Wirkungsziel 42.1 Stärkung des Schutzes der Bevölkerung und der Lebensräume vor den Naturgefahren Hochwasser, Lawinen, Muren, Steinschlag und Hangrutschungen

zugeordnete Maßnahmen zugeordnete Vorhaben

Kennzahlen des Wirkungsziels Details zu Kennzahl 1

Wirkungszielkennzahl 1: zur Gänze erreicht: Summe des geschaffenen Rückhalteraums für Wasser [Mio. m³]

Entwicklung der Wirkungskennzahl

  • Jahr: 2013
    • Zielerreichungsgrad: überplanmäßig erreicht
    • Istzustand: 118,40 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 108,5
    • Oberer Schwellenwert: 125,5
    • Unterer Schwellenwert: 91,5
  • Jahr: 2014
    • Zielerreichungsgrad: überplanmäßig erreicht
    • Istzustand: 122,00 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 119
    • Oberer Schwellenwert: 124
    • Unterer Schwellenwert: 114
  • Jahr: 2015
    • Zielerreichungsgrad: überplanmäßig erreicht
    • Istzustand: 123,00 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 119,5
    • Oberer Schwellenwert: 128
    • Unterer Schwellenwert: 118
  • Jahr: 2016
    • Zielerreichungsgrad: überplanmäßig erreicht
    • Istzustand: 124,2 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 123
    • Oberer Schwellenwert: 125
    • Unterer Schwellenwert: 123
  • Jahr: 2017
    • Zielerreichungsgrad: überplanmäßig erreicht
    • Istzustand: 131,4 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 127
    • Oberer Schwellenwert: 132
    • Unterer Schwellenwert: 125
  • Jahr: 2018
    • Ressortwechsel von "Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft" zu "Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus"
    • Zielerreichungsgrad: überplanmäßig erreicht
    • Istzustand: 132,9 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 128
    • Oberer Schwellenwert: 130
    • Unterer Schwellenwert: 128
  • Jahr: 2019
    • Zielerreichungsgrad: überplanmäßig erreicht
    • Istzustand: 134,2 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 129
    • Oberer Schwellenwert: 135
    • Unterer Schwellenwert: 128
  • Jahr: 2020
    • Ressortwechsel von "Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus" zu "Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus"
    • Zielerreichungsgrad: zur Gänze erreicht
    • Istzustand: 134,9 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 135
    • Oberer Schwellenwert: 136
    • Unterer Schwellenwert: 128
  • Mittelfristiger Zielzustand: nicht vorhanden

Erläuterung der Entwicklung

Eine wichtige Hochwasserschutzmaßnahme ist die Bereitstellung bzw. Errichtung von künstlichem Rückhalteraum in Form von Rückhaltebecken für Hochwasser. Im langjährigen Durchschnitt werden österreichweit dafür jährlich circa 1 Mio. m³ Rückhalteraum neu geschaffen. Das Jahr 2020 war mit einem Volumen von 0,718 Mio. m³ im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren etwas unter dem Durchschnitt. Die gegenüber den Vorjahren unterdurchschnittliche Zielerreichung ergibt sich zum einen aus der Tatsache, dass in den letzten Jahren deutlich mehr Rückhaltebecken gebaut wurden und zum anderen aus der Tatsache, dass allein durch ein weiteres (mittleres) Rückhaltebecken der Zielwert erreicht bzw. überschritten worden wäre. Für 2021 ist von einer konstanten Entwicklung mit etwa 1 Mio. m³ zusätzlichem Rückhalteraum auszugehen.

Grafischer Maximalwert: 136


Quelle

Hochwasser-Fachdatenbank (Bundeswasserbauverwaltung)

Berechnungsmethode

Summe des gesamten bestehenden und jährlich zusätzlich geschaffenen Rückhalteraums für Hochwasser

Kennzahlen des Wirkungsziels Details zu Kennzahl 2

Wirkungszielkennzahl 2: zur Gänze erreicht: Summe des geschaffenen Rückhalteraums für Feststoffe (Geschiebe, Holz, Schnee, Fels und Rutschungsmasse) [Mio. m³]

Entwicklung der Wirkungskennzahl

  • Jahr: 2013
    • Zielerreichungsgrad: zur Gänze erreicht
    • Istzustand: 16,00 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 16
    • Oberer Schwellenwert: 20
    • Unterer Schwellenwert: 10
  • Jahr: 2014
    • Zielerreichungsgrad: zur Gänze erreicht
    • Istzustand: 16,5 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 16,5
    • Oberer Schwellenwert: 18
    • Unterer Schwellenwert: 14
  • Jahr: 2015
    • Zielerreichungsgrad: zur Gänze erreicht
    • Istzustand: 17,0 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 17
    • Oberer Schwellenwert: 19
    • Unterer Schwellenwert: 15
  • Jahr: 2016
    • Zielerreichungsgrad: zur Gänze erreicht
    • Istzustand: 17,3 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 17,3
    • Oberer Schwellenwert: 18
    • Unterer Schwellenwert: 16
  • Jahr: 2017
    • Zielerreichungsgrad: zur Gänze erreicht
    • Istzustand: 17,5 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 17,5
    • Oberer Schwellenwert: 19
    • Unterer Schwellenwert: 15
  • Jahr: 2018
    • Ressortwechsel von "Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft" zu "Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus"
    • Zielerreichungsgrad: überplanmäßig erreicht
    • Istzustand: 25,0 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 17,8
    • Oberer Schwellenwert: 27
    • Unterer Schwellenwert: 15
  • Jahr: 2019
    • Zielerreichungsgrad: überplanmäßig erreicht
    • Istzustand: 25,6 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 17,9
    • Oberer Schwellenwert: 27
    • Unterer Schwellenwert: 15
  • Jahr: 2020
    • Ressortwechsel von "Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus" zu "Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus"
    • Zielerreichungsgrad: zur Gänze erreicht
    • Istzustand: 25,8 [Mio. m³]
    • Zielzustand: 25,8
    • Oberer Schwellenwert: 27
    • Unterer Schwellenwert: 20
  • Mittelfristiger Zielzustand: nicht vorhanden

Erläuterung der Entwicklung

Die Retentionsvolumina nahezu aller Bauwerke werden rückwirkend seit 2009 im Wildbach- und Lawinenkataster erfasst, wodurch man nicht mehr ausschließlich auf fachliche Schätzungen angewiesen ist. Der ursprüngliche Zielzustand 2020 von 25,8 Mio. m³ ist Ausdruck einer kontinuierlichen Investitionskampagne, allerdings ist zu erwarten, dass eine starke Steigerung in den nächsten Jahren eher ausgeschlossen werden kann, da inzwischen auch das Erhaltungsmanagement dieser Infrastrukturanlagen einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Die Erreichung des Zielzustandes 2021 mit 25,9 Mio. m³ erscheint derzeit noch realistisch, wobei aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie (unter anderem eingeschränkte Bautätigkeiten) nicht beurteilt werden kann, wie sich die Kennzahl entwickeln wird.

Grafischer Maximalwert: 27


Quelle

Digitaler Wildbach- und Lawinenkataster, WLK (BMLRT)

Berechnungsmethode

Summe der gesamten bestehenden und jährlich zusätzlich geschaffenen entleerbaren Sedimentationsräume

Kennzahlen des Wirkungsziels Details zu Kennzahl 3

Wirkungszielkennzahl 3: nicht erreicht: Jährlich hochwasserfreigestellten Gebäude seit dem Jahr 2013 mit einem Mindestschutz vor einhundertjährlichem Hochwasser [Anzahl]

Entwicklung der Wirkungskennzahl

  • Jahr: 2017
    • Zielerreichungsgrad: überwiegend erreicht
    • Istzustand: 27462 [Anzahl]
    • Zielzustand: 29132
    • Oberer Schwellenwert: 33000
    • Unterer Schwellenwert: 20000
  • Jahr: 2018
    • Ressortwechsel von "Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft" zu "Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus"
    • Zielerreichungsgrad: überwiegend erreicht
    • Istzustand: 29794 [Anzahl]
    • Zielzustand: 31500
    • Oberer Schwellenwert: 33000
    • Unterer Schwellenwert: 21000
  • Jahr: 2019
    • Zielerreichungsgrad: nicht erreicht
    • Istzustand: 33583 [Anzahl]
    • Zielzustand: 36500
    • Oberer Schwellenwert: 39500
    • Unterer Schwellenwert: 33000
  • Jahr: 2020
    • Ressortwechsel von "Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus" zu "Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus"
    • Zielerreichungsgrad: nicht erreicht
    • Istzustand: 36018 [Anzahl]
    • Zielzustand: 39500
    • Oberer Schwellenwert: 39500
    • Unterer Schwellenwert: 33000
  • Mittelfristiger Zielzustand: nicht vorhanden

Erläuterung der Entwicklung

Der Zielzustand mit insgesamt 39.500 Gebäuden war für 2020 neuerlich zu hoch angesetzt und resultiert aus der ursprünglich angenommenen Steigerung über die vergangenen Jahre. Der Zielzustand 2020 konnte daher nicht erreicht werden. Die Entwicklung zeigt, dass im langjährigen Durchschnitt 3.000 Gebäude pro Jahr (mit leicht abnehmender Tendenz) zumindest vor einem einhundertjährlichen Hochwasser geschützt werden, wobei im Jahr 2020 der Wert mit 2.435 Gebäuden etwas unter diesem Rahmen liegt. Der Zielzustand der nächsten Jahre ist daher in weiterer Folge anzupassen. Zudem ist die jährliche Entwicklung der Kennzahl von den im jeweiligen Jahr bewilligten Maßnahmentypen (Schutzmaßnahmen, Instandhaltungen, Hochwassersofortmaßnahmen, Planungen) abhängig und kann daher stärker variieren. Insgesamt setzt sich aber die positive Entwicklung fort.

Grafischer Maximalwert: 41000


Quelle

Hochwasserfachdatenbank (Bundeswasserbauverwaltung)

Berechnungsmethode

Die im jeweiligen Berichtsjahr ausgeführten Hochwasserschutzmaßnahmen weisen auch die Anzahl der hochwasserfreigestellten Gebäude mit einem Mindestschutz vor einhundertjährlichem Hochwasser aus

Kennzahlen des Wirkungsziels Details zu Kennzahl 4

Wirkungszielkennzahl 4: teilweise erreicht: Liegenschaften in Roten Gefahrenzonen (Wildbach, Lawine) [Anzahl]

Entwicklung der Wirkungskennzahl

  • Jahr: 2020
    • Zielerreichungsgrad: teilweise erreicht
    • Istzustand: 40276 [Anzahl]
    • Zielzustand: 39970
    • Oberer Schwellenwert: 39950
    • Unterer Schwellenwert: 41500
  • Mittelfristiger Zielzustand: nicht vorhanden

Erläuterung der Entwicklung

Mit der Erhebung der Liegenschaften in der Roten Gefahrenzone wurde erst im Jahr 2019 in nachvollziehbarer Weise (strukturiert) im digitalen Wildbach- und Lawinenkataster begonnen. Die Gefahrenzonenplanung konnte im Jahr 2020 zwar als Planungszustand in den Sektionen der Wildbach- und Lawinenverbauung erfolgreich weitergeführt werden, allerdings verhinderte die COVID-19-Pandemie oftmals den ordnungsgemäßen Abschluss der formalen Prozesse. Ohne Einschränkungen durch die Pandemie wäre die Zahl der Liegenschaften auf tatsächliche Verhältnisse zurückzuführen. Lockdown-bedingt konnten keine kommissionellen Überprüfungen vor Ort durchgeführt werden. Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass eine gemäß § 11 Forstgesetz ordnungsgemäße Auflage zur allgemeinen Einsicht und Stellungnahme durch die betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht möglich war. Der Anstieg der Zahlen an Liegenschaften in Roten Gefahrenzonen liegt einerseits an einem erhöhten Bauaufkommen in den Gemeinden. Andererseits wurden von 2019 auf 2020 Flächen der Wasserbauverwaltung (dicht besiedelte Gebiete) übernommen, wodurch auch die Anzahl der Liegenschaften in der roten Zone gestiegen ist. Weiters bestanden aufgrund der COVID-19-Pandemie nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten der kommissionellen Überprüfung von Gefahrenzonenplänen und damit einer Aktualisierung der Gefährdungen von Liegenschaften. Durch entsprechendes COVID-Management innerhalb des Betriebs der Wildbach- und Lawinenverbauung war es allerdings möglich, weitere negative Auswirkungen hintanzuhalten.

Grafischer Maximalwert: 39800


Quelle

Gebäude- und Wohnungsregister (Statistik Austria) und digitale Katastermappe (Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen), harmonisiert

Berechnungsmethode

Verschneidung der Gefahrenzonen Rot (Geodatenanalyse, Wildbach- und Lawinenkataster) mit dem Bestand der Liegenschaften; die rote Gefahrenzone umfasst jene Flächen, die durch Wildbäche oder Lawinen derart gefährdet sind, dass ihre ständige Benützung für Siedlungs- und Verkehrszwecke nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich ist.