Vorhaben
Sanierung Praterateliers - Projekt des österr. Aufbau- und Resilienzplans
Sanierung Praterateliers - Projekt des österr. Aufbau- und Resilienzplans
Vorhaben überplanmäßig erreicht
Finanzjahr: 2021
Inkrafttreten / Wirksamwerden: 2023
Nettoergebnis in Tsd. €: 0
Vorhabensart: Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013
Beitrag zu Wirkungszielen
Um die Verlinkung zwischen Wirkungsorientierter Steuerung und Wirkungsorientierter Folgenabschätzung darzustellen, wird angegeben, ob das Regelungs- beziehungsweise sonstige Vorhaben den Wirkungszielen eines Ressorts förderlich ist.
Problemdefinition
Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung
Ziele des Vorhabens
Durch die Angabe von konkreten, nachvollziehbaren Zielen pro Vorhaben wird transparent dargestellt, welchen Zweck der staatliche Eingriff verfolgt.
Ziel 1: Absicherung des kulturellen Erbes und Gewährleistung eines breiten Zugangs der Öffentlichkeit zu Kunst- und Kulturgütern
Beschreibung des Ziels
Die Praterateliers sollen als Arbeitsräumlichkeiten für bildende Künstler:innen zum Großteil ihrer Widmung gemäß erhalten bleiben. Die derzeit wegen ihrer Größe und des Sanierungsaufwandes leerstehenden oder in naher Zukunft freiwerdenden Ateliers sollen jedoch flexibler und kurzfristiger einer künstlerischen Produktion zur Verfügung stehen – im besten Fall sech bis acht Projektateliers sowie einen Multifunktionsraum. Die Nutzung als Proberäume, als projektbasierte Ateliers für junge und jüngere Künstler:innen oder Künstlergruppen aus dem In- und Ausland und als Spielort für Performances soll im Zuge der Planung erwogen werden und mit einer Öffnung der Gebäude für die interessierte Öffentlichkeit Hand in Hand gehen.
Mit dem neu implementierten Multifunktionsraum und den Projektateliers, die die Zugänglichkeit für das nähere Umfeld und die Stadt Wien deutlich steigern, werden die Gebäude zu einer zukunftsfitten und vorbildhaften kulturellen Institution. Insbesondere die Möglichkeiten für einen auf internationaler Ebene stattfindenden Künstler:innenaustausch birgt großes Potenzial weit über das Stadtentwicklungsgebiet hinaus. Erst die Sanierung und Umstrukturierung ermöglicht die Implementierung des Nutzungskonzepts und soll eine vorbildhafte Wirkung einerseits als Sanierungskonzept mit wissenschaftlicher Begleitung und andererseits als Vorbild eines lebendigen Ortes der künstlerischen Produktion entfalten.
Kennzahlen und Meilensteine des Ziels
Von den Künstler:innen genutzte Ateliers [Anzahl]
Istwert
21Anzahl
Zielzustand
26Anzahl
Datenquelle: Sektion Kunst und Kultur
Meilenstein 1: Zugänglichkeit für die interessierte Öffentlichkeit
Ausgangszustand 2021:
Die Praterateliers stehen ausschließlich den Künstler:innen (Mieter:innen) für ihr künstlerisches Schaffen zur Verfügung.
Zielzustand 2025:
Die Praterateliers stehen durch den Einbau eines Multifunktionsraums auch einer interessierten Öffentlichkeit für Kunstveranstaltungen und Performances zur Verfügung.
Istzustand 2025:
Im Zuge der Planungen der Sanierung wurde im Sinne einer moderneren und flexibleren Nutzung auch ein Multifunktionsraum geschaffen, der für verschiedene Formate zum Einsatz kommen kann. So wird dort seit Start des neu implementierten Artist-in-Residence-Programms ein wechselndes, der Öffentlichkeit zugängliches Ausstellungsprogramm gezeigt. Weiters fanden dort bereits verschiedene Preisverleihungen des BMWKMS sowie Vernetzungstreffen mit Kooperationspartnern statt. Darüber hinaus wurden auch bereits zahlreiche öffentliche Führungen durch die neu sanierten Pavillons angeboten. Diese diverse und flexible Nutzung soll auch künftig fortgeführt und programmatisch erweitert werden. Beispiele: Newsletter PART vom 12.01.2026: Meet our New Resident & Events @ PART in January Verleihung des Österreichischen Buchpreises 2025 am 10.11.2025 Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises an Herbert Brandl am 03.12.2025
Datenquelle:
Sektion Kunst und Kultur
Zielerreichungsgrad des Meilensteins:
zur Gänze erreicht
Meilenstein 2: Schaffung von Räumen für flexible und kurzfristige künstlerische Produktion
Ausgangszustand 2021:
Die Ateliers wurden vormalig auf Lebenszeit an österreichische Künstler:innen vermietet, in den letzten Jahren befristet auf 15 Jahre.
Zielzustand 2025:
Die sechs neugeschaffenen Projektateliers stehen für junge und jüngere Künstler:innen oder Künstlergruppen aus dem In- und Ausland für eine flexible und kurzfristige künstlerische Produktion zur Verfügung.
Istzustand 2025:
Im Zuge der Planungen der Sanierung wurde – im Sinne einer moderneren und auf Internationalisierung ausgelegten Nutzung – auch der Plan entwickelt, Projektateliers einzurichten und diese internationalen Kunstschaffenden für Residencies zur Verfügung zu stellen. Die organisatorische und inhaltliche Abwicklung sowie administrative Betreuung dieses neu implementierten Artist-in-Residence-Programms in den sechs neu geschaffenen Projektateliers wurde als Verhandlungsverfahren nach vorheriger Bekanntmachung im Oberschwellenbereich zum Abschluss einer Rahmenvereinbarung mit einem Auftragswert von netto 300.000 € ausgeschrieben und schließlich an die Siebenstern C + C GmbH, vertreten durch Alexandra Grausam, vergeben. Die sechs Projektateliers werden mit einer durchschnittlichen Residencedauer von drei Monaten mit rund 24 Residents, Künstler:innen, aber auch Kurator:innen und Kritiker:innen pro Jahr bespielt. Es wird dadurch die Möglichkeit geboten, sich während des Aufenthalts und einer damit verbundenen finanziellen Unterstützung, fokussiert und konzentriert der essenziellen Weiterentwicklung des eigenen Werkes zu widmen. Der AIR-Aufenthalt ist daher mit einer sehr zeitintensiven Arbeits- und Schaffensphase verbunden. Die internationale Kunstszene fordert von Künstler:innen ihre Werke an neuen, globalen Orten zu verankern. Dafür sind Flexibilität und Engagement erforderlich, wobei der Ort, an dem Schaffen und Wohnen eins sind, eine wesentliche Rolle spielen. Partnerschaften mit Institutionen aus dem In- und Ausland, eine Vernetzung mit dem Auslandsatelierprogramm und Inlandsatelierprogramm des BMWKMS haben eine Belebung und internationale Vernetzung der österreichischen Kunstszene zum Ziel.
Datenquelle:
https://partresidency.at/
Zielerreichungsgrad des Meilensteins:
zur Gänze erreicht
Ziel 2: Gelebte Baukultur mit dem Ziel eines umweltbewussten Denkmalschutzes zu verbinden
Beschreibung des Ziels
Ziel dieser Investition ist es, anhand der ausgewählten Sanierungsprojekte zu zeigen, wie gelebte Baukultur mit dem Ziel eines umweltbewussten Denkmalschutzes verbunden werden können. Des Weiteren soll auch die Umsetzung der „Baukulturellen Leitlinien des Bundes“ sichtbar dargestellt werden.
Oberste Zielsetzung von Denkmalschutz und Denkmalpflege ist die möglichst unveränderte Erhaltung der historisch überlieferten Substanz und Erscheinung. Gleichzeitig weisen historische Bauten oftmals besonders schlechte Energieeffizienz-Werte auf, besonders in unsaniertem Zustand. Die Einsparung fossiler Energien und CO2-Emissionen ist jedoch eine der dringendsten Aufgaben und verlangt nach ambitionierten Vorhaben – obgleich ökologisches Sanieren im Zusammenspiel mit Denkmalschutz ein besonders sorgsames Vorgehen verlangt. Die Sanierungsmaßnahmen tragen zu einer wesentlichen Steigerung der Energieeffizienz des Gebäudes bei.
Das an die Praterateliers anschließende Stadtentwicklungsgebiet „Viertel 2“ mit einer Konzentration von universitären Einrichtungen, Bürokomplexen und neuen Wohnbauten bietet ein lebendiges Umfeld für eine kulturelle Einrichtung. Das Projekt wurde ausgewählt, da die historischen Gebäude inmitten eines dynamischen Stadtentwicklungsareals liegen und die ursprüngliche Nutzung als Werkstätten von bildenden Künstler:innen mit einer lebendigen und auf das Umfeld wirkenden Struktur ergänzt werden soll. Umfassende aber höchst sensible und mit dem Denkmalschutz korrelierende Maßnahmen müssen gesetzt werden, um die Gebäude und das Gelände für eine zeitgemäße und nachhaltige Bespielung nutzbar zu machen.
Kennzahlen und Meilensteine des Ziels
Senkung des Primärenergiebedarfs [%]
Istwert
25%
Zielzustand
50%
Datenquelle: Energieausweise Nord- und Südpavillon von DI(FH) Clemens Häusler, MSc 17.05.2025 www.bauphsik.at
Senkung der CO2 Emissionen [%]
Istwert
15,99%
Zielzustand
50,00%
Datenquelle: Energieausweise Nord- und Südpavillon von DI(FH) Clemens Häusler, MSc 17.05.2025 www.bauphsik.at
Senkung des Heizwärmebedarfs [HWB Ref, SK]
Istwert
100HWB Ref, SK
Zielzustand
130HWB Ref, SK
Datenquelle: Energieausweise Nord- und Südpavillon von DI(FH) Clemens Häusler, MSc 17.05.2025 www.bauphsik.at
Senkung des Gesamtenergiefaktors [f GEE, SK]
Istwert
0,70f GEE, SK
Zielzustand
0,68f GEE, SK
Datenquelle: Energieausweise Nord- und Südpavillon von DI(FH) Clemens Häusler, MSc 17.05.2025 www.bauphsik.at
Meilenstein 1: Erhaltung der denkmalgeschützten Bausubstanz
Ausgangszustand 2021:
Die historistische Bausubstanz der Ateliers, deren baukünstlerisch gestalteter Fassadenschmuck, bedürfen mittlerweile einer dringenden Instandsetzung und Restaurierung. Die Blechdächer und Regenabfallrohre sind augenscheinlich am Ende ihrer Funktionsfähigkeit angelangt. Wasserschäden an der Fassade und im Dachbereich sind die Folge. Die historischen Kastenfenster sind reparaturbedürftig und führen aufgrund mangelnder Schließfähigkeit zu einem Heizwärmeverlust und Staubeintrag in die Atelierräume.
Zielzustand 2025:
Maßvoller und denkmalgerechter Einbau von 6 zeitgemäßen Projektateliers, eines Gemeinschaftsateliers und eines Multifunktionsraums inkl. barrierefreie Erschließung, Konservierung und Restaurierung der Fassaden der Praterateliers inkl. ihrer baukünstlerischen Ausstattung, Erneuerung der Kastenfenster.
Istzustand 2025:
Die historistische Bausubstanz, insbesondere die baukünstlerisch aufwändig gestalteten Fassaden, konnten nicht nur konserviert und die ursprüngliche Farbgebung wiedergewonnen werden, auch fehlende Zierelemente wurden im Zuge der Restaurierung wiederhergestellt. Die Erneuerung der Kastenfenster ist unter Erhaltung und Instandsetzung wesentlicher Teile erfolgreich abgeschlossen. Die notwendigen Umbaumaßnahmen zur Gewinnung barrierefreier Projekt- und Gemeinschaftsateliers, sowie des Multifunktionsraums konnte unter voller Wahrung denkmalschutzrechtlicher Vorgaben durchgeführt werden.
Datenquelle:
Sektion Kunst und Kultur
Zielerreichungsgrad des Meilensteins:
überplanmäßig erreicht
Zugeordnete Ziel-Maßnahmen
Die Maßnahmen stellen die konkreten, geplanten Handlungen der öffentlichen Verwaltung dar. Die Ziele des Vorhabens sollen durch diese Tätigkeiten erreicht werden. Durch die Darstellung der Maßnahmen wird das „Wie“ der Zielerreichung transparent gemacht.
Sanierung der Praterateliers
Beschreibung der Ziel-Maßnahme
Nach den Vorgaben der RRF-Mittel (insbesondere des geltenden „do no significant harm“-Prinzips) richten sich die Maßnahmen nach energieeffizienten, nachhaltigen und baukulturellen Aspekten:
– (insb. thermische) Sanierung der historischen Außenhülle (Dach, Fassade, Fenster)
– Aktualisierung der Haustechnik (Geothermieanlage kombiniert mit einer Photovoltaikanlage)
– barrierefreie Erschließung
Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:
zur Gänze erreicht
Implementierung Multifunktionsraum und Projektateliers
Beschreibung der Ziel-Maßnahme
Schaffung von sechs bis acht projektbasierten Ateliers für junge und jüngere Künstler:innen oder Künstlergruppen aus dem In- und Ausland.
Schaffung eines Multifunktionsraums u.a. für Veranstaltungen, Filmscreenings, Performances zur Attraktivierung für das umliegende Stadtgebiet.
Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:
zur Gänze erreicht
Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)
Finanzielle Auswirkungen stellen die aufgrund des Regelungs- oder sonstigen Vorhabens anfallenden, monetär zum Ausdruck gebrachten, Auswirkungen dar.
In der folgenden Darstellung sehen Sie auf der rechten Seite die geplanten (Plan) und auf der linken Sie die tatsächlichen angefallenen Kosten (Ergebnis). Unter „Details“ finden Sie eine detaillierte Aufschlüsselung der finanziellen Auswirkungen. Mithilfe der Steuerungsleiste können Sie zwischen den Jahren wechseln beziehungsweise sich die Gesamtzahlen über alle Jahre hinweg ansehen.
Die Tabelle weist die Erträge und Aufwendungen des Bundes in der Ergebnisrechnung auf. Die Aufwendungen unterscheiden sich deutlich von den Auszahlungen in der Finanzierungsrechnung, da sämtliche Aufwendungen auf Ersuchen des Rechnungshofs im Zuge der Abschlussarbeiten für den Bundesrechnungsabschluss 2025 auf den Zeitraum 2026 bis 2043 wirtschaftlich abgegrenzt wurden. Daher wurden die Aufwendungen in der Tabelle jeweils mit 0 angegeben. Die Erträge wurden ebenfalls mit 0 eingetragen, da das BMF dieses RRF-Projekt 2026 bei der EK zur Abrechnung einreichen wird.
In der Finanzierungsrechnung betrugen die Auszahlungen:
2021: 996.358,80 € (entspricht ohne MwSt: 0,830 Mio. €)
2022: –
2023: 16.532,30 € (entspricht MwSt: 0,014 Mio. €)
2024: 9.235.756,03 € (entspricht MwSt: 7,696 Mio. €)
2025: 8.409.569,38 € (entspricht MwSt: 7,008 Mio. €)
Im Jahr 2021 wurden vom BMKÖS als Vorleistung für die Generalplanung des RRF-Sanierungsprojektes Praterateliers 996.358,80 € aus nationalen Budgetmitteln bezahlt. In den Jahren 2023 bis 2025 wurden insgesamt 16.884.694,29 € RRF-Mittel sowie 788.811,42 € nationale Mittel ausbezahlt. Die Endabrechnung des Projekts ist noch ausständig.
Die gegenüber der WFA etwas höheren Auszahlungen begründen sich hauptsächlich in einer unterschiedlichen Betrachtungsweise. Aufgrund des in Aussicht gestellten Vorsteuerabzugs wurden die Beträge in der WFA ohne Umsatzsteuer dargestellt, wohingegen die oben angeführten Auszahlungen jedoch auch Umsatzsteuer enthalten. Die anrechenbare Vorsteuer befindet sich beim Finanzamt in Prüfung.
Gesamtbeurteilung
Verbesserungspotentiale
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