Vorhaben
BÜNDELUNG: Österreichisch-Jüdisches-Kulturerbegesetz
BÜNDELUNG: Österreichisch-Jüdisches Kulturerbegesetz – ÖJKG
Vorhaben überwiegend erreicht
Finanzjahr: 2020
Inkrafttreten / Wirksamwerden: 2020
Nettoergebnis in Tsd. €: -27
Vorhabensart: Bundesgesetz
Beitrag zu Wirkungszielen
Um die Verlinkung zwischen Wirkungsorientierter Steuerung und Wirkungsorientierter Folgenabschätzung darzustellen, wird angegeben, ob das Regelungs- beziehungsweise sonstige Vorhaben den Wirkungszielen eines Ressorts förderlich ist.
Beitrag zu Globalbudget-Maßnahmen
Um die Verlinkung zwischen Wirkungsorientierter Steuerung und Wirkungsorientierter Folgenabschätzung darzustellen, wird angegeben, ob das Regelungs- beziehungsweise sonstige Vorhaben den Maßnahmen eines Ressorts förderlich ist.
Problemdefinition
Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung
Ziele des Vorhabens
Durch die Angabe von konkreten, nachvollziehbaren Zielen pro Vorhaben wird transparent dargestellt, welchen Zweck der staatliche Eingriff verfolgt.
Ziel 1: Ausbau des interkulturellen und interreligiösen Dialogs
Beschreibung des Ziels
Bewertung des subjektiven Nutzens betreffend die Projekte zum interkulturellen und interreligiösen Dialog durch die TeilnehmerInnen nach dem Schulnotensystem soll sich verbessern.
Kennzahlen und Meilensteine des Ziels
Bewertung des subjektiven Nutzens betreffend die Projekte zum interkulturellen und interreligiösen Dialog durch die TeilnehmerInnen (Notensystem:1-5) [Schulnote]
Istwert
1,3Schulnote
Zielzustand
2,0Schulnote
Datenquelle: Mitgliederbefragung der Israelitischen Religionsgesellschaft
Ziel 2: Sicherstellung der aktiven Beteiligung von jungen Mitgliedern der jüdischen Religionsgesellschaft am jüdischen Gemeindeleben
Beschreibung des Ziels
Bewertung der subjektiven Zufriedenheit betreffend Bildungsprogramme, Bildungs- und Sporteinrichtungen sowie von Projekten und Maßnahmen für jüdische Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch die daran teilnehmenden jungen Mitglieder (0 bis 30-Jährige). Mittelfristiges Ziel ist, dass die subjektive Zufriedenheit junger Mitglieder mit den auf sie ausgerichteten Leistungsangeboten steigt.
Kennzahlen und Meilensteine des Ziels
Bewertung der subjektiven Zufriedenheit betreffend Bildungsprogramme, Bildungs- und Sporteinrichtungen sowie von Projekten für die junge Generation [Schulnote]
Istwert
2,3Schulnote
Zielzustand
2,0Schulnote
Datenquelle: Mitgliederbefragung der Israelitischen Religionsgesellschaft
Ziel 3: Sicherstellung eines aktiven jüdischen Gemeindelebens in Österreich gemäß § 1 ÖJKG
Beschreibung des Ziels
Anzahl aktiver Mitglieder der Israelitischen Religionsgesellschaft IRG soll sich erhöhen.
Kennzahlen und Meilensteine des Ziels
Anzahl aktiver Mitglieder der Israelitischen Religionsgesellschaft IRG [Anzahl]
Istwert
8.432,00Anzahl
Zielzustand
9.000,00Anzahl
Datenquelle: Mitgliederbefragung der Israelitischen Religionsgesellschaft
Ziel 4: Breiter Zugang der Bevölkerung Österreichs zum jüdischen kulturellen Erbe
Beschreibung des Ziels
Anzahl der österreichischen EinwohnerInnen, welche an Veranstaltungen zur Vermittlung des jüdischen kulturellen Erbes der Israelitischen Kultusgemeinde pro Jahr teilnehmen soll sich erhöhen.
Kennzahlen und Meilensteine des Ziels
Anzahl der österreichischen EinwohnerInnen, welche an Veranstaltungen zur Vermittlung des jüdischen kulturellen Erbes der IRG teilnahmen [Anzahl]
Istwert
26.500,00Anzahl
Zielzustand
25.000,00Anzahl
Datenquelle: Mitgliederbefragung der Israelitischen Religionsgesellschaft
Zugeordnete Ziel-Maßnahmen
Die Maßnahmen stellen die konkreten, geplanten Handlungen der öffentlichen Verwaltung dar. Die Ziele des Vorhabens sollen durch diese Tätigkeiten erreicht werden. Durch die Darstellung der Maßnahmen wird das „Wie“ der Zielerreichung transparent gemacht.
Schutz jüdischer Einrichtungen wie Synagogen, Bethäuser, jüdische Institutionen und Veranstaltungen in Österreich
Beschreibung der Ziel-Maßnahme
Angesichts des Risikos antisemitisch motivierter Übergriffe, das für jüdische Personen und Einrichtungen besteht, ist die körperliche und seelische Integrität von BesucherInnen jüdischer Einrichtungen und der jüdischen Wohnbevölkerung gefährdet. Deshalb sollen Schutzmaßnahmen österreichweit erweitert werden: Bewachungsdienste, bauliche Schutzmaßnahmen etc.
Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:
überwiegend erreicht
Erhaltung und Ausbau der Struktur und Dienstleistungen für die Mitglieder der israelitischen Religionsgesellschaft
Beschreibung der Ziel-Maßnahme
Das Dienstleistungsangebot soll entsprechend dem Bedarf der Zielgruppe erhalten bzw. ausgebaut werden: Beratung der Mitglieder etc.
Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:
überwiegend erreicht
Förderung von Informationsvermittlung über das jüdische Kulturerbe
Beschreibung der Ziel-Maßnahme
Förderung von Informationsvermittlung über das jüdische Kulturerbe (gemeinsame Veranstaltungen, Informationsabende und Themenschwerpunkte) für die jüdische und nicht-jüdische Bevölkerung
Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:
überplanmäßig erreicht
Förderung von Projekten des interkulturellen und interreligiösen Dialogs
Beschreibung der Ziel-Maßnahme
Zunächst erarbeitet die Israelitische Kultusgemeinde ein strategisches Konzept, welches anschließend zur Umsetzung gelangen soll. Zielgruppe der Maßnahme: Österreichische Gesamtbevölkerung.
Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:
überplanmäßig erreicht
Förderung von Bildungsprogrammen, Bildungs- und Sporteinrichtungen sowie Projekten für jüdische Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Beschreibung der Ziel-Maßnahme
Diese Maßnahme fokussiert auf die jungen Mitglieder der israelitischen Religionsgesellschaft (0 bis 30-Jährige). Sie soll bewirken, dass die Angebote der Israelitischen Religionsgesellschaft für diese Zielgruppe weiterhin attraktiv sind und die Gesamtanzahl der aktiven Mitglieder mittelfristig sogar steigt.
Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:
teilweise erreicht
Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)
Finanzielle Auswirkungen stellen die aufgrund des Regelungs- oder sonstigen Vorhabens anfallenden, monetär zum Ausdruck gebrachten, Auswirkungen dar.
In der folgenden Darstellung sehen Sie auf der rechten Seite die geplanten (Plan) und auf der linken Sie die tatsächlichen angefallenen Kosten (Ergebnis). Unter „Details“ finden Sie eine detaillierte Aufschlüsselung der finanziellen Auswirkungen. Mithilfe der Steuerungsleiste können Sie zwischen den Jahren wechseln beziehungsweise sich die Gesamtzahlen über alle Jahre hinweg ansehen.
Im Jahr 2021 wurde gemäß ÖJKG in der Fassung des BGBl. I Nr. 39/2021 sowohl der für 2020 vorgesehene Zuwendungsbetrag in Höhe von 5 Mio. Euro (§ 6 Abs. 2 ÖJKG) als auch der Zuwendungsbetrag ab 2021 von jährlich 4 Mio. Euro (§ 2 ÖJKG) bezahlt. Diese Zuwendung war bzw. ist insbesondere für die Absicherung jüdischer Einrichtungen, für Kulturerhalt sowie für Bildungs- und Dialogmaßnahmen vorgesehen. Mit der Novellierung des ÖJKG im Jahr 2023 wurde dieser Finanzierungsrahmen wesentlich angepasst und die jährliche Zuwendung auf 7 Mio. Euro erhöht, um den gestiegenen Anforderungen und dem erweiterten Aufgabenprofil Rechnung zu tragen. Tatsächlich sind ab 2023 finanzielle Auswirkungen in dieser erhöhten Höhe eingetreten, wobei es in der Umsetzung zu einer internen Schwerpunktverschiebung kam. Grund dafür waren die drastisch veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen nach dem terroristischen Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023. In der Folge wurde die erste Maßnahme „Schutz jüdischer Einrichtungen wie Synagogen, Bethäuser, jüdische Institutionen und Veranstaltungen in Österreich“ ausgebaut, da ein erhöhter Schutz jüdischer Einrichtungen und der jüdischen Bevölkerung in Österreich zwingend erforderlich war, um die Sicherheit nachhaltig sicherzustellen.
Zwischen den Beträgen laut Ergebnisrechnung und jenen laut Finanzierungsrechnung bestehen keine Abweichungen. Da die Vollziehung des ÖJKG ausschließlich Bundessache ist, gibt es auch keinerlei finanzielle Auswirkungen aufseiten der Länder, Gemeinden und SV-Träger.
In der Evaluierung behandelte Wirkungsdimensionen
Subdimension(en)
- Schutz sowie Förderung der Gesundheit, Entwicklung und Entfaltung junger Menschen (bis 30 Jahre)
- Sonstige wesentliche Auswirkungen
Jüdisches Leben für die Zukunft nachhaltig abzusichern, ist ein wesentlicher Maßstab für das Handeln der Israelitischen Kultusgemeinden in ganz Österreich, weshalb die junge Generation besonders im Fokus steht. Es gibt daher laufend eine Vielzahl an Projekten und Veranstaltungen der Kultusgemeinden zur Förderung von Angeboten für Bildung und Sport gemeinsam mit jüdischen Jugend- und Sportvereinen, die sich explizit an die jüdische Jugend richten. Im Bereich der Israelitische Kultusgemeinde (IKG) Wien nehmen jährlich rund 3.600 Kinder und Jugendliche an den Veranstaltungen der Jugendabteilung teil. Laut Mitgliederbefragung der Israelitischen Religionsgesellschaft 2025 werden österreichweite Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von den Nutzerinnen und Nutzern überwiegend positiv gesehen (39 % Note 1 oder 2), zugleich gibt ein größerer Teil an, die Angebote zu wenig zu kennen. Die Zufriedenheit mit Angeboten für Kinder, Jugendliche & junge Erwachsene hat im Vergleich zu 2023 bei Befragten bis 30 Jahre merklich abgenommen, was aber wohl in Verbindung mit den Entwicklungen seit 7.10.2023 und dem massiv angestiegenen Antisemitismus und der stärkeren Polarisierung in der Gesellschaft stehen könnte. Infos über Angebote der jüdischen Gemeinde bezieht man v. a. über Newsletter der IKG, persönliche Gespräche und Empfehlungen, private Chatgruppen (z. B. WhatsApp) sowie Website und „Gemeinde Insider“.
Subdimension(en)
- Körperliche und seelische Gesundheit
Die betroffenen Männer und Frauen sind die Mitglieder aller Israelitischer Kultusgemeinden im Bundesgebiet (Stichtag 30.11.2025: 8.432 Mitglieder) sowie aufgrund ihrer Tätigkeiten, die auf die gesamte Gesellschaft abzielen, darüber hinaus auch die Gesamtbevölkerung Österreichs.
Die Erhebung einer geschlechtsspezifischen Betroffenheit ist nicht mit vertretbarem Aufwand durchführbar. Die Israelitische Religionsgesellschaft (IRG) geht jedoch von einer ausgewogenen Betroffenheit der Geschlechter aus.
Von positiven Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die körperliche und/oder seelischer Gesundheit ist angesichts der für die für Jüdinnen und Juden wegen des entfesselten Antisemitismus herausfordernden Zeiten auszugehen. Gerade in diesen belastenden Zeiten fördern die Teilnahme an Aktivitäten der Kultusgemeinden das Zusammengehörigkeitsgefühl und stärken die Gemeinschaft, etwa durch das gemeinsame Erleben von jüdischen Veranstaltungen oder durch erbrachte Leistungen an Mitglieder. Die umfassenden Sicherheitsmaßnahmen zielen darauf ab, die körperliche und seelische Integrität der Besucherinnen und Besucher sicherzustellen.
Weiters sind in diesem Zusammenhang auch die Leistungen im Rahmen des psychosozialen Zentrums der IKG Wien „ESRA“ zu nennen, die zur Gesundheit von Mitgliedern und Nichtmitgliedern beitragen. Weitere positive Effekte zur physischen und seelischen Gesundheit werden durch die Angebote der jüdischen Sportvereine und Jugendorganisationen erzielt. Als spezifisches Angebot für jüdische Frauen sind etwa Frauenvernetzungstreffen anzuführen.
Gesamtbeurteilung
Verbesserungspotentiale
Weitere Evaluierungen
Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.
Weiterführende Informationen
- Bundeskanzleramt - Kampagne gegen Antisemitismus
- NAS Umsetzungsbericht 2021
- NAS Umsetzungsbericht 2022
- NAS Umsetzungsbericht/Evaluierungsbericht 2023/2024
- ÖJKG Umsetzungsbericht 2020/2021
- ÖJKG Umsetzungsbericht 2022/2023
- Network Overcoming Antisemitism (NOA) - Report Card AUSTRIA
- Nationale Strategie gegen Antisemitismus 2.0
- Melde- und Beratungsstellen
- Antisemitismus-Studie 2024