Abschluss der Leistungsvereinbarung 2018-2020 mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Inhaltsverzeichnis

Grunddaten

Beurteilung/
Kategorie
Langtitel Ressort Untergliederung Finanzjahr Inkrafttreten/
Wirksamwerden
Nettoergebnis
in Tsd. €
Vorhabensart
überplanmäßig eingetreten: Abschluss der Leistungsvereinbarung 2018-2020 mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften BMBWF UG 31 2018 2018 -380.036 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Hintergrund

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

Gem. § 2 ÖAW-Gesetz ist es die Aufgabe der ÖAW, die Wissenschaft in jeder Hinsicht, insbesondere durch eigenständige Forschungen ihrer Mitglieder und ihrer Einrichtungen, zu fördern.

Die ÖAW wurde daher als eine juristische Person öffentlichen Rechts errichtet und kommt ihren gesetzlichen Zielen gem. der aufgrund des ÖAW-Gesetzes beschlossenen Satzung, insbesondere durch die Betreibung von Forschungseinrichtungen, der Beratung von Bundes- und Landesbehörden und der Vergabe von Stipendien und Preisen nach. Die ÖAW erfüllt eine wesentliche Funktion in der Forschungslandschaft Österreichs als Forschungsträgerinstitution, als Gelehrtengesellschaft, sowie als Nachwuchsförderungseinrichtung.

Als Gelehrtengesellschaft bildet die ÖAW ein nahezu alle wissenschaftlichen Disziplinen umspannendes Diskursforum von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland. Die Mitglieder der ÖAW (insgesamt derzeit mehr als 770) stehen in regem interdisziplinären Austausch, stellen sich drängenden Zukunftsfragen und beraten Politik und Gesellschaft. In diesem Rahmen werden Vorträge, Diskussionen und Symposien veranstaltet und Publikationen erarbeitet, die sich an ein wissenschaftliches, aber auch an ein breit interessiertes Publikum wenden.
Als Forschungsträgerinstitution betreibt die ÖAW international kompetitive, anwendungsoffene Spitzenforschung in Mathematik, Natur- und Biowissenschaften sowie in Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. In ihren Instituten greift sie zukunftsweisende Forschungsthemen von hoher gesellschaftlicher Relevanz auf und übernimmt Verantwortung für die Wahrung und Interpretation des kulturellen Erbes. Die 25 ÖAW-Institute agieren wissenschaftlich erfolgreich auf den Gebieten der Life-Sciences, Physik, Weltraumforschung, Materialwissenschaften, Mathematik, Archäologie, Sozialanthropologie, Altertumswissenschaften, Asienwissenschaften, Geschichtswissenschaften, Kulturwissenschaften, Sozialwissenschaften und der Technikfolgenabschätzung.

Die ÖAW entwickelt Stipendienprogramme, verwaltet und vergibt Stipendien aus zweckgebundenen öffentlichen Mitteln, aus Drittmitteln sowie mit Unterstützung durch private Geldgeber. Damit trägt die ÖAW nachhaltig zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Österreich bei. Besonderer Wert wird hierbei auf die Internationalisierung des wissenschaftlichen Nachwuchses gelegt.

Um die Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben der ÖAW zu gewährleisten, wird zwischen dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung als Erhalter und der ÖAW neuerlich eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen. Diese Leistungsvereinbarung soll an die davor gültige Leistungsvereinbarung 2015-2017 anknüpfen und einerseits für eine Finanzierungssicherheit für die ÖAW sorgen und andererseits die Interessen des Bundes in den Vorhaben der ÖAW der nächsten Jahre sicherstellen.

Zuordnung zu Strategien des Ressorts

Das Vorhaben ist mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts zuzuordnen.

Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist Österreichs zentrale außeruniversitäre Einrichtung für Wissenschaft und Forschung. Sie hat die gesetzliche Aufgabe, „die Wissenschaft in jeder Hinsicht zu fördern“. Erstmals hat die österreichische Bundesregierung im Jahr 2011 eine Strategie für Forschung, Technologie und Innovation verabschiedet. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Umsetzung der ersten Strategie sind in die Ausarbeitung der FTI-Strategie 2030 eingeflossen. Ziel war es, mit dem Forschungsfinanzierungsgesetz (FoFinaG), der FTI-Strategie 2030 sowie den dreijährigen FTI-Pakten eine langfristige, abgestimmte Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik für Österreich zu erreichen. Zur Sicherstellung einer wachstumsorientierten Finanzierungs- und Planungssicherheit dienen die FTI-Pakte, welche im Drei-Jahres-Abstand von der Bundesregierung beschlossen werden. In diesem Zusammenhang spielt der erste FTI-Pakt 2021-2023 gemäß FoFinaG eine zentrale Rolle in der Operationalisierung der FTI-Strategie 2030. In diesem FTI-Pakt werden konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der in der FTI-Strategie 2030 genannten Ziele und Handlungsfelder genauer definiert und das von der Bundesregierung zur Zielerreichung eingesetzte Budget dargestellt. Bis 2020 waren die entsprechenden FTI-Strategien und Strategien der Bundesregierung und das jeweils gültige Regierungsprogramm handlungsleitend.
Darüber hinaus trägt das Vorhaben zum Unterziel 9.5 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung – SDGs bei. („Die wissenschaftliche Forschung verbessern und die technologischen Kapazitäten der Industriesektoren in allen Ländern und insbesondere in den Entwicklungsländern ausbauen und zu diesem Zweck bis 2030 unter anderem Innovationen fördern und die Anzahl der im Bereich Forschung und Entwicklung tätigen Personen je 1 Million Menschen sowie die öffentlichen und privaten Ausgaben für Forschung und Entwicklung beträchtlich erhöhen“)


Ziele (und zugeordnete Maßnahmen)


Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Ergebnisrechnung

Erwartete und tatsächlich eingetretene finanzielle Auswirkungen

Details (alle Aufwendungen) (nur Aufwendungen gesamt) 2018 2019 2020 2021 2022 Summe
In Tsd. € Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ Plan Ist Δ
Erträge 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Werkleistungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transferaufwand 121.190 121.241 51 121.190 122.190 1.000 121.190 121.190 0 0 0 0 0 0 0 363.570 364.621 1.051
Betrieblicher Sachaufwand 4.956 5.205 249 5.087 5.033 -54 5.198 4.797 -401 0 0 0 0 0 0 15.241 15.035 -206
Personalaufwand 124 124 0 127 127 0 129 129 0 0 0 0 0 0 0 380 380 0
Aufwendungen gesamt 126.270 126.570 300 126.404 127.350 946 126.517 126.116 -401 0 0 0 0 0 0 379.191 380.036 845
Nettoergebnis -126.270 -126.570 -126.404 -127.350 -126.517 -126.116 0 0 0 0 -379.191 -380.036

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Der größte Anteil an der kom. Summe 845.000 erklärt sich aus einer Nachforderung lt. Gestaltungsvereinbarung ESQ und IMBA i.d.H.v. € 1,0 Mio. aus 2016


Wirkungsdimensionen

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

In der WFA abgeschätzte wesentliche Auswirkungen in Wirkungsdimensionen


Gesamtbeurteilung

Die erwarteten Wirkungen des Gesamtvorhabens sind: überplanmäßig eingetreten.

Die ÖAW hat die Zielsetzungen der LV 2018-2020 sehr gut und über ihre ursprüngliche Zielsetzung hinaus umgesetzt:
Die gewichtete Anzahl hochrangiger, wissenschaftlicher Publikationen aus Forschungseinrichtungen an der ÖAW in Relation zur Anzahl "wissenschaftlicher Vollzeitäquivalente" konnte auf 1,96, anstatt 1,90 gesteigert werden. Es konnten im Rahmen von Horizon 2020, inklusive ERC-Grants, eine Antragssteigerung von ÖAW-Mitarbeiter/innen auf durchschnittlich 98,67 Anträge pro Jahr erzielt werden und dadurch die Wahrscheinlichkeit auf die erfolgreiche Einwerbung von ERC-Grants gesteigert werden.
Die ÖAW bekennt sich zu einer zielgruppenübergreifenden Diversitätspolitik und damit zur Schaffung eines in sozialer und kultureller Hinsicht diskriminierungsfreien Arbeitsumfeldes, in dem alle Beschäftigten ihre individuellen Potenziale und ihre Leistungsfähigkeit in einem von Offenheit und Integration gezeichneten Klima unabhängig von ihrer Gruppenzugehörigkeit (Frauen und Männer, ältere und jüngere Mitarbeiter/innen, Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft und Religion etc.) entfalten können. Daher wurde der Anteil von Frauen in Leitungspositionen an ÖAW‐Forschungseinrichtungen und in ausgewählten Gremien (Präsidium, Akademierat, Prüfungsausschuss und Forschungskuratorium) der ÖAW auf 25,15 % erhöht.
Die ÖAW würdigt mit der Vergabe von diversen Preisen Nachwuchsforscher/innen für herausragende wissenschaftliche Leistungen in verschiedenen Fachbereichen. Diese Preise werden jährlich bzw. alle zwei Jahre ausgeschrieben. Die Anzahl der neu bewilligten Post‐DocTrack Positionen pro Jahr konnte auf 11 anstatt auf 8 erhöht werden.
Es erfolgte eine qualitative und quantitative Steigerung des Angebots an öffentlichen Veranstaltungen als Beitrag zu einer gesellschaftsoffenen Wissenschaft und zu einer Intensivierung des Dialogs mit Politik und Gesellschaft durch öffentlich zugängliche ÖAW-Veranstaltungen. Im Jahr 2020 fanden diesbezüglich 111 Veranstaltungen statt.
Zusammenfassend lässt sich daher festhalten, dass die ÖAW alle vier Zielvorgaben und die damit verbundenen Maßnahmen erreicht bzw. sogar übertroffen hat.

Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Durchführung und Evaluierung des Vorhabens sind keine Verbesserungspotentiale ersichtlich geworden.

Weitere Evaluierungen

Jede Leistungsvereinbarung (LV) wird durch Wirkungsfolgenabschätzung bewertet. Viele Maßnahmen, Ziele und Kennzahlen werden in der nächsten LV-Periode wiedereingesetzt. Somit ist ein Vergleich über einen längeren Zeitraum möglich.

Weiterführende Informationen