Förderung von Produktstrategien von KMU (ProTrans 4.0)

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Programm zur Förderung von Produktfindungsstrategien von KMU im Kontext mit Produkt-, Prozess- (wie Industrie 4.0) oder Dienstleistungsinnovationen - ProTrans - 4.0 BMDW UG 33 2015 2015 -11.555 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Österreich weist im EU-Vergleich (Innovation Union Scoreboard) zwar einen hohen Anteil von innovierenden KMU auf, zeigt aber, dass bei der Entwicklung von Marktneuheiten und bei für Unternehmen neuen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen österreichische Unternehmen, vor allem KMU, unterdurchschnittliche Umsatzanteile lukrieren. Eine Barriere dafür besteht u.a. darin, dass den KMU vielfach die (Innovationsmanagement-) Ressourcen fehlen um systematisch neue Entwicklungen, vor allem im Hinblick auf eine Verbesserung des Produktportfolios (strategische Produktfindung), voranzutreiben und ihr Innovationspotenzial zu nutzen.
Zusätzliche Handlungsmomente ergeben sich daraus, dass KMU, die in Wertschöpfungsketten mit österreichischen oder ausländischen Leitbetrieben verankert sind (vor allem Zulieferbetriebe) besonders gefordert sind, die Produktentwicklung auf einer strategischen Produktfindung aufzusetzen.
Dazu kommt, dass auch bei KMU eine (strategische) Produktfindung sehr oft mit einer organisatorischen bzw. Verfahrensinnovation verbunden ist, die in vielen Fällen mit der Implementierung von IKT-Systemen einhergeht (Industrie 4.0). Der Begriff "Industrie 4.0" steht für Technologie- und unternehmensübergreifendes Zusammenwachsen von modernsten Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) mit Produkten und Prozessen in Produktion und Logistik. Durch Vernetzung von Produkten, Daten und Menschen wird die Effizienz und die Flexibilität vor allem von produzierenden Unternehmen gesteigert. Dies geht einher mit der Entwicklung von innovativen Geschäftsmodellen und neu entstehende Arbeitsformen. Insgesamt wird ersichtlich, dass diese neuen Bedingungen die Industriebetriebe vor große technische, organisatorische und auch finanzielle Herausforderungen stellen. Von diesem Strukturwandel sind nicht nur Industriebetriebe, sondern in Österreich auch viele KMU betroffen, sehr oft jene, die an die Wertschöpfungskette von "Industrie-4.0-Betrieben" angebunden sind bzw. diese Anbindung erreichen müssen.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

In der Leitbetriebe Standortstrategie des vormaligen BMWFW (Oktober 2014) bildete "die Förderung der Entwicklung neuer und innovativer Geschäftsmodelle sowie intelligenter Produkte und Prozesse, insbesondere bei KMU" einen Schwerpunkt. Dieser Schwerpunkt sollte in ProTrans - 4.0 abgebildet werden.
ProTrans - 4.0 wird auch in der Open Innovation Strategie für Österreich der Bundesregierung (Juli 2016) angeführt: Maßnahme 10 - Weiterentwicklung und Zurverfügungstellung von Open Innovation-Methoden und -Instrumenten spezifisch für Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Österreich ist der erste europäische Mitgliedsstaat, der eine umfassende nationale Open Innovation Strategie entwickelt hat.
Bezug zum Regierungsprogramm 2013–2018 Kapitel Forschung und Innovation Maßnahme "Spitzenforschung im Grundlagen- und Anwendungsbereich stärken, Innovationskette umfassend fördern".


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2015 2016 2017 2018 2019 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 400 400 0 400 400 0 400 285 -115 400 285 -115 0 93 93 1.600 1.463 -137
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 4.600 423 -4.177 3.600 3.420 -180 3.600 4.273 673 3.600 1.976 -1.624 0 0 0 15.400 10.092 -5.308
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 5.000 823 -4.177 4.000 3.820 -180 4.000 4.558 558 4.000 2.261 -1.739 0 93 93 17.000 11.555 -5.445
Nettoergebnis -5.000 -823 -4.000 -3.820 -4.000 -4.558 -4.000 -2.261 0 -93 -17.000 -11.555

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Aufgrund einer inhaltlichen Neuausrichtung der Digitalisierungsinitiative und der damit erfolgten Schwerpunktverschiebung wurde aus budgetären Gründen trotz hoher Nachfrage nach dem Programm ProTrans - 4.0 ein Programmstop verfügt und die Einreichmöglichkeit für KMU bereits am 5.12.2016 geschlossen. Die ursprünglich geplante Laufzeit für das Programm ProTrans - 4.0 war für 2015–2018 geplant. Da die Auszahlungen an die geförderten KMU (Transferaufwand) individuell je nach Projektfortschritt und entsprechender Vorlage von Berichten durch die geförderten KMU erfolgen, fallen Werkleistungen (Leistungen des Abwicklers aws) und Transferaufwand auch in den Jahren nach 2016 an. Die Differenz vom geplanten Förderbudget für die Jahre 2015–2016 (8.200.000,-- Euro) auf das tatsächlich angefallene Budget (10.092.400,-- Euro) i. H. v. 1.892.400,-- Euro wurde mittels Umschichtungen aus nicht ausgenutzten abgerechneten Mitteln aus dem Vorgänger-Programm ProTrans (2011–2014) finanziert. Das Planbudget von 15,4 Mio. Euro, wurde zwar um 5.307.600,-- Euro unterschritten, der Erfolg für das Förderprogramm ProTrans - 4.0 ist allerdings trotz der gekürzten Programmlaufzeit von 4 auf 2 Jahre (2015-2016) deutlich gegeben. Im Zeitpunkt der Planung und Erstellung der gegenständlichen WFA wurde ein Auszahlungsbudget für Werkleistungen zu ProTrans - 4.0 (2015–2018) in der Höhe von insgesamt 1.600.000,-- Euro angenommen. In der Tabelle (2015-2019) wird ein Betrag von 1.462.930,-- Euro (gerundet 1.463.000,--) abgebildet. Für das Jahr 2020, das in der Tabelle mangels Verfügbarkeit nicht dargestellt werden kann, ist noch eine anteilige Zahlung für Werkleistungen i. H. v. 207.808,-- Euro anzusetzen, die aus Umschichtungen nicht ausgenutzter operativer Mittel finanziert werden. Tatsächlich wurden für ProTrans - 4.0 Werkleistungen in der Höhe von insgesamt 1.670.738,-- Euro eingesetzt (2015-2020). Das Planbudget von 1,6 Mio. Euro, wurde damit um 70.738,-- Euro überschritten.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

In der Leitbetriebe Standortstrategie des vormaligen BMWFW (Oktober 2014) bildete "die Förderung der Entwicklung neuer und innovativer Geschäftsmodelle sowie intelligenter Produkte und Prozesse, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)" einen Schwerpunkt. Das Vorgängerprogramm ProTrans wurde 2014 als eines der geeigneten Instrumente zur Umsetzung der Standortstrategie ausgewählt und letztlich im Programm ProTrans - 4.0 (Programm zur Förderung von Produktfindungsstrategien von KMU) ab 2015 weiterentwickelt fortgeführt.
Zentrales Ziel des themenoffenen Programms ProTrans - 4.0 war es, nachhaltige Unternehmensstrategien bei wachstumsorientierten KMU im Hinblick auf Prozess-, Produkt-, Verfahrens- (wie Industrie 4.0) oder Dienstleistungsinnovationen in Kooperation mit externen Expertinnen und Experten (z.B. Forschungseinrichtungen oder anderen Unternehmen) zu fördern.

ProTrans - 4.0 hat im Sinne dieser Zielsetzungen zur Verbesserung des Innovationsoutputs von Unternehmen (KMU) durch die Optimierung des Innovationsmanagements in den Unternehmen - gerade in der kritischen Phase der Produktfindung - beigetragen. Laut einer Befragung von geförderten Unternehmen durch die aws, hat ProTrans - 4.0 dazu beigetragen deren Produktpalette um für die Branche neue Produkte zu erweitern, völlig neue Kundengruppen zu erschließen, neue Geschäftsfelder mit substantiellen Gesamtumsatz (>25%) aufzubauen und insgesamt eine Qualitätsverbesserung zu erzielen. Ein Alleinstellungsmerkmal der ProTrans - 4.0 Projekte (maximal 2 Jahre) war auch, dass sie aus 2 Phasen bestanden - einer Definitionsphase zur Strategieentwicklung (maximal 8 Monate) und einer Umsetzungsphase (maximal 12 Monate). Dies wurde von den KMU sehr positiv angenommen.

Aufgrund einer inhaltlichen Neuausrichtung der Digitalisierungsinitiative und der damit erfolgten Schwerpunktverschiebung wurde aus budgetären Gründen trotz hoher Nachfrage nach dem Programm ProTrans - 4.0 ein Programmstop verfügt und die Einreichmöglichkeit für KMU bereits am 5.12.2016 geschlossen. Die ursprünglich geplante Laufzeit für das Programm ProTrans - 4.0 war für 2015-2018 geplant.
In den Jahren 2015-2016 wurden 77 Projekte zur Förderung eingereicht, davon wurden 58 Förderungsanträge genehmigt. Für erfolgreiche ProTrans - 4.0 Projekte wurden im Zeitraum 2015-2016 Fördermittel in Höhe von gerundet 11 Mio. Euro bei Projektgesamtkosten in Höhe von 40,325 Mio. Euro genehmigt. Damit wurde das ursprünglich geplante Förder-Budget von 8,2 Mio. Euro für 2015 bis 2016 infolge der hohen Nachfrage deutlich überschritten.

Als Kennzahl für den Nachweis des Zielerreichungsgrades für ProTrans - 4.0 wurde die Innovationserhebung der Statistik Austria – Community Innovation Survey 2016 (CIS 2016) über die Innovationsaktivitäten der europäischen Unternehmen der Jahre 2014 – 2016 (EIS-Indikatoren) herangezogen. Diese zeigt, dass der Anteil der KMU mit Produkt- oder Prozessinnovationen von 40,7% (in % aller KMU) (2014) auf 45% (2016) gesteigert werden konnte.

ProTrans - 4.0 hat sich, trotz verkürzter Programmlaufzeit (2015-2016), als erfolgreiches, bei den KMU stark nachgefragtes Förderprogramm bewährt, dessen Ziele jedenfalls erreicht wurden. Das Programm lieferte gerade in der kritischen Phase der Produktfindung einen wichtigen Beitrag durch die Verbesserung des Innovationsmanagements in den Unternehmen (KMU). Nach Abschluss des ProTrans - 4.0 Vorhabens konnten die geförderten Unternehmen ihre Aktivitäten deutlich ausweiten und neue Geschäftsfelder erschließen. Es kam auch zu einer Vielzahl von Folgeprojekten der geförderten KMU (Investitionsförderungen, IP-Förderungen).
Mit ProTrans - 4.0 konnte somit ein wichtiger Impuls für die Stärkung und Erhöhung der Innovationsfähigkeit der KMU gesetzt werden.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen