Forschungskompetenzen für die Wirtschaft – Ausführungsverträge 2015 und 2016

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Forschungskompetenzen für die Wirtschaft – Ausführungsverträge 2015 und 2016 (Qualifizierungsseminare, Qualifizierungsnetze, Innovationslehrveranstaltungen) BMDW UG 33 2015 2015 -14.245 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Bildung, Forschung und Innovation stellen die entscheidenden Elemente für das Entwicklungspotenzial von wissensbasierten Ökonomien dar. Beispiele hierfür sind die global innovativsten Länder, wie etwa die nordischen Staaten, die Schweiz, Deutschland oder die USA, die auch in der Wirtschaftskrise ihre Zukunftsinvestitionen in Forschung, Technologie, Innovation und Bildung gestärkt haben.
In der Systemevaluierung der österreichischen Forschungsförderung und -finanzierung, die 2009 den Schlussstein eines mehrjährigen Diskussions- und Analyseprozesses bildete, wurden Offenheit, Lernen und Mobilität als Leitlinien einer neuen Innovationspolitik benannt. Als Mängel in Österreich wurden insbesondere die Übersetzung vom Bildungs- ins Innovationssystem sowie die unzureichende Ausschöpfung verfügbarer Humanpotenziale identifiziert.
Mit dem Förderschwerpunkt "Forschungskompetenzen für die Wirtschaft" werden vom BMDW seit 2011 einerseits, die Forderungen der Systemevaluierung betreffend Ausweitung des Innovationsbegriffs und Förderung der Humanressourcen-Entwicklung aufgenommen, und andererseits, wird zur Erreichung des Zieles der gemeinsamen FTI-Strategie der Bundesregierung "Nachhaltige Reform des österreichischen Bildungswesen" beigetragen.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

In der Strategie der Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation (2011): "Potenziale ausschöpfen, Dynamik steigern, Zukunft schaffen. Der Weg zum Innovation Leader." (S. 28 ff.) wurde aufgezeigt, dass das Ausmaß an Interaktionen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft als eines der entscheidenden Defizite im österreichischen Innovationssystem gesehen wurde und dass diesem seit den 1990er Jahren mit unterschiedlichsten Programmen (z.B. COMET) begegnet wurde. Auch das Arbeitsprogramm der österreichischen Bundesregierung 2013-2018 sah vor, den "Ausbau der Qualifizierungsförderung für Beschäftigte" (S. 11) und Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft " (S. 30) zu verstärken. Um die erreichten Erfolge aus den Vorjahren nicht zu gefährden, war es notwendig, die bisherigen Maßnahmen optimiert fortzusetzen und eine Steigerung von Innovationen durch eine stärkere Nutzung der (wissenschaftlichen) Forschungsbasis auch für KMU zu gewährleisten. Das Ziel, die Barrieren und Schwellenängste von Unternehmen, insbesondere KMU, für Kooperationen mit Wissenschaft/Forschung abzubauen und den Zugang zu externen Ressourcen zu erleichtern, sollte mit der Maßnahme "den Ausbau von Initiativen zur Stärkung der Humanpotenziale im Bereich der angewandten Forschung und Stärkung der intersektoralen und internationalen Mobilität" erreicht werden. Das Programm "Forschungskompetenzen für die Wirtschaft", bei dem Konsortien von Universitäten/Fachhochschulen gemeinsam mit KMU die Höherqualifizierung der Beschäftigten in den Unternehmen vorantreiben, setzt diese Maßnahme um und trägt damit dazu bei, dass Barrieren und Schwellenängste von Unternehmen in der Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen abgebaut werden können.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2015 2016 2017 2018 2019 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 1.300 0 -1.300 2.200 1.442 -758 3.400 5.702 2.302 3.400 4.996 1.596 3.000 1.066 -1.934 13.300 13.206 -94
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 100 13 -87 220 231 11 340 334 -6 340 184 -156 300 277 -23 1.300 1.039 -261
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 1.400 13 -1.387 2.420 1.673 -747 3.740 6.036 2.296 3.740 5.180 1.440 3.300 1.343 -1.957 14.600 14.245 -355
Nettoergebnis -1.400 -13 -2.420 -1.673 -3.740 -6.036 -3.740 -5.180 -3.300 -1.343 -14.600 -14.245

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Die Fördermittel wurden nicht in voller Höhe in Anspruch genommen, das Zahlungsprofil hat sich gegenüber der Annahme in der WFA verschoben. Die Abwicklungskosten wurden deutlich unterschritten und liegen unter der vereinbarten Obergrenze.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Auf europäischer Ebene wurde zur Erreichung der in der „Europa 2020“ Strategie definierten Wachstumsziele die engere Vernetzung der Bereiche Bildung, Forschung und Innovation als zentral angesehen. Die Notwendigkeit, entsprechend qualifizierte Menschen für den Innovationsstandort zur Verfügung zu stellen, spiegelte sich auch in den Strategiepapieren der österreichischen Innovationspolitik wider. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW), nunmehr Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW), im Jahr 2011 mit dem Förderschwerpunkt "Forschungskompetenzen für die Wirtschaft" eine Maßnahme gesetzt, um die Forderungen betreffend Ausweitung des Innovationsbegriffs und Förderung der Humanressourcen-Entwicklung in Österreich zu unterstützen.
Die Ausschreibungen im Berichtszeitraum wurden wie geplant 2015 mit einem Budget von EUR 11,4 Mio. für alle 3 Programmlinien und 2016 mit einem Budget von EUR 5,0 Mio. für 2 Programmlinien durchgeführt. Die Zielsetzung des Programms, Unternehmen (primär KMU) im systematischen Aufbau und in der Höherqualifizierung ihres vorhandenen Forschungs- und Innovationspersonals zu unterstützen und gleichzeitig unternehmensrelevante Forschungsschwerpunkte an österreichischen Universitäten und Fachhochschulen zu verankern, konnte erreicht werden. Die im Programmdokument genannten Indikatoren waren gemäß der Zwischenevaluierung 2015 (durchgeführt von KMU Forschung Austria) teilweise sehr vage formuliert, kaum operationalisierbar und daher schwer zu erheben. Eine Überarbeitung der Zielformulierungen und Indikatoren, die ab dem Ausführungsvertrag 2015 zum Tragen kommt, wurde vorgenommen.
Da in der 3. Ausschreibung 2015 das Budget der Qualifizierungsseminare nur zur Hälfte ausgeschöpft und die avisierte Zielgröße an geschulten Personen nicht erreicht wurde, kam es zu einem Re-Design der Programmlinie.
Dieses Re-Design führte auch zu einer wesentlichen Vereinfachung der Antragstellung ab der 4. Ausschreibung 2016, sodass die bereitgestellten Budgetmittel seither stets vor Ablauf der Ausschreibungsfrist ausgeschöpft werden. Gleichzeitig konnte auch eine wesentlich höhere Beteiligung von Unternehmen erreicht werden, wobei hier vermehrt auch Antragsteller eingereicht haben, denen die Programmlinie bereits bekannt war. Im Hinblick auf die Programmeinsteiger attestiert die Evaluierung 2019/20, dass deren Anteil mit über einem Drittel der Beteiligten deutlich höher ist als in anderen Programmen des FFG-Portfolios. Über alle bisherigen Programmausschreibungen beträgt der Schnitt an Erstantragstellern 26,1%, in jenen der Qualifizierungsseminare 29,4%. Mit den in 2015 und 2016 durchgeführten Ausschreibungen konnten mehr als 1.770 Mitarbeitende aus Unternehmen geschult werden.
Die Evaluierung 2019/20 hat mittels Umfrage erhoben, dass die Programmteilnehmenden durch das gewonnene Wissen ihre Qualität steigern konnten und sich nach der Qualifizierung am Stand der Technik sahen, ihren Kund/innen neue Produkte oder Dienstleistungen anbieten, Prozesse verbessern und so ihre Unternehmen wettbewerbsfähiger machen konnten. Insgesamt wurde im Rahmen der Zwischenevaluierung 2015 festgestellt, dass das Programm die Lücke im Förderportfolio gut ergänzt, dass nachhaltige Netzwerke zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen entstanden sind, Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen von der Netzwerkbildung profitiert haben, Universitäten und Fachhochschulen Themen aufgegriffen haben, die sie ohne das Programm „Forschungskompetenzen für die Wirtschaft“ nicht in ihre Forschungsarbeit aufgenommen hätten. Eine weitere Evaluierung 2019/20 bestätigt, dass das Programm einen besonderen Impuls zum wechselseitigen Wissenstransfer zwischen Forschung und Unternehmen gegeben und damit seine Zielgruppen gut erreicht hat, insbesondere KMU, Forschungs-, Technologie-, Entwicklungs- und innovationsferne Unternehmen und Branchen. Die geförderten Projekte haben in substanziellem Ausmaß zum Erreichen der Programmziele beigetragen, vor allem zur Qualifizierung von Mitarbeiter/innen sowie zu neuen Partnerschaften und Kooperationen geführt. Besonders bemerkenswert wurde die große Vielfalt an Akteuren, Partnerkonstellationen und fachlichen Themen in den geförderten Projekten gesehen.

Verbesserungspotentiale

Bei der Durchführung der Zwischenevaluierung 2015 wurden folgende 3 wesentliche Optimierungsvorschläge identifiziert: (1) Die Überarbeitung der Zielformulierungen und Indikatoren. (2) Die Fördermittel, die für die Programmlinie Qualifizierungsseminare bereitstehen, wurden in den ersten Ausschreibungen nicht ausgeschöpft, obwohl das Format, das sich an Fördereinsteiger/innen richtet, auch für diese Zielgruppe sehr geeignet scheint. (3) Kommunikationsaktivitäten sollten verstärkt werden, um einen höheren Bekanntheitsgrad zu erreichen.
Die Verbesserungsvorschläge wurden in den auf die Evaluierung folgenden Ausführungsverträgen berücksichtigt. Neben der Überarbeitung der Zielformulierungen und Indikatoren wurde im Ausführungsvertrag 2016 ein Re-Design der Programmlinie „Qualifizierungsseminare“ umgesetzt, sodass eine Ausschöpfung des Programms ab der 4. Ausschreibung sichergestellt ist. Ebenso wurden die Kommunikationsaktivitäten durch die FFG verstärkt. Die Evaluierung 2019/20 bestätigt die Umsetzung der Verbesserungen und identifiziert folgende weitere Verbesserungspotenziale: (1) Kontinuität und Planungssicherheit für Antragsteller/innen durch mehrjährige operative Planung und Budgetierung schaffen. (2) Die Zielformulierung und Instrumente vereinfachen, indem unter anderem die Programmlinie „Innovationslehrgänge“ als eigene Projektform beendet und dafür der zeitliche, finanzielle und methodische Spielraum der Qualifizierungsnetzwerke erweitert wird. (3) Die systematische Kommunikation über das Programm stärken und einen Austausch zwischen den teilnehmenden Akteur/innen im Sinne eines "community building" etablieren. Die Empfehlungen werden in den nächsten Ausschreibungen des Programms Berücksichtigung finden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen