Adaptierung Betreuungspläne (ganztägige Schulformen), flexibler Ressourceneinsatz an Neuen Mittelschulen, Stundentafelanpassung Bewegung und Sport

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Adaptierung Betreuungspläne Optimierung des Gestaltungsspielraumes an Neuen Mittelschulen durch Flexibilisierung des standortspezifischen Ressourceneinsatzes Anpassung schulautonomer Lehrplanbestimmungen im UF Bewegung und Sport an die Untergrenzen des UF Bewegung und Sport der subsidiären Stundentafeln. BMBWF UG 30 2015 2015 0 Verordnung

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Nationale Rechtsgrundlage

BGBl. II Nr. 174/2015

Problemdefinition

Ein qualitätsvolles Angebot an ganztägigen Schulformen ist für die individuelle Förderung von Kindern notwendig. Ganztägige Schulformen ermöglichen vor allem in Form der verschränkten Ganztagsschule die Umsetzung des Konzepts des pädagogisch fundierten Abwechselns zwischen Lerneinheiten, Fördereinheiten, Sport und Freizeit. Ganztägige Schulformen sind bei optimaler Ausgestaltung sozial gerechter, da vielfach erwiesen wurde, dass in dieser Schulform die Kosten für Nachhilfe sinken können - bei ganztägigen Schulangeboten werden dadurch sozial schwächere Familien finanziell entlastet. Ganztägige Schulformen ermöglichen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung, was vor allem Frauen zu Gute kommt, die voll erwerbstätig sein wollen. Ganztägige Schulformen sind ein Motor der Integration für SchülerInnen mit Migrationshintergrund, da durch gemeinsames Lernen und gemeinsame Freizeit spielerisch Spracherwerb erleichtert und Diversität so gelebt wird, dass kulturelle sowie soziale Barrieren spielerisch abgebaut werden.
An ganztägigen Schulformen bildet der Betreuungsplan einen Teil des Lehrplanes. Derzeit sind Betreuungspläne nur für die gegenstandsbezogene und die individuelle Lernzeit festzulegen. Tatsächlich enthielten die Lehrpläne bisher nur marginal Bestimmungen, die auch den Freizeitteil anlangen. Die zu überarbeitenden Lehrpläne sehen für den Betreuungsteil vor, dass die Lernzeiten jedenfalls der Bearbeitung von Aufgabenstellungen aus dem Unterricht (z.B. Hausübungen), der Festigung und Förderung der Unterrichtsarbeit sowie der individuellen Förderung dienen. Die Erarbeitung neuer Lerninhalte im Betreuungsteil soll auch in Zukunft nicht zulässig sein. Für die Freizeit stehen neben kreativen, künstlerischen, musischen und sportlichen Begabungen auch die Aneignung von sozialen Kompetenzen sowie die Persönlichkeitsentfaltung im Mittelpunkt.

Zum Zwecke der Individualisierung und inneren Differenzierung (vgl. § 31a Abs. 2 SchUG; Maßnahmen sind z.B. die Bildung von Förder- und Leistungskursen oder das Unterrichten in LehrerInnenteams) in den Pflichtgegenständen Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache an Neuen Mittelschulen stellt der Bund 6 Lehrpersonenstunden pro NMS-Klasse zur Verfügung. In der Praxis führt die Beschränkung des Einsatzes der 6 Wochenstunden auf die differenzierten Pflichtgegenstände zu erheblichen Schwierigkeiten, geplante Schwerpunkte, sowohl im fremdsprachlichen Bereich als auch im (autonomen) Schwerpunktbereich, zu realisieren, da beispielsweise in einigen Fällen LandeslehrerInnen mit der dafür erforderlichen speziellen Qualifikation am betroffenen Schulstandort nicht vorhanden sind. Von dem Vorhaben sind nach dem Endausbau der Neuen Mittelschule rd. 1.118 Standorte und rd. 10.400 Klassen betroffen.

Im Zuge eines Gesetzespakets (Bundesgesetz hinsichtlich ganztägiger Schulformen und der Bewegungsorientierung an Schulen) mit dem wesentlichen Ziel Bewegung und Sport im Schulorganisationsgesetz und Schulunterrichtsgesetz vermehrt zu verankern, soll nun auch in den Lehrplanverordnungen der Pflichtschulen das Stundenausmaß für Bewegung und Sport entsprechend der gesetzlichen Zielsetzungen festgesetzt werden. Die schulautonomen Lehrplanbestimmungen für das Unterrichtsfach Bewegung und Sport in den Pflichtschulen werden dahingehend angepasst, als dass in den subsidiären Stundentafeln der Pflichtschulen festgeschriebene Ausmaß für das Unterrichtsfach Bewegung und Sport im Wesentlichen nicht unterschritten werden kann.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Das Vorhaben unterstützt wesentliche Themen des Regierungsprogramm 2013–2018, zum Beispiel die Stärkung der Schulautonomie sowie flexiblere Einsatzmöglichkeiten der den Schulen zugewiesenen Ressourcen.

Für die qualitätsvolle Umsetzung der (Neuen) Mittelschule werden 6 zusätzliche Lehrpersonen-Wochenstunden zur Verfügung gestellt, die im Sinne schulautonomer Gestaltungsmöglichkeiten flexibel eingesetzt werden sollen, um die Chancengerechtigkeit im Bildungswesen zu erhöhen und das Bildungsniveau der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen (Wirkungsziele des Ressorts). Schülerinnen und Schüler der (Neuen) Mittelschule sollen durch schulautonome Schwerpunktsetzungen bessere Chancen beim Zugang zu höherer Bildung und zu qualifizierten Berufstätigkeiten haben. Diese Maßnahme entspricht dem UN-Nachhaltigkeitsziel 4.1.

Im Sinne des UN-Nachhaltigkeitszieles 4.6. trägt der Ausbau der ganztägigen Schulformen mit qualitätsvollen Lernzeiten dazu bei, dass alle Jugendlichen Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Durch den Einsatz von ausgebildeten Lehrkräften in der Lernzeit ist für eine optimale Unterstützung und Förderung gesorgt.

In den Betreuungsplänen für ganztägige Schulformen werden im Sinne des UN-Nachhaltigkeitszieles 4.7. einzelne Aspekte der Bildung für nachhaltige Entwicklung wie die Förderung des Gesundheitsbewusstseins und geschlechterbewusste Pädagogik angesprochen.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Angabe finanzieller Auswirkungen fehlt)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2015 2016 2017 2018 2019 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Nettoergebnis 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

In den (Neuen) Mittelschulen wurde die Lehrpersonalkapazität nicht verändert, daher ergeben sich wie geplant keine finanziellen Auswirkungen durch die Flexibilisierung beim Ressourceneinsatz.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Im Bereich der ganztägigen Schulformen ist die Entwicklung sowohl quantitativ als auch qualitativ positiv. Die zahlenmäßige Steigerung schlägt sich in einem Anteil der Standorte mit Tagesbetreuung von knapp 57% im SJ 2020/21 im Vergleich zu ca. 38 % im SJ 2013/14 nieder. Die Betreuungsquote beträgt 2020/21 ca. 26% in den in Frage kommenden Altersgruppen gegenüber ca. 19% im SJ 2013/14.
Ein engmaschiges Monitoring der Umsetzung der in den Lehrplänen verankerten Ausgestaltung von Lernzeit und Freizeit über das GTS-Konzept und dessen Bewertung durch die Schulaufsicht sorgt für eine stetige positive Weiterentwicklung der Qualität der GTS und ermöglicht somit einen weiteren Anstieg der Betreuungszahlen.

Die Entwicklungsmöglichkeiten von schulautonomen Schwerpunktsetzungen an (Neuen) Mittelschulen konnten durch die Flexibilisierung des Einsatzes der 6 zusätzlichen Wochenstunden je Klasse verbessert werden, was sich am entsprechenden Einsatz von Lehrpersonen aus dem Oberstufenbereich zeigt. Dadurch haben Schülerinnen und Schüler der (Neuen) Mittelschule bessere Chancen beim Zugang zu höherer Bildung und zu qualifizierten Berufstätigkeiten. Mit der durch das Bildungsreformgesetz 2017 eingeführten autonomen Personalauswahl können in Zukunft Schulprofile durch entsprechend spezialisierte eigene Lehrpersonen noch stärker akzentuiert werden. Die Mitverwendungen von Bundeslehrpersonen aus dem Oberstufenbereich können daher ab dem Schuljahr 2019/20 schrittweise reduziert werden.

Durch die Angleichung der schulautonomen Bestimmungen im Unterrichtsfach "Bewegung und Sport" wird sichergestellt, dass ein Mindestmaß an Bewegung in der (N)MS stattfinden kann, um die lehrplanmäßigen Zielsetzungen zu erreichen und andererseits die Funktion als Lernunterstützung (Kreislauf, Koordination, Zielorientierung, ...) im Unterrichtskontext wahrzunehmen.

Verbesserungspotentiale

Die in den Betreuungsplänen verankerten Inhalte der Lernzeit und der Freizeit wurden in den sogenannten "Pädagogischen Konzepten der ganztägig geführten Schulen" (seit 2019/20 GTS-Konzept genannt) ursprünglich in unterschiedlichster Form erhoben. Seit 2017/18 geschieht dies in standardisierter Form mittels einer Online-Erhebung, deren Ergebnisse von der zuständigen Schulaufsicht beurteilt werden. Auf diese Weise ist sowohl ein bundeslandweiter als auch ein österreichweiter Vergleich möglich und das Monitoring effektiver. Die Online-Erhebung zum GTS-Konzept wird jährlich überarbeitet und wurde zuletzt für 2020/21 in Sinne einer Empfehlung des Rechnungshofes erneut adaptiert. Insbesondere für den Bereich "Bewegung und Sport" ist durch die standardisierte Abfrage die Umsetzung der täglichen Bewegungseinheit besser nachvollziehbar.
Die Ergebnisse aller Bildungsstandardtestungen an Mittelschulen haben sich laufend verbessert.

Verbesserungspotenziale in Bezug auf die Motivation möglichst viel Bewegung in den Schulalltag zu integrieren liegen weiterhin (auf der Basis der HBSC Studien) vor. Mit der Darstellung der Kooperationen bzw. der Umsetzung der täglichen Bewegungseinheit in den GTS-Konzepten ist ein weiterer kleiner Schritt für ein kontinuierliches Bewegungsangebot im Schulalltag geschaffen worden. Weitere Koordinationen mit der Sektion Sport des BMKOES und dem Gesundheitsministerium zur täglichen Bewegungseinheit finden im Kalenderjahr 2021 statt.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen