Förderprogramm zum Thema HUMANRESSOURCEN (2019-2021)

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
überwiegend eingetreten: Förderprogramm zum Thema HUMANRESSOURCEN BMK UG 34 2019 2021 -15.853 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Problemdefinition

Die Entwicklung von Humanpotenzialen in Forschung, Technologie und Innovation (FTI) stellt, wie für die meisten europäischen Staaten, auch für Österreich weiterhin eine Herausforderung dar. Um dieser erfolgreich zu begegnen, braucht es eine "qualitative Steigerung und quantitative Ausweitung der in Österreich für FTI verfügbaren Humanpotenziale". In der seit März 2011 veröffentlichten FTI-Strategie der Bundesregierung – "Der Weg zum Innovation Leader" – die den Schlussstein eines mehrjährigen Diskussions- und Analyseprozesses abbildet, ist unter den vordringlichen Herausforderungen und noch auszuschöpfenden Entwicklungspotenzialen der Bereich Humanpotenzial genannt.

Aus der Überzeugung heraus, dass diese Talente in Österreich grundsätzlich vorhanden sind und die Basis für zukünftige Innovationen bilden, bündelt und verstärkt das BMK (vormals BMVIT) seine Aktivitäten, um diese Potenziale bestmöglich für den Forschungsstandort in ihrer Entfaltung zu unterstützen und mit der Wirtschaft zu vernetzen. Damit rückt die Förderung über die gesamte ForscherInnenlaufbahn vom Kind bis zu etablierten ForscherInnen in den Mittelpunkt. Attraktive Rahmenbedingungen in der angewandten Forschung sollen Österreich auch international als "Innovationsland" auszeichnen.

Gemäß Ministerratsvortrag 25/22 vom 24. Juni 2020 "Investitionspaket für den Klimaschutz" sind für das Jahr 2021 für das BMK zusätzliche konjunkturbelebende Mittel in Höhe von 100 Mio. € für den Klimaschutz vorgesehen. Davon werden € 0,7 Mio. für konkrete Maßnahmen im Rahmen des Themas Humanressourcen eingesetzt.

Klima- und Umweltschutz ist ein zentrales Thema in der angewandten Forschung. In Umsetzung des Regierungsprogramms 2020-2024 und des aktuellen Ressortschwerpunkts "Klimaschutz" legen die Förderungsprogramme des BMK, sowohl bei FFG als auch AWS, im Jahr 2021 ein besonderes Augenmerk auf die Aspekte des Klimaschutzes. Hierbei gilt es, Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekte mit besonderer Relevanz für den Klima- und Umweltschutz zu fördern. Eine entsprechende Steigerung der geförderten Projekte kann im Rahmen des "Förderschwerpunktes Talente" über folgende Maßnahmen erreicht werden:
- Stärkere Gewichtung des Klimaschutz- und Umweltkriteriums im Rahmen der Bewertung
- Klimarelevante Schwerpunktsetzungen in nationalen und multilateralen Ausschreibungen

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Handlungsleitend sind aus Sicht des BMK (vormals BMVIT) jedenfalls die FTI-Strategie der Bundesregierung: „Potentiale ausschöpfen, Dynamik steigern, Zukunft schaffen. Der Weg zum Innovation Leader.“ [Strategie der Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation (2011) bis 2020], die FTI-Strategie 2030 (ab 2021), der FTI-Pakt 2021-2023 und die jeweiligen Regierungsprogramme, insbesondere das aktuell vorliegende Regierungsprogramm „Zusammen. Für unser Österreich. 2017-2022“: Zusätzlich werden auch einzelne themenspezifische UN-Nachhaltigkeitsziele/Sustainable Development Goals (SDGs) adressiert.

In der FTI-Strategie 2030 ist im Ziel 3 „Auf Wissen, Talente und Fertigkeiten setzen“ die Stärkung von Gleichstellung und Diversität in Forschung und Entwicklung sowie Attraktivierung und Förderung von Forschungskarrieren, insbesondere für Frauen, durch Intensivierung von Gleichstellungsprogrammen und Maßnahmen in der Personal- und Karriereplanung festgehalten. Ebenso wird auf die Stärkung der Aus- und Weiterbildung, insbesondere im Bereich MINT, hingewiesen.
Im FTI-Pakt für die Jahre 2021 bis 2023 ist im Ziel 3 „Auf Wissen, Talente und Fertigkeiten setzen“ unter dem Punkt 1.3.1 „Humanressourcen entwickeln und fördern“ festgehalten, dass die vorhandenen Potentiale zu heben und die Chancen besser zu nutzen sind, dabei sollen die Bildungsreserven genützt und die Frauenerwerbsquote erhöht werden. Ebenso ist festgehalten, dass Forschungskarrieren von Frauen gefördert und attraktiver werden müssen, um die Gleichstellung im FTI-Bereich zu stärken. Hier braucht es neben der Sichtbarkeit von Karrierewegen und Berufsbildern eine Intensivierung von Gleichstellungsprogrammen und Maßnahmen in der Personal- und Karriereplanung. Ebenso sind entsprechende Maßnahmen sowie die Berücksichtigung von Gender- und Diversitätsaspekten bei der Forschungsförderung wesentlich, um Barrieren für gleiche Chancen und Teilhabe abzubauen. Im FTI Pakt ist ebenso enthalten, dass bereits früh die Begeisterung für Wissenschaft und Forschung geweckt werden soll, um so das Verständnis für ihre wichtige Rolle bei der Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu stärken. Vor allem das Interesse an Naturwissenschaften, am Klimaschutz sowie an der digitalen Transformation sollen gesteigert werden.


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2019 2020 2021 2022 2023 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 466 466 0 887 887 0 1.395 1.395 0 805 0 -805 385 0 -385 3.938 2.748 -1.190
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 3.800 2.696 -1.104 6.000 5.985 -15 7.905 4.424 -3.481 3.700 0 -3.700 1.100 0 -1.100 22.505 13.105 -9.400
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 4.266 3.162 -1.104 6.887 6.872 -15 9.300 5.819 -3.481 4.505 0 -4.505 1.485 0 -1.485 26.443 15.853 -10.590
Nettoergebnis -4.266 -3.162 -6.887 -6.872 -9.300 -5.819 -4.505 0 -1.485 0 -26.443 -15.853

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Werkleistungen: Die administrativen Kosten, welche der FFG für die Abwicklung des gegenständlichen Förderprogramms entstehen, werden als Werkleistungen dargestellt. Transferaufwand: Die dargestellten finanziellen Auswirkungen stellen geplante sowie tatsächlich eingetretene Zahlungen des BMK (vormals BMVIT) an die FFG dar. Betrachtet werden die in den Jahren 2019, 2020 abgeschlossenen Ausführungsverträge bzw. die im Jahr 2021 abgeschlossene Gesamtbeauftragung zum gegenständliche Förderprogramm zum Thema Humanressourcen. Jährliche Abweichungen der IST-Werte zu den PLAN-Werten bzw. Verschiebungen bei den Zahlungsprofilen ergeben sich entsprechend den Projektverläufen und den tatsächlichen Mittelbedarfen. Da im Zuge der Evaluierung nur ein vorgegebener Zeitraum dargestellt werden kann, sind die finanziellen Auswirkungen zu den gebündelten WFAs über deren Gesamtlaufzeit nicht vollständig darstellbar und somit nicht umfassend aussagekräftig. Die Darstellung bei der Evaluierung bezieht sich auf einen Ausschnitt von 3 Jahren, die tatsächliche Abwicklung der Ausführungsverträge/Gesamtbeauftragung erstreckt sich über einen längeren Zeitraum. Weiters können die IST-Zahlen zu 2022 und 2023 zum Zeitpunkt der Evaluierung Anfang 2022 noch nicht angegeben werden. Es sind keine unerwarteten Probleme aufgetreten.


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: überwiegend eingetreten.

Das BMK bzw. vormals BMVIT hat sich die Steigerung der Zahl der Beschäftigten im Bereich Technologie und Innovation zum Ziel gesetzt, mit besonderem Augenmerk auf eine Erhöhung des Anteils der Frauen. Mit den eingesetzten Förderformaten im Förderungsschwerpunkt Talente soll der bestehenden Ungleichstellung im Bereich Forschung, Technologie und Innovation entgegengewirkt werden. Der Förderungsschwerpunkt Talente mit den eingesetzten Förderinstrumenten leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung des Wirkungszieles 3 der UG 34. Mit dem Förderungsschwerpunkt Talente wird auf den gesamten Karriereverlauf vom Kindergarten bis zu den etablierten Forscherinnen fokussiert. Die einzelnen eingesetzten Förderformate ergänzen sich gegenseitig und bilden eine (gedachte) Förderkette ab. Das Thema Gender ist in allen Förderungsformaten vertreten. Die eingesetzten Förderformate, vor allem die Talente Praktika für Schülerinnen und Schüler und die FEMtech Praktika für Studentinnen, leisten einen Beitrag, um die forschenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu einem Umdenken zu bewegen und die Struktur der Beschäftigten nachhaltig zu Gunsten eines höheren Frauenanteils zu ändern. Mit den Talente Praktika für Schülerinnen und Schüler konnten im Jahr 2021 ein Mädchenanteil von 52 % erreicht werden, es war der höchste Mädchenanteil seit dem Start im Jahr 2008. Mit den Talente Praktika für Schülerinnen und Schüler sowie für die Forschungsprojekte konnte im Jahr 2021 der gesetzte Zielwert zur Anzahl der Praktika auch aufgrund der COVID-19 Pandemie nicht erreicht werden, die IST-Werte entsprechen dem dafür eingesetzten Budget. Mit den FEMtech Praktika für Studentinnen konnten im Zeitraum 2011 bis 2021 insgesamt über 4.500 Praktikumsplätze gefördert werden.
Allgemein ist anzumerken, dass die Ziele in den einzelnen Interventionsfeldern zum Förderungsschwerpunkt Talente zur Gänze bzw. teilweise auch überplanmäßig erreicht wurden.
Bei der Kennzahl zu "Talente regional Projekte" wurde der IST-Wert eingereichter Vorhaben für 2019 angegeben, das Förderformat "Talente regional" wurde in den Jahren 2020 und 2021 nicht ausgeschrieben. Ebenso wurde bei der Kennzahl zu "FEMtech Dissertationen" kein IST-Wert genannt, da dieses Förderformat in den Jahren 2014 bis 2021 nicht im Rahmen des Förderungsschwerpunktes Talente ausgeschrieben wurde. Das Instrument "Dissertationen" wird von der FFG im Rahmen der Forschungspartnerschaften/Industrienahe Dissertationen ausgeschrieben. Weiters wird angemerkt, dass das Förderformat "Karriere Grants" mit Herbst 2021 eingestellt wurde und nicht weiter ausgeschrieben wird.

Verbesserungspotentiale

Im Jahr 2020 wurde eine Endevaluierung des Förderschwerpunktes Talente von der KMU Forschung Austria durchgeführt. Folgende Aussagen sind dem Endbericht zu entnehmen: Das Design des Programms wird seinem Anspruch, den gesamten Karriereverlauf zu unterstützen, gerecht und definiert diesen auch breit, da eine sehr weit gefasste Zielgruppe adressiert wird, die potentielle ForscherInnen und damit alle Kinder und Jugendlichen miteinschließt. Es adressiert neuralgische Phasen in der Karriere (z. B. Berufseinstieg) bzw. versucht durch Interventionen diese zu beeinflussen (Bildungsentscheidungen, Berufswahl). Zudem zielt das Programm auf Strukturveränderungen, die den Boden für eine bessere Ausschöpfung des Humanpotentials im anwendungsorientierten, naturwissenschaftlich-technischen FTI-Bereich aufbereiten sollen. Verbesserungsbedarf gibt es vor allem bei den Karriere-Grants und den Mobilisierungsmaßnahmen. Ebenso sollte das Thema Chancengleichheit als Querschnittsmaterie in den Mainstream kommen. Aufgrund der Evaluierungsergebnisse hat das BMK somit mit Herbst 2021 die Karriere-Grants eingestellt.
Im Zusammenhang mit Inkrafttreten des Forschungsfinanzierungsgesetzes und der Neugestaltung der Zusammenarbeit mit den Forschungsförderungsorganisationen befinden sich im Jahr 2022 neue Maßnahmen in Ausarbeitung, die dem Thema mehr Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit bringen sollen.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen