Novelle des Berufsausbildungsgesetzes 2015 (BAG Novelle 2015)

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
überwiegend eingetreten: BAG Novelle 2015 BMDW UG 40 2015 2015 -44.087 Bundesgesetz

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Nationale Rechtsgrundlage

Berufsausbildungsgesetz (BAG)

Problemdefinition

Rund 40 Prozent der Jugendlichen eines Altersjahrganges entscheiden sich für eine Lehrausbildung. Allerdings ist die Zahl der Lehrlinge seit mehreren Jahren (teilweise demographisch bedingt) rückläufig. Um die Lehrausbildung auch für die Zukunft als attraktive, praxisorientiere Ausbildung zu erhalten, sollen u.a. die rechtlichen Rahmenbedingungen im Berufsausbildungsgesetz weiterentwickelt werden. Dazu sollen insb. die Ausbildungsmöglichkeiten für benachteiligte Jugendliche (sog. NEETs – Not in Employment, Education or Training) erweitert, das Qualitätsmanagement ausgebaut und die Kombination von Lehre und Matura weiter erleichtert werden. Weiters sollen die Bestimmungen zur Lehrabschlussprüfung modernisiert werden.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Das Arbeitsprogramm der österreichischen Bundesregierung für die Jahre 2013 bis 2018 sah ua unter dem Titel „Beschäftigung“ die Schwerpunkte „Aufwertung der Lehre“ (Seite 9) vor, um mit einem umfassenden Maßnahmenpaket die Lehrlingsausbildung auch in den nächsten Jahrzehnten attraktiv und erfolgreich zu gestalten.
Die Lehrlingsausbildung in Österreich ist allen Personen über 15 Jahren zugänglich. Weiters ist die Lehrlingsausbildung insb. durch die direkte Arbeitsmarkteinmündung ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Sicherung des Fachkräftebedarfs und trägt zur im internationalen Vergleich relativ niedrigen Jugendarbeitslosigkeit bei. Um die Lehrausbildung zukunftsfit zu gestalten ist daher die laufende Überarbeitung der gesetzlichen Rahmenbedingungen notwendig.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2015 2016 2017 2018 2019 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 1.200 1.200 0 2.400 2.400 0 3.600 3.600 0 4.800 4.800 0 12.000 12.000 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 0 0 0 2.795 2.795 0 5.590 5.590 0 8.385 8.385 0 11.180 11.180 0 27.950 27.950 0
Personalaufwand 0 0 0 398 398 0 811 811 0 1.241 1.241 0 1.687 1.687 0 4.137 4.137 0
Aufwendungen gesamt 0 0 0 4.393 4.393 0 8.801 8.801 0 13.226 13.226 0 17.667 17.667 0 44.087 44.087 0
Nettoergebnis 0 0 -4.393 -4.393 -8.801 -8.801 -13.226 -13.226 -17.667 -17.667 -44.087 -44.087

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Generell lassen sich im Zuge der BAG-Novelle finanzielle Auswirkungen nur hinsichtlich der Maßnahme 1 „standardisierte Ausbildungsprogramme im Rahmen der Teilqualifizierung“ ableiten (siehe WFA), wobei die für die Budgetierung zugrundeliegenden Daten auf einer Studie des IHS aus dem Jahr 2015 zur Einführung der Ausbildungspflicht bis 18 basieren. Diese Daten (insbesondere „Frühe Ausbildungsabbrecher*innen“ (FABA) 2016 der Statistik Austria abzüglich vorhandener Angebotsplätze in AMS (Arbeitsmarktservice) und SMS (Sozialministeriumsservice) Maßnahmen) sind aktuell nicht verfügbar. Die Entwicklung der Lehrlinge gem. § 8b Abs. 2 BAG (Teilqualifikation) zeigt jedoch, dass durch die Attraktivierung der Teilqualifikationen im Zuge der BAG-Novelle 2015 ein erhöhtes Engagement der Unternehmen induziert hat. Diese zusätzlichen Wirkungen wurden jedoch demographisch sowie durch einen Rückgang der Ausbildungsplätze in Ausbildungseinrichtungen teilweise kompensiert. Daher kann davon ausgegangen werden, dass die zusätzlichen finanziellen Auswirkungen, sowohl im Bereich der Berufsschulen, als auch bei den Werk- sowie Transferleistungen (Berufsausbildungsassistenz und betrieblichen Lehrstellenförderung) jedenfalls im Rahmen der angenommenen Planwerte gelegen sind.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: überwiegend eingetreten.

Die Zahl der Lehrlinge ist ein Indikator für Investitionen in Humanressourcen und trägt insbesondere durch die unmittelbare Einmündung der Ausbildung in den Arbeitsmarkt zur günstigen Situation im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit (2019: 5-niedrigste Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen in der EU) bei. Insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung (sinkende Zahl der 15-jährigen seit 2007) wurde es für Unternehmen jedoch zunehmend schwieriger, Jugendliche für die Ausbildung zu finden. Dennoch bleibt die Lehre auch weiterhin quantitativ der bedeutendste Ausbildungsweg auf Ebene der 10. Schulstufe in Österreich (Schuljahr 2018/2019: 36,8 % der Schüler/innen) und behält damit ihren Stellenwert für die Ausbildung von Fachkräften in Österreich. (Details der Entwicklungen sind u.a. im Forschungsbericht „Lehrlingsausbildung im Überblick 2020 – Strukturdaten, Trends und Perspektiven“, Dornmayer / Nowak, Herausgeber: ibw, Wien 2020 dargestellt). Um diese wichtige Stellung der Lehrausbildung im österreichischen Bildungssystem zu stärken, wurden insbesondere im Zuge der Novelle zum Berufsausbildungsgesetz 2015 wichtige Schritte hinsichtlich Qualitätssicherung und Durchlässigkeit gesetzt und damit auch die Attraktivität für Jugendliche und junge Erwachsene sowie für Ausbildungsbetriebe gesteigert.
Die Zahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr (Lehranfänger/innen) ist zwischen 2016 bis 2018 gegenüber den Vorjahren wieder angestiegen. 2019 gingen sie um 1,5% zurück. Insbesondere zeigte sich bei Lehrlingszahlen gem. § 8b Abs. 2 Berufsausbildungsgesetz (siehe dazu Maßnahme 1 der BAG-Novelle 2015), dass ab 2017 die Zahl der Lehrlinge in Teilqualifizierung, die in Unternehmen ausgebildet wurden, kontinuierlich gestiegen sind (2017: +0,2%, 2018: + 11,2% und 2019: +13,3% jew. gegenüber dem Vorjahr). Dieses steigende Engagement der Unternehmen lässt sich auch auf die im Rahmen der BAG-Novelle 2015 eingeführten attraktiveren Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich der Teilqualifizierungen zurückführen.
Durch die laufenden Modernisierungsprozesse wird sichergestellt, dass sowohl aus sozialer als auch arbeitsmarkt- und standortpolitischer Sicht die hohe Qualität und insbesondere Aktualität der Lehrlingsausbildung gewährleistet bleibt und auf diese Weise ein wichtiger Beitrag gegen den Fachkräftemangel geleistet wird.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen