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Vorhaben

"Pilotprojekt zur Einrichtung einer Täglichen Bewegungseinheit in den Schuljahren 2022/23 bis 2023/24"

"Pilotprojekt zur Einrichtung einer Täglichen Bewegungseinheit in den Schuljahren 2022/23 bis 2023/24" – Vertrag mit der Bundes-Sport GmbH

2025
Vorhaben zur Gänze erreicht

Finanzjahr: 2022

Inkrafttreten / Wirksamwerden: 2022

Nettoergebnis in Tsd. €: -6.240

Vorhabensart: Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Um die Verlinkung zwischen Wirkungsorientierter Steuerung und Wirkungsorientierter Folgenabschätzung darzustellen, wird angegeben, ob das Regelungs- beziehungsweise sonstige Vorhaben den Maßnahmen eines Ressorts förderlich ist.


Problemdefinition

In Österreich erreichen 83 % der Mädchen und 73 % der Burschen in der Sekundarstufe 1 das vom Fonds Gesundes Österreich und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene tägliche Bewegungsausmaß nicht (Mayer et al., Bewegungsverhalten, Kosten mangelnder körperlicher Aktivität und Bewegungsförderung in Österreich, 2020). Laut der Childhood Obesity Surveillance Initiative (COSI-Studie der WHO) sind in Österreich 17,1 % der Buben im Alter von 8 bis 9-Jahren übergewichtig, 5,7 % adipös und 2,8 % extrem adipös. In Summe ergibt dies einen Prozentsatz von 25,6 % der österreichischen Buben. Die Zahlen der Mädchen sind ähnlich, 17,4 % sind übergewichtig, 4,6 % adipös und 2,8 % extrem adipös. Gesamt betrachtet sind 24,8 % der österreichischen Mädchen von Übergewicht und Adipositas betroffen (Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Childhood Obesity Surveillance Initiative (COSI), 2017). Laut der HBSC-Studie sind in der Altersklasse der 10- bis 14-Jährigen 20 % der Buben und 13 % der Mädchen übergewichtig oder adipös. (Felder-Puig et al., Gesundheit und Gesundheitsverhalten von österreichischen Schüler:innen: Ergebnisse des WHO-HBSC-Survey 2018, 2019). Die beunruhigend hohen Werte beim Anteil übergewichtiger und adipöser Kinder und Jugendlicher legen nahe, dass bereits in der Volksschule bei vielen Kindern Bewegungsmangel und/oder ungesunde Ernährungsgewohnheiten gegeben sind. Auch hier ist durch die Corona-Krise eine weitere Verschlechterung dieser Werte zu erwarten.
Im aktuellen Regierungsprogramm „Aus Verantwortung für Österreich 2020 – 2024“ wurde im Kapitel „Sport“ unter anderem die „ehestmögliche Umsetzung der täglichen Bewegungseinheit für alle Kinder und Jugendlichen bis zum Ende der Schulpflicht in Kooperation mit dem Bildungsressort, den Bundesländern, den Gemeinden und den Sportorganisationen“ als ein gemeinsames Ziel der Bundesregierung festgelegt.
Im Zusammenwirken zwischen dem BMKÖS und dem BMBWF sowie der Bundes-Sportorganisation (Sport Austria) wurde eine Experten-Arbeitsgruppe eingerichtet, deren Auftrag die Erarbeitung von möglichen Lösungsmodellen zur Umsetzung der „Täglichen Bewegungseinheit“ war.
Die Arbeitsgruppe wurde von einer externen Beratungseinrichtung begleitet und moderiert. Zu diesem Zweck führte die Arbeitsgruppe Gespräche auf breitester Ebene mit allen wesentlichen Stakeholdern (Einzelgespräche und drei große Stakeholderkonferenzen mit jeweils bis zu 60 Teilnehmer:innen), um deren Erfahrungen und Vorstellungen in Bezug auf die Umsetzung einer „Täglichen Bewegungseinheit“ zu erfassen und auszuwerten. Darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe nationale und internationale Studien und Best-Practice-Beispiele analysiert und konkrete Lösungsmodelle erarbeitet. Die erarbeiteten Lösungsmodelle bzw. Szenarien für eine Umsetzung wurden mit entsprechenden Empfehlungen und Anführung konkreter Umsetzungsschritte versehen und waren so fundierte Entscheidungsgrundlagen für die Verantwortungsträger zur raschen Umsetzung der „Täglichen Bewegungseinheit“. In einem moderierten Auswahlprozess entschieden sich die Stakeholder für die Umsetzung des so genannten „3-Säulen-Modells“ zur Umsetzung der „Täglichen Bewegungseinheit“ in Österreich“. Dieses Modell besteht aus der Säule I „Kulturwandel zu Bewegung und gesunder Ernährung“, der Säule II „Quantitative Ausweitung zusätzlicher Bewegungsangebote in Kindergärten und Schulen“ und der Säule III „Auf den individuellen Bedarf der Schüler: innen abgestimmte, ergänzende Angebote im Unterricht Bewegung und Sport“.
Das BMBWF und das BMKÖS einigten sich auf die Umsetzung des „3-Säulen-Modells“ für eine Pilotphase in den Schuljahren 2022/23 bis 2023/24 in ausgewählten Pilotregionen als Vorbereitung auf eine österreichweite Ausrollung. Das „3-Säulen-Modell“ wird in Pilotregionen in neun Bundesländern implementiert. Es sind dies:
. Burgenland: Bezirk Neusiedl und Teile Eisenstadt Umgebung
. Kärnten: Region Carnica+
. Niederösterreich: Bezirk Korneuburg
. Oberösterreich: Oberes Mühlviertel, Teile des Bezirks Rohrbach, Westen des Bezirks Urfahr Umgebung
. Salzburg: Teile der Stadt Salzburg (Aigen, Parsch, Salzburg Süd, Leopoldskron, Morzg, Gnigl, Langwied)
. Steiermark: Bezirk Leibnitz
. Tirol: Bezirk Schwaz
. Vorarlberg: Bregenzerwald
. Wien: Kagran als Teil des 22. Bezirks
Zur Realisierung dieser Pilotphase wird eine Koordinationsstelle eingerichtet, welche in erster Linie der Umsetzung der zweiten Säule („Quantitative Ausweitung zusätzlicher Bewegungsangebote in Kindergärten und Schulen“) sowie der Unterstützung des BMBWF bei der Betreuung der ersten und dritten Säule des „3-Säulen-Modells“ dient.
Die Bewegungsangebote (Bewegungseinheiten) der Säule II sollen nach dem erprobten und bewährten Modell via bereits bestehender Strukturen des bundesweiten Programms „Kinder gesund bewegen 2.0“ von den Sport-Dachverbänden mit ihren Vereinen umgesetzt werden.
Der Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport stellt der Bundes-Sport GmbH analog zu „Kinder gesund bewegen 2.0“ die Mittel für die Abwicklung dieser Maßnahme gemäß § 5 Abs. 4 i.V.m. § 5 Abs. 1 Z 2 des BSFG 2017 zur Verfügung. Die Umsetzung der Maßnahme erfolgt gemäß § 14 Abs. 1 Z 7 i.V.m. Z 14 des BSFG 2017.
Exkurs „Kinder gesund bewegen 2.0“:
Die Erhebungen der Statistik Austria haben ergeben, dass nur rund 1/3 der Männer und 1/4 der Frauen in Österreich regelmäßig gesundheitsfördernde Bewegung betreiben. Gesundheitsfördernde Bewegung im Sinne einer Prävention ist aber Voraussetzung für ein gesundes Altern. Um die angegebenen Werte zu erhöhen, ist es notwendig entsprechende Maßnahmen zu setzen. Ein Zugang ist, den Menschen schon in jungen Jahren zu vermitteln, dass Bewegung für das gesamte weitere Leben förderlich ist, damit diese ein Leben lang betrieben wird und so entsprechenden Einfluss auf die Systeme nimmt. Da Kinder im Kindergarten- und Volksschulalter als besonders lernfähig gelten, soll genau hier mit dieser Maßnahme angesetzt werden. Dies wurde bereits vor Jahren erkannt und im Jahre 2009 eine entsprechende Initiative – seinerzeit unter dem Namen „Kinder gesund bewegen“ ins Leben gerufen. Nach Inkrafttreten des BSFG 2013 wurde diese Maßnahme im Wege des Bundes-Sportförderungsfonds durch die Sport-Dachverbände weitergeführt. Nach Inkrafttreten des BSFG 2017 wurde diese Maßnahme im Wege der Bundes-Sport GmbH ebenfalls durch die Sport-Dachverbände weitergeführt.
Im Jahr 2018 wurde „Kinder gesund bewegen“ durch das Projekt „Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit“ erweitert. Im Sinne einer Optimierung wurden die Projekte „Kinder gesund bewegen“ und „Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit“ ab dem Schuljahr 2019/20 zum Programm „Kinder gesund bewegen 2.0“ zusammengeführt und ein Vertrag für das Schuljahr 2019/20 abgeschlossen. In weiterer Folge wurde ein Vertrag für das Schuljahr 2020/21 abgeschlossen.
In den Schuljahren 2021/22 bis 2023/24 wird das Programm „Kinder gesund bewegen 2.0“ fortgeführt. Dabei wird angestrebt, zusätzliche kooperierende Bildungseinrichtungen – vorzugsweise Volksschulen -, die im Jahr 2020/21 nicht im Rahmen des Programms betreut wurden, im Sinne der weiteren flächendeckenden Ausweitung des Programms zu betreuen. Zur Realisierung dieses Vorhabens wurde ein entsprechender Vertrag mit der Bundes-Sport GmbH abgeschlossen. Im Sinne der Planungssicherheit für alle „Kinder gesund bewegen 2.0“-Partner wurde dieser Vertrag für die Schuljahre 2021/22 bis 2023/24 abgeschlossen.
Der Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport stellt der Bundes-Sport GmbH die Mittel für die Abwicklung dieser Maßnahme gemäß § 5 Abs. 4 i.V.m. § 5 Abs. 1 Z 2 des BSFG 2017 zur Verfügung. Die Umsetzung der Maßnahme erfolgt gemäß § 14 Abs. 1 Z 7 i.V.m. Z 14 des BSFG 2017.



Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Die Zielsetzung ist im BSFG 2017 sowie in den Regierungsprogrammen „Zusammen. Für unser Österreich. Regierungsprogramm 2017 – 2022“ und „Aus Verantwortung für Österreich. Regierungsprogramm 2020 – 2024“ verankert.

Gemäß § 1 Abs. 1 BSFG 2017 vermittelt Sport von der gesundheits- bis zur spitzensportbestimmten Ausübung wichtige Werte des gesellschaftlichen Miteinanders und Zusammenlebens wie Toleranz, Fairness und Respekt gegenüber anderen, führt Menschen unterschiedlicher Kulturen und sozialer Hintergründe zusammen, verbindet Generationen, fördert Gesundheit, Gemeinsamkeit, Integration, Kommunikation, Solidarität und Begeisterung für eine gemeinsame Sache, überwindet politische Grenzen und baut Vorurteile ab und leistet einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeits- und Identitätsfindung der einzelnen Menschen, insbesondere jener mit Behinderung. Sport motiviert insbesondere junge Menschen und jene, die noch keinen Sport betreiben, durch die Vorbildfunktion der Sportler:innen diese positiven Werte und Verhaltensweise zu übernehmen. Ziel der Bundes-Sportförderung ist gemäß § 2 Abs. 1 BSFG 2017 das Heranführen von mehr Menschen zu Bewegung und Sport zur Stärkung der Gesundheit.

Gemäß dem Regierungsprogramm „Zusammen. Für unser Österreich. Regierungsprogramm 2017 – 2022“ sollen Sport und Bewegung als Grundlage für eine gesunde Lebensführung gestärkt werden sowie junge Menschen für Sport und Bewegung begeistert werden. Konkret ist das Folgende angeführt: „Ausbau des Programms „Kinder gesund bewegen“: Bundesweite Umsetzung der täglichen Bewegungseinheit für alle Kinder in öffentlich finanzierten Betreuungseinrichtungen vom Kleinkind bis zum Ende der Schulpflicht“. Im Kapitel „Bildung“ ist festgehalten: „Modell Tägliche Bewegungseinheit: Weiterentwicklung der in der letzten Regierungsperiode gesetzten Aktivitäten und Entwicklung einer effektiven und praktikablen Lösung für mehr Sport und Bewegung an Schulen“.

Gemäß dem Regierungsprogramm „Aus Verantwortung für Österreich. Regierungsprogramm 2020 – 2024“ sind Bewegung und Sport ein wesentlicher Bestandteil des Alltags der Menschen in Österreich. Die Bundesregierung unterstützt den Sport daher in seiner ganzen Breite angefangen vom Erlernen der körperlichen Grundkompetenzen im Kinderturnen. Die Bundesregierung sieht das Engagement für den Sport als wichtige Investition in eine positive Entwicklung unserer Gesellschaft. Konkret ist das Folgende angeführt: „Ehestmögliche Umsetzung der täglichen Bewegungseinheit für alle Kinder und Jugendlichen bis zum Ende der Schulpflicht in Kooperation mit dem Bildungsressort, den Bundesländern, den Gemeinden und den Sportorganisationen“ und „Mehr Bewegungsangebote integriert in den Alltag in Kindergärten“. Im Kapitel „Bildung“ ist festgehalten: „Tägliche Bewegungseinheit soll realisiert werden (z.B. mit Sportvereinen)“.

Darüber hinaus leistet das Vorhaben einen Beitrag zur Umsetzung des Unterziels 3.4 – „Bis 2030 die Frühsterblichkeit aufgrund von nicht übertragbaren Krankheiten durch Prävention und Behandlung um ein Drittel senken und die psychische Gesundheit und das Wohlergehen fördern“ – der Sustainable Development Goals (SDG).

Ziele des Vorhabens

Durch die Angabe von konkreten, nachvollziehbaren Zielen pro Vorhaben wird transparent dargestellt, welchen Zweck der staatliche Eingriff verfolgt.


Ziel 1: Überprüfung der Umsetzbarkeit der "Täglichen Bewegungseinheit" in Form des "3-Säulen-Modells"

Beschreibung des Ziels

Mit dem Pilotprojekt soll die Umsetzbarkeit der Täglichen Bewegungseinheit in Form des 3-Säulen-Modells in neun Pilotregionen in allen Bundesländern in Österreich bewiesen werden.
Die Kinder und Jugendlichen an den Pilotstandorten erreichen durch die Erhöhung der täglichen Bewegungszeit zu einem größeren Anteil die Österreichischen Bewegungsempfehlungen.
Es wird gezeigt, dass in kooperativer Zusammenarbeit von Bildung und Sport ein Kulturwandel zu Bewegung und Sport an den Bildungseinrichtungen der Elementar-, Primar- und Sekundarstufe I vollzogen werden kann.
Sport und Bewegung wird zu einem integralen Bestandteil des Alltags in den teilnehmenden Kindergärten und Schulen.
Durch die frühzeitige Erhöhung der Bewegungskompetenz bereits im Kindergarten- und Volksschulalter soll somit entsprechender Einfluss auf das spätere Bewegungsverhalten als Erwachsener genommen werden.

Kennzahlen und Meilensteine des Ziels

Zusätzliche Bewegungseinheiten an den teilnehmenden Bildungseinrichtungen [Anzahl]

Istwert

82.802

Anzahl

Zielzustand

70.440

Anzahl

Datenquelle: TBE-Datenbank

Erreichte Mädchen und Burschen 2022/23 [Anzahl]

Istwert

21.752

Anzahl

Zielzustand

22.000

Anzahl

Datenquelle: TBE-Datenbank

Erreichte Mädchen und Burschen 2023/24 [Anzahl]

Istwert

27.607

Anzahl

Zielzustand

22.000

Anzahl

Datenquelle: TBE-Datenbank

Meilenstein 1: Einführung des 3-Säulen Modells an den Pilotstandorten

Ausgangszustand 2022:

Lt. aktueller HBSC Studie (Felder-Puig et al., Gesundheit und Gesundheitsverhalten von österreichischen Schüler:innen: Ergebnisse des WHO-HBSC-Survey 2018, 2019) sind Burschen in der Sekundarstufe im Schnitt 4,5 Tage und Mädchen 3,5 Tage pro Woche für mindestens eine Stunde täglich körperlich aktiv. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Burschen an 2,5 Tagen und Mädchen an 3,5 Tagen pro Woche die Österreichischen Bewegungsempfehlungen nicht erreichen.

Zielzustand 2025:

Durch die Einführung des 3-Säulen Modells der "Täglichen Bewegungseinheit" erreichen die Kinder und Jugendlichen an den Pilotstandorten zu einem höheren Anteil die Österreichischen Bewegungsempfehlungen, wobei der Zielzustand bei 60 Minuten körperlicher Aktivität täglich liegt.

Istzustand 2025:

• 73 % der Kindergartenkinder erreichen die Bewegungsempfehlung täglich. An Kindergartentagen erfüllen 83 % die Empfehlung. Die Bewegungszeit liegt an Kindergartentagen mit durchschnittlich 4,2 Stunden höher als an Wochenenden mit 2,9 Stunden pro Tag. • 34 % der Volksschüler:innen erreichen die Bewegungsempfehlung täglich. An Schultagen erfüllen 46 % die Empfehlung an allen Tagen. Schüler:innen bewegen sich durchschnittlich 1,8 Stunden pro Tag mit mittlerer bis hoher Intensität (geringfügig höhere Aktivität wochentags). • 26 % der Schüler:innen der Sekundarstufe I erfüllen im Jahr 2024 die Bewegungsempfehlungen. • Bei den Kindern mit der geringsten Bewegungsaktivität konnte die größte Steigerung der Bewegungsaktivitäten gemessen werden, und zwar um durchschnittlich 0,5 Stunden pro Tag. Also jene Kinder, die sich nicht ausreichend bewegten, profitierten hinsichtlich ihrer Bewegungsaktivität am meisten von der Teilnahme an der TBE.

Datenquelle:
Evaluationsbericht "Tägliche Bewegungseinheit"

Zielerreichungsgrad des Meilensteins:

überwiegend erreicht


Zugeordnete Ziel-Maßnahmen

Die Maßnahmen stellen die konkreten, geplanten Handlungen der öffentlichen Verwaltung dar. Die Ziele des Vorhabens sollen durch diese Tätigkeiten erreicht werden. Durch die Darstellung der Maßnahmen wird das „Wie“ der Zielerreichung transparent gemacht.


Vertragsabschluss mit der Bundes-Sport GmbH für die Schuljahre 2022/23 bis 2023/24

Beitrag zu Ziel 1

Beschreibung der Ziel-Maßnahme

Die Maßnahme besteht darin, in Form eines Vertrages dem organisierten Sport im Wege der Bundes-Sport GmbH zusätzliche Mittel zur Durchführung vom „Pilotprojekt zur Einrichtung einer Täglichen Bewegungseinheit in den Schuljahren 2022/23 bis 2023/24“ zur Verfügung zu stellen, die der Zielerreichung zweckdienlich ist.

Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:

zur Gänze erreicht

Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Finanzielle Auswirkungen stellen die aufgrund des Regelungs- oder sonstigen Vorhabens anfallenden, monetär zum Ausdruck gebrachten, Auswirkungen dar.

In der folgenden Darstellung sehen Sie auf der rechten Seite die geplanten (Plan) und auf der linken Sie die tatsächlichen angefallenen Kosten (Ergebnis). Unter „Details“ finden Sie eine detaillierte Aufschlüsselung der finanziellen Auswirkungen. Mithilfe der Steuerungsleiste können Sie zwischen den Jahren wechseln beziehungsweise sich die Gesamtzahlen über alle Jahre hinweg ansehen.


Gesamt 2022 - 2025
2022
2023
2024
2025

Aufwände und Erträge – Nettoergebnis

Ergebnis

-6.240

Tsd. Euro

Plan

-6.240

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

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Transferaufwand

Ist

6.240

Tsd. Euro

Plan

6.240

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Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

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Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

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Aufwendungen gesamt

Ist

6.240

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Erträge gesamt

Ist

0

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Plan

0

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Ergebnis

-1.221

Tsd. Euro

Plan

-1.221

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Erträge

Ist

0

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Werkleistungen

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Betrieblicher Sachaufwand

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Transferaufwand

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Personalaufwand

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Sonstige Aufwendungen

Ist

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Aufwendungen gesamt

Ist

1.221

Tsd. Euro

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1.221

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Erträge gesamt

Ist

0

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Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

-3.504

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-3.504

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Erträge

Ist

0

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Werkleistungen

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Betrieblicher Sachaufwand

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Transferaufwand

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3.504

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Sonstige Aufwendungen

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Erträge gesamt

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Ergebnis

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Erträge

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Transferaufwand

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Personalaufwand

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Aufwendungen gesamt

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Erträge gesamt

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Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Die in den Jahren 2022 bis 2024 dargestellten IST-Werte in der Höhe von insgesamt 6,24 Mio. € ergeben sich aus den in diesen Jahren an die Bundes-Sport GmbH insgesamt geleisteten Transferaufwendungen für die Bereitstellung finanzieller Mittel zur Abwicklung des „Pilotprojekts zur Einrichtung einer Täglichen Bewegungseinheit in den Schuljahren 2022/23 bis 2023/24“.

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

Kinder und Jugend
Gesamtwirtschaft
Konsumentenschutzpolitik
Soziales
Tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern
Umwelt
Unternehmen
Verwaltungskosten für Bürger:innen
Verwaltungskosten für Unternehmen

Kinder und Jugend

Subdimension(en)

  • Schutz sowie Förderung der Gesundheit, Entwicklung und Entfaltung junger Menschen (bis 30 Jahre)

Der aktive, durch körperliche Aktivität, Bewegung, Spiel und Sport geprägte Alltag bildet eine wichtige Grundlage für die motorische, neuronale, sozial-emotive und kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Körperliche Aktivität hat nachweislich einen signifikanten Einfluss auf ein gesundes und aktives Leben in späteren Lebensabschnitten.

Im Rahmen des „Pilotprojekts zur Einrichtung einer Täglichen Bewegungseinheit in den Schuljahren 2022/23 bis 2023/24“ konnten im Schuljahr 2022/23 21.752 Kinder und Jugendliche und im Schuljahr 2023/24 27.607 Kinder und Jugendliche erreicht werden.

Sohin konnte der bei der Planung des gegenständlichen Vorhabens abgeschätzte Wert von jährlich 22.000 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen im Schuljahr 2023/24 wesentlich übertroffen werden.

In den Schuljahren 2022/23 bis 2023/24 wurden 82.802 bewegungsfördernde Einheiten umgesetzt.

Es wurden 1.299.341 Teilnahmen an diesen bewegungsfördernden Einheiten erzielt.

Gesamtbeurteilung

Die „Tägliche Bewegungseinheit“ (TBE) wurde als gemeinsames Pilotprojekt des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) und des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) in Zusammenarbeit mit den drei Sportdachverbänden ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION und den neun Bundesländern in den Schuljahren 2022/23 und 2023/24 durchgeführt. Die TBE war für Kindergärten, Volksschulen und alle Schultypen der Sekundarstufe I sowie Sonderschulen konzipiert, um dort Bewegung und Sport stärker zu verankern. Für die TBE war das sogenannte 3-Säulen-Modell handlungsleitend:

• Säule 1: Kulturwandel zu Bewegung und Sport
• Säule 2: Zusätzliche Bewegungs- und Sporteinheiten
• Säule 3: Individuelle Förderangebote

Die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) sowie die SPIN Sport Innovation (SPIN) wurden vom BMKÖS mit der Evaluation des Projekts beauftragt.
Es nahmen insgesamt 325 Bildungseinrichtungen teil, an denen 82.802 zusätzliche Bewegungseinheiten von externen Bewegungscoaches durchgeführt wurden. Insgesamt konnten 1.299.341 Teilnahmen von 21.752 Kindern und Jugendlichen im ersten und 27.607 Kindern und Jugendlichen im zweiten Pilotjahr an diesen Bewegungseinheiten erzielt werden. Bei der Planung wurde davon ausgegangen jährlich rund 22.000 Kinder und Jugendliche erreichen zu können.
Neben den spielerischen und vielfältigen Bewegungseinheiten der Bewegungscoaches wurden die Pädagog:innen der Bildungseinrichtungen dabei unterstützt, eigene Angebote zur Bewegungsförderung umzusetzen. Ein wesentliches Augenmerk wurde zudem auf Kinder und Jugendliche mit Bewegungsdefiziten gelegt. Diese Gruppe profitierte insbesondere von den verschiedenen Bewegungsförderungsaktivitäten, sodass im Verlauf der zweijährigen Pilotphase eine Steigerung der täglichen aktiven Bewegungszeit erzielt wurde.

• 73 % der Kindergartenkinder erreichen die Bewegungsempfehlung täglich. An Kindergartentagen erfüllen 83 % die Empfehlung. Die Bewegungszeit liegt an Kindergartentagen mit durchschnittlich 4,2 Stunden höher als an Wochenenden mit 2,9 Stunden pro Tag.
• 34 % der Volksschüler:innen erreichen die Bewegungsempfehlung täglich. An Schultagen erfüllen 46 % die Empfehlung an allen Tagen. Schüler:innen bewegen sich durchschnittlich 1,8 Stunden pro Tag mit mittlerer bis hoher Intensität (geringfügig höhere Aktivität wochentags).
• 26 % der Schüler:innen der Sekundarstufe I erfüllen im Jahr 2024 die Bewegungsempfehlungen.
• Bei den Kindern mit der geringsten Bewegungsaktivität konnte die größte Steigerung der Bewegungsaktivitäten gemessen werden, und zwar um durchschnittlich 0,5 Stunden pro Tag. Also jene Kinder, die sich nicht ausreichend bewegten, profitierten hinsichtlich ihrer Bewegungsaktivität am meisten von der Teilnahme an der TBE.

Nachdem die Kennzahl 1 (zusätzliche Bewegungseinheiten) überplanmäßig, die Kennzahl 2 (erreichte Mädchen und Burschen 2022/23) zur Gänze und die Kennzahl 3 (erreichte Mädchen und Burschen 2023/24) ebenfalls überplanmäßig erreicht wurden sowie der Meilenstein 1 (Einführung des 3-Säulen-Modells an den Pilotstandorten) überwiegend erreicht wurde, wird für die Erreichung des Ziels „Überprüfung der Umsetzbarkeit der ‚Täglichen Bewegungseinheit‘ in Form des ‚3-Säulen-Modells‘“ der Grad „zur Gänze erreicht“ definiert.

Das Evaluationsteam empfiehlt die österreichweite Ausrollung der TBE mit dem Ziel, allen Bildungseinrichtungen die Teilnahme zu ermöglichen. Die TBE ist bereits jetzt, am Ende der Pilotphase, eine der größten gesundheitsförderlichen Maßnahmen für Kinder und Jugendliche in Österreich. Jede Investition in die Bewegungs- und Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen macht sich über die Lebensjahre hinweg bezahlt. Diese Investitionen unterstützen die Entwicklung eines Lebensstils, der die körperliche, mentale und soziale Gesundheit aller Kinder und Jugendlichen gleichermaßen fördert.


Verbesserungspotentiale

Für die zukünftige Weiterentwicklung der TBE und zur Unterstützung der nächsten Ausrollungsschritte formulierte das Evaluationsteam Handlungsempfehlungen:

• Die Sicherung und der Ausbau eines ausreichend großen Pools an qualifizierten und motivierten Bewegungscoaches ist für die Ausrollung der TBE von großer Bedeutung. Die Programmverantwortlichen der TBE und der Sportdachverbände sind aus Sicht des Evaluationsteams aufgefordert, eine systematische und vorausschauende Personalentwicklungs- und Rekrutierungsstrategie zu entwickeln und entsprechend umzusetzen.
• Die Aus- und Weiterbildung der Bewegungscoaches ist auch aus Sicht des Evaluationsteams ein zentraler Schlüssel für die Qualitätssicherung und den Erfolg der TBE. Je mehr und je schneller neue Bewegungscoaches zur Ausrollung der TBE rekrutiert werden müssen, desto wichtiger wird diese Aufgabe.
• Es bedarf rechtssichere Lösungen für Supplierungen bei kurzfristigen Ausfällen von Bewegungscoaches. Dieses Problem steht seit Beginn des Pilotprojekts auf der Liste der zu lösenden Probleme. Eine Ausrollung der TBE kann nur dann erfolgreich sein, wenn es der Politik gelingt, hier entweder zu einer bundeseinheitlichen Regelung zu gelangen oder in allen neun Bundesländern eigene, gleichwertige Lösungsansätze zu realisieren.
• Der Bedarf an zusätzlichen Turnsaalkapazitäten ist in allen Pilotregionen von Beginn an als große Herausforderung beschrieben worden. Für eine flächendeckende Vollausrollung der TBE werden jedoch zusätzliche Bewegungsräume und Turnsaalkapazitäten erforderlich sein. Diese Herausforderung ist kurzfristig sicherlich nicht lösbar. Geprüft werden sollte aber zumindest, wie groß der beschriebene Bedarf an den einzelnen Schulstandorten tatsächlich ist und welche Möglichkeiten es gibt, die bestehenden Kapazitäten bestmöglich auszunutzen.
• Die Evaluationen von TBE und „Kinder gesund bewegen“ haben gezeigt, dass eine aktive, abgestimmte und gut verständliche Kommunikation erforderlich ist, um die wichtigsten Informationen zu den Programmen bis in die Bildungseinrichtungen und lokalen Sportvereine zu tragen. Es braucht oft sehr viel Zeit, bevor zentral beschlossene Neuerungen oder Änderungen bei allen auf der operativen Ebene tätigen Organisationen und Personen ankommen.
• Neben Bildungseinrichtungen und Sportvereinen sind es vor allem die Eltern, die das Bewegungsverhalten ihrer Kinder beeinflussen. Den Eltern muss deshalb die Notwendigkeit einer aktiven Bewegungszeit auch außerhalb der Betreuungszeiten nähergebracht werden, sodass Bewegungsförderung nicht nur in der Bildungseinrichtung, sondern auch in den Familien thematisiert und gelebt wird.
• Die Integration der TBE in den Schulalltag der Sekundarstufe I erwies sich in der Pilotphase als große Herausforderung. Besonders die fixe Planung und Integration der zusätzlichen Bewegungseinheit in die Stundenpläne überforderte einen großen Teil der Schulen.
• Sonderschulen und sonderpädagogische Zentren können an der TBE teilnehmen, was dem Ziel des Programms, alle Kinder zu erreichen, entspricht. Aus Rückmeldungen geht hervor, dass die Einbindung dieser Einrichtungen spezifische Anforderungen mit sich bringt.
• Der Aufbau zusätzlicher personeller Strukturen mit klaren Rollen und Aufgaben in den für die Koordination der TBE wichtigen Landesverbänden, Bildungs- und Sportreferaten ist zur Qualitätssicherung nach Einschätzung des Evaluationsteams ebenfalls notwendig. Dabei geht es nicht nur um die Arbeitsbelastung der mit der Programmkoordination betrauten Personen, sondern auch um die Unabhängigkeit des Programms von der Präsenz und dem Know-how einzelner Personen.

Es wurden bereits Handlungsempfehlungen im Konzept der TBE für das Schuljahr 2024/25 bzw. im Konzept für das Schuljahr 2025/26 berücksichtigt. Weitere Handlungsempfehlungen werden Eingang in das Konzept ab dem Schuljahr 2026/27 finden.


Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.


Weiterführende Informationen