Förderung der Markteinführung von Breitbandanwendungen und Breitbanddiensten (AT:net)

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
überplanmäßig eingetreten: austrian electronic network - kurz "AT:net" Förderung der Markteinführung von Breitbandanwendungen und Breitbanddiensten BMDW UG 40 2015 2015 -18.795 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Problemdefinition

Der Ausbau von Breitbandhochleistungsinfrastrukturen zur Versorgung von Haushalten und Unternehmen hat enormen Einfluss auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Österreichs. Ein optimaler Internet-Zugang und dessen Nutzung ist Voraussetzung für das Wachstum der digitalen Wirtschaft, die auf dichter Vernetzung, ausreichenden Übertragungskapazitäten, sicheren Verbindungen und preiswertem Equipment basiert. Der von der Europäischen Kommission konstatierte Rückstand beim Hochgeschwindigkeits-Internet führt insbesondere in ländlichen Regionen zu einer Beeinträchtigung der Innovationsfähigkeit der Betriebe und verstärkt die sogenannte digitale Kluft. Darüber hinaus wird der beschleunigte Breitbandausbau als ein probates Mittel zur Erreichung der Europa-2020-Ziele gesehen.

Österreich liegt insbesondere im Internethandel und bei der Erstellung, dem Anbot und der Nutzung von Breitbanddiensten und -anwendungen im europäischen Vergleich zurück. Zahlen hierzu können der Studie "Die ökonomische Bedeutung der Internet Wirtschaft in Österreich", erstellt von: Fjodor Gütermann und Agnes Streissler Führer 2013, entnommen werden. Nur 12 % der Einzelhandelsunternehmen bieten Waren über das Internet an, nur 40 % der Haushalte haben über das Internet eingekauft. Bei der Nutzung von Online-Zeitungen, sozialen Netzwerken oder Spielen und Filmen liegt Österreich hinter dem EU Durchschnitt. Internetaktivitäten Österreichs bei Spielen, Bildern, Musik, Filmen 32 % dagegen Schweden bei 56 %. Bei Terminvereinbarungen mit Ärzten Österreich 7 % Schweden 12 %. Österreich hat rund 410.000 KMU. KMU, die stark auf Web Technologien setzen können eine 10 %ige Produktivitätssteigerung verzeichnen. Von 39.000 Einzelhandelsunternehmen haben 80 % einen Internetzugang, es verkaufen aber nur 15 % Waren über das Internet. In vielen Bereichen fehlen attraktive Angebote von Diensten und Anwendungen, die Überleitung von Forschungsergebnissen in Produkte kann hier eine deutliche Verbesserung bewirken.

Im Rahmen des Global Information Technology Report untersuchte das Beratungsunternehmen Booz & Company die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Digitalisierung. Laut ihren Ergebnissen führt bereits ein zehn Prozent höherer Digitalisierungsgrad zu einem durchschnittlich 0,6 Prozent höheren Bruttoinlandsprodukt, 0,8 Prozent niedrigerer Arbeitslosenquote und einer um 6,4 Prozent höheren Innovationstätigkeit.

Auch das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) sieht in den IKT Anwendungen einen "Wachstumstreiber". Insbesondere die Wirtschaftsleistung und die Produktivität werden durch die Informations- und Kommunikationstechnologien gesteigert. In der Europäischen Union werden bis zu einem Viertel des Wirtschaftswachstums und bis zu 40 Prozent der Produktivitätssteigerung auf IKT zurückgeführt.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Das Arbeitsprogramm der österreichischen Bundesregierung für die Jahre 2013 bis 2018 setzte sich für das innovationsaktive Unternehmertum ein. Durch Einsteigerangebote sollte die Zahl der innovationsaktiven Unternehmen erhöht, Start-Ups durch u.a. geeignete Förder-, Finanzierungs- und Betreuungsangebote forciert (z.B. Venture Capital), die Ansiedlung F&E-intensiver Unternehmen und F&E-Zentralen international tätiger Unternehmen in Österreich forciert, Produktions- und Schlüsseltechnologien verstärkt gefördert und die Vernetzung von Universitäten und Fachhochschulen mit Blick auf Ansiedlung forschender Unternehmen verstärkt werden (Seite 31).


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2015 2016 2017 2018 2019 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 1.050 294 -756 700 312 -388 700 625 -75 700 358 -342 3.150 1.589 -1.561
Transferaufwand 0 0 0 13.950 1.843 -12.107 9.300 4.477 -4.823 9.300 2.304 -6.996 9.300 8.582 -718 41.850 17.206 -24.644
Aufwendungen gesamt 0 0 0 15.000 2.137 -12.863 10.000 4.789 -5.211 10.000 2.929 -7.071 10.000 8.940 -1.060 45.000 18.795 -26.205
Nettoergebnis 0 0 -15.000 -2.137 -10.000 -4.789 -10.000 -2.929 -10.000 -8.940 -45.000 -18.795

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

In den Jahren 2016 und 2017 wurden dem BKA vom BMF 30 Mio. Euro für die Abwicklung der Ausschreibungen gemäß den zwei Ausführungsverträgen (abgeschlossen in den Jahren 2015 und 2017 mit jeweils 15 Mio. Euro = gesamt 30 Mio. Euro) zur Verfügung gestellt. Von den in der WFA angegebenen 50 Mio. Euro wurden daher 20 Mio. Euro nicht ausgenutzt. Das Jahr 2020 mit in der WFA geschätzten 5 Mio. Euro wird im Tool nicht dargestellt. Im Zeitpunkt der Planung und der Erstellung der gegenständlichen WFA wurden vom BMVIT mit Aufwänden in der Höhe von 3.150.000 EUR im Bereich Werkleistungen (Abwicklungskosten der FFG) und 41.850.000 EUR im Bereich Transferaufwand (Fördermittel) für die Jahre 2015 bis 2019 gerechnet. Tatsächlich sind finanzielle Auswirkungen in der Höhe von 1.589.000 EUR im Bereich Werkleistungen und 17.206.000 EUR im Bereich Transferaufwand in den Jahren 2015 bis 2019 eingetreten. In der oben dargestellten Tabelle können die finanziellen Auswirkungen nur für fünf Jahre dargestellt werden. So wurden auch im Jahr 2020 im Bereich Werkleistungen 133.500 EUR und im Bereich Transferaufwand 6.267.000 EUR angewiesen. Für die Jahre 2021 bis 2023 (Ende der Administration der Projekte) werden noch weitere Auszahlungen anfallen, da diese an die geförderten Unternehmen (insb. KMU) (Transferaufwand) individuell je nach Projektfortschritt und entsprechender Vorlage von Berichten durch die geförderten KMU erfolgen. Die Abweichung der tatsächlichen finanziellen Auswirkungen ist folglich vom jeweiligen Projekt- und Abrechnungs-fortschritt jedes einzelnen Projektes abhängig. Das Zahlungsprofil hat sich gegenüber der Annah-me in der WFA verschoben. Seit 2018 werden die Mittelanforderungen der FFG für AT:net durch das BMDW aus der Rücklage zur Auszahlung gebracht. Mit Stand vom März 2021 stehen aus diesen Mitteln noch 3,3 Mio. Euro zur Abdeckung der Mittelanforderungen zur Verfügung. Es ist nicht auszuschließen, dass die Fördermittel nicht in voller Höhe in Anspruch genommen werden.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: überplanmäßig eingetreten.

Die gegenständliche WFA wurde ursprünglich vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie erstellt. Durch Kompetenzverschiebungen ua im Zuge der Bundesministeriengesetz-Novelle 2017 ist das Vorhaben nach einer zwischenzeitlichen Zuständigkeit im Bundeskanzleramt nun durch das derzeitig zuständige Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort zu evaluieren.

Mit dem Förder-Programm AT:net wird die Markteinführung und Etablierung digitaler Anwendungen sowie digitaler Produkte gefördert und die wirtschaftliche Wirkung von Forschung und Entwicklung verstärkt. Dabei werden bestehende Unternehmen auf dem Weg zur Digitalisierung ihres Geschäfts genauso unterstützt wie neue Start-up-Initiativen. Mit der Abwicklung des Programms AT:net wurde die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG) beauftragt.
Für dieses Programm wurden insgesamt 5 Ausschreibungen durchgeführt. Es gab eine starke Zunahme der Projekt-Einreichungen von 50 Einreichungen bei der 1. Ausschreibung bis zu 140 Einreichungen bei der 3. Ausschreibung. Die weiteren Ausschreibungen konnten auf hohem Niveau stabil gehalten werden.

44,6% der 524 eingereichten Projekte wurden von Antragstellenden eingereicht, die zum ersten Mal um eine Förderung bei der FFG ansuchten. Von den eingereichten Projekten wurden 215 gefördert, wovon 43,8% in erfolgreiche Markteinführungen aus abgeschlossenen Innovationsvorhaben weitergeführt werden konnten. Dieses Ziel konnte daher überplanmäßig erreicht werden. Auch die geförderte Projektanzahl pro Ausschreibung konnte von 25 auf 49 Projekte beinahe verdoppelt und der Anteil der Ersteinreichenden leicht gesteigert werden. Das Programm adressiert insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und baut durch die Förderung Markteintrittsbarrieren ab. Demzufolge konnten auch ambitioniertere Projekte realisiert werden. Zwischen der ersten und der letzten Ausschreibung konnte der Anteil von KMU ebenfalls von 70% auf 95% überplanmäßig gesteigert werden.

Das Förder-Programm AT:net unterstützt die Einführung von qualitativen Diensten und Anwendungen sowie die innovative Verwertung von Forschungsergebnissen. AT:net leistet somit einen Beitrag zur Anhebung der Innovationstätigkeit im Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)-Bereich. Die erfolgreichen Markteinführungen aus abgeschlossenen Innovationsvorhaben sowie die steigende Anzahl von Projekteinreichungen für dieses Förderprogramm bestätigen den Bedarf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen, auch weiterhin zu stärken und Innovationen zu fördern.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen