überwiegend erreicht: Maßnahme 1: Ausbau und österreichweite Ausrollung des Programms "Coaching und Beratung für Lehrlinge und Lehrbetriebe"

Beschreibung der Maßnahme

Im Jahr 2012 startete – zunächst als Pilotversuch in den Bundesländern Oberösterreich, Steiermark, Tirol und Wien – das Programm "Coaching und Beratung für Lehrlinge und Lehrbetriebe" als Unterstützungsinstrument für Lehrlinge und Unternehmen, vorrangig mit den Zielen, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und den Abschluss der begonnenen Berufsausbildung zu unterstützen. Das Programm ergänzt die bestehenden, qualitätsbezogenen Förderinstrumente der betrieblichen Lehrstellenförderung (zB Ausbildungsverbünde, Weiterbildungen für Lehrlinge und Ausbilder, Kurse für lernschwache Lehrlinge, Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung), bietet eine individuelle, auf die Bedürfnisse und Talente der Lehrlinge eingehende Unterstützung und ist damit stärkenorientiert ausgerichtet. Die Coaching-Einheiten beginnen mit einem Erstgespräch und werden, je nach Bedarf, fortgesetzt (in der Pilotphase bis max. 41 Einheiten bzw. beim Coaching für Lehrbetriebe max. 11 Einheiten); hinsichtlich des Beratungselements des Programms wurde die bis dahin bestehende Struktur der Lehrstellenberater einbezogen (zielgruppenorientierte Beratungsleistungen zur Ausbildungsgestaltung), um eine gute Abstimmung beider Unterstützungsleistungen auch systematisch abzubilden. Das Pilotprogramm wurde vom Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung evaluiert. Als wesentlichstes Ergebnis kann festgehalten werden, dass bei mehr als 3/4 der abgeschlossenen Coaching- Fälle ein Verbleib im dualen Ausbildungssystem erreicht werden konnte. Auch bei den meisten anderen abgeschlossenen Fällen konnte eine individuelle Lösung gefunden werden. Alle Lehrlingsstellen berichten von positiven Rückmeldungen durch Betriebe und Lehrlinge bzw. ihren Familien. Die enge Verknüpfung von Betrieb und Lehrling wird als innovativ und als wichtige Ergänzung zum bestehenden Unterstützungsangebot für Lehrlinge und Betriebe geschätzt. Der Evaluierungsbericht wurde im BMWFW im Rahmen einer Enquete am 20. Jänner 2014 präsentiert und ist auf der Website des BMWFW veröffentlicht. Auf Basis dieser Evaluierungsergebnisse wurden für die österreichweite Ausrollung zusätzlich "Jugendliche und Unternehmen mit Migrationshintergrund", "Frauen in untypischen Berufen" und "Ausbildung in KMUs" als zielgruppenspezifische Schwerpunkte definiert. Zur Unterstützung der Steuerung des Programms und zur Koordination insb. zielgruppenadäquater Einzelmaßnahmen sowie zur Vernetzung mit anderen Unterstützungsstrukturen (insb. sonstige Maßnahmen der betrieblichen Lehrstellenförderung, AMS, Länder, Jugendcoaching) wird eine Koordinationsstelle eingerichtet (WFA 2014).


Der Maßnahme zugeordnete Ziele


Beurteilung der Umsetzung der Maßnahme: überwiegend erreicht.