Überbetriebliche Lehrausbildung gemäß § 30b BAG (inklusive Vorbereitungsmaßnahmen) - AMS Steiermark - 2017/18

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Überbetriebliche Lehrausbildung gemäß § 30b BAG (inklusive Vorbereitungsmaßnahmen) BMA UG 20 2017 2017 -34.431 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Jugendliche, die nach Beendigung ihrer Pflichtschule oder nach Abbruch einer höheren Schule keinen betrieblichen Lehrstellenplatz finden, wird die Möglichkeit gegeben, im Rahmen einer überbetrieblichen Berufsausbildung (ÜBA) einen Lehrabschluss zu erlangen. Zusätzlich bieten die Sonderformen der ÜBA, die verlängerbare Lehre und die Teilqualifikation, Personen ohne Hauptschulabschluss oder Behinderten die Möglichkeit eines Abschlusses.
Zur Vorbereitung auf die berufliche Ausbildung und zur Abklärung verschiedener Berufsbilder, wird den Jugendlichen vor Beginn der Berufsausbildung eine Berufsorientierung bzw. eine Berufsvorbereitung angeboten.
Zielgruppe sind lehrstellensuchende Jugendliche mit positiven Pflichtschulabschluss oder
SchulabbrecherInnen höherer Schulen bzw. LehrzeitunterbrecherInnen zwischen 15 und 25 Jahren. Die ÜBA wird vom AMS Steiermark seit 2000 durchgeführt (vormals unter dem JASG, seit 2006 integriert im BAG). Derzeit gibt es mehrere Beauftragungen, je nach Typ. Dies soll nun im Rahmen einer Neuausschreibung in eine Gesamtbeauftragung zusammengeführt werden, wodurch eine erhöhte Durchlässigkeit der Systeme und somit Synergieeffekte erwartet werden.
Im Ausbildungsjahr 2016/17 müssen ca. 800 Jugendliche, die sich bereits in einem Lehrgang der ÜBA befinden, verlängert werden. Ca. 850 Schulabgänger werden keine Lehrstelle in Betrieben finden und für diese müssen Ausbildungsplätze in der ÜBA bereitgestellt werden. Mit ähnlichen Zahlen ist für das Ausbildungsjahr 2017/18 zu rechnen.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Die überbetriebliche Lehrausbildung leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen (UN). Hier vor allem zu den Zielen #4 „Hochwertigen Bildung“ und #8 „Menschwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“. In der aktuellen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wird bspw. das Ziel festgelegt, die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, welchen durch berufliche Qualifikationen eine menschenwürdige Arbeit ermöglicht wird, wesentlich zu erhöhen.
Schließlich ist auch die Österreichische Jugendstrategie eng verknüpft mit den SDG und den Europäischen Jugendzielen der EU-Jugendstrategie 2019-2027. Die überbetriebliche Lehrausbildung nimmt im Rahmen dieser nationalen Strategie eine zentrale Rolle im Handlungsfeld „Bildung und Beschäftigung“ ein.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2017 2018 2019 2020 2021 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 29.000 17.713 -11.287 7.000 16.055 9.055 0 663 663 0 0 0 0 0 0 36.000 34.431 -1.569
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 29.000 17.713 -11.287 7.000 16.055 9.055 0 663 663 0 0 0 0 0 0 36.000 34.431 -1.569
Nettoergebnis -29.000 -17.713 -7.000 -16.055 0 -663 0 0 0 0 -36.000 -34.431

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Der ursprünglich geplante Budgetwert wurde um ca. 1,5 Mio € unterschritten. Dies hängt damit zusammen, dass einerseits das Projekt neu ausgeschrieben wurde und daher der geschätzte Auftragswert zur Planung herangezogen wurde und andererseits das Volumen der zu zahlenden Ausbildungsbeihilfen abhängig von der Zielerreichung des Projektes ist. Können mehr Teilnehmer_innen als in der Kalkulation angenommen, auf betriebliche Lehrstellen vermittelt werden, so reduzieren sich auch die Kosten für die Ausbildungsbeihilfen. Letzteres war im Falle der Teilnehmer_innen der ÜBA 2 gegeben.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Für Personen, die beim AMS als lehrstellensuchend vorgemerkt sind, die Schulpflicht abgeschlossen haben und trotz intensiver Bemühungen keine Lehrstelle finden konnten oder eine betriebliche Lehre abgebrochen haben, gibt es die Möglichkeit, eine überbetriebliche Lehrausbildung zu absolvieren. Bei der überbetrieblichen Lehrausbildung wird ein Ausbildungsvertrag nicht mit einem Lehrbetrieb, sondern mit einer Schulungseinrichtung abgeschlossen. Die Ausbildung wird dann entweder von der Schulungseinrichtung selbst übernommen (ÜBA 1)oder die Schulungseinrichtung kooperiert mit Betrieben, die das praktische Wissen vermitteln (ÜBA 2). Neben der praktischen Ausbildung in der Schulungseinrichtung oder den kooperierenden Betrieben erfolgt der Besuch der Berufsschule. Gelingt es während der überbetrieblichen Lehre nicht, eine Lehrstelle bei einem Betrieb zu finden, kann die gesamte Lehre überbetrieblich erfolgen und anschließend zur Lehrabschlussprüfung angetreten werden. In allen rechtlichen Belangen sind Lehrlinge, die eine überbetriebliche Lehrausbildung absolvieren, jenen Lehrlingen, die ihre Lehre bei einem Lehrbetrieb absolvieren, gleichgestellt.
Eine Vermittlung auf eine betriebliche Lehrstelle steht insbesondere im Modell ÜBA 2 im Vordergrund, aber auch beim Modell ÜBA 1 ist dies grundsätzlich immer möglich und wünschenswert.
Im Rahmen des Modells ÜBA 1 gab es im Ausbildungsjahr 110 Absolventen, wovon 36 einen positiven Arbeitsmarkterfolg aufweisen konnten, was einem Wert von 33 % entspricht. Der geplante Zielwert von 35 % wurde somit knapp verfehlt, wobei aufgrund der geringen Grundgesamtheit eine relativ hohe Schwankungsbreite nach oben oder unten entstehen kann. Rechnet man Personen, die zum Stichtag den Status OLF (Out of Labourforce: z. B. Militär oder Zivildienst) hatten (29 Personen), so erhöht sich der Arbeitsmarkterfolg der Absolventen auf 44 %. Die Erreichung des Zielwertes wird daher als "teilweise erreicht" eingestuft. Im folgenden Ausbildungsjahr 2018/19 konnte ein Zielwert von 36 % erreicht werden, in den folgenden beiden Ausbildungsjahren reduzierte sich dieser auf 24 % (2019/20) bzw. stieg 2020/21 wieder auf 29 % an.
Im Rahmen des Modells ÜBA 2 gab es im Ausbildungsjahr 417 Absolventen, wovon 283 einen positiven Arbeitsmarkterfolg aufweisen konnten, was einem Wert von 68 % entspricht. Der geplante Zielwert von über 60 % wurde somit übererfüllt. Rechnet man Personen, die zum Stichtag den Status OLF (Out of Labourforce: z. B. Militär oder Zivildienst) hatten (38 Personen), so erhöht sich der Arbeitsmarkterfolg der Absolventen auf 75%. Im folgenden Ausbildungsjahr 2018/19 konnte ein Zielwert von 69 % erreicht werden, in den folgenden beiden Ausbildungsjahren reduzierte sich dieser auf 63 % (2019/20) bzw. stieg 2020/21 wieder auf 70 % an.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen

Es wurden keine weiterführenden Informationen angegeben.