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Vorhaben

Bundesweite Etablierung von Projekten im Pilotprojekt Community Nursing im Rahmen des Österreichischen Aufbau- und Resilienzplans (ARP)

Pilotprojekte Community Nursing. Umsetzung im Rahmen des Österreichischen Aufbau- und Resilienzplans (ARP)

2025
Vorhaben zur Gänze erreicht

Finanzjahr: 2021

Inkrafttreten / Wirksamwerden: 2021

Nettoergebnis in Tsd. €: -54.086

Vorhabensart: Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Beitrag zu Wirkungszielen

Um die Verlinkung zwischen Wirkungsorientierter Steuerung und Wirkungsorientierter Folgenabschätzung darzustellen, wird angegeben, ob das Regelungs- beziehungsweise sonstige Vorhaben den Wirkungszielen eines Ressorts förderlich ist.


Problemdefinition

Aufgrund der demographischen Entwicklung kommt es zu einer Zunahme der Inanspruchnahme von Pflege- und Betreuungsdienstleistungen, was einer neustrukturierten und optimierten Versorgung mit Pflege- und Betreuungsdienstleistungen bedarf. Dabei sieht sich das System mit einer zunehmenden Zersplitterung konfrontiert. In den nächsten Jahren gilt es die Pflege- und Betreuungsangebote so zu gestalten, dass Menschen dort gepflegt und betreut werden, wo es für sie am besten passt. Auch gilt es, verstärkt präventiv tätig zu werden um die Selbsthilfe- und Gesundheitskompetenz zu stärken.



Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Community Nursing wurde sowohl im Regierungsprogramm 2020–2024 als auch im aktuellen Regierungsprogramm 2025–2029 als zentraler Bestandteil der Weiterentwicklung der Pflege verankert. Im Zuge der nationalen Finanzausgleichsverhandlungen 2024–2028 wurde am 22.11.2023 eine Einigung über die Finanzierung der Langzeitpflege erzielt. Dabei wurden die Zielsetzungen der Zweckzuschüsse im Pflegefonds ausgeweitet und Community Nursing als achtes Angebot verankert. Community Nursing wurde damit langfristig abgesichert und in eine Regelfinanzierung übergeführt. Zudem wurde der Pflegefonds von 455,6 Mio. Euro im Jahr 2023 auf 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2024 aufgestockt, inklusive jährlicher Valorisierung ab dem Jahr 2025. Diese finanziellen Mittel können nunmehr u.a. für die Weiterführung und den Ausbau des Community Nursing verwendet werden. Die Bundesländer können die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel für Dienstleistungen im Rahmen der Pflegevorsorge nach den bereits bestehenden und im Pflegefondsgesetz festgelegten Rahmenbedingungen einsetzen.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, einer zunehmenden Multimorbidität sowie wachsender Anforderungen an integrierte Versorgungsmodelle stellt Community Nursing einen relevanten Baustein im österreichischen Gesundheits- und Pflegesystem dar. Nationale Reformprozesse – insbesondere die Pflegereformpakete I-III 2022/23, die Grundsätze und Leitlinien der Pflege-Entwicklungs-Kommission sowie die Aufnahme von Community Nursing als Dienstleistung im Pflegefondsgesetz – unterstreichen die Bedeutung präventiver, wohnortnaher und niedrigschwelliger Unterstützungsangebote (Pflegefondsgesetz – PFG 2011; Sozialministerium 2023; Sozialministerium oJ).

Auf europäischer Ebene ist das Vorhaben als Maßnahme des österreichischen Aufbau- und Resilienzplans 2020–2026 verortet und basiert auf der Aufbau- und Resilienzfazilität (Verordnung (EU) 2021/241). Es steht im Einklang mit der Zielsetzung durch die Europäische Strategie für Pflege und Betreuung sowie durch die Empfehlung des Rates über den Zugang zu erschwinglicher und hochwertiger Langzeitpflege (Europäische Kommission 2022; Rat der Europäischen Union 2022).

Weiters formuliert die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit den Sustainable Development Goals übergeordnete Zielsetzungen für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung. Community Nursing trägt als konkrete Maßnahme auf lokaler Ebene zur Umsetzung von SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen), SDG 5 (Geschlechtergleichheit) und SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) bei (Vereinte Nationen 2015), indem es gesundheitsfördernde, präventive und unterstützende Angebote im unmittelbaren Lebensumfeld der Bevölkerung bereitstellt (3.4). Dadurch wird nicht nur der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Beratung verbessert, sondern auch die soziale Teilhabe gestärkt (3.8). Zugleich kann Community Nursing dazu beitragen, bestehende geschlechtsspezifische Ungleichheiten in der Sorge- und Versorgungsarbeit sichtbarer zu machen und durch niedrigschwellige Unterstützungsstrukturen zu entlasten (5.4). Auf kommunaler Ebene fördert es damit wohnortnahe, inklusive und bedarfsorientierte Versorgungsstrukturen und leistet einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung von Gemeinden (11.3).

Ziele des Vorhabens

Durch die Angabe von konkreten, nachvollziehbaren Zielen pro Vorhaben wird transparent dargestellt, welchen Zweck der staatliche Eingriff verfolgt.


Ziel 1: Implementierung von Community Nursing, um die Tragfähigkeit und Resilienz des Systems der Pflegevorsorge in Österreich zu verbessern

Beschreibung des Ziels

Durch die Implementierung wird ein aktives Nahtstellenmanagement zwischen dem Sozial- und Gesundheitsbereich erreicht und die bestehende Lücke geschlossen.

Kennzahlen und Meilensteine des Ziels

Bundesweit tätige Community Nurses 2024 [Anzahl]

Istwert

259

Anzahl

Zielzustand

150

Anzahl

Datenquelle: Interne Datenquelle

Ziel 2: Community Nursing stellt ein niederschwelliges, bürgernahes Angebot dar, das ältere Menschen, betreuungs- und pflegebedürftige Personen und deren Angehörige erreicht

Beschreibung des Ziels

Ziel ist es ungedeckten Bedarfen der Bevölkerung zu entgegnen, das Wohlbefinden zu verbessern, die Gesundheitskompetenz zu stärken und somit den Verbleib älterer Menschen im eigenen Zuhause so lange wie möglich, durch Stärkung der Selbsthilfe von Betroffenen und deren An- und Zugehörigen, zu gewährleisten.

Kennzahlen und Meilensteine des Ziels

Kontakte mit der Zielgruppe durch das Angebot Community Nursing 2024 [Anzahl]

Istwert

486.919

Anzahl

Zielzustand

400.000

Anzahl

Datenquelle: https://cn-oesterreich.at/das_pilotprojekt_2022-2024/evaluierungsergebnisse


Zugeordnete Ziel-Maßnahmen

Die Maßnahmen stellen die konkreten, geplanten Handlungen der öffentlichen Verwaltung dar. Die Ziele des Vorhabens sollen durch diese Tätigkeiten erreicht werden. Durch die Darstellung der Maßnahmen wird das „Wie“ der Zielerreichung transparent gemacht.


Förderung von Pilotprojekten zur Implementierung von Community Nursing

Beitrag zu Ziel 1
Beitrag zu Ziel 2

Beschreibung der Ziel-Maßnahme

Zur Zielerreichung sollen wohnortnah Community Nurses installiert werden. Community Nurses sind diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung. Vorzugsweise sind Community Nurses mit einer Weiterqualifizierung in Richtung systemische Perspektive (z.B. Studiengänge zu Community Nursing, Family Health Nursing, Public Health Nursing) einzusetzen. Die Rolle ist durch eine autonome Leistungserbringung charakterisiert, was zur Professionsentwicklung und Attraktivitätssteigerung führt. Community Nurses übernehmen aktiv das Nahtstellenmanagement zwischen Sozialbereich und (öffentlicher) Gesundheit.

Dazu steht ein Gesamtvolumen von 54,15 Mio. Euro im Rahmen des österreichischen Aufbau- und Resilienzplans zur Verfügung (finanziert von der europäischen Union, NextGenerationEU). Basierend auf § 33c BPGG werden Gemeinden, Städte und Sozialhilfeverbände eingeladen, sich um eine Förderung zu bewerben. Die Gewährung von Förderungen an genannte Gebietskörperschaften nach Maßgabe der Förderrichtlinie für den österreichischen Aufbau- und Resilienzplan (Maßnahme: Community Nurses) gewährt. Pro Community Nurse (Vollzeitäquivalent) ist ein maximales Fördervolumen von 100.000 Euro pro Jahr (mit einem Anteil von bis zu 80 % Personalkosten inkl. Dienstgeberabgaben und bis zu 20 % Sachkosten) ausgeschüttet. Als Abwicklungsstelle für das BMSGPK wird die Gesundheit Österreich GmbH beauftragt.

Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:

zur Gänze erreicht

Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Finanzielle Auswirkungen stellen die aufgrund des Regelungs- oder sonstigen Vorhabens anfallenden, monetär zum Ausdruck gebrachten, Auswirkungen dar.

In der folgenden Darstellung sehen Sie auf der rechten Seite die geplanten (Plan) und auf der linken Sie die tatsächlichen angefallenen Kosten (Ergebnis). Unter „Details“ finden Sie eine detaillierte Aufschlüsselung der finanziellen Auswirkungen. Mithilfe der Steuerungsleiste können Sie zwischen den Jahren wechseln beziehungsweise sich die Gesamtzahlen über alle Jahre hinweg ansehen.


Gesamt 2021 - 2025
2021
2022
2023
2024
2025

Aufwände und Erträge – Nettoergebnis

Ergebnis

-54.086

Tsd. Euro

Plan

-54.150

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

3.660

Tsd. Euro

Plan

3.000

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

50.426

Tsd. Euro

Plan

51.150

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

54.086

Tsd. Euro

Plan

54.150

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

-167

Tsd. Euro

Plan

-4.340

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

167

Tsd. Euro

Plan

623

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

3.717

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

167

Tsd. Euro

Plan

4.340

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

-22.457

Tsd. Euro

Plan

-18.252

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

1.307

Tsd. Euro

Plan

819

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

21.150

Tsd. Euro

Plan

17.433

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

22.457

Tsd. Euro

Plan

18.252

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

-9.896

Tsd. Euro

Plan

-15.779

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

896

Tsd. Euro

Plan

779

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

9.000

Tsd. Euro

Plan

15.000

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

9.896

Tsd. Euro

Plan

15.779

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

-21.566

Tsd. Euro

Plan

-15.779

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

1.290

Tsd. Euro

Plan

779

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

20.276

Tsd. Euro

Plan

15.000

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

21.566

Tsd. Euro

Plan

15.779

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Die Mittel für das Projekt Community Nursing betrugen insgesamt 54.150.000 €. Zur Abwicklung Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) wurden 3.474.105 € verwendet. Für die Abwicklung BMASGPK standen 250.000 € zur Verfügung. Die nicht zugewiesene Summe lag bei 602.516 €. Die ursprüngliche Summe der Projektförderung war 49.823.380 €, die nicht zugewiesenen Mittel wurden jedoch für die Projektförderung umgewidmet (50.425.895 €).

Zum Zeitpunkt der Planung und der Erstellung der gegenständlichen WFA basierten die Ansätze auf Schätzungen. Abweichungen ergaben sich insbesondere dadurch, dass die Projektabwicklung nicht durch das BMASGPK, sondern extern durch die GÖG erfolgte und Mittel daher bedarfsorientiert sowie zeitlich versetzt entsprechend dem Projektfortschritt abgerufen wurden. Die Transferkosten stellen die Förderungen sowie die E-Mobilität dar. Die Werkleistungen die Beauftragung GÖG sowie die Öffentlichkeitsarbeit (siehe PDF ursprüngliche WFA). Die oben angeführten Zahlungen entsprechen den von der GÖG veranschlagten und an sie überwiesenen Beträgen, ausgenommen Abwicklung BMASGPK. Rundungsdifferenzen können zu geringfügigen Abweichungen gegenüber den oben dargestellten Beträgen führen. Aufgrund der verzögerten Abrechnung werden die finanziellen Auswirkungen anhand der vorläufigen Endabrechnung (Stand: 20.10.2025) dargestellt. Etwaige verbleibende Mittel können erst nach Vorliegen der finalen Endabrechnung ausgewiesen werden.

Vorläufige Endabrechnung (20.10.2025):

− Ursprünglich genehmigte Fördersumme: 52.764.946 € (
− Eingereichte Kosten der Projekte insgesamt: 42.134.850,75 €
− Förderfähige und abgerechnete Kosten: 38.465.374 €
− Guthaben aus Endabrechnung für Förderaufwand: 11.960.521 €.
− Übrige Mittel Abwicklung BMASGPK: 65.220 €

Die Förderzusage idH von 52,7 Mio. liegt über der vertraglich vereinbarten Summe von 49,8 Mio., da zwei Projekte frühzeitig abgebrochen haben. In Erwartung der daraus resultierenden Rückzahlungen wurden Förderzusagen für weitere Projekte über das vertraglich festgelegte Förderbudget hinaus erteilt, um die vorhandenen Mittel vollständig auszunutzen zu können.
Es zeigt sich, dass beinahe alle Projekte weniger Kosten zur Abrechnung eingereicht haben, als ihnen zu Projektbeginn genehmigt wurde; durchschnittlich wurde etwa ¼ nicht ausgenutzt. Bei fast allen Projekten erfolgten Rückforderungen, da bestimmte Ausgaben nicht den Vorgaben der Sonderrichtlinie entsprachen; bei 10 Projekten lag der nicht förderfähige Anteil zwischen 20% und 40%, während die übrigen Projekte nur einen geringen Anteil zurückzahlen müssen bzw. mussten.

Seitens GÖG wurden 10 Mio. € an das BMASGPK zurücküberwiesen. Nach Endabrechnung wird die Rückzahlung der restlichen Summe umgehend veranlasst.

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

Soziales Tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern
Gesamtwirtschaft
Kinder und Jugend
Konsumentenschutzpolitik
Umwelt
Unternehmen
Verwaltungskosten für Bürger:innen
Verwaltungskosten für Unternehmen

Soziales

Subdimension(en)

  • Sonstige wesentliche Auswirkungen

Primäre Zielgruppe sind ältere Menschen (Personen älter als 75 Jahre), betreuungs- und pflegebedürftige Personen (Pflegegeldanspruchsberechtigte) sowie deren pflegende Angehörige.

Personen 75 +:
Gesamt 845.035 Menschen; Anzahl Frauen: 504.640 (60 %), Anzahl Männer: 340.395 (40 %), Quelle: Statistik Austria Bevölkerungsstand (Stichtag 01.01.2021).
Gesamt 900.985 Menschen, Anzahl Frauen: 532.970 (59 %), Anzahl Männer: 368.015 (41 %), Quelle: Statistik Austria Bevölkerungsstand (Stichtag 01.01.2025).

Pflegende Angehörige:
Gesamt 801.000 Menschen, Anzahl Frauen 584.730 (73%), Anzahl Männer: 216.270 (27%), Quelle: Studie „Angehörigenpflege in Österreich“ des BMSAGK und der Universität Wien (Nagl-Cupal et al) (Daten per Juni 2018).
Zum Stand 2026 sind keine neuen Daten verfügbar.

Pflegegeldanspruchsberechtigte:
Gesamt: 466.410 Menschen, Anzahl Frauen: 291.150 (62 %), Anzahl Männer: 175.260 (38 %), Quelle: Pflegegeld-Anspruchsberechtigte gemäß PFIF – Pflegegeldinformation des Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger (Juni 2021)
Gesamt: 495.769 Menschen, Anzahl Frauen: 304.402 (61,4%), Anzahl Männer: 191.367 (38,6%), Quelle: Pflegegeld-Anspruchsberechtigte gemäß PFIF – Pflegegeldinformation des Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger (Stichtag 31.12.2024)

Tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern

Subdimension(en)

  • Direkte Leistungen
  • Unbezahlte Arbeit
  • Körperliche und seelische Gesundheit

Frauen sind stärker von Pflegebedürftigkeit betroffen und leisten öfter Betreuungs- und Pflegetätigkeiten, daher wird künftig von einer höheren Inanspruchnahme der Leistung durch Frauen ausgegangen.

Im Rahmen der Evaluierung der Fachhochschule Kärnten wurden im Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.09.2024 insgesamt 486.919 Kontakte erfasst. Von diesen entfielen 51,8 % (n = 252.152) auf Klient:innen und 48,2 % (n = 234.767) auf Netzwerkpflege. Zusätzlich wurden 22.193 Falldokumentationen sowie 206.604 Einzelinterventionen angelegt. Die Gesamtzahl der Falldokumentationen umfasst sämtliche im System erfassten Einträge. Da zu einer Person bei mehreren Betreuungskontakten jeweils zusätzliche Einträge erfolgen, liegt die Zahl der dokumentierten Fälle entsprechend darunter. Die Kontakte wiederum bilden jede einzelne Begegnung oder Interaktion ab und fallen daher insgesamt umfangreicher aus. Auf Basis der Falldokumentationen zeigt sich folgende Geschlechtsverteilung: Von 9.820 dokumentierten Fällen waren 6.491 weiblich (66,1 %) und 3.329 männlich (33,9 %). Auch bei den informell betreuenden bzw. pflegenden Angehörigen wird ein überwiegend weiblicher Anteil sichtbar, wobei von insgesamt 4.447 dokumentierten Fällen Angehörigen 3.376 weiblich (75,9 %) und 1.071 männlich (24,1 %) waren. Damit wird sichtbar, dass die dokumentierten Falldaten eine überwiegend weibliche Zielgruppe repräsentieren (siehe Evaluierung Community Nursing Österreich – Endbericht, FH Kärnten, 2024). Die Leistung wirkt sich positiv auf die Gleichstellung von Frauen und Männern aus, weil sie einerseits Frauen, die von Pflegebedürftigkeit stärker betroffen sind, berät und unterstützt und andererseits Frauen in ihren informellen Betreuungs- und Pflegetätigkeiten entlastet

Die summative Evaluation zu den Indikatoren der Wirkdimensionen Gesundheitsversorgung und Pflege zeigt, dass Community Nursing kurzfristig einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der gemeindenahen, niederschwellig zugänglichen Versorgung und zur Schließung von Lücken im Versorgungsangebot leisten kann. Die Ergebnisse weisen auf Verbesserung des subjektiv empfundenen Gesundheitszustandes der älteren Personen hin. Mittel- und langfristig lässt sich tendenziell die Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und der Lebensqualität feststellen. Durch die Unterstützung und den Support vonseiten der Community Nurses in pflegerischen und gesundheitlichen Belangen kann das unmittelbare soziale Umfeld, die Gemeinde, als Lebensmittelpunkt attraktiver gestaltet und der soziale Zusammenhalt gestärkt werden.

Gesamtbeurteilung

Mit dem Pilotprojekt Community Nursing wurde im Rahmen der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) ein bundesländerübergreifender Impuls zur nachhaltigen Etablierung von Community Nurses auf Gemeindeebene gesetzt. Ziel des Vorhabens war es, durch eine wohnortnahe, niederschwellige und präventiv ausgerichtete Versorgungsform einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung älterer Menschen mit (drohendem) Pflegebedarf sowie pflegender Angehöriger zu leisten und damit langfristig zur Entlastung des Gesundheits- und Sozialsystems beizutragen. Zur Umsetzung des Vorhabens wurden zentrale organisatorische, inhaltliche und strukturelle Maßnahmen gesetzt. Die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) wurde mit dem Projektmanagement sowie der Förderabwicklung betraut. Die Umsetzung des Vorhabens erfolgte auf Grundlage der im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) festgelegten zeitlichen und inhaltlichen Vorgaben.

Es wurden das Aufgaben- und Rollenprofil der Community Nurses sowie verbindliche Einsatzkriterien definiert. Community Nurses sind diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen (DGKP) mit mindestens zwei Jahren einschlägiger Berufserfahrung. Als Zielgruppen wurden insbesondere ältere Menschen zu Hause mit (drohendem) Pflegebedarf, pflegende Angehörige sowie Personen ab 75 Jahren festgelegt. Darüber hinaus wurde das Kriterium definiert, dass ein Vollzeitäquivalent einer Community Nurse für rund 3.000 bis 5.000 Personen in der vorgesehenen geografischen Reichweite eingesetzt wird. Fördernehmende konnten Gemeinden, Sozialhilfeverbände oder Arbeitsgemeinschaften sein. Die Community Nurses konnten entweder direkt angestellt oder über externe Träger beauftragt werden. Der maximale Mitteleinsatz wurde mit 100.000 Euro pro Vollzeitäquivalent und Jahr (inkl. Sachkosten) festgelegt.

Die Evaluation des Pilotprojekts durch die Fachhochschule Kärnten bestätigt den hohen Bedarf sowie die breite Wirksamkeit von Community Nursing. Insgesamt wurden 486.919 Kontakte durch Community Nurses dokumentiert. Mit Stand November 2024 befanden sich österreichweit 117 Projekte mit 273 beantragten Community Nurses in Umsetzung. Die Evaluation zeigt positive Wirkungen auf individueller, kommunaler und systemischer Ebene, insbesondere in den Bereichen Prävention, frühzeitige Bedarfserkennung und Koordination von Versorgungsleistungen. Das Verhältnis zwischen eingesetztem Input und den erreichten Wirkungen ist insgesamt als günstig zu beurteilen. Die Ziel- und Istwerte der definierten Kennzahlen sowie die festgelegten Meilensteine wurden erreicht.

Die Umsetzung des Vorhabens erfolgte durch die jeweiligen Fördernehmenden und war in gewissem Ausmaß von unterschiedlichen organisatorischen und strukturellen Rahmenbedingungen in den Bundesländern geprägt. Die rasche Verfügbarkeit der Fördermittel und die damit verbundene zeitnahe Umsetzung stellten erhöhte Anforderungen an Planung und Koordination. Darüber hinaus brachte die erstmalige Etablierung von Community Nursing als neuer Versorgungsform in Österreich zusätzlichen Abstimmungsbedarf bei der Einbettung in bestehende Versorgungsstrukturen mit sich. Insgesamt hatten diese begleitenden Rahmenbedingungen keine negativen Auswirkungen auf den Gesamterfolg des Vorhabens. Als positive Nebeneffekte der Umsetzung zeigt sich insbesondere eine verbesserte Gesundheitskompetenz und Lebensqualität älterer Menschen sowie eine erhöhte Erreichbarkeit schwer zugänglicher und vulnerabler Personengruppen. Darüber hinaus weisen die Ergebnisse auf potenzielle langfristige ökonomische Effekte hin, etwa durch verzögerte Pflegeheimaufenthalte. Zudem wurden regionale Kooperationen und informelle Vernetzungsstrukturen zwischen Akteur:innen des Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereichs gestärkt.

Die nachhaltige Weiterführung von Community Nursing wird durch die strukturelle Verankerung im Pflegefondsgesetz abgesichert. Im Rahmen der Finanzausgleichsverhandlungen (FAG-Periode 2024–2028) wurde die Finanzierung von Community Nursing in das Pflegefondsgesetz integriert (vgl. § 3 Abs. 1 Z 8 sowie Abs. 12 PFG). Dies beruht auf einem gemeinsamen Übereinkommen von Bund, Ländern sowie dem Städte- und Gemeindebund. Ergänzend dazu begleitet das BMASGPK Community Nursing auch über das Ende der RRF-Finanzierung hinaus durch ein begleitendes Projekt zur fachlichen Unterstützung und Weiterentwicklung.


Verbesserungspotentiale

Im Zuge der Umsetzung zeigte sich, dass das Verhältnis von Vollzeitäquivalenten zur Bevölkerungszahl in Abhängigkeit von regionalen Strukturen, bestehenden Versorgungslandschaften und kommunalen Gegebenheiten unterschiedlich ausgestaltet wurde. Diese Abweichungen vom ursprünglich vorgesehenen Richtwert erwiesen sich jedoch als fachlich begründet, nachvollziehbar und mit den Zielen des Vorhabens vereinbar. Als Verbesserungspotenzial zeigt sich eine weiterführende Präzisierung in der Planungs- und Umsetzungslogik sowie eine noch klarere strukturelle Ausgestaltung der organisatorischen Rahmenbedingungen.


Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.


Weiterführende Informationen