Programme "Kinder gesund bewegen" und "Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit" – Vertragsverlängerung 2019/2020

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: "Kinder gesund bewegen" gebündelt mit "Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit" Erweiterung auf das Schuljahr 2019/20 – Vertrag mit der Bundes-Sport GmbH (vormals Vertrag mit Bundes-Sportförderungsfonds) BMKOES UG 17 2015 2015 -24.038 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Die Erhebungen der Statistik Austria haben ergeben, dass nur rund ein Drittel der Männer und ein Viertel der Frauen in Österreich regelmäßig gesundheitsfördernde Bewegung betreiben. Gesundheitsfördernde Bewegung im Sinne einer Prävention ist aber Voraussetzung für ein gesundes Altern. Um die angegebenen Werte zu erhöhen, ist es notwendig entsprechende Maßnahmen zu setzen. Ein Zugang ist, den Menschen schon in jungen Jahren zu vermitteln, dass Bewegung für das gesamte weitere Leben förderlich ist, damit diese ein Leben lang betrieben wird und so entsprechenden Einfluss auf die Systeme nimmt. Da Kinder im Kindergarten- und Volksschulalter als besonders lernfähig gelten, soll genau hier mit dieser Maßnahme angesetzt werden. Dies wurde bereits vor Jahren erkannt und im Jahre 2009 eine entsprechende Initiative – seinerzeit ebenfalls unter gleichem Namen – ins Leben gerufen. Nach Inkrafttreten des BSFG 2013 wurde diese Maßnahme im Wege des Bundes-Sportförderungsfonds durch die Sport-Dachverbände weiter geführt.

Zur Verstärkung und zum Ausbau der Maßnahme stellte der Bundesminister für Landesverteidigung und Sport vom Jahr 2015 bis zum Jahr 2019 zusätzliche Mittel aus dem Sportbudget in Höhe von € 5 Millionen, insgesamt jedoch höchstens € 20 Millionen dem Bundes-Sportförderungsfonds gemäß § 31 Abs. 1 Ziffer 2 BSFG 2013 zur Abwicklung der Gesamtinitiative zur Verfügung. Die Umsetzung der Maßnahme zu dieser Initiative erfolgte gemäß § 15 Abs. 2 Ziffer 5 BSFG 2013.

Der durch das BSFG 2013 eingerichtete Bundes-Sportförderungsfonds wurde mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 2018 gemäß § 28 BSFG 2017 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit der Firma "Bundes-Sport GmbH" umgewandelt.

Im Jahr 2018 wurde der Vertrag mit der Bundes-Sport GmbH adaptiert und durch das Projekt "Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit" erweitert. Die gegenständliche Initiative wird nunmehr für das Schuljahr 2019/20 verlängert.

Der Bundesminister für öffentlichen Dienst und Sport stellt der Bundes-Sport GmbH die Mittel für die Abwicklung dieser Maßnahme gemäß § 5 Abs. 4 i. V. m. §5 Abs. 1 Z 2 des BSFG 2017 zur Verfügung. Die Umsetzung der Maßnahme erfolgt gemäß § 14 Abs. 1 Z 7 i. V. m. Z 14 des BSFG 2017.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Die Zielsetzung ist sowohl im BSFG 2013 als auch im BSFG 2017 sowie in den Regierungsprogrammen "Erfolgreich. Österreich. Arbeitsprogramm der österreichischen Bundesregierung für die Jahre 2013 bis 2018", "Zusammen. Für unser Österreich. Regierungsprogramm 2017–2022" und "Aus Verantwortung für Österreich. Regierungsprogramm 2020–2024" verankert.

Gemäß § 1 BSFG 2013 ist Bewegung und Sport für die gesamte österreichische Bevölkerung zu ermöglichen. Ziel der entsprechenden Bemühungen ist es, 100 % der Bevölkerung und insbesondere Kinder und Jugendliche zu Bewegung und Sport zu motivieren.

Gemäß § 1 Abs. 1 BSFG 2017 vermittelt Sport von der gesundheits- bis zur spitzensportbestimmten Ausübung wichtige Werte des gesellschaftlichen Miteinanders und Zusammenlebens wie Toleranz, Fairness und Respekt gegenüber anderen, führt Menschen unterschiedlicher Kulturen und sozialer Hintergründe zusammen, verbindet Generationen, fördert Gesundheit, Gemeinsamkeit, Integration, Kommunikation, Solidarität und Begeisterung für eine gemeinsame Sache, überwindet politische Grenzen und baut Vorurteile ab und leistet einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeits- und Identitätsfindung der einzelnen Menschen, insbesondere jener mit Behinderung. Sport motiviert insbesondere junge Menschen und jene, die noch keinen Sport betreiben, durch die Vorbildfunktion der Sportlerinnen und Sportler diese positiven Werte und Verhaltensweisen zu übernehmen. Ziel der Bundes-Sportförderung ist gemäß §2 Abs. 1 BSFG 2017 das Heranführen von mehr Menschen zu Bewegung und Sport zur Stärkung der Gesundheit.

Gemäß dem Regierungsprogramm "Erfolgreich. Österreich. Arbeitsprogramm der österreichischen Bundesregierung für die Jahre 2013 bis 2018" zählt die Bekämpfung des Bewegungsmangels bei Kindern zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Als Maßnahme zur Bekämpfung des Bewegungsmangels wird der Ausbau des wöchentlichen Mindestumfanges an Sport- und Bewegungsstunden ab dem Kindergarten bis zum Ende des Pflichtschulalters genannt.

Gemäß dem Regierungsprogramm "Zusammen. Für unser Österreich. Regierungsprogramm 2017–2022" soll Sport und Bewegung als Grundlage für eine gesunde Lebensführung gestärkt werden sowie junge Menschen für Sport und Bewegung begeistert werden. In diesem Zusammenhang wird explizit der Ausbau des Programms "Kinder gesund bewegen" genannt.

Gemäß dem Regierungsprogramm "Aus Verantwortung für Österreich. Regierungsprogramm 2020–2024" sind Bewegung und Sport ein wesentlicher Bestandteil des Alltags der Menschen in Österreich. Die Bundesregierung unterstützt den Sport daher in seiner ganzen Breite angefangen vom Erlernen der körperlichen Grundkompetenzen im Kinderturnen. Die Bundesregierung sieht das Engagement für den Sport als wichtige Investition in eine positive Entwicklung unserer Gesellschaft. Zudem ist Sport auch Lebensschule – für Jung und Alt. Ausdrücklich wird auch die Forcierung von Bewegungsangeboten integriert in den Alltag in Kindergärten angesprochen.

Darüber hinaus leistet das Vorhaben einen Beitrag zur Umsetzung des Unterziels 3.4 - "Bis 2030 die Frühsterblichkeit aufgrund von nicht übertragbaren Krankheiten durch Prävention und Behandlung um ein Drittel senken und die psychische Gesundheit und das Wohlergehen fördern" - der Sustainable Development Goals (SDG).


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2015 2016 2017 2018 2019 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 2.969 2.969 0 4.860 4.860 0 4.152 4.152 0 5.657 5.657 0 6.400 6.400 0 24.038 24.038 0
Aufwendungen gesamt 2.969 2.969 0 4.860 4.860 0 4.152 4.152 0 5.657 5.657 0 6.400 6.400 0 24.038 24.038 0
Nettoergebnis -2.969 -2.969 -4.860 -4.860 -4.152 -4.152 -5.657 -5.657 -6.400 -6.400 -24.038 -24.038

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Im Zuge der Erstellung der WFA-Bündelung im Jahr 2019 wurden die seit dem Jahr 2015 tatsächlich erfolgten Transferaufwendungen für die Initiativen "Kinder gesund bewegen" und "Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit" aktualisiert, wodurch das Delta in der gegenständlichen Ergebnisrechnung "Null" ergibt. Der ursprünglich im Jahr 2015 abgeschätzte Transferaufwand für die Initiative "Kinder gesund bewegen" stellt sich folgendermaßen dar: 2015: € 5.000.000 2016: € 5.000.000 2017: € 5.000.000 2018: € 5.000.000 Für das Jahr 2015 betrug der tatsächlich erfolgte Transferaufwand für die Initiative "Kinder gesund bewegen" € 2.969.000. Für das Jahr 2016 betrug der tatsächlich erfolgte Transferaufwand für die Initiative "Kinder gesund bewegen" € 4.860.000. Für das Jahr 2017 betrug der tatsächlich erfolgte Transferaufwand für die Initiative "Kinder gesund bewegen" € 4.152.000. Für das Jahr 2018 betrug der tatsächlich erfolgte Transferaufwand für die Initiative "Kinder gesund bewegen" bis August 2018 € 3.371.142,86. Durch die Bündelung der Initiativen "Kinder gesund bewegen" und "Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit" ergibt sich für den Zeitraum September – Dezember 2018 ein Transferaufwand in Höhe von € 2.286.000. Somit ergibt sich insgesamt für das Jahr 2018 ein tatsächlicher Transferaufwand in Höhe von € 5.657.142,86. Im Jahr 2019 erfolgte bis August durch die Bündelung der Initiativen "Kinder gesund bewegen" und "Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit" ein Transferaufwand in Höhe von € 4.114.000. Für den Zeitraum September – Dezember 2019 ergibt sich für das Gesamtprojekt "Kinder gesund bewegen 2.0" ein Transferaufwand in Höhe von € 2.286.000. Somit ergibt sich insgesamt für das Jahr 2019 ein tatsächlicher Transferaufwand in Höhe von € 6.400.000.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

"Kinder gesund bewegen", "Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit" sowie "Kinder gesund bewegen 2.0" sind bundesweite Initiativen zur Bewegungsförderung für Kinder. Die Initiativen wollen entsprechend dem sportpolitischen Auftrag mehr Bewegung und Sport in den Alltag von Kindergarten- und Volksschulkindern bringen. Die Umsetzung wird durch die Sport-Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION sichergestellt, denen bundesweit 14.000 Sportvereine angehören. Die Aktivitäten werden durch die Fit Sport Austria (FSA), der gemeinnützigen GmbH der Sport-Dachverbände koordiniert.

Zielgruppe sind Kinder im Alter von 2 bis 10 Jahren in den Lebenswelten Kindergarten, Volksschule und Sportverein. Im Mittelpunkt steht dabei das Ziel, Kindern Bewegung und Sport in vielfältiger, spaß- und freudbetonter Art und Weise anzubieten, um sie zu lebenslanger körperlicher Aktivität zu motivieren. Alle Bewegungsangebote werden in Form von polysportiven Bewegungseinheiten durchgeführt.

Es konnte festgestellt werden, dass die Sensibilisierung, Motivierung und Vernetzung wichtiger Akteure im Bereich der Bewegungsförderung von Kindern langfristig gesehen die größte Wirkung auf das Bewegungsverhalten von Kindern verspricht. Die Vernetzung von Kindergärten, Volksschulen und Sportorganisationen erfolgt dabei vor allem im Rahmen einer gemeinsamen Umsetzung von bewegungsfördernden Einheiten in den Bildungseinrichtungen.

Zwischen den Schuljahren 2015/16 und 2019/20 wurden 773.818 bewegungsfördernde Einheiten umgesetzt und damit 11.689.696 Kinderbewegungsstunden realisiert. In diesem Zeitraum konnten 619.360 Kinder erreicht werden.

Im Schuljahr 2019/20 haben 568 Sportvereine mit 1.986 Übungsleiterinnen und Übungsleiter dazu beigetragen die bewegungsfördernden Einheiten umzusetzen.

Im Schuljahr 2019/20 konnte die bislang größte Beteiligung an Bildungseinrichtungen innerhalb eines Schuljahres erreicht werden. 43 Prozent aller Kindergärten und Volksschulen in Österreich haben im Schuljahr 2019/2020 an "Kinder gesund bewegen 2.0" teilgenommen.

Verbesserungspotentiale

Es hat sich gezeigt, dass die Initiative über einen gut aufgestellten Personalpool verfügt, der aber kontinuierlich gepflegt und immer wieder mit neuen Fachkräften aufgestockt werden muss.

Die Rückmeldung seitens der Übungsleiterinnen und Übungsleiter zur Initiative ist überwiegend positiv. Allerdings wurde auch mehrfach eine größere Unzufriedenheit mit der Vergütung der Übungsleiterinnen und Übungsleiter vorgebracht. Mit der Forderung einer besseren finanziellen Kompensation wurde dabei sehr häufig auch die Erwartung nach einer größeren Wertschätzung der eigenen Qualifikation und der erbrachten Leistungen verbunden.

Wenngleich die Initiative flächendeckend angeboten und umgesetzt wird, hat sich gezeigt, dass es aber auch größere regionale Unterschiede bei der Erreichung der Bildungseinrichtungen gibt. Diese regionalen Unterschiede sollten generell stärker in den Blick genommen werden.

Die Bewegungsförderung von Kindern als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe zu verankern, zählt zu den übergeordneten Wirkungszielen der Initiative. Dies bedeutet sektorenübergreifend für die Bewegungsförderung von Kindern zu werben und auf allen Ebenen entsprechende Allianzen einzugehen. In diesem Sinne sollte noch aktiver und systematischer geprüft werden, welche komplementären Aktivitäten und Projekte in den einzelnen Bundesländern bereits durchgeführt oder entwickelt werden, um gemeinsam mit diesen Initiativen mögliche Synergieffekte zu schaffen.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen