Sonderrichtlinie "OUTGOING"

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Sonderrichtlinie "OUTGOING" BMBWF UG 31 2017 2017 -3.356 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Die Stipendienprogramme des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung sollen die Universitäten und Fachhochschulen bei dieser Ausbildungsaufgabe unterstützen, indem sie das Knüpfen internationaler wissenschaftlicher Kontakte und das Aufbauen von nachhaltigen Forschungsnetzwerken erleichtern. An diesem Ziel orientieren sich die Outgoing-Stipendien des BMBWF.

Bei den Studierenden, Graduierten, Postgraduierten und Doktoratsstudierenden besteht daher ein Interesse Österreichs an einer (Weiter-) Qualifizierung im Ausland, am Aufbau von Netzwerken, am Spracherwerb, am Kennenlernen anderer Kulturen und Hochschuleinrichtungen sowie am Erleben anderer wissenschaftlicher Herangehensweisen beim Lösen neuer Aufgaben und Probleme. In der Wissenschaft werden Spitzenleistungen nur im weltweiten Wettbewerb erzielt. Unabhängig davon, wie die weitere Karriere aussehen wird, haben die Stipendiatinnen und Stipendiaten eine erste – hoffentlich – positive Erfahrung im Ausland gewonnen, die sich für Österreich positiv auswirken kann.

Im Sinne der Verwaltungsökonomie werden kurzfristige Stipendien für Studierende, Graduierte und Doktoratsstudierende in erster Linie von den Universitäten im Rahmen ihrer Autonomie vergeben. Längerfristige Stipendien für Studierende, Graduierte, Postgraduierte und Doktoratsstudierende werden durch das BMBWF vergeben. Das gilt insbesonders für Themenfelder, die für Österreich von besonderer Bedeutung sind.

Die Vergabe der Fördermittel soll den Vorgaben der ARR 2014 entsprechen.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Das gegenständliche Vorhaben trägt zur FTI-Strategie 2030 bei und lässt sich dem Handlungsfeld 1 (Zum internationalen Spitzenfeld aufschließen und den FTI-Standort Österreich stärken) sowie dem Handlungsfeld 3 (Auf Wissen, Talente und Fertigkeiten setzen) zuordnen. Die Umsetzung der FTI-Strategie steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Forschungsfinanzierungsgesetz (FoFinaG), mittels welchem die Bundesregierung alle 3 Jahre einen Pakt für Forschung, Technologie und Innovation (FTI-Pakt) beschließt. Gemäß FTI-Pakt 2021-2023 sind eine auf Internationalität ausgerichtete Lehre und Forschung wesentliche Eckpfeiler für wissenschaftliche Exzellenz und Voraussetzung für eine erfolgreiche Positionierung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Verstärkte Internationalisierung ist der Schlüssel zum Erfolg, um sich in Zukunft als Hochschulstandort Österreich global zunehmend sichtbarer zu positionieren. In diesem Sinne lässt sich das Vorhaben zu folgenden strategischen Scherpunkten bzw. Maßnahmen zur Zielerreichung gemäß FTI-Pakt 2021-2023 zuordnen:
1.1.3. Internationalisierung fördern und strategisch ausrichten
1.3.1. Humanressourcen entwickeln und fördern
1.3.2. Internationale Perspektiven von forschenden und Studierenden unterstützen
Darüber hinaus trägt das Vorhaben im Sinne der SDG-Nachhaltigkeitsziele zum Unterziel 4.3 (Bis 2030 den gleichberechtigten Zugang aller Frauen und Männer zu einer erschwinglichen und hochwertigen fachlichen, beruflichen und tertiären Bildung einschließlich universitärer Bildung gewährleisten) bei und dementsprechend zu den Kernelementen der „Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung" der Vereinten Nationen.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2017 2018 2019 2020 2021 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Personalaufwand 163 163 0 166 166 0 170 170 0 173 173 0 177 0 -177 849 672 -177
Betrieblicher Sachaufwand 57 57 0 58 58 0 59 59 0 61 61 0 62 0 -62 297 235 -62
Transferaufwand 1.685 453 -1.232 1.685 723 -962 1.685 523 -1.162 1.685 0 -1.685 1.685 750 -935 8.425 2.449 -5.976
Aufwendungen gesamt 1.905 673 -1.232 1.909 947 -962 1.914 752 -1.162 1.919 234 -1.685 1.924 750 -1.174 9.571 3.356 -6.215
Nettoergebnis -1.905 -673 -1.909 -947 -1.914 -752 -1.919 -234 -1.924 -750 -9.571 -3.356

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Aufgrund des vom BMF vorgegebenen Liquiditätsmanagements mussten die Rücklagen beim OeAD reduziert werden, daher wurden weniger Mittel ausbezahlt. Im Jahr 2020 sind zudem die Auswirkungen der Covid-Pandemie sichtbar.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Es ist im Interesse Österreichs, dass Studierende, Graduierte, Postgraduierte und Doktoratsstudierende an österreichischen Hochschuleinrichtungen im Rahmen von Hochschulmobilität einen Teil ihrer Studien im Ausland absolvieren. Dies dient neben dem Spracherwerb und dem Kennenlernen anderer wissenschaftlicher Herangehensweisen auch dem Knüpfen internationaler wissenschaftlicher Kontakte und dem Aufbau von internationalen Netzwerken, was letztlich auch für die Internationalisierung der Heimatinstitution von Vorteil ist. Ein weiterer Effekt von Outgoing-Mobilität ist die Verbesserung der wissenschaftlichen Qualifikation, und zwar durch Lernen und Studieren dort, wo die Exzellenz auf dem jeweiligen Fachgebiet in besonders hohem Maße vorhanden ist. Schließlich ist ein Auslandsaufenthalt ein Plus im Lebenslauf und so auch Vorteil für die Karriereplanung.

Während kurzfristige Förderungen dafür von den Universitäten im autonomen Bereich vergeben werden, werden tendenziell längerfristige Stipendien für die genannte Zielgruppe komplementär durch das BMBWF finanziert, insbesondere für Themen, die für Österreich von besonderer Bedeutung sind.

Die Nachfrage bei den Stipendienprogrammen, die im Rahmen der Sonderrichtlinie OUTGOING angeboten werden, war im vorgegebenen Zeitraum durchwegs sehr gut. Ein Einbruch in der Outgoing-Mobilität ist nachvollziehbarer Weise durch die Covid-19-Pandemie entstanden, teils, weil Auslandsaufenthalte unterbrochen werden mussten, und teils, weil sie erst gar nicht angetreten werden konnten. Dies wurde so gut wie möglich durch Verschiebungen oder Stipendienunterbrechungen abgefedert. Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Motivation für Auslandsmobilität mittlerweile wieder mindestens das Niveau der Zeit vor der Pandemie erreicht hat.

Die Förderung von grenzüberschreitender, physischer Mobilität und die daraus entstehenden persönlichen Kontakte stellen eine wichtige und wertvolle fachliche sowie persönliche Bereicherung dar. Dies steht im Mittelpunkt der Förderprogramme. Die Firma WPZ Research GmbH wurde mit einer Evaluierung des persönlichen Mehrwertes der Stipendienprogramme des BMBWF für die einzelnen Stipendiat/inn/en beauftragt.

Zur näheren Erläuterung der Kennzahl 1 (Geförderten Einzelmobilitäten Outgoing) wird nachfolgend auf die Verteilungen verschiedener Faktoren Bezug genommen:
Hauptfachbereiche: GEWI, NAWI, TECH
Bildungsebene: 3/4 Doktoratsstudierende
Haupt-Herkunftsinstitutionen: TU-Wien, Universität Graz, Universität Wien
Bevorzugte Zielländer: Deutschland, Italien, Tschechien, Ungarn, USA, Vereinigtes Königreich

Verbesserungspotentiale

1. Bewerbung der Programme: Die meisten Fördernehmenden berichteten, dass sie nur durch eine bereits bestehende Verbindung (über die Förderungsnehmenden selbst oder eine/n Professor/in) auf das Programm aufmerksam wurden. Es wäre wichtig, dass die Programme in den International Offices der Hochschulen bekannt sind und entsprechend beworben werden.

2. Überarbeitung des Bewerbungsprozesses: Es ist ein noch stärkerer Fokus auf akademische Exzellenz und Passgenauigkeit für Forschende in Österreich zu legen, sodass die Programme auch für hochqualifizierte Wissenschafter/innen attraktiv sind. Eine Plattform am technisch neuesten Stand ist hierfür ebenso relevant wie der Hinweis, dass Empfehlungsschreiben von Professor/inn/en nicht über die Bewerbenden eingereicht werden müssen.

3. Stipendiendauer: Die Stipendiendauer wird von vielen Teilnehmenden als zu kurz beschrieben. Eine niederschwellige und unkomplizierte Möglichkeit zur Verlängerung sollte angeboten werden, nicht zuletzt um die Gefahr zu vermeiden, dass Forschungsprojekte nicht adäquat abgeschlossen werden können.

4. Nachbetreuung und Nachhaltigkeit des Forschungsaufenthalts: Während des eigentlichen Aufenthalts konzentriert man sich eher auf die eigene Forschung, erst im Rahmen der Nachbetreuung sind Networking und dgl. möglich. Dadurch entfalten die Aufenthalte mehr Impact, es entstehen weitere Forschungskooperationen etc. Die Nachbetreuung sollte auf jeden Fall angedacht werden. Auch Follow-up-Aufenthalte sollten aktiv angeboten werden und Aktivitäten, welche die Vernetzung der Programm-Alumni begünstigen (z. B. Konferenzorganisationen und dgl.) sollten niederschwellig finanziell unterstützt werden. In Summe kann davon ausgegangen werden, dass jegliche Form der Nachbetreuung positive Folgewirkungen des Aufenthalts verstärkt bzw. den Impact vergrößert.

5. Attraktivität der Programme steigern und wissenschaftliche Exzellenz fördern: Damit die Programme sich als Exzellenzprogramme profilieren und mit vergleichbaren internationalen Programmen mithalten können, sollten a) die Stipendienhöhe und b) das Umfeld, das den Teilnehmenden geboten wird, angepasst werden. Nach Angaben von Fördernehmenden ist die Stipendienhöhe in vergleichbaren Programmen in Deutschland teilweise um das 2-4-fache höher. Für Bewerber/innen, die an sehr weit entfernten Standorten tätig sind, sollte ab einer gewissen Aufenthaltsdauer auch zwischendurch Möglichkeiten zu einer Hin- und Rückreise ins Herkunftsland geboten werden. Auch Material- und andere Reisekosten sollten an reale Bedingungen angepasst werden. Bezüglich Umfeld ist ferner zu bedenken, dass ein aus Kostengründen erforderliches Leben im Studierendenheim für viele etablierte Forschende ein massiver Rückschritt ist, der sich nicht nur auf das persönliche Wohlbefinden, sondern auch auf die Forschungsarbeit (z. B. durch Lärmbelästigung) negativ auswirken kann.

6. Die Anpassung der Stipendienhöhe sowie des gebotenen Umfelds ist auch im Sinne der Inklusivität der Programme notwendig. Personen, die nicht genügend Eigenmittel aufbringen können oder ggf. den Aufenthalt mit ihrer Familie antreten, würden ansonsten von der Teilnahmemöglichkeit ausgeschlossen werden. Ebenso im Sinne der Inklusivität sollte die Flexibilität der Programme in jeder Hinsicht beibehalten werden (dies ist ein ganz wichtiges Alleinstellungsmerkmal der BMBWF-Förderungsprogramme).

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen