfrastruktur. Die Bereitstellung dieser modernen Forschungsinfrastruktur ist jedoch für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Life Sciences Standorts Österreich von essentieller Bedeutung. Mit zunehmender Technologisierung der Forschungsinfrastruktur geht aber auch einher, dass die Infrastruktur nicht mehr von einzelnen Forscherinnen und Forschern verwendet werden kann, sondern dass spezialisierte und von hochqualifiziertem Personal betriebene Forschungsinfrastruktureinheiten (sog. "Core Facilities) eingerichtet werden müssen, die die Analysen als Service den Forschenden zuliefern.

Bei gleichzeitig straffer werdenden budgetären Rahmenbedingungen bedeutet dies ein Umdenken bei Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen hin zu einem synergistisch ausgerichteten Konzept der Anschaffung und des Betriebs solcher Core Facilities. Positiver Nebeneffekt einer derartigen Strategie ist die Aufwertung und Attraktivitätssteigerung des jeweiligen Forschungsstandorts und damit die Schaffung des Potenzials, wirklich hochqualifiziertes Personal für den Betrieb der Forschungsinfrastruktur zu akquirieren.

Aus diesen Überlegungen heraus und um den dringenden Forschungsinfrastruktur-Modernisierungsbedarf am Life Sciences Standort "Campus Vienna Biocenter" zu decken, wurden die Forschungseinrichtungen am Campus vom BMWFW gemeinsam mit der Stadt Wien dazu angehalten, ein synergistisch ausgerichtetes Forschungsinfrastrukturkonzept – die "Vienna Biocenter Vision 2020" – zu entwickeln.

Die Vienna Biocenter Vision 2020 ist ein auf zunächst zehn Jahre konzipiertes Vorhaben, das modernste wissenschaftliche Großgeräte zur gemeinsamen Nutzung aller am Campus Vienna Biocenter ansässigen Einrichtungen und auch externer Anwender anschaffen und deren Servicebetrieb gewährleisten soll. Dabei handelt es sich um essentielle Infrastruktur, die notwendig ist, um die internationale wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Standortes und, damit verbunden, der österreichischen Life Sciences Forschung zu garantieren.

Die Förderung teilt sich anteilig zwischen Bund und Stadt Wien auf: 65 % BMWFW, 35 % Stadt Wien. Zur Umsetzung der Vienna Biocenter Vision wurde die Campus Science Support Facilities GmbH (CSF) gegründet, deren Gesellschafter die Max F. Perutz Laboratories (MFPL; Joint Venture von Universität Wien und Medizinische Universität Wien), das Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA/ÖAW), das Gregor Mendel Institut (GMI/ÖAW) und der Verein Campus Vienna Biocenter (VCVB; Vertretung der Biotech-Unternehmen am Campus) sind.

Die erste Förderperiode der Maßnahme umfasst einen Zeitraum von beinahe fünf Jahren (1.12.2010 bis 30.6.2015). Die zweite Förderperiode wurde nach Maßgabe einer Zwischenevaluierung in Aussicht gestellt, die im Juni 2014 stattfand und positiv ausfiel. Damit steht die Verlängerung des Förderungsvertrags mit Zuerkennung der Fördermittel der zweiten Förderperiode an.

Konkret wurden in der 1. Förderperiode folgende zehn Forschungsinfrastruktur Core Facilities aufgebaut: Electron Microscopy, Advanced Microscopy, Next Generation Sequencing, Bioinformatics and Scientific Computing, Protein Technologies, Mass Spectrometry, Preclinical Imaging, Preclinical Phenotyping, Plant Sciences sowie das Vienna Drosophila Resource Center. Es wurden Geräteinvestitionen in der Höhe von € 9,924 Mio. getätigt, professionelles Personal rekrutiert (dzt. Personalstand 55) sowie Service- und Betriebskonzepte für jede Core Facility gemeinsam mit Nutzerkomitees entwickelt. Der Betrieb der Facilities ist erfolgreich angelaufen, Auslastung und Einnahmen durch Nutzergebühren entsprechen den Erwartungen und die Nutzerzufriedenheit ist hoch. Ein Kulturwandel hin zur synergistischen Nutzung von Forschungsinfrastruktur wurde eingeleitet und drückt sich insbesondere auch durch Abschluss von ersten Kooperationsprojekten über den Vienna Biocenter Campus hinaus mit anderen Forschungseinrichtungen aus. Eine internationale Gutachterjury attestiert dem Betrieb der CSF einen hohen Standard im internationalen Vergleich.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Gegenständliches Vorhaben ist ein Beitrag zur FTI-Strategie 2020 der Bundesregierung:
- Stärkung der Grundlagenforschung und angewandten Forschung sowie ihrer Institutionen
- Stärkung der Forschungsinfrastruktur
- Internationale Positionierung Österreichs stärken

Zudem ist es ein Beitrag zur Maßnahme 3 der "Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharmastandort Österreich" (Sicherung der internationalen Konkurrenzfähigkeit durch Förderung nationaler Forschungsinfrastrukturen bzw. des Zugangs zu relevanten internationalen Forschungsinfrastrukturen).


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2015 2016 2017 2018 2019 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 1 1 0 3 3 0 3 3 0 3 3 0 3 3 0 13 13 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 4 4 0 7 7 0 8 8 0 8 8 0 8 8 0 35 35 0
Transferaufwand 1.451 1.451 0 3.650 3.650 0 3.650 3.650 0 3.152 3.152 0 2.600 2.600 0 14.503 14.503 0
Werkleistungen 0 0 0 32 32 0 17 7 -10 17 19 2 52 27 -25 118 85 -33
Aufwendungen gesamt 1.456 1.456 0 3.692 3.692 0 3.678 3.668 -10 3.180 3.182 2 2.663 2.638 -25 14.669 14.636 -33
Nettoergebnis -1.456 -1.456 -3.692 -3.692 -3.678 -3.668 -3.180 -3.182 -2.663 -2.638 -14.669 -14.636

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen laut Plan umgesetzt. Abweichungen bei den Werkleistungen für die Jahre 2017, 2018 und 2019 ergeben sich einerseits durch zeitliche Verschiebungen der Rechnungslegung bzw. durch geringere Kosten im Personalaufwand für das Monitoring.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Der Hintergrund für das Vorhaben ist die Anschaffung und synergistische Nutzung von hochtechnologischer Forschungsinfrastruktur für den Campus Vienna Biocenter. Die eigens dafür geschaffene Vienne Biocenter Core Facilities GmbH hat dies entsprechend dem Antrag und den Zielvorgaben überplanmäßig umgesetzt. Dadurch konnte die Exzellenz und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Life Sciences Standortes Wien gesichert werden. Zudem entwickelte sich das Vorhaben zu einem Referenzmodell für die synergistische Anschaffung und Nutzung von hochtechnologischer Forschungsinfrastruktur für die Life Sciences. Die Fördermittel für Infrastruktur, Sachmittel und Personal waren essentiell für die Zielerreichung, da ein kostendeckendes Geschäftsmodell für derartige wissenschaftliche Einrichtungen nicht funktioniert (bestätigt durch internationales Gutachtergremium). Schaffung einer durch alle Institutionen am Campus getragenen Rechtsstruktur (VBCF GmbH), deren professionelle Geschäftsführung (durch ein internationales Auswahlverfahren besetzt) sowie das engmaschige Monitoring waren Grundlage für den Erfolg. Kooperationsabkommen mit anderen Forschungseinrichtungen im Raum Wien und darüber hinaus (z. B. CEITEC Brünn) sind als positiver Effekt zu nennen.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen

Es wurden keine weiterführenden Informationen angegeben.