Beschaffung von bis zu 48 Stk. Universalgeländefahrzeugen (UGF) und Waffenstationen (EWS)

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
zur Gänze eingetreten: Beschaffung von bis zu 48 Stk. Universalgeländefahrzeugen (UGF) und Waffenstationen (EWS) sowie der dazu erforderlichen Dokumentation, Schulung, Spezialwerkzeuge und Ersatzteile bzw. Zubehör BMLV UG 14 2016 2016 -1.440 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Das österreichische Bundesheer (ÖBH) ist neben den Aufgaben der konventionellen Landesverteidigung auch in verschiedenen Auslandsmissionen im Einsatz.
Internationale Einsätze mit dem Bedarf an erhöhter Beweglichkeit vor allem abseits von Wegen und Straßen in Einsatzräumen mit besonderer Oberflächenbeschaffenheit (Land, Sumpf, Sand, Schnee, Eis) sowie im Gebirge erfordern universell einsetzbare, hochgeländegängige Fahrzeuge mit Schutz für die eingesetzten Soldaten. Im Inland können diese Fahrzeuge auch im Rahmen von Katastropheneinsätzen (Hochwasser-, Lawinen- und Bergeeinsätze) genützt werden.

Derzeit verfügt das ÖBH über geländegängige und geschützte Fahrzeuge, die jedoch für bestimmte Fähigkeiten (Sumpf, Land, Schnee, Eis) nicht ausreichend geeignet sind. Um den geforderten und erweiterten militärischen Anforderungen (= Fähigkeiten) zu entsprechen, sind darüber hinaus zumindest 32 Stk. (mit Option auf weitere 16 Stk.) UGF, die die Beweglichkeit und den dazu korrespondierenden bestmöglichen Schutz für die Besatzung sicherstellen, für verschiedene Verwendungsmöglichkeiten zu beschaffen, da das ÖBH derzeit solch spezifische Fahrzeuge nicht im Bestand hat.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Aus den Strategiepapieren Bund bzw. BMLV geht die Notwendigkeit einer durch das ÖBH entsprechenden Mobilität zur Aufgaben-, Auftragserfüllung zweifelsfrei hervor und lässt sich stringent ableiten. Siehe hierzu die Ausführungen:
• im Regierungsprogramm 2017-2022 (Seite 51): Das ÖBH muss weiterhin auch über den Bereich der militärischen Landesverteidigung hinaus zur Bewältigung von Assistenz-Aufgaben, zum Schutz der verfassungsmäßigen Einrichtungen und ihrer Handlungsfähigkeit sowie der demokratischen Freiheiten der Einwohner, zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit im Inneren überhaupt sowie zur Hilfeleistung bei Elementarereignissen und Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfangs befähigt sein,
• im Arbeitsprogramm der österreichischen Bundesregierung 2013-2018 (Seite 82): Das Bundesheer muss auf der Grundlage der neuen Österreichischen Sicherheitsstrategie, des Wehrdienstberichtes, des Milizsystems und der Immerwährenden Neutralität an die zukünftigen Herausforderungen und Aufgaben angepasst werden. Eine Verbesserung der Fähigkeiten sowohl zur militärischen Landesverteidigung als auch für Assistenzeinsätze ist anzustreben,
• in der Österreichischen Sicherheitsstrategie 2013 Pkt. 3 (Seite 9ff): Das Österreichische Sicherheitskonzept in der neuen Dekade,
• in der Teilstrategie Verteidigung 2014 Pkt. 5 (Seite 19ff): Verteidigungspolitischer Auftrag, Aufgaben und Zielvorgaben an das ÖBH,
• im Militärstrategischen Konzept 2017 Pkt. 2 (Seite 5ff): Militärstrategische Zielsetzung und Einsatzaufgaben.
Ein besteht kein signifikanter Beitrag des Vorhabens zu den UN Nachhaltigkeitszielen (SDGs).


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2016 2017 2018 2019 2020 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 374 374 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 374 374 0
Betrieblicher Sachaufwand 0 0 0 0 0 0 677 0 -677 6.044 179 -5.865 0 887 887 6.721 1.066 -5.655
Personalaufwand 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aufwendungen gesamt 374 374 0 0 0 0 677 0 -677 6.044 179 -5.865 0 887 887 7.095 1.440 -5.655
Nettoergebnis -374 -374 0 0 -677 0 -6.044 -179 0 -887 -7.095 -1.440

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Zum Zeitpunkt der Erstellung der WFA wurde mit Gesamtauszahlungen in der Höhe von 125 Mio. € inkl. Optionen (32+16 Fzg; Sonderausstattungen, Zubehör) kalkuliert. Die Kalkulationssumme ohne Optionen (32 Fzg) betrug zu diesem Zeitpunkt 84,25 Mio. €. Der Grundvertrag beinhaltete die Bestellung von 32 Fzg im Gegenwert von 84,1 Mio. €. Im Zuge der Abwicklung des Vorhabens und sich geänderter Planungsvorgaben während der Projektabwicklung wurde • ein Optionsabruf (54 Stk. Zusätzliche Mannschaftssitze, 2 Stk. Umrüstsatz Verwundetentransport, 2 Stk Umrüstsatz Führungsfahrzeug und 16 Stk. Anhänger) im Gegenwert von 2,5 Mio. €, • die 1. Vertragsänderung (VÄ) (Einsatzmöglichkeit der Winde nach hinten, klappbare Waffenstationsträger, Erweiterung des Feuerbereichs nach hinten, Ergonomische Verbesserung Richtschütze, Zusatzleiter 2. Kabine, Modifikation Verstau, Frachtschutznetz, Zusatzgriffe für die bestellten 32 Fzg) im Gegenwert von 0,55 Mio. €, • die 2. VÄ (fahrzeugseitige Integration des Rundumbeobachtungssystems ge, Verlegung des Feuerlöschbehälters in der hinteren Kabine, Änderung der Türgriffe, Ergänzungssatz für die Belegung mit acht Personen, Fenster für den Richtschützen, Änderung der Waffenhalterung, Verbesserung des Schutzes der Hauptkabeldurchführungen, Verstärkung der elektrischen Verteilerleitungen) im Gegenwert von 2,27 Mio. €, • die 3. VÄ (Technische Dokumentation und Farb- Tarnanstrich für 32 Fzg und 16 Anhänger) im Gegenwert von 0,74 Mio. €, • die 4. VÄ (zusätzliche Werkzeugsätze) im Gegenwert von 0,32 Mio. €, • die 5. VÄ (Kleinanpassung an den Fahrzeugen und Abbestellung der je 2 Stk. Umrüstsätze Verwundetentransport und Führungsfahrzeug aus dem Optionsabruf) im Gegenwert von -0,19 Mio. € eingeleitet und bestellt. Tatsächlich sind Gesamtaufwendungen in der Höhe von rund 96,50 Mio. € eingetreten. Diese setzen sich aus der Bestellung des Grundvertrages (32 Fzg) von nunmehr 84,1 Mio. € plus der Ziehung von Optionen über 6,37 Mio. € zusammen. Die Abweichung lässt sich aufgrund der vertraglich bedungenen Preisgleitklausel und der Währungsschwankungen erklären. Verzögerung in der Projektabwicklung: Die Vertragsabwicklung mit der Firma BAE-HÄGGLUNDS war, aufgrund des mehrfachen Wechsels sowohl des Projektleiters als auch des technischen Teilprojektleiters sowie der schwedischen Kultur, sehr herausfordernd. Diese Wechsel führten zu massivem Wissensverlust auf Seiten BAE-HÄGGLUNDS sowie zu Verzögerungen im Projekt. Zusätzlich mussten die Fahrzeuge, aufgrund technischer Mängel, mehrmals einer Überarbeitung durch die Firma BAE-HÄGGLUNDS unterzogen werden, wodurch die Bezahlung der Leistung erst nach vollständiger Erbringung durch den Auftragnehmer erfolgen konnte. Aufgrund dieser technischen Mängel sind Lieferverzögerungen der Hauptpositionen zum ursprünglich geplanten Liefertermin aufgetreten. Dadurch haben sich auch die Abschreibungen im Ergebnishaushalt in ihrer finanziellen Höhe geändert als auch zeitlich nach hinten verschoben. Der tatsächliche AfA-Lauf iHv ca. 4,4 Mio. € hat mit 2021 begonnen. Es wird angemerkt, dass die Darstellung des Ergebnishaushaltes in der zur Verfügung gestellten Applikation zur Evaluierung von WFA aus technischen Gründen lediglich bis 2020 möglich ist.


Wirkungsdimensionen

Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen in der WFA abgeschätzt bzw. in der Evaluierung festgestellt.

Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: zur Gänze eingetreten.

Vor allem im Rahmen von friedensunterstützenden Einsätzen des ÖBH besteht der Bedarf an geschützten Personentransportmöglichkeiten. Da im ÖBH hierfür grundsätzlich zu wenig Kapazitäten verfügbar sind, wird den Soldatinnen und Soldaten nunmehr ua. das geländegängige Universaltransportfahrzeug (UTF) "Hägglund" für eine sicherere Bewältigung der Einsatzaufgaben zur Verfügung gestellt. Das UTF zeichnet sich technisch insbesondere dadurch aus, als dass es gehärtet gegen direkten Beschuss ist, einen adäquaten Schutz gegen Minen bietet sowie zum Selbst- / Eigenschutz mit einem elektronisch fernbedienbaren Waffensystem (EWS) ausgestattet ist. Darüber hinaus verfügt es über die Fähigkeit bei besonderen Bodenverhältnissen (Sumpf, Schnee, Eis) die Beweglichkeit und den dazu korrespondierenden bestmöglichen Schutz für die Besatzung sicherzustellen.
Durch die nunmehr durchgeführte Erstbeschaffung von insgesamt 32 Stk. UTF können Soldatinnen und Soldaten bis zu einer verstärkten Infanteriekompanie (bis zu 140 Personen) geschützt transportiert werden.
Der Einsatz von personellen Ressourcen und dem Know-How aus den Bereichen der kaufmännischen und der systemverantwortlichen Abteilung haben wesentlich zum positiven Gelingen dieses Beschaffungsvorhabens beigetragen. Das Verhältnis zwischen eingesetztem Input und erreichter Wirkung ist daher jedenfalls als adäquat und effizient zu beurteilen.
Insgesamt haben sich daher die gewählte Beschaffungsmethode, die Auswahl des Auftragnehmers, der Personaleinsatz sowie die Zielformulierung positiv für die Zielerreichung ausgewirkt und können zukünftig für ähnliche Aufgabenstellungen als Muster herangezogen werden. Aufgrund der frühzeitigen Einbindung der vorgesehenen Nutzer in das Projekt konnten bereits im Rahmen der Produktion erforderliche Anpassungen kostengünstig umgesetzt und der Nutzwert der Fahrzeuge deutlich gesteigert werden.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.

Weiterführende Informationen