Vorhaben
Bundesweite Etablierung von Projekten im Pilotprojekt Community Nursing im Rahmen des Österreichischen Aufbau- und Resilienzplans (ARP)
Pilotprojekte Community Nursing. Umsetzung im Rahmen des Österreichischen Aufbau- und Resilienzplans (ARP)
Vorhaben zur Gänze erreicht
Finanzjahr: 2021
Inkrafttreten / Wirksamwerden: 2021
Nettoergebnis in Tsd. €: -54.086
Vorhabensart: Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013
Beitrag zu Wirkungszielen
Um die Verlinkung zwischen Wirkungsorientierter Steuerung und Wirkungsorientierter Folgenabschätzung darzustellen, wird angegeben, ob das Regelungs- beziehungsweise sonstige Vorhaben den Wirkungszielen eines Ressorts förderlich ist.
Problemdefinition
Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung
Ziele des Vorhabens
Durch die Angabe von konkreten, nachvollziehbaren Zielen pro Vorhaben wird transparent dargestellt, welchen Zweck der staatliche Eingriff verfolgt.
Ziel 1: Implementierung von Community Nursing, um die Tragfähigkeit und Resilienz des Systems der Pflegevorsorge in Österreich zu verbessern
Beschreibung des Ziels
Durch die Implementierung wird ein aktives Nahtstellenmanagement zwischen dem Sozial- und Gesundheitsbereich erreicht und die bestehende Lücke geschlossen.
Kennzahlen und Meilensteine des Ziels
Bundesweit tätige Community Nurses 2024 [Anzahl]
Istwert
259Anzahl
Zielzustand
150Anzahl
Datenquelle: Interne Datenquelle
Ziel 2: Community Nursing stellt ein niederschwelliges, bürgernahes Angebot dar, das ältere Menschen, betreuungs- und pflegebedürftige Personen und deren Angehörige erreicht
Beschreibung des Ziels
Ziel ist es ungedeckten Bedarfen der Bevölkerung zu entgegnen, das Wohlbefinden zu verbessern, die Gesundheitskompetenz zu stärken und somit den Verbleib älterer Menschen im eigenen Zuhause so lange wie möglich, durch Stärkung der Selbsthilfe von Betroffenen und deren An- und Zugehörigen, zu gewährleisten.
Kennzahlen und Meilensteine des Ziels
Kontakte mit der Zielgruppe durch das Angebot Community Nursing 2024 [Anzahl]
Istwert
486.919Anzahl
Zielzustand
400.000Anzahl
Datenquelle: https://cn-oesterreich.at/das_pilotprojekt_2022-2024/evaluierungsergebnisse
Zugeordnete Ziel-Maßnahmen
Die Maßnahmen stellen die konkreten, geplanten Handlungen der öffentlichen Verwaltung dar. Die Ziele des Vorhabens sollen durch diese Tätigkeiten erreicht werden. Durch die Darstellung der Maßnahmen wird das „Wie“ der Zielerreichung transparent gemacht.
Förderung von Pilotprojekten zur Implementierung von Community Nursing
Beschreibung der Ziel-Maßnahme
Zur Zielerreichung sollen wohnortnah Community Nurses installiert werden. Community Nurses sind diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung. Vorzugsweise sind Community Nurses mit einer Weiterqualifizierung in Richtung systemische Perspektive (z.B. Studiengänge zu Community Nursing, Family Health Nursing, Public Health Nursing) einzusetzen. Die Rolle ist durch eine autonome Leistungserbringung charakterisiert, was zur Professionsentwicklung und Attraktivitätssteigerung führt. Community Nurses übernehmen aktiv das Nahtstellenmanagement zwischen Sozialbereich und (öffentlicher) Gesundheit.
Dazu steht ein Gesamtvolumen von 54,15 Mio. Euro im Rahmen des österreichischen Aufbau- und Resilienzplans zur Verfügung (finanziert von der europäischen Union, NextGenerationEU). Basierend auf § 33c BPGG werden Gemeinden, Städte und Sozialhilfeverbände eingeladen, sich um eine Förderung zu bewerben. Die Gewährung von Förderungen an genannte Gebietskörperschaften nach Maßgabe der Förderrichtlinie für den österreichischen Aufbau- und Resilienzplan (Maßnahme: Community Nurses) gewährt. Pro Community Nurse (Vollzeitäquivalent) ist ein maximales Fördervolumen von 100.000 Euro pro Jahr (mit einem Anteil von bis zu 80 % Personalkosten inkl. Dienstgeberabgaben und bis zu 20 % Sachkosten) ausgeschüttet. Als Abwicklungsstelle für das BMSGPK wird die Gesundheit Österreich GmbH beauftragt.
Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:
zur Gänze erreicht
Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)
Finanzielle Auswirkungen stellen die aufgrund des Regelungs- oder sonstigen Vorhabens anfallenden, monetär zum Ausdruck gebrachten, Auswirkungen dar.
In der folgenden Darstellung sehen Sie auf der rechten Seite die geplanten (Plan) und auf der linken Sie die tatsächlichen angefallenen Kosten (Ergebnis). Unter „Details“ finden Sie eine detaillierte Aufschlüsselung der finanziellen Auswirkungen. Mithilfe der Steuerungsleiste können Sie zwischen den Jahren wechseln beziehungsweise sich die Gesamtzahlen über alle Jahre hinweg ansehen.
Die Mittel für das Projekt Community Nursing betrugen insgesamt 54.150.000 €. Zur Abwicklung Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) wurden 3.474.105 € verwendet. Für die Abwicklung BMASGPK standen 250.000 € zur Verfügung. Die nicht zugewiesene Summe lag bei 602.516 €. Die ursprüngliche Summe der Projektförderung war 49.823.380 €, die nicht zugewiesenen Mittel wurden jedoch für die Projektförderung umgewidmet (50.425.895 €).
Zum Zeitpunkt der Planung und der Erstellung der gegenständlichen WFA basierten die Ansätze auf Schätzungen. Abweichungen ergaben sich insbesondere dadurch, dass die Projektabwicklung nicht durch das BMASGPK, sondern extern durch die GÖG erfolgte und Mittel daher bedarfsorientiert sowie zeitlich versetzt entsprechend dem Projektfortschritt abgerufen wurden. Die Transferkosten stellen die Förderungen sowie die E-Mobilität dar. Die Werkleistungen die Beauftragung GÖG sowie die Öffentlichkeitsarbeit (siehe PDF ursprüngliche WFA). Die oben angeführten Zahlungen entsprechen den von der GÖG veranschlagten und an sie überwiesenen Beträgen, ausgenommen Abwicklung BMASGPK. Rundungsdifferenzen können zu geringfügigen Abweichungen gegenüber den oben dargestellten Beträgen führen. Aufgrund der verzögerten Abrechnung werden die finanziellen Auswirkungen anhand der vorläufigen Endabrechnung (Stand: 20.10.2025) dargestellt. Etwaige verbleibende Mittel können erst nach Vorliegen der finalen Endabrechnung ausgewiesen werden.
Vorläufige Endabrechnung (20.10.2025):
− Ursprünglich genehmigte Fördersumme: 52.764.946 € (
− Eingereichte Kosten der Projekte insgesamt: 42.134.850,75 €
− Förderfähige und abgerechnete Kosten: 38.465.374 €
− Guthaben aus Endabrechnung für Förderaufwand: 11.960.521 €.
− Übrige Mittel Abwicklung BMASGPK: 65.220 €
Die Förderzusage idH von 52,7 Mio. liegt über der vertraglich vereinbarten Summe von 49,8 Mio., da zwei Projekte frühzeitig abgebrochen haben. In Erwartung der daraus resultierenden Rückzahlungen wurden Förderzusagen für weitere Projekte über das vertraglich festgelegte Förderbudget hinaus erteilt, um die vorhandenen Mittel vollständig auszunutzen zu können.
Es zeigt sich, dass beinahe alle Projekte weniger Kosten zur Abrechnung eingereicht haben, als ihnen zu Projektbeginn genehmigt wurde; durchschnittlich wurde etwa ¼ nicht ausgenutzt. Bei fast allen Projekten erfolgten Rückforderungen, da bestimmte Ausgaben nicht den Vorgaben der Sonderrichtlinie entsprachen; bei 10 Projekten lag der nicht förderfähige Anteil zwischen 20% und 40%, während die übrigen Projekte nur einen geringen Anteil zurückzahlen müssen bzw. mussten.
Seitens GÖG wurden 10 Mio. € an das BMASGPK zurücküberwiesen. Nach Endabrechnung wird die Rückzahlung der restlichen Summe umgehend veranlasst.
In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen
Subdimension(en)
- Sonstige wesentliche Auswirkungen
Primäre Zielgruppe sind ältere Menschen (Personen älter als 75 Jahre), betreuungs- und pflegebedürftige Personen (Pflegegeldanspruchsberechtigte) sowie deren pflegende Angehörige.
Personen 75 +:
Gesamt 845.035 Menschen; Anzahl Frauen: 504.640 (60 %), Anzahl Männer: 340.395 (40 %), Quelle: Statistik Austria Bevölkerungsstand (Stichtag 01.01.2021).
Gesamt 900.985 Menschen, Anzahl Frauen: 532.970 (59 %), Anzahl Männer: 368.015 (41 %), Quelle: Statistik Austria Bevölkerungsstand (Stichtag 01.01.2025).
Pflegende Angehörige:
Gesamt 801.000 Menschen, Anzahl Frauen 584.730 (73%), Anzahl Männer: 216.270 (27%), Quelle: Studie „Angehörigenpflege in Österreich“ des BMSAGK und der Universität Wien (Nagl-Cupal et al) (Daten per Juni 2018).
Zum Stand 2026 sind keine neuen Daten verfügbar.
Pflegegeldanspruchsberechtigte:
Gesamt: 466.410 Menschen, Anzahl Frauen: 291.150 (62 %), Anzahl Männer: 175.260 (38 %), Quelle: Pflegegeld-Anspruchsberechtigte gemäß PFIF – Pflegegeldinformation des Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger (Juni 2021)
Gesamt: 495.769 Menschen, Anzahl Frauen: 304.402 (61,4%), Anzahl Männer: 191.367 (38,6%), Quelle: Pflegegeld-Anspruchsberechtigte gemäß PFIF – Pflegegeldinformation des Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger (Stichtag 31.12.2024)
Subdimension(en)
- Direkte Leistungen
- Unbezahlte Arbeit
- Körperliche und seelische Gesundheit
Frauen sind stärker von Pflegebedürftigkeit betroffen und leisten öfter Betreuungs- und Pflegetätigkeiten, daher wird künftig von einer höheren Inanspruchnahme der Leistung durch Frauen ausgegangen.
Im Rahmen der Evaluierung der Fachhochschule Kärnten wurden im Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.09.2024 insgesamt 486.919 Kontakte erfasst. Von diesen entfielen 51,8 % (n = 252.152) auf Klient:innen und 48,2 % (n = 234.767) auf Netzwerkpflege. Zusätzlich wurden 22.193 Falldokumentationen sowie 206.604 Einzelinterventionen angelegt. Die Gesamtzahl der Falldokumentationen umfasst sämtliche im System erfassten Einträge. Da zu einer Person bei mehreren Betreuungskontakten jeweils zusätzliche Einträge erfolgen, liegt die Zahl der dokumentierten Fälle entsprechend darunter. Die Kontakte wiederum bilden jede einzelne Begegnung oder Interaktion ab und fallen daher insgesamt umfangreicher aus. Auf Basis der Falldokumentationen zeigt sich folgende Geschlechtsverteilung: Von 9.820 dokumentierten Fällen waren 6.491 weiblich (66,1 %) und 3.329 männlich (33,9 %). Auch bei den informell betreuenden bzw. pflegenden Angehörigen wird ein überwiegend weiblicher Anteil sichtbar, wobei von insgesamt 4.447 dokumentierten Fällen Angehörigen 3.376 weiblich (75,9 %) und 1.071 männlich (24,1 %) waren. Damit wird sichtbar, dass die dokumentierten Falldaten eine überwiegend weibliche Zielgruppe repräsentieren (siehe Evaluierung Community Nursing Österreich – Endbericht, FH Kärnten, 2024). Die Leistung wirkt sich positiv auf die Gleichstellung von Frauen und Männern aus, weil sie einerseits Frauen, die von Pflegebedürftigkeit stärker betroffen sind, berät und unterstützt und andererseits Frauen in ihren informellen Betreuungs- und Pflegetätigkeiten entlastet
Die summative Evaluation zu den Indikatoren der Wirkdimensionen Gesundheitsversorgung und Pflege zeigt, dass Community Nursing kurzfristig einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der gemeindenahen, niederschwellig zugänglichen Versorgung und zur Schließung von Lücken im Versorgungsangebot leisten kann. Die Ergebnisse weisen auf Verbesserung des subjektiv empfundenen Gesundheitszustandes der älteren Personen hin. Mittel- und langfristig lässt sich tendenziell die Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und der Lebensqualität feststellen. Durch die Unterstützung und den Support vonseiten der Community Nurses in pflegerischen und gesundheitlichen Belangen kann das unmittelbare soziale Umfeld, die Gemeinde, als Lebensmittelpunkt attraktiver gestaltet und der soziale Zusammenhalt gestärkt werden.
Gesamtbeurteilung
Verbesserungspotentiale
Weitere Evaluierungen
Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.