Eurofighter - Obsoleszenz Management Umbau der EJ200 Triebwerke auf Tranche 2 Standard

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Obsoleszenz Management Umbau der EJ200 Triebwerke auf Tranche 2 Standard BMLV UG 14 2015 2016 -28.097 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Nationale Rechtsgrundlage

B-VG, WG 2001, BVergG 2006, BHG 2013

Problemdefinition

In Österreich stehen 15 Luftfahrzeuge der Type EUROFIGHTER Tranche 1 zur Wahrung der Luftraumüberwachung in Verwendung. Bei der Tranche 1 handelt es sich um das erste und somit älteste von insgesamt drei Lieferlosen.
Zur Aufrechterhaltung des Flugbetriebes ist ein Wechsel von DECU (Digital Engine Control Unit) auf DECMU (Digital Engine Control and Monitoring Unit) im Bereich des EJ200 Triebwerkes notwendig. Die Tranche 1 setzt die DECU zur Triebwerksregelung ein. Ab der Tranche 2 wird zu diesem Zweck die DECMU verwendet. Die DECMU ist abwärtskompatibel und kann für die Tranche 1 Verwendung finden.
Die Industrie stellt mit 2017 die Reparatur der DECUs wegen fehlender Prozessoren für die Regler und Testeinrichtungen ein. Ab diesem Zeitpunkt ist nur noch die Umstellung auf DECMUs möglich. Diese müssten dann bereits vorhanden sein.
Hinzu kommt, dass in absehbarer Zeit die Produktion des EUROFIGHTER generell eingestellt wird und damit auch das Produktionsende für die DECMUs ansteht. Großbritannien Deutschland, Italien und Spanien haben auf das Problem bereits reagiert und DECMUs zur Umrüstung ihrer Tranche 1 Triebwerke bestellt.
Aufgrund der langen Lieferzeiten für die elektronischen Komponenten, ist der letztmögliche Bestellzeitpunkt für die DECMUs der Juli 2015. Die DECMUs würden dann im Zeitraum 2016 bis 2020 zulaufen.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Die militärstrategische Zielsetzung des Österreichischen Bundesheeres, abgeleitet aus den sicherheits- und verteidigungspolitischen Vorgaben, ist der militärische Souveränitätsschutz der Republik Österreich im In- und Ausland. Das Militärstrategische Konzept 2017, als das zentrale militärstrategische Grundsatzdokument des Österreichischen Bundesheeres, definiert daher auch als eine der Einsatzaufgaben im Rahmen der militärischen Landesverteidigung die „Überwachung des österreichischen Luftraumes“ als permanente Aufgabe sowie die „Sicherung des österreichischen Luftraumes“ und die „Verteidigung der territorialen Integrität Österreichs am Boden und im Luftraum gegen subkonventionelle und konventionelle Angriffe“ als anlassbezogene Aufgaben. Zusätzlich ist als eine der anlassbezogenen Aufgaben innerhalb der Europäischen Union bzw. in Nachbarstaaten die „Grenzüberschreitende aktive Luftraumüberwachung, Beitragsleistung bzw. gegenseitige Unterstützung bei anlassbezogenen Luftraumsicherungsoperationen im Rahmen staatsvertraglicher Übereinkommen“ definiert.
Die diesbezüglichen Vorgaben und Details sind:
• im Regierungsprogramm 2017 – 2022 (Seite 51): Das ÖBH muss weiterhin auch über den Bereich der militärischen Landesverteidigung hinaus zur Bewältigung von Assistenz-Aufgaben, zum Schutz der verfassungsmäßigen Einrichtungen und ihrer Handlungsfähigkeit sowie der demokratischen Freiheiten der Einwohner, zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit im Inneren überhaupt sowie zur Hilfeleistung bei Elementarereignissen und Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfangs befähigt sein,
• im Arbeitsprogramm der österreichischen Bundesregierung 2013 – 2018 (Seite 82): Das Bundesheer muss auf der Grundlage der neuen Österreichischen Sicherheitsstrategie, des Wehrdienstberichtes, des Milizsystems und der Immerwährenden Neutralität an die zukünftigen Herausforderungen und Aufgaben angepasst werden. Eine Verbesserung der Fähigkeiten sowohl zur militärischen Landesverteidigung als auch für Assistenzeinsätze ist anzustreben,
• in der Österreichischen Sicherheitsstrategie 2013 unter Punkt 4.4 Verteidigungspolitik Absatz Militärische Landesverteidigung Zi. 8,
• in der Teilstrategie Verteidigungspolitik 2014 unter Punkt 3 Verteidigungspolitische Zielsetzungen Zi. 1 (Gewährleistung der staatlichen Souveränität und Integrität) und Zi. 3 (Leistung eines militärischen Solidarbeitrages zum sicherheitspolitischen Handeln der EU), unter Punkt 4 Verteidigungspolitisches Konzept Österreich und unter Punkt 5.2 Verteidigungspolitisches Leistungsprofil Absatz Landesverteidigung und Assistenz sowie
• im Militärstrategischen Konzept 2017 unter den Punkten 2.1.1 Militärische Landesverteidigung, 2.2 Einsatzaufgaben im Ausland, 4.1.3 Luftraumsicherungsoperationen, 4.2 Militärische Luftraumüberwachung
abgebildet.
Ein besteht kein signifikanter Beitrag des Vorhabens zu den UN Nachhaltigkeitszielen (SDGs).


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2015 2016 2017 2018 2019 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 10.000 11.581 1.581 9.700 5.485 -4.215 8.200 10.010 1.810 0 1.021 1.021 27.900 28.097 197
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 0 0 0 10.000 11.581 1.581 9.700 5.485 -4.215 8.200 10.010 1.810 0 1.021 1.021 27.900 28.097 197
Nettoergebnis 0 0 -10.000 -11.581 -9.700 -5.485 -8.200 -10.010 0 -1.021 -27.900 -28.097

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Zum Zeitpunkt der Erstellung der WFA wurden Gesamtaufwendungen in der Höhe von 27,9 Mio. € abgeschätzt. Tatsächlich sind finanzielle Auswirkungen in der Höhe von 28,1 Mio. € eingetreten. Die Mehraufwendungen in der Höhe von 0,2 Mio. € sind im Wesentlichen auf Wechselkursschwankungen zurückzuführen.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

In Österreich stehen 15 Luftfahrzeuge der Type Eurofighter Tranche 1 - dem ersten von insgesamt drei und somit ältesten Lieferlos - zur Wahrung der Luftraumüberwachung in Verwendung. Zur Aufrechterhaltung des weiteren Flugbetriebes war ein Wechsel von Digital Engine Control Unit (DECU) auf Digital Engine Control and Monitoring Unit (DECMU) im Bereich des EJ200 Triebwerkes notwendig. Die Tranche 1 setzt die DECU zur Triebwerksregelung ein. Ab der Tranche 2 wird zu diesem Zweck die DECMU verwendet. Die DECMU ist abwärtskompatibel und kann auch für die Tranche 1 Verwendung finden. Nach Bestellung dieser elektronischen Komponenten 2015 sind die DECMUs im Zeitraum 2016 bis 2020 planmäßig zugelaufen und inzwischen sind alle österreichischen Luftfahrzeuge der Type Eurofighter damit ausgestattet.
Das Verhältnis zwischen den eingesetztem Inputfaktoren - im Wesentlichen Budget und Fachexpertise des eingesetzten technischen und kaufmännischen Personals - und erreichter Wirkung ist als adäquat und effizient zu beurteilen. Durch dieses Beschaffungsvorhaben hat sich insbesondere ergeben, dass logistische Engpässe mittels Austauschprogramm mit der Deutschen Bundeswehr nunmehr auch bei DECMUs zeitnah überbrückt werden können. Die zur Gänze eingetretene Wirkung bzw. des gänzlich erreichten Erfolges für dieses Beschaffungsvorhaben ist darin begründet, dass keine Eurofighter aufgrund defekter Triebwerke (durch fehlende DECMUs) abgestellt werden mussten und hierdurch die aktive Luftraumüberwachung jederzeit planmäßig durchgeführt werden konnte bzw. sichergestellt war.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen