Überbetriebliche Berufsausbildung - AMS NÖ 2019/20

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Überbetriebliche (integrative) Berufsausbildung (ÜBA/IBA) AMS NÖ (Budget 2019/20) Bündelung von ÜBA/IBA 1 und ÜBA/IBA 2 Lehrwerkstätten gemäß Modell ÜBA/IBA 1: Ausbildungsvertrag über gesamte Lehrzeit Lehrgänge gemäß Modell ÜBA/IBA 2: Ausbildungsvertrag kürzer als gesamte Lehrzeit BMA UG 20 2019 2019 -23.912 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

In Niederösterreich werden von jahresdurchschnittlich 16.530 Lehrstelleninteressierten 15.410 in einem Lehrverhältnis stehen und 1.120 beim AMS als lehrstellensuchend (und sofort verfügbar) gemeldet sein. Den 1.120 Lehrstellensuchenden werden 940 gemeldete offene und sofort verfügbare Lehrstellen gegenüberstehen (das entspricht etwa einem Verhältnis 1:1,2).
Rund 92 % der Lehrlinge (14.180 Personen im Jahresschnitt) werden ihre Lehre auf regulären Lehrstellen absolvieren, 1.230 (8 %) Lehrverhältnisse werden überbetrieblich organisiert sein. Niederösterreich hat innerhalb der Region Ost den niedrigsten Anteil an Frauen und Männern, die ihre Lehre (vorerst) noch 'überbetrieblich' absolvieren.
Der Anteil der vorerst noch Lehrstellensuchenden an allen Lehrstelleninteressierten wird mit 6,8 % leicht überdurchschnittlich im Vergleich zu Gesamtösterreich liegen. Um diese Quote auf 5 % zu senken, wäre – gegeben, dass das betriebliche Lehrstellenangebot unverändert bleibt – die Bereitstellung von (jahresdurchschnittlich) 290 zusätzlichen überbetrieblichen Lehrplätzen notwendig.
(Synthesisforschung zur Lehrlingsausbildung – Angebot und Nachfrage 2019)

Das AMS ist gem. § 38d AMSG verpflichtet, "geeignete Ausbildungseinrichtungen mit der überbetrieblichen Lehrausbildung zu beauftragen, soweit berufliche Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche nicht durch Vermittlung auf Lehrstellen oder andere Maßnahmen sichergestellt werden können" .
Vom AMS Niederösterreich werden daher im Ausbildungsjahr 2019/20 im Rahmen der Überbetrieblichen Lehrausbildung insgesamt 2.050 Ausbildungsplätze (700 in der ÜBA 1 mit Ausbildungsvertrag über die gesamte Lehrzeit und 1.350 in der ÜBA 2 mit Ausbildungsvertrag kürzer als gesamte Lehrzeit) zur Verfügung gestellt. Der Prognose der Synthesisforschung eines Erweiterungsbedarfes der Kapazität um weitere 290 überbetriebliche Ausbildungsplätze gegenüber dem Vorjahr wurde nicht Rechnung getragen, da eine Vollauslastung in den Vorjahren nie erreicht wurde und genügend Restplätze bei Bedarf zur Verfügung stehen.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Die überbetriebliche Lehrausbildung leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen (UN). Hier vor allem zu den Zielen #4 „Hochwertigen Bildung“ und #8 „Menschwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“. In der aktuellen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wird bspw. das Ziel festgelegt, die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, welchen durch berufliche Qualifikationen eine menschenwürdige Arbeit ermöglicht wird, wesentlich zu erhöhen.
Schließlich ist auch die Österreichische Jugendstrategie eng verknüpft mit den SDG und den Europäischen Jugendzielen der EU-Jugendstrategie 2019-2027. Die überbetriebliche Lehrausbildung nimmt im Rahmen dieser nationalen Strategie eine zentrale Rolle im Handlungsfeld „Bildung und Beschäftigung“ ein.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (vereinfachte Darstellung)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2019 2020 2021 2022 2023 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 11.000 15.904 4.904 11.000 7.992 -3.008 11.000 16 -10.984 0 0 0 0 0 0 33.000 23.912 -9.088
Aufwendungen gesamt 11.000 15.904 4.904 11.000 7.992 -3.008 11.000 16 -10.984 0 0 0 0 0 0 33.000 23.912 -9.088
Nettoergebnis -11.000 -15.904 -11.000 -7.992 -11.000 -16 0 0 0 0 -33.000 -23.912

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Das Vorhaben beinhaltet zwei Projekte. Das eine, die ÜBA 1 betreffend, wurde mit Gesamtkosten von € 14.954.811,39 abgerechnet. Das andere, die ÜBA 2 betreffend, wurde mit Gesamtkosten von € 8.957.314,94 abgerechnet. Die deutlich geringeren IST-Kosten gegenüber den Plankosten hängen insbesondere damit zusammen, dass ein geringerer Anteil an Ausbildungsbeihilfen ausbezahlt werden musste, als ursprünglich angenommen.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Für Personen, die beim AMS als lehrstellensuchend vorgemerkt sind, die Schulpflicht abgeschlossen haben und trotz intensiver Bemühungen keine Lehrstelle finden konnten oder eine betriebliche Lehre abgebrochen haben, gibt es die Möglichkeit, eine überbetriebliche Lehrausbildung zu absolvieren. Bei der überbetrieblichen Lehrausbildung wird ein Ausbildungsvertrag nicht mit einem Lehrbetrieb, sondern mit einer Schulungseinrichtung abgeschlossen. Die Ausbildung wird dann entweder von der Schulungseinrichtung selbst übernommen (ÜBA 1)oder die Schulungseinrichtung kooperiert mit Betrieben, die das praktische Wissen vermitteln (ÜBA 2). Neben der praktischen Ausbildung in der Schulungseinrichtung oder den kooperierenden Betrieben erfolgt der Besuch der Berufsschule. Gelingt es während der überbetrieblichen Lehre nicht, eine Lehrstelle bei einem Betrieb zu finden, kann die gesamte Lehre überbetrieblich erfolgen und anschließend zur Lehrabschlussprüfung angetreten werden. In allen rechtlichen Belangen sind Lehrlinge, die eine überbetriebliche Lehrausbildung absolvieren, jenen Lehrlingen, die ihre Lehre bei einem Lehrbetrieb absolvieren, gleichgestellt.
Eine Vermittlung auf eine betriebliche Lehrstelle steht insbesondere im Modell ÜBA 2 im Vordergrund, aber auch beim Modell ÜBA 1 ist dies grundsätzlich immer möglich und wünschenswert.
Im Rahmen des Modells ÜBA 1 gab es im Ausbildungsjahr 180 Absolventen, wovon 73 einen positiven Arbeitsmarkterfolg aufweisen konnten, was einem Wert von 40,56 % entspricht. Der geplante Zielwert von 35 % wurde somit übererfüllt, wobei aufgrund der geringen Grundgesamtheit eine relativ hohe Schwankungsbreite nach oben oder unten entstehen kann. Rechnet man Personen, die zum Stichtag den Status OLF (Out of Labourforce: z. B. Militär oder Zivildienst) hatten (29 Personen), so erhöht sich der Arbeitsmarkterfolg der Absolventen auf 46 %. Die Erreichung des Zielwertes für den Arbeitsmarkterfolg wird daher als "übererfüllt" eingestuft.
Das zusätzlich gesetzte Ziel, die Senkung der Drop-Out Quote in der ÜBA 1 auf 30 % konnte nicht erreicht werden, aber zumindest trat mit den erreichten 32,23 % keine Verschlechterung ein.
Im Rahmen des Modells ÜBA 2 gab es im Ausbildungsjahr 417 Absolventen, wovon 283 einen positiven Arbeitsmarkterfolg aufweisen konnten, was einem Wert von 68 % entspricht. Der geplante Zielwert von über 60 % wurde somit übererfüllt. Rechnet man Personen, die zum Stichtag den Status OLF (Out of Labourforce: z. B. Militär oder Zivildienst) hatten (38 Personen), so erhöht sich der Arbeitsmarkterfolg der Absolventen auf 75 %.
Leider konnte auch in der ÜBA 2 das zusätzlich gesetzte Ziel, die Senkung der Drop-Out Quote auf 20 % nicht erreicht werden, aber zumindest blieb man mit den erreichten 21,66 % (68 von 211) auf dem Niveau des Vorjahres und es trat keine Verschlechterung ein, wobei anzumerken ist, dass der erreichte Wert von 21,66 % durchaus als guter Wert einzustufen ist. Die österreichweite Abbruchquote lag in diesem Zeitraum bei 24,42 % (600 von 2457).
Da bei beiden Maßnahmen keine signifikante Senkung der Drop-Out-Quote erreicht werden konnte, wird die Zielerreichung auf Maßnahmenebene mit überwiegend erreicht eingestuft.

Verbesserungspotentiale

Weiterhin wird die Abbruchquote der Teilnehmer:innen beobachtet und es werden Anstrengungen (wie z. B. verstärktes individuelles Coaching und sozialpädagogische Betreuung) unternommen, um diese zu senken.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen

Es wurden keine weiterführenden Informationen angegeben.