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Vorhaben

Sanierung Praterateliers - Projekt des österr. Aufbau- und Resilienzplans

Sanierung Praterateliers - Projekt des österr. Aufbau- und Resilienzplans

2025
Vorhaben überplanmäßig erreicht

Finanzjahr: 2021

Inkrafttreten / Wirksamwerden: 2023

Nettoergebnis in Tsd. €: 0

Vorhabensart: Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013

Beitrag zu Wirkungszielen

Um die Verlinkung zwischen Wirkungsorientierter Steuerung und Wirkungsorientierter Folgenabschätzung darzustellen, wird angegeben, ob das Regelungs- beziehungsweise sonstige Vorhaben den Wirkungszielen eines Ressorts förderlich ist.


Problemdefinition

Die ökologische Sanierung der „Praterateliers“ sowie des „Volkskundemuseums“ sind Teil des Österreichischen Aufbau- und Resilienzplans, welcher nach der positiven Bewertung durch die EU-Kommission am 21.6.2021 von den EU-Finanzminister:innen am 13.7.2021 mittels entsprechendem Durchführungsakt bei der ersten ECOFIN-Ratssitzung verabschiedet wurde und für die gemeinsam 35 Mio. € aus den RRF-Mitteln (Recovery an Resilience Facility) vorgesehen sind. Der Prozess des RRF-Fonds sieht ein straffes Audit– und Controllingsystem vor, welches dem BMF Ende Mai übermittelt wurde.

Die „Praterateliers“ befinden sich im Eigentum der BIG. Der Bund ist Fruchtnießer gemäß auf unbestimmte Dauer abgeschlossenen Fruchtgenussvertrags zwischen Bund und BIG vom 15.4.2010/26.4.2010, die BIG ist wiederum gemäß auf unbestimmte Dauer abgeschlossenen Verwaltungsvertrag vom 15.4.2010/22.4.2010 mit der Verwaltung der Liegenschaft beauftragt. Der Bund zahlt der BIG jährlich Fruchtgenussentgelt (indexiert), ist jedoch berechtigt, sich Investitionskostenersatz ab Überschreiten einer bestimmten Betragsgrenze rückerstatten zu lassen. Das Verwaltungshonorar der BIG wird über die Betriebskosten abgerechnet und damit von den Mietern bezahlt. Gemäß Fruchtgenussvertrag ist der Bund als Fruchtnießer verpflichtet, die Liegenschaft – in Abweichung von §§ 531ff ABGB – auf eigene Kosten in dem Umfang zu erhalten und zu verbessern, in dem ein Vermieter nach §§ 3f MRG hierzu verpflichtet wäre.

Das Sanierungsprojekt „Praterateliers“ spiegelt unter anderem die Baukulturelle Leitlinie des Bundes 5 „Nachhaltigkeitsprinzip anwenden und weiterentwickeln“ wider. Die heutigen Ateliers wurden als zwei von mehreren Pavillons für die Weltausstellung von 1873 errichtet. Heute zählen die beiden „Nord- und Südgebäude“ zu den einzigen erhaltenen Bauten der damals monumental errichteten Anlagen. Während der nördliche Pavillon im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und in zeitgemäßen Formen nach 1945 wiederaufgebaut wurde, blieb der südliche Pavillon weitgehend unversehrt als dreiflügeliger ebenerdiger Bau mit hohen Fenstern erhalten. Die Namen der Künstler:innen der vergangenen Jahrzehnte lesen sich wie ein „Who-is-Who“ der österreichischen Bildhauerei und Kunst. Beispielhaft seien hier Tina Blau, Rudolf Hoflehner, Bruno Gironcoli, Karl Prantl, Josef Pillhofer und Alfred Hrdlicka genannt.

Derzeit sind auf dem Gelände mit der Größe von 25.000 m² in zwei Gebäuden mit einer Gesamtnutzfläche von 3.500 m² insgesamt 23 Ateliers zwischen 45 m² und 435 m² untergebracht und werden an Künstler:innen vergeben, die im Bereich eines erweiterten Bildhauer- und Objektkunstbegriffes tätig sind. Einige Mieter:innen haben noch unbefristete Mietverträge, die neueren Mieter:innen haben jedoch auf ca. 15 Jahre befristete Verträge. Es sind nicht alle Ateliers besetzt, sodass es aktuell auch Leerstände gibt bzw. diese im Zuge von Nachlassabwicklungen frei werden sollten. Zukünftig soll ein Teil der Atelierflächen zur flexibleren bzw. multifunktionalen Nutzung zur Verfügung stehen, da zum Teil so große Ateliers einerseits nicht mehr dem zeitgemäßen Bedarf entsprechen und andererseits für Künstler:innen zu hohe Mietkosten verursachen.

Die Atelier-Gebäude sind seit längerer Zeit stark sanierungsbedürftig. Ab dem Jahr 2010 hat man schrittweise mit Sanierungsmaßnahmen der leerstehenden Ateliers begonnen, es bedarf jedoch einer umfassenden Sanierung beider Pavillons. So ist insbesondere die Außenhülle (Dach, Fassade, Fenster) dringend thermisch zu sanieren und die Haustechnik auf aktuellen Stand zu bringen, in puncto Energieeffizienz besteht aufgrund der verwendeten Ölöfen ebenso dringender Handlungsbedarf, diese sind durch eine ökologische Alternative zu ersetzen.

Die Renovierungsmaßnahmen tragen zu einer deutlichen Steigerung der aktuellen Energieeffizienz der Gebäude bei. Die Auswahl des Sanierungsvorhabens wurde aufgrund seiner Durchführungsreife und seiner Eignung als inklusives und öffentlichkeitswirksames „Showcase-Projekt“ getroffen. Die besondere Herausforderung besteht darin, die energetische Optimierung in einem denkmalverträglichen Maße durchzuführen und in diesem Feld notwendiges Erfahrungswissen zu sammeln.

Die Ateliers im Prater werden so auch überregionales Beispiel für die Sanierung anderer historischer und denkmalgeschützter Gebäude, die nicht mehr den Bedürfnissen der Benutzer:innen des 21. Jahrhunderts entsprechen. Durch die Verbesserung der Qualität der Gebäudehülle kann, wenn man das gesamte konditionierte Gebäude betrachtet, rund 50 % an Heizwärmebedarf (lt. Normbedingungen) eingespart werden.
Weiters kann in Kombination mit der verbesserten Gebäudehülle und den verbesserten elektrotechnischen Maßnahmen (Beheizung und Photovoltaik) sowie der Erneuerung der haustechnischen Anlagen eine ca. 50 %ige Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen erreicht werden.

Die Mindestanforderungen an das Ziel „Klimaaktiv silber“ sind möglich und realistisch.



Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem Vorhaben und mittel- und langfristigen Strategien des Ressorts/ obersten Organs bzw. der Bundesregierung

Die Sanierung spiegelt u.a. die Baukulturelle Leitlinie des Bundes 5 „Nachhaltigkeitsprinzip anwenden und weiterentwickeln“ wider. Ziel war es zu zeigen, wie gelebte Baukultur mit dem Ziel eines umweltbewussten Denkmalschutzes verbunden werden kann.
Zur Verbesserung der Gebäudequalität und der Energieeffizienz wurden umfassende Maßnahmen umgesetzt, die eine Energieeinsparung ermöglichen und zur Reduktion der CO₂-Emissionen beitragen:
• Erneuerung von Fassade und Fenstern
• Dämmung der Kellerdecken und obersten Geschoßdecken
• Neu-Errichtung einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe
• Installation von Photovoltaikanlagen.
Die Sanierung wurde dabei auch von einer baukulturellen und wissenschaftlichen Begleitung der Sanierung durch die Donau-Universität Krems mitgetragen.
Diese oben genannten Maßnahmen können auch unter anderem den SDGs 11.4 (Die Anstrengungen zum Schutz und zur Wahrung des Weltkultur- und -naturerbes verstärken), 12.7 (In der öffentlichen Beschaffung nachhaltige Verfahren fördern, im Einklang mit den nationalen Politiken und Prioritäten) und 13.2 (Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen einbeziehen).

Der Sektion für Kunst und Kultur ist bewusst, dass eine erfolgreiche und produktive Kunstszene von Netzwerken und Austausch massiv profitiert. Daher wurden im Rahmen der Sanierung zur Stärkung der Internationalisierung sowie der europäischen und internationalen Kooperationen ein Multifunktionsraum, ein Gemeinschaftsatelier sowie, neben den derzeit bestehenden 16 Ateliers, auch sechs neue Projektateliers geschaffen. Diese neuen Fazilitäten werden im Rahmen eines neu implementierten Artist-in-Residence-Programms an Incoming-Künstler:innen zur Vernetzung mit der österreichischen und internationalen Kunstszene vergeben. Die Künstler:innen in den bestehenden Ateliers profitieren also nicht nur von der Sanierung der Gebäude, sondern auch von der Vitalisierung durch das Austauschprogramm. Mit diesem Programm werden auch genannte Ziele aus dem Regierungsprogramm 2025 – 2029 umgesetzt, wie z.B. die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für eine dynamische, innovative und vielfältige zeitgenössische Kunstproduktion, wie auch die Umsetzung kultureller Infrastrukturprojekte. Das Projekt der Praterateliers lässt auch ein klares Bekenntnis zur zeitgenössischen Kunst erkennen. Weiters besteht das Bestreben die österreichische Kunstszene in einen internationalen Kontext zu stellen bzw. die internationalen Netzwerke zu beleben und zu stärken.

Ziele des Vorhabens

Durch die Angabe von konkreten, nachvollziehbaren Zielen pro Vorhaben wird transparent dargestellt, welchen Zweck der staatliche Eingriff verfolgt.


Ziel 1: Absicherung des kulturellen Erbes und Gewährleistung eines breiten Zugangs der Öffentlichkeit zu Kunst- und Kulturgütern

Beschreibung des Ziels

Die Praterateliers sollen als Arbeitsräumlichkeiten für bildende Künstler:innen zum Großteil ihrer Widmung gemäß erhalten bleiben. Die derzeit wegen ihrer Größe und des Sanierungsaufwandes leerstehenden oder in naher Zukunft freiwerdenden Ateliers sollen jedoch flexibler und kurzfristiger einer künstlerischen Produktion zur Verfügung stehen – im besten Fall sech bis acht Projektateliers sowie einen Multifunktionsraum. Die Nutzung als Proberäume, als projektbasierte Ateliers für junge und jüngere Künstler:innen oder Künstlergruppen aus dem In- und Ausland und als Spielort für Performances soll im Zuge der Planung erwogen werden und mit einer Öffnung der Gebäude für die interessierte Öffentlichkeit Hand in Hand gehen.

Mit dem neu implementierten Multifunktionsraum und den Projektateliers, die die Zugänglichkeit für das nähere Umfeld und die Stadt Wien deutlich steigern, werden die Gebäude zu einer zukunftsfitten und vorbildhaften kulturellen Institution. Insbesondere die Möglichkeiten für einen auf internationaler Ebene stattfindenden Künstler:innenaustausch birgt großes Potenzial weit über das Stadtentwicklungsgebiet hinaus. Erst die Sanierung und Umstrukturierung ermöglicht die Implementierung des Nutzungskonzepts und soll eine vorbildhafte Wirkung einerseits als Sanierungskonzept mit wissenschaftlicher Begleitung und andererseits als Vorbild eines lebendigen Ortes der künstlerischen Produktion entfalten.

Kennzahlen und Meilensteine des Ziels

Von den Künstler:innen genutzte Ateliers [Anzahl]

Istwert

21

Anzahl

Zielzustand

26

Anzahl

Datenquelle: Sektion Kunst und Kultur

Meilenstein 1: Zugänglichkeit für die interessierte Öffentlichkeit

Ausgangszustand 2021:

Die Praterateliers stehen ausschließlich den Künstler:innen (Mieter:innen) für ihr künstlerisches Schaffen zur Verfügung.

Zielzustand 2025:

Die Praterateliers stehen durch den Einbau eines Multifunktionsraums auch einer interessierten Öffentlichkeit für Kunstveranstaltungen und Performances zur Verfügung.

Istzustand 2025:

Im Zuge der Planungen der Sanierung wurde im Sinne einer moderneren und flexibleren Nutzung auch ein Multifunktionsraum geschaffen, der für verschiedene Formate zum Einsatz kommen kann. So wird dort seit Start des neu implementierten Artist-in-Residence-Programms ein wechselndes, der Öffentlichkeit zugängliches Ausstellungsprogramm gezeigt. Weiters fanden dort bereits verschiedene Preisverleihungen des BMWKMS sowie Vernetzungstreffen mit Kooperationspartnern statt. Darüber hinaus wurden auch bereits zahlreiche öffentliche Führungen durch die neu sanierten Pavillons angeboten. Diese diverse und flexible Nutzung soll auch künftig fortgeführt und programmatisch erweitert werden. Beispiele: Newsletter PART vom 12.01.2026: Meet our New Resident & Events @ PART in January Verleihung des Österreichischen Buchpreises 2025 am 10.11.2025 Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises an Herbert Brandl am 03.12.2025

Datenquelle:
Sektion Kunst und Kultur

Zielerreichungsgrad des Meilensteins:

zur Gänze erreicht

Meilenstein 2: Schaffung von Räumen für flexible und kurzfristige künstlerische Produktion

Ausgangszustand 2021:

Die Ateliers wurden vormalig auf Lebenszeit an österreichische Künstler:innen vermietet, in den letzten Jahren befristet auf 15 Jahre.

Zielzustand 2025:

Die sechs neugeschaffenen Projektateliers stehen für junge und jüngere Künstler:innen oder Künstlergruppen aus dem In- und Ausland für eine flexible und kurzfristige künstlerische Produktion zur Verfügung.

Istzustand 2025:

Im Zuge der Planungen der Sanierung wurde – im Sinne einer moderneren und auf Internationalisierung ausgelegten Nutzung – auch der Plan entwickelt, Projektateliers einzurichten und diese internationalen Kunstschaffenden für Residencies zur Verfügung zu stellen. Die organisatorische und inhaltliche Abwicklung sowie administrative Betreuung dieses neu implementierten Artist-in-Residence-Programms in den sechs neu geschaffenen Projektateliers wurde als Verhandlungsverfahren nach vorheriger Bekanntmachung im Oberschwellenbereich zum Abschluss einer Rahmenvereinbarung mit einem Auftragswert von netto 300.000 € ausgeschrieben und schließlich an die Siebenstern C + C GmbH, vertreten durch Alexandra Grausam, vergeben. Die sechs Projektateliers werden mit einer durchschnittlichen Residencedauer von drei Monaten mit rund 24 Residents, Künstler:innen, aber auch Kurator:innen und Kritiker:innen pro Jahr bespielt. Es wird dadurch die Möglichkeit geboten, sich während des Aufenthalts und einer damit verbundenen finanziellen Unterstützung, fokussiert und konzentriert der essenziellen Weiterentwicklung des eigenen Werkes zu widmen. Der AIR-Aufenthalt ist daher mit einer sehr zeitintensiven Arbeits- und Schaffensphase verbunden. Die internationale Kunstszene fordert von Künstler:innen ihre Werke an neuen, globalen Orten zu verankern. Dafür sind Flexibilität und Engagement erforderlich, wobei der Ort, an dem Schaffen und Wohnen eins sind, eine wesentliche Rolle spielen. Partnerschaften mit Institutionen aus dem In- und Ausland, eine Vernetzung mit dem Auslandsatelierprogramm und Inlandsatelierprogramm des BMWKMS haben eine Belebung und internationale Vernetzung der österreichischen Kunstszene zum Ziel.

Datenquelle:
https://partresidency.at/

Zielerreichungsgrad des Meilensteins:

zur Gänze erreicht

Ziel 2: Gelebte Baukultur mit dem Ziel eines umweltbewussten Denkmalschutzes zu verbinden

Beschreibung des Ziels

Ziel dieser Investition ist es, anhand der ausgewählten Sanierungsprojekte zu zeigen, wie gelebte Baukultur mit dem Ziel eines umweltbewussten Denkmalschutzes verbunden werden können. Des Weiteren soll auch die Umsetzung der „Baukulturellen Leitlinien des Bundes“ sichtbar dargestellt werden.

Oberste Zielsetzung von Denkmalschutz und Denkmalpflege ist die möglichst unveränderte Erhaltung der historisch überlieferten Substanz und Erscheinung. Gleichzeitig weisen historische Bauten oftmals besonders schlechte Energieeffizienz-Werte auf, besonders in unsaniertem Zustand. Die Einsparung fossiler Energien und CO2-Emissionen ist jedoch eine der dringendsten Aufgaben und verlangt nach ambitionierten Vorhaben – obgleich ökologisches Sanieren im Zusammenspiel mit Denkmalschutz ein besonders sorgsames Vorgehen verlangt. Die Sanierungsmaßnahmen tragen zu einer wesentlichen Steigerung der Energieeffizienz des Gebäudes bei.

Das an die Praterateliers anschließende Stadtentwicklungsgebiet „Viertel 2“ mit einer Konzentration von universitären Einrichtungen, Bürokomplexen und neuen Wohnbauten bietet ein lebendiges Umfeld für eine kulturelle Einrichtung. Das Projekt wurde ausgewählt, da die historischen Gebäude inmitten eines dynamischen Stadtentwicklungsareals liegen und die ursprüngliche Nutzung als Werkstätten von bildenden Künstler:innen mit einer lebendigen und auf das Umfeld wirkenden Struktur ergänzt werden soll. Umfassende aber höchst sensible und mit dem Denkmalschutz korrelierende Maßnahmen müssen gesetzt werden, um die Gebäude und das Gelände für eine zeitgemäße und nachhaltige Bespielung nutzbar zu machen.

Kennzahlen und Meilensteine des Ziels

Senkung des Primärenergiebedarfs [%]

Istwert

25

%

Zielzustand

50

%

Datenquelle: Energieausweise Nord- und Südpavillon von DI(FH) Clemens Häusler, MSc 17.05.2025 www.bauphsik.at

Senkung der CO2 Emissionen [%]

Istwert

15,99

%

Zielzustand

50,00

%

Datenquelle: Energieausweise Nord- und Südpavillon von DI(FH) Clemens Häusler, MSc 17.05.2025 www.bauphsik.at

Senkung des Heizwärmebedarfs [HWB Ref, SK]

Istwert

100

HWB Ref, SK

Zielzustand

130

HWB Ref, SK

Datenquelle: Energieausweise Nord- und Südpavillon von DI(FH) Clemens Häusler, MSc 17.05.2025 www.bauphsik.at

Senkung des Gesamtenergiefaktors [f GEE, SK]

Istwert

0,70

f GEE, SK

Zielzustand

0,68

f GEE, SK

Datenquelle: Energieausweise Nord- und Südpavillon von DI(FH) Clemens Häusler, MSc 17.05.2025 www.bauphsik.at

Meilenstein 1: Erhaltung der denkmalgeschützten Bausubstanz

Ausgangszustand 2021:

Die historistische Bausubstanz der Ateliers, deren baukünstlerisch gestalteter Fassadenschmuck, bedürfen mittlerweile einer dringenden Instandsetzung und Restaurierung. Die Blechdächer und Regenabfallrohre sind augenscheinlich am Ende ihrer Funktionsfähigkeit angelangt. Wasserschäden an der Fassade und im Dachbereich sind die Folge. Die historischen Kastenfenster sind reparaturbedürftig und führen aufgrund mangelnder Schließfähigkeit zu einem Heizwärmeverlust und Staubeintrag in die Atelierräume.

Zielzustand 2025:

Maßvoller und denkmalgerechter Einbau von 6 zeitgemäßen Projektateliers, eines Gemeinschaftsateliers und eines Multifunktionsraums inkl. barrierefreie Erschließung, Konservierung und Restaurierung der Fassaden der Praterateliers inkl. ihrer baukünstlerischen Ausstattung, Erneuerung der Kastenfenster.

Istzustand 2025:

Die historistische Bausubstanz, insbesondere die baukünstlerisch aufwändig gestalteten Fassaden, konnten nicht nur konserviert und die ursprüngliche Farbgebung wiedergewonnen werden, auch fehlende Zierelemente wurden im Zuge der Restaurierung wiederhergestellt. Die Erneuerung der Kastenfenster ist unter Erhaltung und Instandsetzung wesentlicher Teile erfolgreich abgeschlossen. Die notwendigen Umbaumaßnahmen zur Gewinnung barrierefreier Projekt- und Gemeinschaftsateliers, sowie des Multifunktionsraums konnte unter voller Wahrung denkmalschutzrechtlicher Vorgaben durchgeführt werden.

Datenquelle:
Sektion Kunst und Kultur

Zielerreichungsgrad des Meilensteins:

überplanmäßig erreicht


Zugeordnete Ziel-Maßnahmen

Die Maßnahmen stellen die konkreten, geplanten Handlungen der öffentlichen Verwaltung dar. Die Ziele des Vorhabens sollen durch diese Tätigkeiten erreicht werden. Durch die Darstellung der Maßnahmen wird das „Wie“ der Zielerreichung transparent gemacht.


Sanierung der Praterateliers

Beitrag zu Ziel 1
Beitrag zu Ziel 2

Beschreibung der Ziel-Maßnahme

Nach den Vorgaben der RRF-Mittel (insbesondere des geltenden „do no significant harm“-Prinzips) richten sich die Maßnahmen nach energieeffizienten, nachhaltigen und baukulturellen Aspekten:
– (insb. thermische) Sanierung der historischen Außenhülle (Dach, Fassade, Fenster)
– Aktualisierung der Haustechnik (Geothermieanlage kombiniert mit einer Photovoltaikanlage)
– barrierefreie Erschließung

Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:

zur Gänze erreicht

Implementierung Multifunktionsraum und Projektateliers

Beitrag zu Ziel 1

Beschreibung der Ziel-Maßnahme

Schaffung von sechs bis acht projektbasierten Ateliers für junge und jüngere Künstler:innen oder Künstlergruppen aus dem In- und Ausland.
Schaffung eines Multifunktionsraums u.a. für Veranstaltungen, Filmscreenings, Performances zur Attraktivierung für das umliegende Stadtgebiet.

Zielerreichungsgrad der Ziel-Maßnahme:

zur Gänze erreicht

Finanzielle Auswirkungen des Bundes (Kalkulation)

Finanzielle Auswirkungen stellen die aufgrund des Regelungs- oder sonstigen Vorhabens anfallenden, monetär zum Ausdruck gebrachten, Auswirkungen dar.

In der folgenden Darstellung sehen Sie auf der rechten Seite die geplanten (Plan) und auf der linken Sie die tatsächlichen angefallenen Kosten (Ergebnis). Unter „Details“ finden Sie eine detaillierte Aufschlüsselung der finanziellen Auswirkungen. Mithilfe der Steuerungsleiste können Sie zwischen den Jahren wechseln beziehungsweise sich die Gesamtzahlen über alle Jahre hinweg ansehen.


Gesamt 2023 - 2025
2023
2024
2025

Aufwände und Erträge – Nettoergebnis

Ergebnis

0

Tsd. Euro

Plan

-5.345

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

10.000

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

15.345

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

15.345

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

10.000

Tsd. Euro

Ergebnis

0

Tsd. Euro

Plan

-830

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

830

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

830

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Ergebnis

0

Tsd. Euro

Plan

-46

Tsd. Euro

Erträge

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

2.050

Tsd. Euro

Werkleistungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

2.096

Tsd. Euro

Betrieblicher Sachaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Transferaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Personalaufwand

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Sonstige Aufwendungen

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

0

Tsd. Euro

Aufwendungen gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

2.096

Tsd. Euro

Erträge gesamt

Ist

0

Tsd. Euro

Plan

2.050

Tsd. Euro

Beschreibung der finanziellen Auswirkungen

Die Tabelle weist die Erträge und Aufwendungen des Bundes in der Ergebnisrechnung auf. Die Aufwendungen unterscheiden sich deutlich von den Auszahlungen in der Finanzierungsrechnung, da sämtliche Aufwendungen auf Ersuchen des Rechnungshofs im Zuge der Abschlussarbeiten für den Bundesrechnungsabschluss 2025 auf den Zeitraum 2026 bis 2043 wirtschaftlich abgegrenzt wurden. Daher wurden die Aufwendungen in der Tabelle jeweils mit 0 angegeben. Die Erträge wurden ebenfalls mit 0 eingetragen, da das BMF dieses RRF-Projekt 2026 bei der EK zur Abrechnung einreichen wird.

In der Finanzierungsrechnung betrugen die Auszahlungen:
2021: 996.358,80 € (entspricht ohne MwSt: 0,830 Mio. €)
2022: –
2023: 16.532,30 € (entspricht MwSt: 0,014 Mio. €)
2024: 9.235.756,03 € (entspricht MwSt: 7,696 Mio. €)
2025: 8.409.569,38 € (entspricht MwSt: 7,008 Mio. €)

Im Jahr 2021 wurden vom BMKÖS als Vorleistung für die Generalplanung des RRF-Sanierungsprojektes Praterateliers 996.358,80 € aus nationalen Budgetmitteln bezahlt. In den Jahren 2023 bis 2025 wurden insgesamt 16.884.694,29 € RRF-Mittel sowie 788.811,42 € nationale Mittel ausbezahlt. Die Endabrechnung des Projekts ist noch ausständig.
Die gegenüber der WFA etwas höheren Auszahlungen begründen sich hauptsächlich in einer unterschiedlichen Betrachtungsweise. Aufgrund des in Aussicht gestellten Vorsteuerabzugs wurden die Beträge in der WFA ohne Umsatzsteuer dargestellt, wohingegen die oben angeführten Auszahlungen jedoch auch Umsatzsteuer enthalten. Die anrechenbare Vorsteuer befindet sich beim Finanzamt in Prüfung.

Gesamtbeurteilung

Ziel dieser Investition war es, anhand des ausgewählten Sanierungsprojekts zu zeigen, wie gelebte Baukultur mit dem Ziel eines umweltbewussten Denkmalschutzes verbunden werden kann. Dies konnte auch erfolgreich erreicht werden.
Es wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Gebäudehülle sowie für ein neues zentrales Heizsystem gesetzt: Fassaden- und Fenstersanierung, Erneuerung Dachdeckung, Dämmung der Kellerdecke und des Dachgeschosses, Innensanierung, Einrichtung eines Multifunktionsraums und eines Gemeinschafts- sowie sechs Projektateliers, zentrale Wärmeversorgung. Dadurch werden wesentliche Energieeinsparungen und eine Verminderung des CO2-Ausstoßes erzielt. Die im Rahmen des damit verfolgten Ziels „Gelebte Baukultur mit dem Ziel des umweltbewussten Denkmalschutzes zu verbinden“ festgelegten Kennzahlen 1 (Primärenergiebedarf), 2 (Senkung der CO2-Emissionen, Senkung des Heizbedarfs) und 3 konnten sogar deutlich übertroffen werden, da die WFA sich naturgemäß auf ein Vorprojekt (Machbarkeitsstudie) bezog. Die angestrebten Maßnahmen wurden im Zuge der Detail- und Ausführungsplanung wesentlich genauer auf vorhandene Rahmenbedingungen abgestimmt und verbessert. So konnte in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalmt eine Photovoltaikanlage mit über 100 kWp umgesetzt werden und anstatt der ursprünglich angedachten dezentralen Pelletsöfen eine zentrale Wasser-Wärmepumpenanlage umgesetzt werden. Die Senkung des Gesamtenergiefaktors (Kennzahl 2) konnte nur minimal nicht zur Gänze erreicht werden, da die großen Volumina des Baukörpers eine größere Senkung nicht zugelassen hat.

Zusammen mit den sechs neu geschaffenen Projektateliers werden aktuell insgesamt 21 Ateliers von Künstler:innen genutzt. Die angestrebte Anzahl von 26 Ateliers verzögert sich aus verschieden Gründen: Eine Verlassenschaft hat erst nach gerichtlicher Einigung im Laufe der Bautätigkeiten eine drei Ateliers umfassende Einheit geräumt. Weiters hat ein Mieter während der Bautätigkeiten seinen Mietvertrag gekündigt. Die Ausschreibungen bzw. Vergabe für der zurückgegebenen bzw. frei gewordenen Ateliers sowie des neu geschaffenen Gemeinschaftsateliers erfolgen nun nach Abschluss der Sanierung. Die Projektateliers sowie neu zu vergebende Langzeitateliers werden nach künstlerischer Qualität unter Berücksichtigung gendergerechter Verteilung vergeben. Bei den 15 bereits vergebenen Langzeitateliers ist die Geschlechterverteilung fast ausgeglichen, der Männer-Anteil überwiegt nur minimal.

Die Sanierung der Gebäude und die Implementierung des Artist-in-Residence-Programmes inkl. Errichtung des Multifunktionsraumes bedeutet sowohl für die Künstlerschaft aus dem In- und Ausland einen Ort mit hohem Potenzial zur Produktion/Präsentation und Vernetzung und stärkt den Kunststandort Österreich. So wird dort seit Start des neu implementierten Artist-in-Residence-Programms ein wechselndes, der Öffentlichkeit zugängliches Ausstellungsprogramm gezeigt. Weiters fanden dort bereits verschiedene Preisverleihungen des BMWKMS sowie Vernetzungstreffen mit Kooperationspartnern statt. Darüber hinaus wurden auch bereits zahlreiche öffentliche Führungen durch die neu sanierten Pavillons angeboten. Diese diverse und flexible Nutzung soll auch künftig fortgeführt und programmatisch erweitert werden. Bsp.: Newsletter PART vom 12.1.2026, Verleihung des Österr. Buchpreises 2025 am 10.11.2025, Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises an Herbert Brandl am 3.12.2025.

Die Sanierung der Gebäude und die Implementierung des Artist-in-Residence Programmes inkl. Errichtung des Multifunktionsraumes bedeutet für die Künstlerschaft aus dem In- und Ausland einen Ort mit hohem Potential zur Produktion/Präsentation und Vernetzung und stärkt den Kunststandort Österreich. Insgesamt hat der Standort Praterateliers durch die Sanierung und die Implementierung des Artist-in-Residence Programms hohe positive Resonanz im In- und Ausland erfahren und übertrifft insgesamt die erwarteten Wirkungen.


Verbesserungspotentiale

Aufgrund des von der EU vorgegebenen sehr knappen Zeitplans und aber gleichzeitig unerwartet eingetretenen erschwerten Bedingungen in der Baubranche aufgrund des gleichzeitig begonnenen Krieges Russlands gegen die Ukraine wären mehr personelle Ressourcen der BIG und des Bundes zur Projektdurchführung durchaus wünschenswert gewesen.


Weitere Evaluierungen

Es werden keine weiteren Evaluierungen durchgeführt.


Weiterführende Informationen