Zum Menü springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen Suchen Seite downloaden Seite teilen
Ergebnisse werden geladen. Dies kann bis zu einer Minute dauern.
Vorhaben

Richtlinie zum Important Projects of Common European Interest (IPCEI) im Bereich der Mikroelektronik

IPCEI-Richtlinie Mikroelektronik

2025
Vorhaben überwiegend erreicht

Finanzjahr: 2020

Inkrafttreten / Wirksamwerden: 2020

Nettoergebnis in Tsd. €: -135.572

Vorhabensart: sonstige rechtsetzende Maßnahme grundsätzlicher Art gemäß § 16 Abs. 2 BHG 2013

Beitrag zu Wirkungszielen

Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen

Problemdefinition

In den vergangenen Jahren hat die europäische Mikroelektronik-Industrie im Vergleich zu Mitbewerbern aus den USA und Asien teils enorm an Marktanteilen und damit auch an strategischer Bedeutung verloren. Einer Studie von IC insights vom Mai 2018 zufolge haben von den weltweit fünfzehn größten Halbleiterherstellern acht Unternehmen ihren Firmensitz in den USA, vier in Asien und nur drei in Europa: Infineon, NXP und ST Microelectronics. Hinzu kommt AT&S als einziger Packaging-Hersteller in diesem sehr kleinen europäischen Umfeld. Es verbleibt somit nur wenig Expertise in Europa. Nicht nur für Europa, sondern speziell auch für Österreich wird es daher entscheidend sein, für die Zukunft die richtigen industriepolitischen Strategien zu nutzen – in einem aktiven Zusammenspiel der Mitgliedsländer mit den europäischen Institutionen.

Um dieser Problematik auf europäischer Ebene entgegenzuwirken und um aktiv gemeinsam strategisch Maßnahmen zu setzen, traten vier Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Deutschland, Frankreich, Italien und das Vereinigte Königreich – Vertragsabschluss vor dem BREXIT-Termin) im Dezember 2018 einem „Important Projects of Common European Interest“ (IPCEI) im Bereich der Mikroelektronik bei. Dieses Instrument der europäischen Industrie- und Forschungspolitik bietet Mitgliedstaaten die Möglichkeit mit ausgewählten Unternehmen in einem integrierten Projektkonsortium zielgerichtet industrielle Stärkefelder in Europa zu schaffen – dies durch Ausnahmeregelungen im europäischen Beihilferahmen. Im Rahmen des IPCEIs können Wissen, Know-how, finanzielle Mittel und Wirtschaftsbeteiligte aus der gesamten Europäischen Union zusammengeführt werden, um wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen zu adressieren, die ansonsten nicht gelöst werden könnten.

Österreich suchte im Frühjahr 2019 erstmals um nachträgliche Teilnahme am IPCEI Mikroelektronik an. Das österreichische Ansuchen umfasste drei österreichische Unternehmen – Infineon Austria, AT&S und NXP. Mit der Teilnahme Österreichs werden die Bereiche „Energieeffiziente Chips“ und „Leistungshalbleiter“ gefördert, um die Entwicklung innovativer technologischer Komponenten für die Automobilindustrie, dem Internet der Dinge und anderer Anwendungen zu forcieren, den ersten industriellen Einsatz dieser Technologien zu etablieren sowie die Freisetzung des vollen technologischen und wirtschaftlichen Potenzials der Mikroelektronik zu unterstützen. Die Förderung wird in Form eines nicht-rückzahlbaren Zuschusses über den Zeitraum von 2020-2023 gewährt. Das österreichische Modul trägt zusätzlich wesentlich und komplementär zur Wirkkraft der europäischen IPCEI-Initiative bei, und der Standort Österreich kann mithilfe der IPCEI-Teilnahme voll von der strategischen Anschubwirkung profitieren.

Mit der Teilnahme Österreichs am IPCEI Mikroelektronik kann sich die österreichische Mikroelektronikindustrie – basierend auf einer guten Ausgangsposition – in der europäischen Wertschöpfungskette weiter verankern. Österreich wird so als Produktionsstandort für Mikroelektronik explizit in den Kern der europäischen IPCEI-Initiative in diesem Bereich aufgenommen. Darüber hinaus können in einem Schlüsselsektor zusätzliche hochqualifizierte Stellen geschaffen werden.



Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Das Vorhaben Important Project of Common European Interest (IPCEI) im Bereich der Mikroelektronik endete 2024 und stand in engem Einklang mit den mittel- und langfristigen strategischen Zielen des Ressorts, der Bundesregierung 2020-2024 sowie der Europäischen Union und leistete einen konkreten Beitrag zur Umsetzung zentraler politischer Leitlinien auf nationaler, europäischer und globaler Ebene.

Handlungsleitend auf nationaler Ebene waren aus Sicht des Ressorts insbesondere der FTI-Pakt 2021–2023 und das Regierungsprogramm „Aus Verantwortung für Österreich“ (2020–2024). Der FTI-Pakt sah die Beteiligung Österreichs an ausgewählten Important Projects of Common European Interest (IPCEIs) vor, die für den österreichischen Forschungs- und Produktionsstandort von besonderer Bedeutung sind – darunter explizit die Bereiche Mikroelektronik und Batterien. Mit der Teilnahme am IPCEI im Bereich der Mikroelektronik wurde dieses strategische Ziel aktiv umgesetzt, indem nationale Innovationskapazitäten in einem zukunftsträchtigen Schlüsseltechnologiesektor gebündelt und gestärkt wurden. Das Regierungsprogramm betonte zudem die erfolgreiche Beteiligung Österreichs an europäischen Forschungs- und Innovationsprogrammen. Das IPCEI leistete hier einen direkten Beitrag, da es zur Umsetzung der European Green Deal-Strategie sowie der New Industrial Strategy for Europe beitrug.

Auf europäischer Ebene verfolgte das IPCEI weitere strategische Zielsetzungen der EU, insbesondere die Europe 2020, Horizon 2020, KETs-Strategie (Key Enabling Technologies) und die Microelectronics Strategy, indem es durch erhöhte Investitionen die europäische Roadmap für industrielle Führungsrolle in der Mikroelektronik voranbrachte.

Im Kontext der Sustainable Development Goals (SDGs) leistete das Vorhaben einen Beitrag zum SDG-Unterziel 9.5: „Die wissenschaftliche Forschung verbessern und die technologischen Kapazitäten der Industriesektoren ausbauen“. Durch die Förderung von Innovation, die Steigerung der FuE-Ausgaben und die Stärkung der FuE-Personalkapazitäten in einem zentralen Zukunftsfeld wurde die technologische Entwicklung in Österreich und Europa nachhaltig vorangetrieben.

Ziele des Vorhabens

Durch die Angabe von konkreten, nachvollziehbaren Zielen pro Vorhaben wird transparent dargestellt, welchen Zweck der staatliche Eingriff verfolgt.


Ziel 1: Schaffung zusätzlicher hochqualifizierter Stellen

Kennzahlen und Meilensteine des Ziels

Wissenschaftliche Stellen (Master, Bachelor, PhD) und Fachkräfte (IngenieurInnen) [Anzahl]

Istwert

4.923

Anzahl

Zielzustand

4.849

Anzahl

Datenquelle: VDI/VDE iit; Evaluierung der IPCEI

Weibliche Beschäftigte relativ zur Anzahl der Gesamtbeschäftigten in IPCEI Mikroelektronik geförderten Projekten [%]

Istwert

19

%

Zielzustand

21

%

Datenquelle: VDI/VDE iit; Evaluierung der IPCEI

Ziel 2: Erhöhung der Kooperationsintensität, Generierung von Spill-Over-Effekten in den Wertschöpfungsketten im Zuge der IPCEI Implementierung

Kennzahlen und Meilensteine des Ziels

Kooperationen der relevanten Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette [Anzahl]

Istwert

987

Anzahl

Zielzustand

977

Anzahl

Datenquelle: VDI/VDE iit; Evaluierung der IPCEI

Ziel 3: Erhöhung der IP Generierung und Nutzung der F&E-Ergebnisse bzw. deren Verwertung/Nutzung

Kennzahlen und Meilensteine des Ziels

Patentaktivitäten der durch das IPCEI Mikroelektronik geförderten österreichischen Unternehmen [Anzahl]

Istwert

566

Anzahl

Zielzustand

489

Anzahl

Datenquelle: VDI/VDE iit; Evaluierung der IPCEI

Umsatz an verkauften Lizenzen [Mio. €]

Istwert

226,0

Mio. €

Zielzustand

167,8

Mio. €

Datenquelle: VDI/VDE iit; Evaluierung der IPCEI

Produktionskapazität (Wafer) [Anzahl]

Istwert

10.000.000.000

Anzahl

Zielzustand

1.189.000

Anzahl

Datenquelle: FFG, AWS

Produktportfolios [Anzahl]

Istwert

9

Anzahl

Zielzustand

5

Anzahl

Datenquelle: VDI/VDE iit; Evaluierung der IPCEI

Ziel 4: Erhöhung der internen Investitionen in F&E und Infrastruktur pro Einzelunternehmen in Einzeltechnologien der Mikroelektronik

Kennzahlen und Meilensteine des Ziels

In-kind Investitionen in den geförderten Technologiefeldern [Mio. €]

Istwert

294,32

Mio. €

Zielzustand

326,76

Mio. €

Datenquelle: FFG, AWS

RDI-Quote (Research, Development, and Innovation) der in-kind Investitionen in den geförderten Technologiefeldern (Ziel 2024) [%]

Istwert

50,00

%

Zielzustand

31,67

%

Datenquelle: VDI/VDE iit; Evaluierung der IPCEI

FID-Quote (First Industrial Deployment) der in-kind Investitionen in den geförderten Technologiefeldern (Ziel 2024) [%]

Istwert

50

%

Zielzustand

65

%

Datenquelle: VDI/VDE iit; Evaluierung der IPCEI


Zugeordnete Ziel-Maßnahmen

Die Maßnahmen stellen die konkreten, geplanten Handlungen der öffentlichen Verwaltung dar. Die Ziele des Vorhabens sollen durch diese Tätigkeiten erreicht werden. Durch die Darstellung der Maßnahmen wird das „Wie“ der Zielerreichung transparent gemacht.


Förderung in Form eines nicht-rückzahlbaren Zuschusses (FFG und AWS)

Beitrag zu Ziel 1
Beitrag zu Ziel 2
Beitrag zu Ziel 3
Beitrag zu Ziel 4

Beschreibung der Ziel-Maßnahme

Die Maßnahmen zur nationalen Umsetzung des IPCEI Programms orientieren sich an den IPCEI Mitteilungen der Europäischen Kommission. Darin wird dargestellt, dass zur Unterstützung der an einem IPCEI teilnehmenden Unternehmen nationale Zuschüsse vorzusehen sind. Förderfähig sind dabei die Projektphasen Forschung und technologische Entwicklung (R&D) sowie die erste industrielle Umsetzung der Ergebnisse (First Industrial Deployment, FID). Die maximal mögliche öffentliche Zuwendung ist durch die errechnete Funding Gap limitiert. Die weiteren Maßnahmen betreffen Koordinierungsfunktionen sowie die Information der Öffentlichkeit über konkrete Ergebnisse der jeweiligen IPCEI. Die Maßnahmen werden durch die Förderungsagenturen FFG und AWS im Auftrag der Bundesministerien umgesetzt.

Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:

zur Gänze erreicht

Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Finanzielle Auswirkungen stellen die aufgrund des Regelungs- oder sonstigen Vorhabens anfallenden, monetär zum Ausdruck gebrachten, Auswirkungen dar.

In der folgenden Darstellung sehen Sie auf der rechten Seite die geplanten (Plan) und auf der linken Sie die tatsächlichen angefallenen Kosten (Ergebnis). Unter „Details“ finden Sie eine detaillierte Aufschlüsselung der finanziellen Auswirkungen. Mithilfe der Steuerungsleiste können Sie zwischen den Jahren wechseln beziehungsweise sich die Gesamtzahlen über alle Jahre hinweg ansehen.


Gesamt 2020 - 2024
2020
2021
2022
2023
2024

Aufwände und Erträge – Nettoergebnis

Ergebnis

-135.572

Tsd. Euro

Plan

-149.833

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

651

Tsd. Euro

Plan

951

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

134.921

Tsd. Euro

Plan

148.882

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

135.572

Tsd. Euro

Plan

149.833

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

0

Tsd. Euro

Plan

-20.016

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

260

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

19.756

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

20.016

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

-23.771

Tsd. Euro

Plan

-32.165

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

23

Tsd. Euro

Plan

171

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

23.748

Tsd. Euro

Plan

31.994

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

23.771

Tsd. Euro

Plan

32.165

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

-16.948

Tsd. Euro

Plan

-25.521

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

311

Tsd. Euro

Plan

186

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

16.637

Tsd. Euro

Plan

25.335

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

16.948

Tsd. Euro

Plan

25.521

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

-34.671

Tsd. Euro

Plan

-31.421

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

130

Tsd. Euro

Plan

172

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

34.541

Tsd. Euro

Plan

31.249

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

34.671

Tsd. Euro

Plan

31.421

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

-60.182

Tsd. Euro

Plan

-40.710

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

187

Tsd. Euro

Plan

162

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

59.995

Tsd. Euro

Plan

40.548

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

60.182

Tsd. Euro

Plan

40.710

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Das Vorhaben wurde gemeinsam von den Bundesministerien BMIMI (vormals BMK) und BMWET (vormals BMDW) zu gleichen Teilen (50/50) finanziert. Die Bedeckung wurde durch die in den jeweiligen Finanzierungsjahren in den Bundesfinanzgesetzen bereitgestellten Mitteln in der UG 34 sowie in der UG 33 gewährleistet.
Der Transferaufwand bezieht sich auf die vom BMIMI und dem BMWET mittels Ausführungsvertrag 2020 an die FFG bzw. mittels Abwicklungsvertrag 2020 an die AWS übertragenen operativen Mittel zur förderungsmäßigen Umsetzung des Important Projects of Common European Interest (IPCEI) Mikroelektronik. In den Ist-Werten sind die erfolgten Auszahlungen sowohl der UG 33 (im Austausch und in Abstimmung mit dem BMWET) als auch der UG 34 enthalten.

Im Vergleich zu den ursprünglich geplanten Auszahlungsprofilen kam es zu zeitlichen Verschiebungen insbesondere aufgrund der verspätet erfolgten Notifizierung zum Programm. Jährliche Abweichungen bei den Plan- und Ist-Werten ergeben sich entsprechend den Projektverläufen und den tatsächlichen Mittelbedarfen. Durch die verspätete Notifizierung ergaben sich analog zum Transferaufwand auch bei den Werkleistungen Verschiebungen und Abweichungen zu den Planwerten im Evaluierungszeitraum. Da im Zuge der Evaluierung nur ein Zeitraum über maximal 5 Jahre dargestellt werden kann, sind die finanziellen Auswirkungen in den Jahren nach 2024 nicht abgebildet und daher nicht vollständig dargestellt. Weitere finanzielle Auswirkungen werden noch bis 2026 erwartet, die finale Endberechnung ist in diesem Jahr vorgesehen.

In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen

Unternehmen
Gesamtwirtschaft
Kinder und Jugend
Konsumentenschutzpolitik
Soziales
Tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern
Umwelt
Verwaltungskosten für Bürger:innen
Verwaltungskosten für Unternehmen

Unternehmen

Subdimension(en)

  • Finanzielle Auswirkungen auf Unternehmen

Insgesamt ermöglichte das IPCEI im Bereich der Mikroelektronik den drei geförderten Unternehmen Zugang zu Finanzmittel in Höhe von € 141,5 Millionen (Planwerte: 71,5 Mio.€). Die Höhe der beihilfefähigen Investitionskosten beliefen sich auf € 286,2 Millionen. Durch die geleisteten Beihilfen konnten nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch der FTI-Standort Österreich nachhaltig gestärkt werden. Das zeigt sich insbesondere durch die hohe Anzahl an Patentanmeldungen sowie die hohe Anzahl an Kooperationen, die den Aufbau eines grenzüberschreitenden Innovationsökosystems belegen. So konnten die Unternehmen ihren Zugang zu grenzüberschreitendem und branchenübergreifendem Wissen sowie einem integrierten europäischen Industrie-Ökosystem stärken. Die Aktivitäten der Unternehmen im Rahmen des IPCEI haben auch weitere Forschungsaktivitäten ausgelöst. Eine Besonderheit des Instruments sind auch die erforderlichen Spill-Over-Aktivitäten, die nicht durch die WFA gemessen werden, aber eine relevante Bedeutung für die Unternehmen haben. So finden Vernetzungsaktivitäten zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen in ganz Europa statt, um die gesamte Wertschöpfungskette des jeweiligen Sektors optimal nutzen. Davon profitieren neben den Unternehmen durch den Wissenstransfer auch die FTI-Landschaft in Europa insgesamt.

Gesamtbeurteilung

Das IPCEI im Bereich der Mikroelektronik hat wesentlich zur Stärkung des österreichischen und europäischen Innovationsstandorts beigetragen und sich als wirksames Instrument zur Förderung technologischer Souveränität in einem strategisch kritischen Zukunftsbereich erwiesen. Es hat nicht nur die Entwicklung hochinnovativer Technologien vorangetrieben, sondern auch greifbare wirtschaftliche und strukturelle Wirkungen entfaltet. Die Zielerreichung zeigt sich in mehreren Schlüsselbereichen. Das Ziel der Schaffung zusätzlicher hochqualifizierter Stellen wurde erfüllt. Die Anzahl wissenschaftlicher Stellen und Fachkräfte wurde über alle Projekte hinweg durch das IPCEI um 864 erhöht und erreicht damit einen Istwert von 4923. Gleichzeitig wurde jedoch das Ziel bzgl. der Erhöhung des Anteils weiblicher Beschäftigter verfehlt: Mit 19% liegt der Anteil weiblicher Beschäftigter unter dem angestrebten Wert von 21%. Dies spiegelt die branchenweite Unterrepräsentation von Frauen in technischen und industriellen Schlüsselbereichen wider und unterstreicht die Notwendigkeit gezielterer Diversitätsmaßnahmen in zukünftigen IPCEI-Vorhaben.

Die angestrebte Steigerung der Kooperationsintensität innerhalb der Wertschöpfungskette wurde erfolgreich übertroffen: Mit 987 realisierten Kooperationen lag der Wert über dem Ziel von 977 und belegt den Erfolg des IPCEI als Katalysator für ein vernetztes, grenzüberschreitendes Innovationsökosystem. Dies unterstreicht die Fähigkeit des Instruments, Akteure aus Industrie, Forschung und Entwicklung zu bündeln und gemeinsame technologische Vorhaben zu forcieren.

Auch bei der Steigerung Patentaktivitäten wurde das Ziel erreicht – mit 566 Patentaktivitäten liegt der Wert über dem geplanten Wert von 489, was auf eine hohe Innovationsdichte schließen lässt. Auch das Ziel, den Umsatz mit verkauften Lizenzen zu steigern, wurde erreicht. Statt der angestrebten 167,8 Millionen Euro (Zielzustand) wurde ein Ergebnis von 226 Millionen Euro (Ist-Zustand) erzielt. Bei der Produktionskapazität sehen wir eine extreme Übererfüllung des Zielwerts. Es zeigt sich, dass der Indikator zur Produktionskapazität keine optimale Messgröße für diese Art von Vorhaben abbildet – nicht zuletzt, da die Unternehmen ihren Erfolg nicht auf diese Weise bemessen und die angenommenen Zielzustände nicht realistisch waren. Das wurde bereits als Learning für Wirkungsfolgenabschätzungen anderer IPCEI-Vorhaben umgesetzt.

Überzeugend wiederum ist die Erweiterung des Produktportfolios: Statt der geplanten fünf wurden neun neue Produkte entwickelt, was die hohe Wirkung der Förderung unterstreicht.

Das Ziel Erhöhung der internen F&E-Investitionen wurde nur teilweise erreicht. Dennoch erachten wir das erzielte Ergebnis als positiv: Die in-kind-Investitionen wurden gegenüber dem Ausgangwert deutlich gesteigert und sind ein Beleg für die Wirksamkeit der Förderung. Die RDI- und FID-Quote bei den in-kind-Investitionen wurde nur teilweise erreicht. Der anvisierte Zielzustand der RDI-Quote wurde erreicht. Die FID-Quote hingegen wurde nicht erreicht. Insgesamt zeigt sich jedoch eine positive Steigerung bei beiden Quoten. Dies unterstreicht für uns das Potenziell des IPCEI-Instruments, Innovationsaktivitäten erfolgreich hochzuskalieren.

Insgesamt bewertet sich das Vorhaben als hochwirksam: Es hat Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Vernetzung gestärkt und trägt maßgeblich zur technologischen Resilienz Europas bei.


Verbesserungspotentiale

Die abgeschlossene Beteiligung Österreichs am IPCEI im Bereich der Mikroelektronik hat wertvolle Erkenntnisse für zukünftige europäische Innovationsvorhaben geliefert. Gleichzeitig ergeben sich aus der Begleitung und Evaluierung des Projekts klare Verbesserungspotenziale, die bei künftigen IPCEI-Teilnahmen (ab 2026) gezielt adressiert werden sollten.

Ein zentraler Ansatzpunkt betrifft die förderliche Gestaltung von Diversität und Geschlechtergleichstellung. Im Rahmen der abgeschlossenen IPCEI-Teilnahme wurden seitens des Ressorts verpasst, aktive Begleitmaßnahmen zu ergreifen, um diesen Indikator systematisch zu unterstützen. Weder im Budget noch in der Abwicklungsbeauftragung wurden Interventionen zur Förderung von FTI verankert. Auch wenn, der Zielzustand übertroffen wurde, halten wir es für zukünftige IPCEI-Vorhaben für notwendig, gezielte Maßnahmen zu planen und diese in enger Abstimmung mit bestehenden Ressortprogrammen zur Diversitätsförderung zu verknüpfen, um mehr strukturelle Effekte zu erzielen.

Ein Erfolgsfaktor des IPCEI war die hohe Anzahl an Kooperationen, die den Aufbau eines grenzüberschreitenden Innovationsökosystems belegen. Dieser Trend hat sich auch im zweiten IPCEI im Bereich der Mikroelektronik fortgesetzt und unterstreicht die Stärke des Instruments zur Vernetzung. Dennoch sehen wir hier weiteres Verbesserungspotenzial: Bei zukünftigen Teilnahmen sollten aktive Schritte gesetzt werden, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit – sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene – noch stärker zu fördern. Dazu zählen die gezielte Einbindung von KMU sowie die Unterstützung von Kooperationsplattformen.

Schließlich hat sich im Rahmen der Erhebung der WFA-Indikatoren gezeigt, dass die Wahl der Indikatoren und Zielzustände optimiert werden kann. Einige Indikatoren erwiesen sich als ungeeignet, die tatsächliche Wirkung der Projekte umfassend abzubilden. Zudem wurden die Zielzustände von den beteiligten Unternehmen oftmals falsch bzw. zu optimistisch eingeschätzt, was zu einer Diskrepanz zwischen Planung und tatsächlicher Erreichung führte. Für künftige IPCEI-Teilnahmen empfiehlt sich daher eine kritischere, realistischere Festlegung von Zielvorgaben. Gleichzeitig sollte der Fokus auf Disseminationsaktivitäten gestärkt werden, da die Verbreitung von Ergebnissen und Technologien eine zentrale Wirkungsgröße von IPCEI-Projekten darstellt und in der vorliegenden WFA-Indikatorik bisher unterrepräsentiert war.


Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.


Weiterführende Informationen